Über Menschen: Roman

Über Menschen: Roman

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Buchinformationen

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Preis
11.13 €

Beiträge

195
Alle
4.5

Wieso habe ich nicht schon früher zu Juli Zeh gegriffen? Unfassbar guter Schreibstil. Ich liebe die letzte Seite und deren Andeutung. Übermenschen, Untermenschen, Moralfragen, es war alles dabei.

4.5

Ein Buch über Vorurteile, echte Begegnungen und die Erkenntnis, dass das Leben selten schwarz-weiß ist. Treffend, witzig, ehrlich, lesenswert.

4

„Ich bin hier der Dorfnazi“

Dora zieht aus Berlin nach Bracken, während der Corona Pandemie. Ihr Exfreund ist sehr in der Fridays for Future Bewegung und Pandemie gefangen. Als sie in Bracken ankommt lernt sie direkt ihren Nachbarn Gote kennen, der sich als Dorfnazi bei ihr vorstellt. Zwischen Vorurteilen, Zusammenhalt und AFD lernt Dora das Dorfleben und die Gemeinschaft kennen. Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben, und das ich am Ende Tränen in den Augen habe, hätte ich am Anfang wirklich nicht gedacht. Der Schreibstil ist sehr gut und man fliegt durch die Seiten.

5

Alternative für Dora

Man nehme ein Mädchen aus der Stadt. Natürlich die größte in Deutschland. Dora aus Berlin, die es satt hat, in Berlin zu bleiben. Mitten im Corona-Wahnsinn, Lockdown und einer Gesellschaft, die auf „die da“ im Bundestag schimpft, die Masken tragen sollen, Zuhause bleiben müssen und im Homeoffice vor sich hin vegetieren, genau in dieser Zeit beschließt die überaus corona- und gesellschaftserschöpfte Dora, Berlin gegenüber das Zeitliche zu segnen. Raus aus der Hauptstadt. Ab in die brandenburgische Provinz. Zu ihrer Verteidigung: das Haus hat sie bereits in einer Zeit auf Kleinanzeigen gefunden, als Corona noch etwas auf Seite 6 der Bild-Zeitung und „irgend so eine Krankheit in China“ war. Manch einer mag sagen: „Die gute, alte Zeit.“ Zweifellos war sie das einmal für Dora. Der Ort, in den sie zieht, Bracken, ist ein Straßendorf. 284 Bewohner, wobei eigentlich 285 mit ihr, aber wegen Corona hat das Meldeamt geschlossen. Alle 284 kennen gefühlt untereinander. Dora begegnet hier Menschen, die sich erst wie ein Klischee lesen lassen, aber inzwischen sollte man verstanden haben, dass solche Leute wirklich existieren. Deutschlandweit. Man nehme da den Nachbarn, der dauernd grillt und eine Schürze um den Hals gebunden hat, die fast bis zum Boden baumelt, und auf der lustige Sprüche in absoluter Dad-Joke-Manier aufgedruckt sind. Man nehme den direkten Nachbarn von nebenan, der bei der ersten Begegnung von sich aus offen sagt, er sei hier der Dorf-Nazi. Überhaupt ist Bracken eine „blaue Hochburg“. Irgendwie müssen ja die 27 Prozent AfD-Wähler aus Bracken zusammenkommen, denkt Dora sich, die so gar nichts übrig hat für Nazis. Natürlich sind da auch die mit rasierten Schädel anwesend. Auch Klimabekämpfer dürfen nicht fehlen. Donald Trump ist Präsident, Brexit … Dass ihr Hund, eine weibliche Promenadenmischung, auch noch „Jochen-der-Rochen heißt“, setzt dem ganz groß thematisch angelegten Gesellschaftsroman die Krone auf. Das ist keine Kritik. Es ist Tatsache. Und obwohl man meinen könnte, es sei von allem was dabei, mag man zwar Recht haben, aber es ist nie übertrieben. Die Provinzstadt Bracken kann überall sein. Nur in Berlin halt nicht. Irgendwie hätte ich es trotzdem spannend gefunden, hätte das Buch nicht im Osten gespielt, sondern irgendwo anders. Im Schwarzwald vielleicht. Oder im Ruhrgebiet. Ostfriesland. Sollen solche Menschengruppen da doch sicher auch entsprechende Ansichten haben. Kann ja nicht immer „der Osten“ Schuld sein. Egal, zurück zu Dora. Dora, die als „Fremde“ nun also umgeben von Tapetenwechsel, Obstgärten, AfD-Wählern und Spuckschutzscheiben Fuß fassen muss in einer Gegend, in die sie nur geraten ist, weil ihr Berlin too much war. Was aber am Ende davon nun das größte Glück oder Übel ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Nun ist Dora aber in dieser Provinz, die sich jetzt mit ihren ganz eigenen persönlichen Themen herumschlagen muss. Beispiele? Gemüsebeete anlegen. Ihr Grundstück ist ein halbes Fußballfeld groß, so heißt es. Da kommen ja fast Galileo-Vibes auf. Außerdem beschäftigt sie: Die Trennung von ihrem in Berlin zurückgebliebenen Ex-Freund, der Greta-Thunberg-Ultra ist und sich trotzdem über Doras ökofreundlichem Arbeitgeber aufregt („How DARE you?!“). Dazu: Ein neues Zuhause ohne Mobiliar. Was es heißt ohne Auto auf dem Land zu leben, wo der Bus nur dreimal am Tag fährt, wenn du Glück hast. Die inneren Dialoge an der Kasse bei Rewe, die man mit der Kassiererin führt und in denen man hofft, dass das Thema Hamstern angesichts des Großeinkaufs, zwei Packungen Klopapier inklusive, nicht angeschnitten werden. All das ist Doras neues Leben. Ihre Alternativen zu Berlin. Quasi ihre ganz persönliche AfD. Alternative für Dora. 400 Seiten lang begleiten wir Doras Welt und die, die sie mit ihr teilen. Gleichzeitig liest es sich wie ein Fiebertraum, denn überall denkt man an seine eigene Corona-Zeit zurück. Rückblickend wirklich irre. Noch irrer aber, dass das auch schon wieder 6 Jahre her ist. Obwohl ich bzw. mein Job zum Beispiel systemrelevant war, verlor ich ihn fast. „Wissen halt nicht wie das mit den Schulen weitergeht, Herr Sozialarbeiter“, sagten sie mir. Dora und ich teilen uns das Schicksal. Nur das sie damit rechnet, dass irgendwann irgendwelche Menschen von ganz weit oben Dinge zu ihr sagen. Dinge wie: „Leider müssen wir dir mitteilen, dass …“ Liebe Grüße, deine Chefin. Neben Dora und all ihren Problemen, Sorgen und Alternativen bleibt etwas anderes ein ständiger Wegbegleiter: die Frage, um was es im Leben sonst noch so geht. Zwar mag Autorin Juli Zeh das Buch „Über Menschen“ genannt haben, aber es geht hier mehr als bloß über Menschen. Es geht um das, was zwischen Menschen ist. Das Zwischenmenschliche. Kann Sympathie, eine Gesellschaft, ein Miteinander, das Zwischenmenschliche funktionieren, wenn wir uns im Grunde in unseren Weltanschauungen, Ideologien, Ansichten und Meinungen gänzlich unterscheiden? Aber ob die in Bonn geborene Autorin (sympathisch!!! Ich arbeite in Bonn, bin in einem Köln/Bonner Vorort großgeworden, schöne Stadt, also Bonn jetzt!) das Buch „Über Menschen“ oder „Zwischen Menschen“ nennt oder wie auch immer: Es ist ein Buch, dass zeitgemäßer nicht sein könnte. Ich bin sicher, dass der orange Spiegel-Bestseller-Aufkleber irgendwann ersetzt wird durch einen „Klassiker“-Aufkleber und unsere Schülerschaft das Buch bald lesen und sagen wird: „Übermenschliches Buch!“ Oder „Verrückt, wie bekloppt die Menschen früher waren“, denn egal, ob man jetzt links oder rechts ist, auf seinen ökologischen Fußabdruck achtet oder nicht, aus der Stadt oder vom Land ist - am Ende geht es um uns alle, darum, wie wir gesehen werden, wie wir gesehen werden wollen, wie wir fühlen und uns im Leben zurecht finden müssen. Und um die Frage, ob Freundschaft zu einem Menschen funktionieren kann, der eine völlig andere Vorstellung von Deutschland hat als man selbst. Zwar befürchte ich, dass viele Leser dort draußen sagen werden: „How dare you, Juli Zeh! Wie kannst du es nur wagen, rechte AfD-Wähler sympathisch in deinem Buch aussehen zu lassen?!“ Oder sie beklagen, dass das Buch voll mit Sachen ist, die anecken. Nicht nur sympathische AfD-Wähler. Da sind Linke, Schwule, Schwurbler und so vieles mehr mit in dem Buch dabei. Und nie ist es zu viel. Es ist alles genau richtig dosiert. Ein herausragend, toll geschriebenes Buch, das gerne noch länger hätte sein können. Schlimm an dem Buch ist, dass es vorüber ist. Und auch wenn es ein Corona-Buch, vielleicht DAS Corona-Buch schlechthin ist, ist es mehr als all das. Es ist ein Meisterwerk in dem es noch um viel mehr geht als um eine Pandemie, die Einzug in unser Leben erhält und an der die Gesellschaft zu zerbrechen scheint. Zwei Hinweise zum Abschluss: Hinweis 1: Das Buch gehört in die Kategorie Lieblingsbuch. Hinweis 2: Wer nicht gespoilert werden will, sollte einen Blick ins Inhaltsverzeichnis vermeiden.

Alternative für Dora
3.5

Ich dachte zuerst, ich sei noch nicht bereit, ein Buch über die Corona-Zeit zu lesen – doch ich wurde schnell vom Gegenteil überzeugt. Die Geschichte überzeugt mit einem tollen Schreibstil, ist ruhig erzählt und behandelt gleichzeitig aktuelle Themen wie gesellschaftliche Spaltung, Klimafragen und Rechtsextremismus. Es gab immer wieder Gedanken, die mich selbst zum grübeln gebracht haben. Jedoch fand ich den Umgang mit dem rechtsextremen Nachbarn teilweise schwierig. Das Buch versucht, das Menschliche und Gute im scheinbar Bösen zu zeigen. Dabei entsteht stellenweise der Eindruck: „Klar, er ist ein Nazi, macht Hitlergrüße und grölt Parolen – aber er ist auch erstaunlich nett und hilfsbereit zur Protagonistin (die im Übrigen weiß, heterosexuell und deutsch ist – ansonsten wäre er wohl nicht so ‚nett‘ zu ihr), ist Vater und hat somit auch seine gute Seiten.“ Auch wenn der innere Monolog der Protagonistin ihm gegenüber oft ablehnend ist, fand ich die direkte Auseinandersetzung mit der Thematik insgesamt etwas zu unkritisch.

3

Ich hab mich schwer getan

Dora zieht während den Corona-Anfängen von der Stadt aufs Land. Hier lebt es sich für sie plötzlich freier und leichter als mit ihrem Freund in Berlin in der Enge ihrer Wohnung. Da stört sie sich auch nicht am Dorf-Nazi von Nebenan und auch nicht an den AfD-Wählern. Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig zurück gelassen. Erst einmal versteht es Juli Zeh gut zu schreiben. Es liest sich locker flockig, aber jetzt kommen wir schon zur Kritik. Denn viel kam mir hier nach Klischee Moral vor. Natürlich sind Nazis auch Menschen und liebende Familienväter. Aber ob man darüber und über den „Jeder hasst eben jemanden“ Ansatz hin gleich so wohlwollend auf den neuen Nachbarn blicken muss. Ich glaube nicht. Hingegen steht die Stadt hier als eher hysterische Klimakrisenbubble, die ohne Grund Corona ernst nehmen und auch sonst nur schlecht weg kommen. Wenn man schon den „wir sind alle Menschen“ Ansatz fährt, dann sollte es mehr Grautöne geben, Verständnis und die Möglichkeit wieder sinnvoll über etwas diskutieren zu können. Die woke Bubble ist nämlich nicht automatisch eine hysterische und das Land ein nachbarschaftliches Idyll. Und auch anders rum weiß die Stadt nicht besser wie es läuft und auf dem Land leben dumme Hinterwäldler und Rassisten. Das wäre mehr das was ich mir gewünscht hätte, Vielfalt.

3.5

"Pause beendet, zurück ins Hamsterrad" (S.221)

Ai Caramba ... Frau Zeh hat denke ich ganz gut beschrieben, dass wir uns alle irgendwo, irgendwie in einer Grauzone befinden... in welcher wir im Endeffekt alle einfach nur Menschen sind. Die entstehende Verwirrung bei der Realization, dass die Koexistenz von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit besteht, wurde gut dargestellt aus Doras Sicht.. (auch wenn manche Ansichten -VORALLEM DIE VON GOTE- wirklich einfach Müll sind ) Mit den Interviews nach der Veröffentlichung hat die Autorin sich selbst bisschen ans Bein gepisst, weil die Inhalte ihrer Aussagen teilweise völlig delulu waren ... Man kann von dem Buch halten was man möchte, aber es zeigt, wie crack der Vibe in Deutschland allg. ist bruh !

"Pause beendet, zurück ins Hamsterrad" (S.221)
5

Margot Friedländer: Seid Menschen.

"Über Menschen" ist das vierte Buch von Juli Zeh, das ich gelesen habe. Und ich finde, das ist bisher das Beste. Was mir so gut gefällt ist, dass Juli Zeh über den Tellerrand hinausblickt und uns Leser zum Nachdenken bringt. Ohja, dieses Buch hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Sie bringt uns die Geschichte bzw. Situation näher: "Was soll ich machen, wenn eine Person, die überaus freundlich und hilfsbereit ist, die AfD wählt und sich selbst als Neonazi bezeichnet?" Das passt ja so gar nicht zusammen. Egal, welche politische Richtung wir einschlagen, wen wir mögen oder nicht, wir sind am Ende alles Menschen und darauf kommt es an. Kann ich nur empfehlen!

4

Juli Zeh hat eine besondere Art ihre Geschichten in einen Humor zu verpacken ,der die Thematik nachdenklich aber auch witzig im Kopf hinterlässt. Eine Geschichte über eine junge Frau ,die sich in Brandenburg zur Zeit der CoronaKrise ein Haus auf dem tiefsten Land kauft. Sich mit NeoNazis als Nachbarn rumschlägt, Frauenfeindlichlkeit und dem Irrsinn, den es zu der Zeit auch gab. Es kommt einem schon ewig lang vor, dabei ist es gerade erst gewesen. Juli Zeh hat mich sehr überzeugt. Manchmal war das Buch etwas langatmig, aber der Humor war einfach grossartig und nachhaltig allemal. Corona ist "vorbei" ,der Rest ist weiter präsent.

4.5

Heute Belletristik - Morgen Weltliteratur

Hier reicht ein Satz: Dieses Buch geht uns alle etwas an.

4

'Über Menschen' ist nach 'Unter Leuten' das 2. Buch von Juli Zeh das ich lese. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen, weil ihr Schreibstil einfach toll ist und man wirklich vieles sehr kritisch hinterfragt. Ich konnte mich auch sehr oft, sehr gut mit der Protagonistin identifizieren, obwohl wir uns eigentlich nicht ähnlich sind, aber viele ihrer Gedanken kenne ich so gut. Vorallem hat mir der Teil mit der Rassismus Starre gefallen. Diese hat man so oft, auch wenn nicht nur bei dem Thema. Auch die Geschichte an sich hat mir sehr gefallen. Dennoch kann ich auch die kritischen Stimmen sehr gut verstehen, denn es wirkt fast, als sollte man auch Nazis verstehen lernen. Klar können sie auch gute Seiten haben, ganz sicher sogar, dennoch geht es absolut nicht was sie tun und wie sie sich Menschen gegenüber verhalten, die nicht in ihr Weltbild passen und hier ist mir die Protagonistin tatsächlich novh zu unkritisch und 'Der Dorfnazi' ist mir etwas zu nett. Ich kann es nur schwer erklären, aber obwohl es mich sehr gerührt hat, war es dann doch zu konstruiert und wäre Dora keine weiße Deutsche gewesen, hätte es ganz anders ausgesehen. Dennoch lohnt es sich zu lesen, weil es eben auch wirklich viel zur Selbstreflexion verleitet!

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5

Ein Buch das zum nachdenken anregt

Dies war mein 1. Buch der Autorin Wir lernen durch Dora, die aus der Stadt aufs Land zieht, Menschen kennen die man auf den 1. Blick vorverurteilt. Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen, aber es lohnt sich immer den Blick dahinter zu werfen und schon sieht man dass viel nur Schein statt Sein ist. Man lernt Dorf und Menschen kennen, Nachbarschaftshilfe und wer in der Not da ist. Hilfe ohne Hintergedanken Die Botschaften zwischen den Zeilen, trotz ernster Themen, macht das ganze nochmal wertvoller. Dieses Buch hat für mich persönlich einen Mehrwert, auch wenn ich mich real nie von äusseren Eindrücken oder erzähltem beeinflussen lasse. Mein Fazit: Trenn dich von allem, es ist gar nicht so schwer, von deinen Vorurteilen sowieso, sie sind am wenigsten wert (Songtext einer Musikband) Und Recht haben sie Für mich ist dieses Buch ein Jahreshighligt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

1

Ein merkwürdiges Buch, zu dem ich keinen Zugang bekommen habe. Dora zieht zu Corona-Zeiten von Berlin nach Bracken, einem Dorf in Brandenburg. Dort wird sie Nachbarin von Grote, einem gewalttätigen Nazi, der in seinem Garten lauthals das Horst-Wessel-Lied singt und sich dort regelmäßig mit Gesinnungsgenossen trifft. Der Autorin ist es nun ein Anliegen, uns Grote als hilfsbereiten Nachbarn und durchaus liebevollen Vater nahezubringen. Dass in Bracken nahezu alles ins Wanken gerät, will sie auch mit einem schwulen Paar illustrieren, das weiter unten in der Straße wohnt, der eine AfD-Wähler, der andere linker Kabarettist. Ich habe wieder auf diese merkwürdugen, kauzigen oder widerlichen Typen Lust noch auf die Beliebigkeit, mit der hier nahegelegt wird, dass auch gewalttätige Nazis doch eigentlich ganz nette Nachbarn sein können.

4

Leicht zu lesen, regt zum Nachdenken an

Das Buch ist sehr gut und flüssig zu lesen. Es behandelt Themen wie Weltansichten (Extremismus) , Wertschätzung, Ängste und Probleme der heutigen Zeit.

3.5

„Am Ende haben sie gemeinsam existiert - verbunden durch die Mauer, die sie trennte.“

Über Menschen ist ein kluger, überraschend nahbarer Roman über gesellschaftliche Spaltung, Vorurteile und die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Im Mittelpunkt steht Dora, die Berlin verlässt und in ein Dorf in Brandenburg zieht und dort mit Menschen konfrontiert wird, die ihrem eigenen Weltbild zunächst völlig widersprechen. Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, vor allem wegen des Schreibstils und der kurzen Kapitel. Der Einstieg fiel mir jedoch nicht ganz so leicht, da mir die Charaktere eher unsympathisch erschienen und ich irgendwie keine Nähe zu ihnen aufbauen konnte. Dadurch blieb eine gewisse Distanz zur Geschichte. Trotzdem ist das Buch inhaltlich stark und regt zum Nachdenken an! Gerade weil die Figuren Ecken und Kanten haben, spiegelt der Roman gesellschaftliche Spannungen realistisch wider. Auch wenn mich die Charaktere emotional nicht vollständig abgeholt haben, bleibt es ein gutes und lesenswertes Buch.

4

Spannender Ausflug in die kontrastreichen Welten zwischen Berlin und Bracken, ein kleines Provinzstädtchen in Brandenburg

Am Anfang war ich genervt davon, dass die Geschichte während der anfänglichen Corona-Zeit spielt. Mit der Zeit hat es mich nicht mehr so stark gestört. Dora zieht aus der Wohnung, in der sie bis dahin mit ihrem Freund gelebt hat aus. Sie zieht in ein Gutsverwaltungshaus in Bracken. In Dora brodeln viele Gedanken und Unsicherheiten. Sie sehnt sich nach der Entschleunigung. Ihre Nachbarschaft in Bracken ist sehr überschaubar. Die Menschen um sie herum sind alle merkwürdig und kümmern sich nicht um politische Korrektheit. Schnell identifiziert Dora alle als Nazis. Ihr direkter Nachbar Gote stellt sich ihr auch selbst als "der Dorf-Nazi" vor. Mit der Zeit entwickelt Dora spannende Beziehungen zu ihrer Nachbarschaft. Um nicht zu spoilern, werde ich nicht mehr verraten. Die Geschichte hat bei mir viele Gedanken frei gesetzt. Wie können Beziehungen zu Menschen funktionieren, deren politische Einstellung gar nicht so schwarz-weiß gesehen werden kann. An vielen Stellen tat es schon fast weh zu sehen, wie Dora über ihre Einstellung hinweg die Beziehungen zu den Nachbar*innen zulässt. Ich frage mich dennoch, wie ich an ihrer Stelle gehandelt hätte. Eine durchaus lesenswerte Reise in das kontrastreiche Leben zwischen Metropole und Provinz. Auf welche gemeinsamen Werte können wir uns mit unserem (un)mittelbaren Nachbar*innen einigen ohne unsere eigenen politischen Überzeugungen zu vergessen?

5

Großartig

Dieses Buch spielt mitten in der Coronazeit und holte mich zurück in teilweise schon vergessene oder eher verdrängte Zustände wie Lockdown, geschlossene Schulen, Ausgangssperren usw. Dora flüchtet von Berlin aufs Land und sucht die Abgeschiedenheit, wird aber ungewollt doch recht schnell ein Teil der Dorfgemeinschaft. Wir erfahren hier von den unterschiedlichen Auswirkungen der Maßnahmen in Städten und Dörfern, wie die Menschen ganz unterschiedlich mit diesem Thema umgegangen sind aber eigentlich geht es hier ums Mensch sein. Hilft man denen, die es vielleicht in den Augen anderer nicht verdienen? Wie gehen wir mit unseren Ängsten und Vorurteilen um? Wer bin ich und wo will ich hin? Für mich ein großartiger Roman, den ich sicher auch noch ein 3. Mal lesen werde.

5

Bei den letzten 20 Seiten habe ich nur noch geweint. Damit hat das Buch 5 Sterne verdient. Über den Inhalt der Geschichte kann man geteilter Meinung sein. Das ist auch gut so. Mich leitet gerade nur das Gefühl für das Ende

4

Schwer einzuordnen

Ich habe mich etwas schwer getan, mit der Protagonistin warm zu werden, da ihre Handlungen und Verhaltensweisen für mich oftmals wenig nachvollziehbar waren. Aber genau das und Juli Zehs Schreibstil machen es so realistisch und deswegen sehr ergreifend. Die Auseinandersetzung mit Corona und anderen Themen, wie Familie, Rassismus, Dorfleben, usw. haben mir auch sehr gut gefallen und mir noch einmal einen anderen Blickwinkel gezeigt, eben weil die Protagonistin teilweise so fernab meiner bisherigen Vorstellungen oder eigenen Handlungsweisen agiert.

Schwer einzuordnen
5

Der Mensch dahinter

Juli Zeh hält uns hier ungefragt den Spiegel vor, um uns aufzuzeigen, wie schnell wir bereit sind, Menschen nach dem ersten Eindruck einzuordnen und leider auch sehr oft zu verurteilen. Am Beispiel von Dora, der Hauptprotagonistin, erleben wir den Perspektivwechsel aus der elitären gehobenen Berliner Mittelschicht hin zum Mikrokosmos eines Dorfes, vergessen irgendwo in Ostdeutschland. Auch sie ist schnell dabei, ihre neue Umgebung allzu schnell einzuordnen und macht es zunächst genau so, wie wir es tun würden, damit wir uns für politisch korrekt halten können. Dies kann aber langfristig für Dora nicht funktionieren und auch wir sind schnell versucht, tiefer zu sehen, sei es auch nur aus der Tatsache, dass man in einer kleinen Dorfgemeinschaft vielleicht mehr auf einander angewiesen ist, als vielleicht in der Hauptstadt mit ihren 1000 Alternativen. Es ist aber nicht das Fehlen an Alternativen in der Wahl der Menschen, die wir um uns haben wollen, die uns zwingt, uns zunächst auf unangenehme Zeitgenossen einzulassen. Es ist vielmehr die Menschlichkeit, die wir vielleicht aufbringen müssen, wenn wir tiefen schauen. Die grosse Erzählkunst der Autorin lässt es zu einem Erlebnis werden, am Beispiel von Dora zu ergründen, wie grosszügig wir mit unseren Mitmenschen und auch mit uns selbst und unseren Werten umgehen können und wollen

5

Zeiten wie diese brauchen Bücher wie dieses.

Mit „Über Menschen“ versetzt einen Juli Zeh direkt wieder in die Zeiten der Corona-Pandemie. Vermutlich eine Zeit die die meisten von uns gerne vergessen würden. Auch wenn viel aus der Pandemie (zum Glück) nicht übrig geblieben ist und wir seitdem wieder ein recht freies unbeschwertes Leben ohne Einschränkungen führen Können, zeichnet sich die politische Kluft die in Deutschland herrscht auch 4 Jahre später deutlicher denn je ab. Dabei schafft es Juli Zeh nicht nur, durch die Art und Weise des Schreibens ein locker leichtes Lesegefühl hervorzurufen, sondern schafft es auch einem an der ein oder anderen Stelle einen Schmunzler zu entlocken. Aus meiner Sicht genau der richtige Weg um sich der Frage zu stellen wie man mit Menschen umgeht, die eine andere politische Meinung haben als man selbst. Immerhin ist die Thematik selbst schon ernst genug und die Betrachtung mit einer Prise Humor kommt entsprechend ganz recht.

5

Dass ich bei einem Buch auf den letzten Seiten die ein oder andere Träne verdrückt habe, ist echt lange her. Wenn ein Buch es schafft, solche Emotionen hervorzurufen, hat es in meinen Augen 5 Sterne verdient.

5

Klimawandel! Corona-Pandemie! Bevölkerungswachstum! Soziale Medien! Darum geht es in diesem Meisterwerk🌿

Eine wunderbare Auseinandersetzung mit der Pandemie, die ich gelesen habe. Wie schon der Titel vermuten lässt, geht es nicht um Fallzahlen oder bestimmte Maßnahmen. Sie schreibt viel mehr "Über Menschen", über Menschlichkeit und über eine Weltsicht die mit anderen Ansichten und Leben kollidiert. Wichtig dabei ist die KOMMUNIKATION!!! Wir Menschen drücken anderen Menschen viel zu schnell einen Stempel auf und stecken sie in eine gewisse Schublade!! Und das ist nicht in Ordnung!! Dieses Buch war das erste Buch für mich von Juli Zeh und wowww🫱🏼‍🫲🏽ich bin begeistert!!! Der Schreibstil ist auch sehr gut. Viel Drama und Witz!!

5

Tolle ausgearbeitete Charaktere und ein Roman der mich an manchen Stellen an mich selbst erinnert hat

Die war mein erstes Buch von Juli Zeh. Es hat mir so gut gefallen, das ich auch ihre andere Bücher lesen muss. Das Buch ist gut geschrieben und der Witz trifft genau meinen Geschmack. Die Figuren sind gut beschrieben und Dora erinnert mich an manchen Stellen an mich selbst. Ein tolles Buch, was einem zum nachdenken anregt.

3.5

Gemischte Gefühle

Vorab: Der Schreibstil ist schön, die Geschichte hat sich angenehm lesen lassen und auch die Charaktere hatten gewisses Charisma. Außerdem schafft es dieses Buch schwarz-weiß Denken zu brechen, was durchaus zum Nachdenken anregt. Aber: Die Story spielt während des Coronalockdowns und meiner Meinung nach wurden hier Nazis und rechtes Gedankengut teilweise verharmlost und mit „Anders Denken“ abgetan. Dieses Buch wirkt auf jeden Fall nach!

5

Klasse!

Dieses Hörbuch „Über Menschen“ von Juli Zeh habe ich deswegen gehört, weil mich der Titel „Über Menschen“ neugierig machte. Inhalt: Der neue Roman von Bestsellerautorin Juli Zeh (Unterleuten). Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. Mein Fazit: Die Sprecherin dieses Hörbuches war total angenehm zum Hören. Wer sich für verschiedenste Gedankengänge eines einzelnen Menschen, in dem Falle Dora, interessiert und wer auch zum Thema Corona etc. hören möchte, dem sei dieses Hörbuch empfohlen! Überaus überrascht hat mich ja die Tatsache, dass auch Corona ein Thema spielt. Jedenfalls fühlte ich mich teils zurückversetzt in diese außergewöhnliche Zeit usw.

5

"Die Raumforderung ist nur in deinem Kopf. Dieser Nachbar ist zu raumfordernd für deinen Kopf. Du solltest etwas mehr Raum fordern für deinen Kopf". Überhaupt geht es viel um Raumforderung. Völkische Raumforderung der Nazis. Den Raum den Coronaregeln einfordern, oder ein Tumor im Kopf. "Unabgeschlossen an einem Bahnhof zu stehen und nicht gestohlen zu werden, muss für ein Fahrrad ziemlich hart sein." Wie wunderschön lakonisch, witzig und tiefsinnig kann diese Autorin schreiben!!!

5

Ein sehr guter Roman über die Relativität von Wahrheit, über Freundschaft und Mitgefühl. Kurzweilig und klar geschrieben. Absolut empfehlenswert!

5

Lebenshighlight. Dieser Schreibstil. Ein Genuss! Wo sind die nächsten Juli Zeh Bücher?

Ich war mit am Zaun. Mit Dora. Jochen-Rochen. Und trauere am Ende des Buches mit Dora und dem Rest der Brackener Dorfgemeinde um den Dorf-Nazi. Dora flieht aus Berlin, von ihrem Partner Robert, der in Pandemie- und Weltuntergangszenarien versinkt. So zieht sie in das neulich erworbene ländliche Haus in Bracken. Die erste Begegnung mit den Dorfbewohner lässt Nora immer wieder in Rassismusstarre verfallen, stellt sich ihr Nachbar direkt als „Gote. Dorfnazi“ vor. Warum hat mich das Buch so berührt? Zeh schafft es mit den Protagonisten ein herrliches Abbild der Gesellschaft zu spiegeln. Und das mit einer ordentlichen Prise Humor. Der Titel ist Programm- steht Dora am Ende da und schreit hinaus, dass sie sich für einen bessern Menschen hält. Und erschrickt. Da genau dieses „über den Menschen“ stehen, Dora veranlasst hat vor Robert zu fliehen. Das Vorurteil- Städter vs. Dörfler findet in diesem Roman versöhnlich Anklang. In der Provinz überwindet Dora Themen wie Rechtsradikalismus, festgesetzte Träume und Pandemieprobleme. Absolut lesenswert!!!

5

Mitreißend

Richtig interessantes Buch, was mich dann doch noch zum stetigen weiter lesen verleitet hat. Fazit:Im Endeffekt sind wir alle auch nur Menschen, jeder auf seine eigene Art und Weise.. 💭

Mitreißend
5

Wow das Buch hat mich unerwartet komplett umgehauen

Ich bin total traurig, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe. Die Hauptperson Dora ist so authentisch und ihre inneren Konflikte mir so nah, das ich immer wieder vergessen habe, dass sie eine fiktive Person ist. Das Buch ist wirklich unglaublich gut geschrieben, leicht, tief, lustig, klug, verwirrend - ich liebe es! Der Konflikt in eine unfreiwillige tiefere Verbindung mit einem Menschen zu geraten, dessen politische Haltung man selbst ablehnt ist so krass und spannend. Dora ist traumatisiert, durch den frühen Verlust ihrer Mutter, den sie bis heute nicht verarbeiten konnte und ihre Beziehung ist gescheitert. Sie nimmt während Corona überstürzt reiß aus, aus der Großstadt aufs Land irgendwo in Brandenburg. *checke ich* Dort ist alles anders und ihr Nachbar ein Nazi. Aber er ist noch so viel mehr, Dora gelingt es die Grautöne zwischen dem schwarz und weiß zu erkennen, ist aber bis zum Schluss in einem inneren Konflikt deswegen. Manchmal habe ich gedacht, die Beziehung zum Nachbarn Gote ist nur ein neues Projekt, dass sie von sich selbst ablenkt oder das sie seine Nähe sucht, weil sie gern eine so gute Vater-Tochter-Beziehung gehabt hätte wie Gote und seine kleine Tochter. Außerdem glaube ich sieht sie allgemein sehr viel in Franzi der kleinen Tochter von sich selbst und gleichzeitig, entdeckt sie durch Franzi ihren eigenen Wunsch nach dem Muttersein, der vollständigen Familien, die sie nicht hat bzw. hatte. Ich weiß nicht mal ob Dora jmd wäre, mit dem ich befreundet wäre, ihre Haltung ist sehr schwammig und beruht mehr auf „das darf man nicht, dass sagt man nicht“ als auf wirklich politischer Überzeugung. Das merkt man auch daran, dass sie als weiße Person, Begriffe wie „Rassismus-starre“ verwendet und das als unerträglich und lähmend beschreibt, wenn jmd in ihrer Gegenwart einen rassistischen Witz macht und ich mir nur dachte, meine Güte so große „White Tears“. Aber ich verstehe das Ohnmachtsgefühl, welches sie begleitet, dass aufkommt wenn man alles richtig machen will, was aber in dieser Gesellschaft kaum möglich ist - ich liebe btw diese Pfandflaschengeschichte! Dora ist eben voller Konflikte und Überraschungen und sie ist irgendwie komplett lost und gleichzeitig sehr liebenswert. Ich würde gern noch mehr zu Gote sagen, aber damit würde ich zu viel Spoilern, lest es einfach selbst! :)

4

Regt zum Nachdenken an

Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, aber zum Ende hin packt es einen echt. Sehr emotional, berührend und zum Nachdenken anregend. Man hinterfragt nachher quasi seine gesamte Existenz🥲🥲

3.5

Hass kann nicht mit Hass beantwortet werden

Ein sehr gesellschaftskritisches Buch, was mich teilweise an meine Grenzen gebracht hat, am Ende aber eine Erkenntnis für mich bereithielt. 🤝 Die politisch eher Linke Dora aus Berlin trifft in einer kleinen Provinz im Osten auf den rechtsradikalen Gote. Zwei Seiten treffen aufeinander und machen deutlich, dass es nicht immer nur Schwarz und Weiß-Denken geben kann. Das Buch behandelt viele politische Themen: Klimawandel, Corona, Querdenker, AfD, Ausländerfeindlichkeit, Schwulenhass aber auch Einsamkeit, das Verlorensein im eigenen Leben und die Kraft des Zuhörens. Ich war oft sehr von den rechten Äußerungen der Charaktere und Doras Umgang damit geschockt, konnte gleichzeitig aber auch irgendwie verstehen wieso sie so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Es war schockierend zu sehen, wie sich Dora und Gote immer mehr angenähert haben und doch irgendwie logisch. Am Ende habe ich sogar etwas um Gote getrauert. 🤯 Am Ende steht fest: ein Mensch bleibt ein Mensch mit positiven, liebenswerten Eigenschaften, egal welche negativen Seiten er oder sie auch hat und egal wie schwer es ist, dies manchmal wahrzuhaben. Ob Nazi, Klimaaktivist oder sonst was - man darf die Menschlichkeit nicht vergessen und nicht genauso Hassen wie ebendiese Menschen es manchmal tun. Mehr als 3,5 ⭐️ gibt es von mir aber nicht, da ich sehr lang gebraucht habe um reinzukommen und mich das Thema rund um Corona sehr angestrengt hat. Ich denke, es ist einfach nicht mein Genre. Trotzdem ist es ein tolles Buch!

4

"Dora fürchtet, dass die Demokratie am Kampf der Ängste zerbricht." Der Titel "über Menschen" hat mich neugierig gemacht. Was es genau damit auf sich hat, erfährt man erst in der zweiten Hälfte des Romans. Wenn man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, bekommt man mit "Über Menschen" eine Geschichte, die nachdenklich macht. Die Autorin spricht viele Themen an. Zeitlich befinden wir uns mitten in der Corona Pandemie. Es geht um politische Ansichten, extremen Klimaaktivismus, Links und Rechtsextremismus, aber auch um Ängste, Sorgen, sowie die wichtigen Dinge im Leben jedes einzelnen. Außerdem hat sich mir während des Lesens die Frage gestellt, was einen Menschen, aufgrund seiner Ansichten zu einem schlechten Menschen macht. Was kann ich tolerieren? In welchem Maße kann eine gute Eigenschaft eine schlechte ausgleichen? Kann man aufgrund eines politischen Standpunktes einer Person auf den Charakter in anderen Bereichen schließen, oder ihn sogar verurteilen? Worum geht es? Dora ist die Protagonistin. Sie flieht während des Lockdowns aufs Land, weil ihr Partner panische Angst vor Covid hat und einen extremen Zwang entwickelt. Auf dem Land in Bracken landet sie in einer völlig neuen Welt. Covid ist hier nicht präsent. Hier pflanzt man Frühkartoffeln und hilft sich gegenseitig. Sie lernt verschiedene teils skurrile und extrem denkende Menschen kennen. Ihr Nachbar ist ein Nazi gegen den sie natürlich sofort eine Abneigung entwickelt. Doch dann stellt sie fest, dass er trotz seiner politischen Ansichten hilfsbereit ihr gegenüber ist. Je mehr Dora über ihn erfährt, desto zwiegespaltener ist ihre Meinung. Sie lernt den Menschen hier dem Nazi kennen. Für mich ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Allerdings musste ich mich erst an den Erzählstil gewöhnen, der, vor allem am Anfang richtige Salven an Informationen unterschiedlicher Art an den Leser sendet. Im Mittelteil gab es für mich auch die eine oder andere Länge. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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4

Habe das Buch gerade zu verschlungen. Es ist lustig und traurig zugleich. Ich mag es sehr, wie Juli Zeh sich ausdrückt. So ein toller Schreibstil. Hier ein Zitat aus dem Buch, das ich mir herausgeschrieben habe: „Du bist immer mit Denken beschäftigt“, sagt Gote. „Lass die Welt doch sein, wie sie ist.“ Sehr zu empfehlen :)

5

Oh man, was soll ich schreiben? Was für ein kluges, lustiges, trauriges, ehrliches und wundervolles Buch ist das denn bitte? Unfassbar gut geschrieben, wunderbar dicht an der aktuellen Zeit. Ich hab mich in so vielen Gedanken der Protagonistin wiedergefunden. Einfach 5⭐️❤️ und ab in die Lieblingsbuch-Liste Lieblingszitat: "Dora fühlt sich ruhiger. Sie weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll, aber sie weiß wenigstens, wie es nicht weitergeht, und das ist vielleicht alles, was ein Mensch im Leben wissen kann."

4

5 Sterne, weil einen das Buch mit einem so unangenehmen Gefühl zurück lässt und so viele Fragen aufwirft. Dürfen Nazis sympathisch sein? Darf ich Mitgefühl mit den Rassisten haben? Wie gehe ich selbst mit Alltagsrassismus um, wenn ich ihn erlebe?

5

Fantastischer Gesellschaftsroman einer brillanten Autorin. Mein letztes Buch des Jahres 2025.

3

Schreibstil gefiel mir. Möchte aber einfach nichts mehr über Corona oder lockdown lesen, wurde mir zu oft erwähnt. Hatte sie die Wiederholungen gelassen und nicht für mich gefühlt auf Druck andere Zeitgeschehen eingebaut, hätte es mir besser gefallen

3

Einfach nicht mein Geschmack es könnte mich einfach nicht Fesseln.

5

Über Menschen und ganz viel Menschlichkeit .

Das Buch plätschert zwar anfangs etwas vor sich hin, aber das macht überhaupt nichts. Der Schreibstil ist toll, intelligent, bildhaft. Die Geschichte bringt einen zurück in die Coronazeit, erinnert an diese außergewöhnliche Zeit und die damit verbundenen Regelungen und was diese Zeit teilweise mit Menschen gemacht hat. Man begleitet Dora auf ihrer Flucht vor einer gescheiterten Beziehung in ein neues Leben in der brandenburgischen Provinz, in der sie sich allein ein Eigenheim gekauft hat. Sie begegnet dort dem Dorfleben, ungefragter Nachbarschaftshilfe und nicht zuletzt dem selbternannten Dorfnazi und seiner kleinen Tochter. Das Ende hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Vorallem hier schafft es Juli Zeh sprachlich wortgewaltig, einen direkt mitzunehmen an den Ort des Geschehens, mitzufühlen und eindrucksvoll zu beweisen, dass wir abseits unserer oft kollidierenden Ansichten eben doch am Ende alle nur Menschen sind. Ganz großartig.

4

Doras Entwicklung gefällt mir sehr und ich bin sehr gerne in ihre Gedankenwelt eingetaucht!

4

Sehr interessant dieses Buch. Am Anfang musste ich an den Schreibstil gewöhnen. Aber gerade das Überspitzte der Charaktere fand ich sehr erfrischend. Auch die sarkastische Art zu schreiben hat mir sehr gut gefallen. Und gerade das aktuelle mit Corona hat dazu geführt, dass jeder sich identifizieren kann mit der Person, die aufs Land zieht. Sehr gut

4

Die Themen im Buch haben mich berührt: leere Dörfer im Osten, Corona-Pandemie, Rassismus, Umgang mit Nazis - dazwischen Dora mit ihrer Hündin (!) Jochen der Rochen. Alles sehr differenziert dargestellt und eine wirklich gute Geschichte. Und doch konnte mich das Buch nicht so richtig „packen“, warum auch immer. Eine Leseempfehlung gibts trotzdem, da ich die Themen des Buches wichtig finde …

5

Großartig! Ich liebe 'Über Menschen' und ich mag Dora, die Protagonistin so arg gerne, weil ich komplett nachvollziehen kann, was sie denkt und wie sie handelt.

4.5

Hatte vorab nicht mal den Klappentext gelesen und war zunächst wenig interessiert, über Corona zu lese. Aber Juli Zeh hat es geschafft politische und gesellschaftliche Themen realitätsnah und humorvoll rüberzubringen. Ich mochte Dora sehr und fand sie manchmal auch sehr dumm, aber stets konnte man ihr Innenleben nachvollziehen. Oft denkt man beim Lesen: was hätte ich in der Situation gemacht. Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ich will unbedingt mehr von Juli Zeh lesen! Sprachlich fand ich es sehr gut!

5

Wow

Das Buch hat absolut meine Erwartungen übertroffen, hat eine wundervolle Sprache, tolle Charaktere und ist sehr gegenwartskritisch. Habs geliebt.

5

Ein Buch mit dem man über die Zaun schauen kann.

Einfühlsam ist diese Geschichte auf alle Fälle , mal lustig, mal aufgebracht, mal traurig. Die Autorin mal die Geschichte in wunderbarern Farben aber auch in vielen Grautöne gemalt. Klischees werden aufgebrochen und die Protagonistin war offen für Menschen. Mein erstes Buch von Juli Zeh und sicher nicht mein letztes. 💕

5

Ein Buch über Menschen, die kläglich daran scheitern Übermenschen zu sein

Dieses Buch hat mich mal wieder überrascht sein lassen, was man durch eine bestimmte Aneinanderreihung von Buchstaben und Zeichen in einem Menschen auslösen kann. Zu Beginn ist der Schreibstil noch sehr neutral gehalten und die Geschichte wirkt mehr wie ein Bericht. Umso weiter man im Buch voranschreitet, desto emotionaler wird auch die Geschichte, die mitten ins Herz gegangen ist. Das soll jedoch keinesfalls heißen, dass dieser Roman ein cozy Unterhaltungsroman oder so ist. Ich hatte das Gefühl, dass man die Intention der Autorin erst wirklich versteht, wenn man auch zwischen den Zeilen liest. Der Roman ist zwar eher anspruchsvoll, gibt aber mindestens genauso viel zurück. Ich habe das Gefühl mit diesem Buch so viel mehr über die Gesellschaft gelernt zu haben und trotzdem gut unterhalten worden zu sein. Absolute Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich darauf einzulassen!

5

🅁🄴🅉🄴🄽🅂🄸🄾🄽 🤍 [unbezahlte Werbung] Über Menschen von Juli Zeh Mein Leseeindruck: Dora braucht dringend Abstand von ihrem Freund und zieht weg von Berlin. Mit dabei ihre Hündin Jochen - ja, richtig gelesen! Eine Hündin mit einem eher speziellem Körperbau, weswegen sie diesen Namen trägt. Im kleinen brandenburgerischen Dorf Bracken angelangt, täuscht die Idylle gewaltig: Nachbar Gote der sich selbst den Dorf-Nazi nennt und die Verkehrsanbindung mit den Öffentlichen ist genauso ein Graus. Doch nach welchen Antworten sucht Dora in dem kleinen Dorf? "Wo bekomme ich Setzkartoffeln her?" ist zumindest eine der Fragen, die sie sich stellt. In dieser Geschichte geht's nicht um schwarz oder weiß. Gesellschaftskritisch, ganz egal welche politische Einstellung man verfolgt. Juli Zeh regt mit einer guten Prise Humor zum Nachdenken an. Mit Dora erschafft die Autorin eine Protagonistin, in die man sich sehr leicht reinversetzen kann. Der Beginn der Pandemie, Existenzängste, Einsamkeit und sich in den eigenen vier Wänden gefangen fühlen - aktuelle Thematik die trotz der schwierigen Themen sehr unterhaltsam ist. Doch wie geht man mit Rassismus um? Auch darauf findet Dora im Buch eine Antwort: Das Leben und die Menschen haben viele Facetten. Mit Gote und seiner Einstellung tat ich mir sehr schwer, wusste nicht, wie ich das bewerten soll. Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht bewerten. Dora gelingt es eine Art Freundschaft zu Gote aufzubauen, denn er ist eben nicht "nur" rassistisch. Dennoch lehnt sie seine Einstellung durchweg ab und hadert mit sich, ob sie die Beziehung tatsächlich Freundschaft nennen kann. Stellenweise habe ich mich auch gefragt, ob ich den Dorf-Nazi jetzt sympathisch finde, ob ich das wirklich denken "darf", weil er mit seiner hilfsbereiten und doch auch menschlichen Art überzeugt hat. Auch ich verabscheute seine Taten und Aussagen. Juli Zeh ist es gelungen, das Bild ins Wanken zu bringen. Ein Roman, der mich mit vielen Gedanken zurückgelassen hat und den ich euch wirklich sehr empfehlen kann.

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