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Mit Tilly in Technicolor erzählt Mazey Eddings eine wundervolle Romance über zwei neurodivergente Menschen, die nicht nur ihren Platz im Leben suchen, sondern auch lernen, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen. Dabei entsteht eine Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre Authentizität, ihre liebenswerten Figuren und ihre leisen Zwischentöne überzeugt. Tilly startet voller Hoffnung in ihr Sommerpraktikum, obwohl sie selbst noch nicht weiß, wohin ihr Leben sie führen soll. Mit ihrem ADHS, ihrem chaotischen Wesen und ihrem Traum, eines Tages als Autorin zu arbeiten, eckt sie immer wieder bei ihrer Familie an, die sich für sie einen klassischeren Lebensweg wünscht. Oliver hingegen scheint das komplette Gegenteil zu sein. Der autistische Fotograf liebt Struktur, Farben und klare Pläne. Sein Spezialinteresse für Farbtheorie hat ihm sogar seinen Praktikumsplatz eingebracht. Als die beiden bereits auf dem Flug nach Europa unfreiwillig aufeinandertreffen, ahnt keiner von ihnen, dass ausgerechnet dieser chaotische Beginn der Start einer ganz besonderen Verbindung sein wird. Besonders gefallen hat mir, wie authentisch beide Hauptfiguren geschrieben sind. Tilly und Oliver werden nie auf ihre Neurodivergenz reduziert. Stattdessen zeigt das Buch, wie unterschiedlich beide ihren Alltag erleben, welche Herausforderungen sie meistern müssen und wie sehr sie sich bemühen, in einer neurotypischen Welt zu funktionieren. Während Tilly ihr ADHS häufig maskiert, weil sie immer wieder hört, sie sei "zu viel", versucht auch Oliver, seinen Autismus in bestimmten Situationen zu verbergen. Gerade diese Gemeinsamkeit sorgt dafür, dass beide sich nach und nach immer besser verstehen. Oliver war für mich das absolute Highlight der Geschichte. Sein Spezialinteresse für Farben wird wunderbar in die Handlung eingebunden. Er nimmt Farben nicht nur wahr, sondern ordnet ihnen Pantone-Nummern und Farbnamen zu und trägt sogar Farbmusterkarten bei sich. Dadurch betrachtet er seine Umwelt auf eine ganz eigene Weise, was ihm unglaublich viel Persönlichkeit und Tiefe verleiht. Gleichzeitig nutzt er dieses Wissen als Fotograf und erkennt Stimmungen und Details, die anderen verborgen bleiben. Auch die Liebesgeschichte hat mich vollkommen überzeugt. Sie lebt nicht von großen Dramen oder künstlichen Missverständnissen, sondern davon, dass Tilly und Oliver bereit sind, den jeweils anderen wirklich kennenzulernen. Beide interessieren sich ehrlich für die Besonderheiten des anderen, unterstützen sich gegenseitig in ihren Träumen und geben einander das Gefühl, sich nicht mehr verstellen zu müssen. Selbst der unvermeidliche Third-Act-Breakup entsteht nicht durch mangelnde Kommunikation, sondern dadurch, dass beide unterschiedlich kommunizieren und dieselbe Situation vollkommen verschieden wahrnehmen. Dadurch wirkte der Konflikt glaubwürdig und emotional nachvollziehbar. Die Reise durch Europa bildet dabei eine schöne Kulisse für die Geschichte, auch wenn die einzelnen Städte eher im Hintergrund bleiben. Viel wichtiger sind die gemeinsamen Erlebnisse der beiden. Besonders schmunzeln musste ich über Tillys vermeintliches Schnäppchen schwedischer Holzpantoffeln, das sich letztlich als holländisches Souvenir entpuppte und in einem herrlich süßen Moment zwischen ihr und Oliver endete. Tilly in Technicolor ist eine Romance voller Herz, Verständnis und liebenswerter Figuren. Das Buch zeigt auf wunderschöne Weise, dass Liebe nicht bedeutet, den anderen verändern zu wollen, sondern ihn so anzunehmen, wie er ist.
59 Minuten vor
Mit Tilly in Technicolor erzählt Mazey Eddings eine wundervolle Romance über zwei neurodivergente Menschen, die nicht nur ihren Platz im Leben suchen, sondern auch lernen, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen. Dabei entsteht eine Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre Authentizität, ihre liebenswerten Figuren und ihre leisen Zwischentöne überzeugt. Tilly startet voller Hoffnung in ihr Sommerpraktikum, obwohl sie selbst noch nicht weiß, wohin ihr Leben sie führen soll. Mit ihrem ADHS, ihrem chaotischen Wesen und ihrem Traum, eines Tages als Autorin zu arbeiten, eckt sie immer wieder bei ihrer Familie an, die sich für sie einen klassischeren Lebensweg wünscht. Oliver hingegen scheint das komplette Gegenteil zu sein. Der autistische Fotograf liebt Struktur, Farben und klare Pläne. Sein Spezialinteresse für Farbtheorie hat ihm sogar seinen Praktikumsplatz eingebracht. Als die beiden bereits auf dem Flug nach Europa unfreiwillig aufeinandertreffen, ahnt keiner von ihnen, dass ausgerechnet dieser chaotische Beginn der Start einer ganz besonderen Verbindung sein wird. Besonders gefallen hat mir, wie authentisch beide Hauptfiguren geschrieben sind. Tilly und Oliver werden nie auf ihre Neurodivergenz reduziert. Stattdessen zeigt das Buch, wie unterschiedlich beide ihren Alltag erleben, welche Herausforderungen sie meistern müssen und wie sehr sie sich bemühen, in einer neurotypischen Welt zu funktionieren. Während Tilly ihr ADHS häufig maskiert, weil sie immer wieder hört, sie sei "zu viel", versucht auch Oliver, seinen Autismus in bestimmten Situationen zu verbergen. Gerade diese Gemeinsamkeit sorgt dafür, dass beide sich nach und nach immer besser verstehen. Oliver war für mich das absolute Highlight der Geschichte. Sein Spezialinteresse für Farben wird wunderbar in die Handlung eingebunden. Er nimmt Farben nicht nur wahr, sondern ordnet ihnen Pantone-Nummern und Farbnamen zu und trägt sogar Farbmusterkarten bei sich. Dadurch betrachtet er seine Umwelt auf eine ganz eigene Weise, was ihm unglaublich viel Persönlichkeit und Tiefe verleiht. Gleichzeitig nutzt er dieses Wissen als Fotograf und erkennt Stimmungen und Details, die anderen verborgen bleiben. Auch die Liebesgeschichte hat mich vollkommen überzeugt. Sie lebt nicht von großen Dramen oder künstlichen Missverständnissen, sondern davon, dass Tilly und Oliver bereit sind, den jeweils anderen wirklich kennenzulernen. Beide interessieren sich ehrlich für die Besonderheiten des anderen, unterstützen sich gegenseitig in ihren Träumen und geben einander das Gefühl, sich nicht mehr verstellen zu müssen. Selbst der unvermeidliche Third-Act-Breakup entsteht nicht durch mangelnde Kommunikation, sondern dadurch, dass beide unterschiedlich kommunizieren und dieselbe Situation vollkommen verschieden wahrnehmen. Dadurch wirkte der Konflikt glaubwürdig und emotional nachvollziehbar. Die Reise durch Europa bildet dabei eine schöne Kulisse für die Geschichte, auch wenn die einzelnen Städte eher im Hintergrund bleiben. Viel wichtiger sind die gemeinsamen Erlebnisse der beiden. Besonders schmunzeln musste ich über Tillys vermeintliches Schnäppchen schwedischer Holzpantoffeln, das sich letztlich als holländisches Souvenir entpuppte und in einem herrlich süßen Moment zwischen ihr und Oliver endete. Tilly in Technicolor ist eine Romance voller Herz, Verständnis und liebenswerter Figuren. Das Buch zeigt auf wunderschöne Weise, dass Liebe nicht bedeutet, den anderen verändern zu wollen, sondern ihn so anzunehmen, wie er ist.
59 Minuten vor




