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Beschreibung
**Selected as a book of the year 2025 by the Financial Times and Time Magazine**
The new novel from the winner of the 2021 Nobel Prize in Literature - 'a maestro' (Guardian). A captivating story of the intertwined lives of three young people coming-of-age in postcolonial East Africa
'A poignant portrait of love, friendship and betrayal' Guardian
'Storytelling mastery' Observer
'A piece of great, satisfying storytelling to lose yourself in' Samantha Harvey, Guardian Books of the Summer
'The reader can only rejoice at Gurnah's skill in giving us the whole of a life in such nimble scenes' Financial Times
'Another glittering tapestry of a novel from a master storyteller of our times' Irish Times
_________________________________________________________
What are we given, and what do we have to take for ourselves?
It is the 1990s. Growing up in Zanzibar, three very different young people - Karim, Fauzia and Badar - are coming of age, and dreaming of great possibilities in their young nation. But for Badar, an uneducated servant boy who has never known his parents, it seems as if all doors are closed.
Brought into a lowly position in a great house in Dar es Salaam, Badar finds the first true home of his life - and the friendship of Karim, the young man of the house. Even when a shattering false accusation sees Badar sent away, Karim and Fauzia refuse to turn away from their friend.
But as the three of them take their first steps in love, infatuation, work and parenthood, their bond is tested - and Karim is tempted into a betrayal that will change all of their lives forever.
'In reading this wise new novel, we the readers become a bit more ready to understand what it means to be human' Elif Shafak, New Statesman
'Storytelling mastery, at once coming-of-age chamber piece and wide-angled post-colonial panorama . narrated in a quicksilver style that gives you the pleasurable sense that you're putty in the hands of a warm yet clear-eyed authorial intelligence' Observer
Buchinformationen
Beiträge
“Diebstahl” von Abdulrazak Gurnah (ins Deutsche übersetzt von Eva Bonné) folgt den Lebenswegen von Karim, Fauzia und Badar, deren Leben auf verschiedenste Weise miteinander verknüpft sind. So entsteht ein Gesellschaftsporträt junger Menschen im heutigen Tansania, das viel über das Land, aber noch mehr über Träume, Ängste und Chancen verrät. Gurnah gelingt es, auf knapp 340 Seiten ein fesselndes Familienepos zu erzählen. Durch seine prägnante Sprache und meisterhafte Erzählweise findet man sich mitten in der Handlung wieder, ohne sich auch nur einen Moment zu langweilen. Die Hörbuchfassung wird von Richard Barenberg gelesen, der für seine Interpretation des Textes zu Recht für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert war. Seine reife, ruhige Stimme transportiert perfekt die Atmosphäre des Werkes, sodass man sich beim Hören warm und geborgen fühlt, während man in die Geschichte eintaucht. Großartig! *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Über das Ringen mit Vergangenheit und Moderne im postkolonialen Tansania (World-Challenge 12|194, neu 🇹🇿)
Ist ein liebloses Elternhaus für immer prägend? Wie bricht man aus Familienstrukturen aus? Welche Chancen bieten westliche Einflüsse im postkolonialen Afrika? Der Roman „Diebstahl“ setzt sich mit diesen Fragen auseinander, indem wir Karim, Fauzia und Badar in verschiedenen Lebensabschnitten kennenlernen. Wer hier eine klassische Geschichte mit klarem Handlungsbogen und Dramaturgie erwartet, dürfte enttäuscht werden. Vielmehr entwirft Abdulrazak Gurnah detailreich, aber auch mit emotionaler Distanz verschiedene Lebensmodelle der Protagonist:innen: Wie sie ihre Position innerhalb der Familie zu finden versuchen, um Anerkennung und gleichzeitig Abgrenzung ringen und sich mit den Anforderungen der Moderne arrangieren. Gurnah hat einen sehr unaufgeregten Schreibstil. Eine Szene wird mit Hintergrundbeschreibungen und Erklärungen voll ausgestaltet, was auf den ersten Blick irritierend wirkt. Zunehmend entsteht aber eine Sogwirkung, weil wir das Gefühl bekommen, die Charaktere in allen Einzelheiten kennenzulernen. Auch wenn die Protagonist:innen viele Charakterschwächen aufweisen, so wertet Gurnah nicht. Er zeigt Verständnis für die Situationen und präsentiert lieber Handlungen statt Emotionen. Die Deutung des Verhaltens liegt bei uns. (Ab hier: Spoiler) Doch worin besteht der titelgebende „Diebstahl“? Einerseits wird Badar tatsächlich ein Betrug vorgeworfen, der seine Lebenssituation enorm ändert. Doch im Buch klingen zwei weitere Diebstähle an. Da ist einerseits die geraubte Kindheit der Protagonist:innen, denn besonders die Väter sind aufgrund traumatischer Erfahrungen in den Unruhen Tansanias nicht in der Lage, Liebe zu geben. Doch das ist nicht deterministisch: Während Karim darunter leidet und später seiner Frau und seinem Kind die gleiche Lieblosigkeit entgegenbringt, setzt sich Badar darüber hinweg und nimmt sein Leben selbst in die Hand („Ich habe gelernt, das Leben zu ertragen“, S. 323). Der dritte Diebstahl ist der Tourismus, der Tansania zwar neuen wirtschaftlichen Aufschwung gibt, aber gleichzeitig den Kolonialismus fortsetzt: Die Europäer:innen zeigen sich überheblich oder gönnerisch interessiert – besonders deutlich wird das am Verhalten von Geraldine, die in Karim einen spannenden Flirt sieht, obwohl er gerade erst Vater geworden ist. Das fehlende Verständnis für die Lebenssituation zeichnet die Tourist:innen aus, die nur auf exotische Abenteuer aus sind, aber den „westlichen Komfort“ weiter einfordern. Somit ist Diebstahl zwar ein Roman, der wenig Spannungselemente aufweist, aber sehr eindrücklich Ausschnitte aus dem Leben in Tansania zeigt. Man gerät in einen Lesefluss und wundert sich nach über 300 Seiten, dass das Buch schon vorbei ist – gerne hätte ich vor allem Badar und Fauzia noch weiter begleitet.

Beschreibung
**Selected as a book of the year 2025 by the Financial Times and Time Magazine**
The new novel from the winner of the 2021 Nobel Prize in Literature - 'a maestro' (Guardian). A captivating story of the intertwined lives of three young people coming-of-age in postcolonial East Africa
'A poignant portrait of love, friendship and betrayal' Guardian
'Storytelling mastery' Observer
'A piece of great, satisfying storytelling to lose yourself in' Samantha Harvey, Guardian Books of the Summer
'The reader can only rejoice at Gurnah's skill in giving us the whole of a life in such nimble scenes' Financial Times
'Another glittering tapestry of a novel from a master storyteller of our times' Irish Times
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What are we given, and what do we have to take for ourselves?
It is the 1990s. Growing up in Zanzibar, three very different young people - Karim, Fauzia and Badar - are coming of age, and dreaming of great possibilities in their young nation. But for Badar, an uneducated servant boy who has never known his parents, it seems as if all doors are closed.
Brought into a lowly position in a great house in Dar es Salaam, Badar finds the first true home of his life - and the friendship of Karim, the young man of the house. Even when a shattering false accusation sees Badar sent away, Karim and Fauzia refuse to turn away from their friend.
But as the three of them take their first steps in love, infatuation, work and parenthood, their bond is tested - and Karim is tempted into a betrayal that will change all of their lives forever.
'In reading this wise new novel, we the readers become a bit more ready to understand what it means to be human' Elif Shafak, New Statesman
'Storytelling mastery, at once coming-of-age chamber piece and wide-angled post-colonial panorama . narrated in a quicksilver style that gives you the pleasurable sense that you're putty in the hands of a warm yet clear-eyed authorial intelligence' Observer
Buchinformationen
Beiträge
“Diebstahl” von Abdulrazak Gurnah (ins Deutsche übersetzt von Eva Bonné) folgt den Lebenswegen von Karim, Fauzia und Badar, deren Leben auf verschiedenste Weise miteinander verknüpft sind. So entsteht ein Gesellschaftsporträt junger Menschen im heutigen Tansania, das viel über das Land, aber noch mehr über Träume, Ängste und Chancen verrät. Gurnah gelingt es, auf knapp 340 Seiten ein fesselndes Familienepos zu erzählen. Durch seine prägnante Sprache und meisterhafte Erzählweise findet man sich mitten in der Handlung wieder, ohne sich auch nur einen Moment zu langweilen. Die Hörbuchfassung wird von Richard Barenberg gelesen, der für seine Interpretation des Textes zu Recht für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert war. Seine reife, ruhige Stimme transportiert perfekt die Atmosphäre des Werkes, sodass man sich beim Hören warm und geborgen fühlt, während man in die Geschichte eintaucht. Großartig! *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Über das Ringen mit Vergangenheit und Moderne im postkolonialen Tansania (World-Challenge 12|194, neu 🇹🇿)
Ist ein liebloses Elternhaus für immer prägend? Wie bricht man aus Familienstrukturen aus? Welche Chancen bieten westliche Einflüsse im postkolonialen Afrika? Der Roman „Diebstahl“ setzt sich mit diesen Fragen auseinander, indem wir Karim, Fauzia und Badar in verschiedenen Lebensabschnitten kennenlernen. Wer hier eine klassische Geschichte mit klarem Handlungsbogen und Dramaturgie erwartet, dürfte enttäuscht werden. Vielmehr entwirft Abdulrazak Gurnah detailreich, aber auch mit emotionaler Distanz verschiedene Lebensmodelle der Protagonist:innen: Wie sie ihre Position innerhalb der Familie zu finden versuchen, um Anerkennung und gleichzeitig Abgrenzung ringen und sich mit den Anforderungen der Moderne arrangieren. Gurnah hat einen sehr unaufgeregten Schreibstil. Eine Szene wird mit Hintergrundbeschreibungen und Erklärungen voll ausgestaltet, was auf den ersten Blick irritierend wirkt. Zunehmend entsteht aber eine Sogwirkung, weil wir das Gefühl bekommen, die Charaktere in allen Einzelheiten kennenzulernen. Auch wenn die Protagonist:innen viele Charakterschwächen aufweisen, so wertet Gurnah nicht. Er zeigt Verständnis für die Situationen und präsentiert lieber Handlungen statt Emotionen. Die Deutung des Verhaltens liegt bei uns. (Ab hier: Spoiler) Doch worin besteht der titelgebende „Diebstahl“? Einerseits wird Badar tatsächlich ein Betrug vorgeworfen, der seine Lebenssituation enorm ändert. Doch im Buch klingen zwei weitere Diebstähle an. Da ist einerseits die geraubte Kindheit der Protagonist:innen, denn besonders die Väter sind aufgrund traumatischer Erfahrungen in den Unruhen Tansanias nicht in der Lage, Liebe zu geben. Doch das ist nicht deterministisch: Während Karim darunter leidet und später seiner Frau und seinem Kind die gleiche Lieblosigkeit entgegenbringt, setzt sich Badar darüber hinweg und nimmt sein Leben selbst in die Hand („Ich habe gelernt, das Leben zu ertragen“, S. 323). Der dritte Diebstahl ist der Tourismus, der Tansania zwar neuen wirtschaftlichen Aufschwung gibt, aber gleichzeitig den Kolonialismus fortsetzt: Die Europäer:innen zeigen sich überheblich oder gönnerisch interessiert – besonders deutlich wird das am Verhalten von Geraldine, die in Karim einen spannenden Flirt sieht, obwohl er gerade erst Vater geworden ist. Das fehlende Verständnis für die Lebenssituation zeichnet die Tourist:innen aus, die nur auf exotische Abenteuer aus sind, aber den „westlichen Komfort“ weiter einfordern. Somit ist Diebstahl zwar ein Roman, der wenig Spannungselemente aufweist, aber sehr eindrücklich Ausschnitte aus dem Leben in Tansania zeigt. Man gerät in einen Lesefluss und wundert sich nach über 300 Seiten, dass das Buch schon vorbei ist – gerne hätte ich vor allem Badar und Fauzia noch weiter begleitet.







