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Sprachliche Praxis und Islamische Normativität

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Über das Buch

Eine der wichtigsten intellektuellen Verantwortungen besteht heute darin, die konventionelle Entgegensetzung des griechischen, hebräischen, arabischen und mittellateinischen Denkens zu bezweifeln und die Quellen wiederzufinden, an denen diese Geistesströmungen nicht im Gegensatz zueinander standen, sondern sich wechselseitig inspirierten. Die vorliegende philosophische Studie ist motiviert durch die These, dass ein Dialog mit der islamischen Geisteswelt heute in der Folge eines westlichen linguistic turn auch den ‚linguistic turn‘ des klassischen Islam berücksichtigen sollte. Das betrifft auch die Frage, welche bedeutungstheoretischen Ansätze die islamische Geistestradition ausgebildet hat und sich unter den Bedingungen der Moderne(n) als tragfähig erweisen auch im Sinne einer interkulturell-philosophischen und rechtstheoretischen Vermittelbarkeit. Wenn gefragt wird, ob und wie die islamische Geistestradition Ansätze einer Theorie der Bedeutung ausgebildet hat, so lassen sich solche in der genuinen Errungenschaft der islamischen Rechtsmethodologie vermuten. Diese theoretische Disziplin der uá¹£Å'l al-fiqh stellt wesentlich auch eine Bedeutungstheorie dar, weshalb sie nach einer Hauptthese dieser Studie als eine normative und pragmatische Semantik charakterisiert wird. Daher stellt die Theorie des Inferentialismus im Anschluss an den Philosophen Robert B. Brandom eine aussichtsreiche Plattform dar, einen ungewöhnlichen Blick auf diese islamische Geisteslandschaft freizugeben. Die vorliegende Studie richtet sich daher an LeserInnen, die sich im Grenzgebiet zwischen sprachphilosophischen, islamkundlichen, rechtstheoretischen und begriffshistorischen Fragen bewegen.
ISBN9783830086598
VerlagKovac, Dr. Verlag
Erscheinungsdatum30.09.15
Seitenzahl450

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