Sein Name war Annabel

Sein Name war Annabel

E-Book
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MiddlesexLgbtqi Bücher LgbtqFamiliengeschichteComing Of Age

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Beschreibung

Croydon Harbour, ein verschlafener kleiner Ort an der Küste Labradors, 1968. Die Aufbruch- und Proteststimmung der Zeit ist nicht bis in diese abgelegene Gegend vorgedrungen, als ein freudig erwartetes Baby zur Welt kommt. Doch dieses Kind ist anders: nicht ganz Junge und auch nicht ganz Mädchen. Die Eltern – in erster Linie jedoch der Vater – entscheiden, es als Jungen aufwachsen zu lassen. Aber das männliche Rollenbild, verhaftet in alten Traditionen und bestimmt durch Jagen und Fischen, bleibt dem Jungen fremd. Und er sucht einen Weg, um zu sich selbst zu finden und selbstbestimmt leben zu können. Zur Seite steht ihm dabei eine gute Freundin der Eltern, die um sein Geheimnis weiß.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
E-Book
Seitenzahl
448
Preis
17.99 €

Autorenbeschreibung

Kathleen Winter ist Journalistin, Romanautorin, verfasst Kurzgeschichten und schreibt Drehbücher für das kanadische Fernsehen. Ihr Debütroman »Annabel« war ein Bestseller in Kanada und ein internationaler Erfolg. Ihr Memoir »Eisgesang« war nominiert für den Hilary Weston Writers Trust Prize for Nonfiction und den RBC Taylor Prize. Kathleen Winter hat lange in St John's auf Neufundland gelebt. Heute lebt sie in Montreal.

Beiträge

4
Alle
3

3 Sterne

Ich habe ein paar Probleme mit diesem Buch gehabt, da ich mir leider etwas völlig anderes unter den Klappentext und den Titel vorgestellt habe. Der Hauptcharakter füllt für mich das Buch nicht genug aus. Es sind viele Nebenstränge und Nebengeschichten, die dieses Buch ausmachen. Das Buch ist nicht schlecht, wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat. Es spiegelt eine kleine Familie in der Stadt Labrador wieder, die ein normales Leben führt und dessen Leben durch Wayne/Annabel an Festigkeit verliert. Es geht oft um die Frage, wie verhalte ich mich richtig? Wie reagiert die Öffentlichkeit? Wie verhalte ich mich gegenüber meinem Kind richtig? Der ständige Zwiespalt dieser Familie, der auch durch den äußeren Einfluss einer guten Freundin beeinflusst wird, ist die Kerngeschichte des Buches. Außerdem werden viele wichtige Faktoren wie, Mobbing, Hierarchie in einer Klasse, Jugendträumen, Familienkrisen und Depressionen angesprochen. Alles in allem lässt sich sagen, dass dieses Buch trotz einiger Stolpersteine und lang gezogenen Passagen sehr interessant ist. Viele Schilderungen haben mich zum Nachdenken angeregt, da ich einiges über Hermaphroditismus erfahre habe.

2

Story: Als in einem kleinen Dorf in Labrador das Kind von Jacinta und Treadway auf die Welt kommt, hat es keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale. Während Jacinta den innigen Wunsch hat, ihrem Kind alle Möglichkeiten offen zu lassen und nichts unternehmen will, entscheidet Treadway, dass es als Junge aufwachsen soll. Es bekommt den Namen Wayne, die Eltern verschweigen ihm, welches Geheimnis es um seine Geburt gibt. Nichtsdestotrotz schlummert in Wayne seine weibliche Seite, was ihm immer wieder Probleme bringt, je älter er wird. Einig Thomasina, die bei seiner Geburt dabei war und ähnlich wie Jacinta die Meinung vertritt, Wayne alle Entscheidungsmöglichkeiten zu lassen, und ihn sogar bei dem Namen Annabel nennt, erzählt ihm schließlich, was ihn von anderen unterscheidet und sorgt dafür, dass Wayne sich damit auseinander setzen muss, wer er eigentlich ist … Eigene Meinung: Mit „Sein Name war Annabel“ erschien 2010 der Debütroman der Journalistin Kathleen Winter und wurde in Kanada zu deinem Bestseller. Zudem erhielt der Roman mehrere Nominierung und kam auf die Shortlisten bekannter Literaturpreise, den Thomas Head Raddall Award gewann er schließlich. Gleichzeitig gab es Kritik von Organisationen, wie der „Intersex Human Rights Australia“, die das Buch als grundlegend fehlerhaft beschrieben, basierend auf falschen Vorstellungen von intersexuellen Menschen. Die Geschichte beginnt Ende der 60er Jahre in Neufundland und endet in den frühen 90er Jahren. Es ist eine Zeit, in der intersexuelle Menschen weitestgehend unbekannt waren und medizinisch anders behandelt wurden, als dies heutzutage (glücklicherweise) der Fall ist. Man begleitet Wayne von Anfang an – als Leser*in erlebt man seine Geburt, erfährt von seiner Besonderheit und sieht ihn als Junge aufwachsen. Dass in ihm auch eine weibliche Seite schlummert, wird mit der Zeit immer deutlicher, was eine Menge Konfliktpotenzial birgt und seine Familie auf die Probe stellt. Während Jacinta zu Hause bleibt und sich um alles kümmert, ist Treadway die meiste Zeit im Jahr in den Wäldern unterwegs, um zu Jagen und auf diesem Weg die Familie zu versorgen. Kathleen Winter erzählt die Waynes Geschichte teils sehr detailverliebt und blumig, teils sehr distanziert. Während man das kleine Örtchen, in dem Wayne aufwächst und die Bewohner*innen, sehr gut kennenlernt, ebenso das raue Leben im hohen Norden und die damit verbundenen Schwierigkeiten, bleiben den Leser*innen die Figuren seltsam fremd. Die Autorin gewährt nur selten einen Blick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere, zumeist beobachtet man die Ereignisse aus einer gewissen Distanz. Das macht es schwierig eine wirkliche Bindung zu Wayne aufzubauen und seine Probleme wirklich greifen zu können. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Autorin nicht so recht mit der Materie Intersexualität beschäftigt hat und lieber dramatische Entwicklungen einbauen wollte, die medizinisch gesehen unmöglich sind, anstatt sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen und im Vorfeld zu recherchieren. Dadurch verspielt sie viel Potenzial, denn gerade die wirklich relevanten Dinge werden auf einen Nebensatz oder eine extrem nüchterne Beschreibung reduziert – als Waynes Freundin Willy bei einem Streit mit einem Mädchen die Fähigkeit zu singen genommen wird, ist es nicht mehr als eine extrem kurze und distanzierte Aufzählung der Ereignisse; als Wayne sich entscheidet, die Medikamente abzusetzen und sich körperlich verändert, gibt es keinerlei Auseinandersetzung damit; und als er von einigen Jugendlich misshandelt und missbraucht wird, erfährt man das in einem Nebensatz. Die Figuren bleiben trotz aller Beschreibungen und Entwicklungen blass. Die Autorin sorgt für eine Distanz zu Wayne, die zum Ende des Buches immer größer wird. Zwar ist man bei ihm und begleitet ihn auf seinem Weg, doch emotional ist man nicht bei der Sache. Sein Schicksal wird immer diffuser und ungreifbarer, was ihm widerfährt holt die Leser*innen nicht mehr ab. Man hat den Eindruck, dass die Autorin selbst kein Bild ihrer Hauptfigur mehr vor Augen hatte, nicht genau wusste, wie sich ein intersexueller Mensch wirklich entwickelt und mit welchen Problemen er zu kämpfen hat – je durchwachsener die Beschreibungen von Waynes Leben werden, desto mehr hat man das Gefühl, die Autorin hat ihre Fantasie bemüht, anstatt zu recherchieren. Im Gegenzug zu Wayne kann man die anderen Figuren wesentlich besser nachvollziehen, ihre Entwicklung verstehen – sei es Jacinta, die irgendwann aufgibt und ihren Lebensmut verliert, oder Treadway, der sich nur in der unberührten Wildnis wirklich frei fühlt, man versteht, was sie umtreibt. Auch Wally, die an ihrem Traum zu singen, festhält und Thomasina sind glaubhafter dargestellt und den Leser*innen näher als Wayne. Stilistisch legt die Autorin ein durchaus beeindruckendes Buch vor – sie hat mitunter einen sehr schönen Schreibstil, wenn es um das Land und die raue Schönheit Labradors geht. Auch das Leben der Menschen ist glaubhaft dargestellt, die Probleme, die Treadway und Jacinta haben, sind gut nachvollziehbar. Einzig wenn es um den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte geht, geht die Autorin auf Distanz und gibt den Leser*innen keine Möglichkeit, sich Wayne emotional zu nähern. Seine Gefühle werden nur selten wirklich beschrieben, stattdessen bleibt Kathleen Winter nüchtern und zurückhaltend. Das liegt vorwiegend daran, dass sie sich für eine auktoriale Erzählweise entschieden hat – sie springt innerhalb eines Kapitels zwischen den Figuren hin und her und beleuchtet die Ereignisse von außen. Nur selten geht sie hierbei in die Tiefe, was im letzten Drittel des Buches am deutlichsten zu Tage tritt. Fazit: „Sein Name war Annabel“ von Kathleen Winter ist ein Buch, das aufgrund seiner Struktur, der distanzierten Erzählweise und der mangelhaften Recherche leider nicht gänzlich überzeugen kann. So schön die Umschreibungen des Landes sind und so gut man mitunter das Leben dort nachvollziehen kann, so wenig berührt einen Waynes Leben emotional. Dabei bietet das Thema Intersexualität so viele Möglichkeiten für eine spannende, tiefgründige Geschichte, ohne künstliche Dramatik. Leider verschenkt die Autorin enorm viel Potenzial, so dass man das Buch unzufrieden zuschlägt und sich über die eher plumpe Auseinandersetzung mit dem Thema ärgert. Da es nur wenige Bücher mit intersexuellen Menschen auf dem Markt gibt, ist es doppelt schade. Wen das Thema interessiert, kann einen Blick riskieren, sollte aber im Hinterkopf behalten, dass einige Punkte in Bezug auf Intersexualität falsch dargestellt werden.

5

Auf dieses Buch bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden. Das Cover gefiel mir auf Anhieb und auch der Klappentext überzeugte mich sofort! Meine Erwartungen waren ziemlich hoch denn ich hatte zuvor nur positive Meinungen gesehen. Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht ganz so leicht. Ich musste mich erst zurecht finden die damalige Zeit war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Aber nach wenigen Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und war völlig in der Geschichte versunken. Dieses Buch ließ mich nicht mehr los. Es beherrschte meine Gedanken. Die Geschichte ist unglaublich bewegend und sehr emotional. Es fällt mir nicht leicht dass ganze mit Worten zu beschreiben. Dieses Buch vermittelt so unfassbar viel. Es geht um Liebe, Freundschaft, Selbstfindung, Wut und Akzeptanz. Kathleen Winters Schreibstil ist einnehmend, fesselnd und sehr bewegend. Sie schaffte es mühelos mich in den Bann der Story zu ziehen. Für mich zählte nur noch dieses Buch, alles andere war nebensächlich. Ich hatte ehrlich gesagt ziemlich hohe Erwartungen. Doch was die Autorin hier abgeliefert hat ist einfach unglaublich. Während des Lesens hatte ich immer wieder einen Kloß im Hals. Das Ganze ging mir sehr nahe. Eine außergewöhnliche Geschichte die ganz klar zum Nachdenken anregt. Leider musste ich feststellen dass dieses Buch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Was ich persönlich wirklich schade finde, denn es ist ein wahrer Pageturner der mich emotional gesehen echt umgehauen hat. Daher bekommt es von mir natürlich eine klare Leseempfehlung! Fazit: Mit „Sein Name war Annabel" gelingt Kathleen Winter ein intensiver, emotionaler und bewegender Roman der mich restlos begeistert hat. Authentische Charaktere, ein einnehmender Schreibstil und eine bewegende Handlung überzeugten mich auf ganzer Linie!

2

>>Kanada, 1960er-Jahre, ein abgelegener kleiner Ort in Labrador. Die Winter sind lang, die Männer gehen jagen, die Frauen hüten das Haus. Als Jacinta ihr erstes Kind zur Welt bringt, ist die Freude groß. Doch dieses Kind ist anders, und so treffen seine Eltern eine folgenschwere Entscheidung.<< ...Und so klischeehaft wie es klingt, führt Kathleen Winter diese Geschichte fort... Schon mal vorweg gesagt, dieser Aspekt, dass hier sämtliche Klischees im Bezug auf Männer- & Frauenrolle bedient werden, empfand ich als sehr sehr störend, insbesondere wenn es dann um die Identitätssuche von Wayne/Annabel geht, wird es mitunter doch auch sehr unglaubwürdig, was ich sehr schade fand. Thematisch greift dieses Buch ein unglaublich wichtiges Thema auf, über das viel mehr gesprochen werden sollte. Und doch zeigt die Autorin hier Männer und Jungs sind so, machen nur dieses oder jenes und Frauen sind eben so... mir fehlten hier wirklich sehr die Facetten und vor allem die Individualität jedes einzelnen ging für mein Empfinden hier teilweise sehr verloren. Zudem gibt es innerhalb der Geschichte immer wieder Szenen, die ich einfach nicht glauben, nicht nachvollziehen konnte... Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich an dieser Stelle nicht näher darauf ein, bin jedoch sehr enttäuscht, wie sich diese Geschichte entwickelt hat. Dass es natürlich eine gewisse Problematik mit sich bringt für die Eltern ggf. Umfeld, wenn ein Kind mit beiden Geschlechtern zur Welt kommt, war mir klar, jedoch hätte ich mir viel mehr Gedankentiefe gewünscht, sowohl aus Sicht von den Eltern, als aber eben auch von Wayne/Annabel und das gab es für mich hier leider nicht. Ansätze waren da, die Idee eine solche Geschichte zu erzählen finde ich wichtig und sehr gut, die Umsetzung insgesamt leider nicht.

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