Schweigen
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Shūsaku Endō (1923–1996) studierte französische Literatur in Japan und katholische Literatur in Frankreich. Er gilt in Japan als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller und erhielt u. a. den »Akutagawa-Preis«, den wichtigsten japanischen Literaturpreis. Seine Haupt-Werke sind die Romane Schweigen, Samurai und Skandal.
Beiträge
"Und das Meer, das sie getötet hat, verharrt ungerührt in Schweigen." (Zitat)
Obwohl ich normalerweise mit Religion so gar nichts am Hut habe, habe ich mich für den Roman "Schweigen" von Shusaku Endo entschieden. Warum? Ich lese gerne Bücher außerhalb meiner gewohnten Genres, weil ich meinen Horizont erweitern und Neues lernen möchte. Bücher zu lesen, die nicht auf meiner Wunschliste stehen, denn oft sind es genau diese Werke, die uns dann mehr als alles andere beeindrucken und im Gedächtnis bleiben. So war es auch mit "Schweigen" – ich habe viel über dieses Buch nachgedacht. Die Handlung spielt im Jahr 1638. Der Katholizismus ist in Japan verboten, und wer seinen Glauben ausübt, muss mit Verfolgung, Folter und dem Tod rechnen. Zwei Priester reisen heimlich nach Japan, um sich der führungslosen katholischen Gemeinde anzunehmen und um herauszufinden, was mit ihrem Mentor Ferreira geschehen ist. Berichten zufolge soll er seinem Glauben abgeschworen haben – etwas, das sich die beiden Priester nicht vorstellen können. Doch schon bald wird auch ihr Glaube auf die Probe gestellt, denn wie soll man an einen Gott glauben, der unglaubliches Leid geschehen lässt und schweigt? Wir begleiten in diesem Buch den Priester Sebastiao Rodrigues, der sich immer wieder fragt, warum Gott schweigt, wenn seine Anhänger gefoltert und getötet werden. Wenn Gott allmächtig ist, warum greift er nicht ein? Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil schreibt Pater Rodrigues Briefe über seine Erlebnisse in Japan. Im zweiten Teil lesen wir aus der Perspektive einer dritten Person, was Pater Rodrigues widerfährt – die Briefe enden, weil er in Gefangenschaft gerät. Der dritte Teil ist eine Art Tagebuch eines Handelsangestellten und eines Beamten, das nochmals einen Zeitraum von etwa 40 Jahren nüchtern zusammenfasst. Shusaku Endo schafft es, einen spannenden und informativen Roman zu schreiben, der mich viel über das Christentum und vor allem über die römisch-katholische Kirche und ihre Missionierungen nachdenken lässt. Allerdings konnte ich zu den Charakteren keine große Bindung aufbauen. Vielleicht lag es daran, dass der Roman mit etwas über 300 Seiten dafür zu kurz war, oder daran, dass ich selbst nicht an Gott glaube – zumindest nicht in der Form, wie es die Kirche tut. "Schweigen" hat mich zum Nachdenken gebracht, und ja, teilweise hat es mich wütend gemacht. Immer wieder stellte ich mir die Frage: Warum? Warum reist man in ein Land, das seine eigene Kultur und seinen eigenen Glauben hat, und ist der Meinung, diesen Menschen sagen zu müssen, dass alles, woran sie glauben, falsch ist? Warum ist man so vermessen, seinen Glauben als den einzig wahren darzustellen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Endo in seinem Roman nicht darum ging – schließlich war er selbst Christ –, aber für mich warf der Roman genau diese Fragen auf. Ein Stück weit kann ich sogar verstehen, warum ein gerade vereinigtes Japan seinen instabilen Frieden nicht durch Glaubenskonflikte gefährden wollte, auch wenn der Weg mit Folter und Mord natürlich völlig falsch war. Der Roman stellt auch eine weitere wichtige Frage: Warum konnte das Christentum in Japan keinen Fuß fassen? Nicht einmal 1% der Japaner sind Christen, und von diesen ist nur ein Drittel katholisch. Liegt das nur an der Verfolgung der Christen oder auch an der japanischen Kultur? "Die Japaner müssen das Christentum ohne den Rückhalt einer christlichen Tradition, Geschichte, Vermächtnis oder Sensibilität aufnehmen." – Shusaku Endo Ist das Christentum vielleicht zu starr und zu wenig bereit, sich anzupassen? Wäre es nicht auch in der heutigen Zeit wichtig, den Glauben moderner zu gestalten? "Wäre dieses Christentum weniger unverbesserlich westlich gewesen – die Lage wäre möglicherweise anders gewesen." – aus dem Nachwort von William Johnston "Schweigen" ist auf jeden Fall ein Roman, den man gelesen haben sollte – besonders, wenn man sich für japanische Literatur oder den christlichen Glauben interessiert. Für mich persönlich hat etwas die Tiefe gefehlt. Ich tauche gerne in längere Geschichten ein, weshalb ich normalerweise dickere Bücher bevorzuge. Trotzdem wird mich "Schweigen" noch lange beschäftigen.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Shūsaku Endō (1923–1996) studierte französische Literatur in Japan und katholische Literatur in Frankreich. Er gilt in Japan als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller und erhielt u. a. den »Akutagawa-Preis«, den wichtigsten japanischen Literaturpreis. Seine Haupt-Werke sind die Romane Schweigen, Samurai und Skandal.
Beiträge
"Und das Meer, das sie getötet hat, verharrt ungerührt in Schweigen." (Zitat)
Obwohl ich normalerweise mit Religion so gar nichts am Hut habe, habe ich mich für den Roman "Schweigen" von Shusaku Endo entschieden. Warum? Ich lese gerne Bücher außerhalb meiner gewohnten Genres, weil ich meinen Horizont erweitern und Neues lernen möchte. Bücher zu lesen, die nicht auf meiner Wunschliste stehen, denn oft sind es genau diese Werke, die uns dann mehr als alles andere beeindrucken und im Gedächtnis bleiben. So war es auch mit "Schweigen" – ich habe viel über dieses Buch nachgedacht. Die Handlung spielt im Jahr 1638. Der Katholizismus ist in Japan verboten, und wer seinen Glauben ausübt, muss mit Verfolgung, Folter und dem Tod rechnen. Zwei Priester reisen heimlich nach Japan, um sich der führungslosen katholischen Gemeinde anzunehmen und um herauszufinden, was mit ihrem Mentor Ferreira geschehen ist. Berichten zufolge soll er seinem Glauben abgeschworen haben – etwas, das sich die beiden Priester nicht vorstellen können. Doch schon bald wird auch ihr Glaube auf die Probe gestellt, denn wie soll man an einen Gott glauben, der unglaubliches Leid geschehen lässt und schweigt? Wir begleiten in diesem Buch den Priester Sebastiao Rodrigues, der sich immer wieder fragt, warum Gott schweigt, wenn seine Anhänger gefoltert und getötet werden. Wenn Gott allmächtig ist, warum greift er nicht ein? Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil schreibt Pater Rodrigues Briefe über seine Erlebnisse in Japan. Im zweiten Teil lesen wir aus der Perspektive einer dritten Person, was Pater Rodrigues widerfährt – die Briefe enden, weil er in Gefangenschaft gerät. Der dritte Teil ist eine Art Tagebuch eines Handelsangestellten und eines Beamten, das nochmals einen Zeitraum von etwa 40 Jahren nüchtern zusammenfasst. Shusaku Endo schafft es, einen spannenden und informativen Roman zu schreiben, der mich viel über das Christentum und vor allem über die römisch-katholische Kirche und ihre Missionierungen nachdenken lässt. Allerdings konnte ich zu den Charakteren keine große Bindung aufbauen. Vielleicht lag es daran, dass der Roman mit etwas über 300 Seiten dafür zu kurz war, oder daran, dass ich selbst nicht an Gott glaube – zumindest nicht in der Form, wie es die Kirche tut. "Schweigen" hat mich zum Nachdenken gebracht, und ja, teilweise hat es mich wütend gemacht. Immer wieder stellte ich mir die Frage: Warum? Warum reist man in ein Land, das seine eigene Kultur und seinen eigenen Glauben hat, und ist der Meinung, diesen Menschen sagen zu müssen, dass alles, woran sie glauben, falsch ist? Warum ist man so vermessen, seinen Glauben als den einzig wahren darzustellen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Endo in seinem Roman nicht darum ging – schließlich war er selbst Christ –, aber für mich warf der Roman genau diese Fragen auf. Ein Stück weit kann ich sogar verstehen, warum ein gerade vereinigtes Japan seinen instabilen Frieden nicht durch Glaubenskonflikte gefährden wollte, auch wenn der Weg mit Folter und Mord natürlich völlig falsch war. Der Roman stellt auch eine weitere wichtige Frage: Warum konnte das Christentum in Japan keinen Fuß fassen? Nicht einmal 1% der Japaner sind Christen, und von diesen ist nur ein Drittel katholisch. Liegt das nur an der Verfolgung der Christen oder auch an der japanischen Kultur? "Die Japaner müssen das Christentum ohne den Rückhalt einer christlichen Tradition, Geschichte, Vermächtnis oder Sensibilität aufnehmen." – Shusaku Endo Ist das Christentum vielleicht zu starr und zu wenig bereit, sich anzupassen? Wäre es nicht auch in der heutigen Zeit wichtig, den Glauben moderner zu gestalten? "Wäre dieses Christentum weniger unverbesserlich westlich gewesen – die Lage wäre möglicherweise anders gewesen." – aus dem Nachwort von William Johnston "Schweigen" ist auf jeden Fall ein Roman, den man gelesen haben sollte – besonders, wenn man sich für japanische Literatur oder den christlichen Glauben interessiert. Für mich persönlich hat etwas die Tiefe gefehlt. Ich tauche gerne in längere Geschichten ein, weshalb ich normalerweise dickere Bücher bevorzuge. Trotzdem wird mich "Schweigen" noch lange beschäftigen.






