Schnee im April

Schnee im April

Hardcover
4.19
FamiliendramaSchicksalAlte WundenVerlust

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Miho lässt ihre sechsjährige Tochter Yuki bei der Großmutter in Osaka, obwohl diese für Yuki eine Fremde ist. Bis zur Kirschblütenzeit solle sie dortbleiben, dann werde Miho sie abholen und mit ihr nach Amerika gehen. Als jedoch im Garten die blassrosa Blüten zu fallen beginnen, wird Großmutter Asako klar, dass sie fortan allein für ihre Enkelin sorgen muss. Miho wird nie wieder einen Fuß in ihr Haus setzen, weil sie ihrer Mutter die Schuld an ihrem Verhängnis gibt. Dabei wollte Asako immer nur das Beste für ihre Tochter. Und doch kann sie nicht verhindern, dass sich das Schicksal erbarmungslos wiederholt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
432
Preis
15.30 €

Autorenbeschreibung

Aly Cha ist halb Japanerin, halb Koreanerin, wurde in Südkorea geboren, wuchs in Japan, Kanada und den USA auf. Sie lebt in Zürich und New York. »Schnee im April« ist ihr erster Roman.

Beiträge

3
Alle
4

Toller und packender Schreibstil gepaart mit einer traurigen und bedrückenden Geschichte

In diesem Roman geht es um vier Generationen von Frauen in Japan. Angefangen in den 1880er Jahren mit Michiko, dann weiter mit ihrer Tochter Asako, deren Tochter Minho und schließlich deren Tochter Yuki. Alle Frauen haben eine wirklich schwierige Geschichte und jede hat ihre ganz eigene Last zu tragen. Man bekommt wirklich das Gefühl, als seien diese armen Frauen vom Pech verfolgt, was einen oft in einer sehr bedrückenden Stimmung zurücklässt. Ungeschönt und Schonungslos erzählt dieser Roman wie das Leben laufen kann, wenn man nicht gerade privilegiert aufwächst und wie hart man für sein überleben kämpfen und arbeiten muss. Der Roman hat etwas sehr poetisches und hat mich wirklich in seinem Bann gehalten. Dennoch ist die Geschichte sehr traurig und ich musste oft schlucken bei dem ganzen Leid. Ich denke es ist nicht für jeden etwas.

5

Ein Buch über vier japanische Frauen, ihr Schicksal und die Frage, ob sie es schaffen können, ihm zu entrinnen. Es setzt ein im Jahre 1969, macht dann einen Zeitsprung zurück ins 19. Jahrhundert, um schließlich wieder 1969 anzukommen. Ich war nicht schlecht erstaunt, als ich beim Aufschlagen dieses Buchs las „Aus dem Amerikanischen von Ursula Gräfe“. Hatte ich doch geglaubt, eine Übersetzung aus dem Japanischen gekauft zu haben. Ich lese englischsprachige Bücher normal im Original. Aber na ja, vielleicht auch ganz interessant, mal wieder eine Übersetzung zu lesen. Und ich fand sie dann im Endeffekt auch gelungen. Beschreiben lässt sich das Buch mit einem einzigen Wort: wunderschön! Melancholisch, aber wunderschön. Die Erzählung liest sich leicht, fließend, man taucht völlig ab in die japanische Kultur und ihre Bräuche. Auf der Rückseite steht „Ein anrührendes Bild der japanischen Seele“ – und genau das ist es. Wer dieses Buch liest, möchte sich gleich in den nächsten Flieger setzen und das ursprüngliche Japan, die Schreine, die Dörfer erkunden. Im Hinterkopf ist zu behalten, dass es sich um ein Land handelt, das im 19. Jahrhundert radikal modernisiert wurde. Mit dieser seltsamen, ursprünglichen Religion, dem Shinto. Mit einer adligen Elite und einem Kaiser, der bis zum 2. Weltkrieg als Gott verehrt wurde. Mit den negativen Ausprägungen, etwa der japanischen Mafia oder den Kriegsverbrechen in China. Den familiären und gesellschaftlichen Zwängen, denen ein Adliger im 19. Jahrhundert noch unterlag, und deren dramatischen Folgen. Gezeichnet wird ein Bild einer Kultur, die uns zuerst so exotisch erscheint, dann aber auf menschlicher Ebene doch vertraut ist. Etwa, wenn die Besitzerin des lokalen Kleidergeschäftchens Tratsch mit ihren Kunden austauscht. So können wir uns gleich in die Figuren des Buchs hineinversetzen. Und wir leiden mit den Frauen in diesem Buch, fiebern mit, möchten sie glücklich sehen, ärgern uns über die Ungerechtigkeit, die ihnen widerfährt. Aly Cha hat mit diesem Buch ein ganz wunderbares Debüt vorgelegt. Ich hoffe, wir werden noch mehr von ihr hören.

3

An sich super schön geschrieben und regt einem zum Nachdenken an, aber für meinen Geschmack etwas zu traurig

Beitrag erstellen