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„Schlafende Vulkane“ von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson aus dem Rowohlt ist eine typische Mischung aus Island-Noir, Serienkillerthriller und düsterem Ermittlerdrama. Die Geschichte beginnt mit einer ermordeten Frau und einem verschwundenen Jungen, ehe sich nach und nach ein Fall entwickelt, der bis ins Darknet und zu einem Täter führt, der seine Verbrechen gezielt inszeniert. Inhaltlich klingt das zunächst nach einem intensiven skandinavischen Thriller, tatsächlich wirkt der Roman jedoch deutlich routinierter und weniger spannend, als die Prämisse vermuten lässt. Ein zentrales Problem ist das Erzähltempo. Obwohl ständig Bedrohung behauptet wird, zieht sich die Handlung über weite Strecken. Viele Szenen bestehen aus Gesprächen, Wegen, Gedankenschleifen oder Perspektivwechseln, die kaum neue Erkenntnisse liefern. Die Ermittlungen treten häufig auf der Stelle, während der Roman gleichzeitig versucht, künstlich Spannung aufzubauen, indem Informationen zurückgehalten werden. Dadurch entsteht eher das Gefühl einer langen Vorbereitung als eines packenden Thrillers. Gerade im Mittelteil verliert das Buch spürbar an Dynamik. Auch das Ermittlerduo hinterlässt keinen besonders starken Eindruck. Helga Jónsdóttir und Bjarki bleiben relativ vertraute Genrefiguren: die belastete Ermittlerin mit Unsicherheiten und der verschlossene, schwer zugängliche Mann mit Ecken und Kanten. Dabei ist der Bjarki zumindest sympathisch. Ihre Zusammenarbeit entwickelt weder besondere Reibung noch echte emotionale Tiefe. Viele Dialoge wirken funktional und dienen hauptsächlich dazu, Informationen weiterzugeben. Im Vergleich zu anderen skandinavischen Thrillerreihen fehlt beiden Figuren ein klares eigenes Profil, das sie wirklich erinnerungswürdig machen würde. Der Täter hingegen ist interessant aufgebaut Der Roman verbringt viel Zeit mit düsteren Beschreibungen der Gewalt, was nicht negativ für ein Thriller ist. Die Island-Kulisse ist atmosphärisch dargestellt. Lavafelder, Schnee, Dunkelheit und Einsamkeit erzeugen Bilder der Nordic-Noir im Kopf, wodurch der Schauplatz lebendig wirkt. Der Roman verlässt sich stark auf bekannte Genrebausteine und entwickelt wenig Eigenständiges. „Schlafende Vulkane“ ist deshalb kein schlechter Thriller, aber ein ziemlich austauschbarer. Das Buch liest sich solide, bleibt jedoch hinter seinem eigenen Anspruch zurück. Wer viele skandinavische Thriller kennt, dürfte zahlreiche Motive, Figurenkonstellationen und Spannungsmechanismen schnell wiedererkennen. Statt eines außergewöhnlichen Island-Thrillers bekommt man letztlich einen langen, stellenweise zähen Serienkillerroman, der mehr auf düstere Atmosphäre und Gewalt setzt als auf originelle Figuren oder wirklich packende Spannung.
25. Mai 2026
„Schlafende Vulkane“ von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson aus dem Rowohlt ist eine typische Mischung aus Island-Noir, Serienkillerthriller und düsterem Ermittlerdrama. Die Geschichte beginnt mit einer ermordeten Frau und einem verschwundenen Jungen, ehe sich nach und nach ein Fall entwickelt, der bis ins Darknet und zu einem Täter führt, der seine Verbrechen gezielt inszeniert. Inhaltlich klingt das zunächst nach einem intensiven skandinavischen Thriller, tatsächlich wirkt der Roman jedoch deutlich routinierter und weniger spannend, als die Prämisse vermuten lässt. Ein zentrales Problem ist das Erzähltempo. Obwohl ständig Bedrohung behauptet wird, zieht sich die Handlung über weite Strecken. Viele Szenen bestehen aus Gesprächen, Wegen, Gedankenschleifen oder Perspektivwechseln, die kaum neue Erkenntnisse liefern. Die Ermittlungen treten häufig auf der Stelle, während der Roman gleichzeitig versucht, künstlich Spannung aufzubauen, indem Informationen zurückgehalten werden. Dadurch entsteht eher das Gefühl einer langen Vorbereitung als eines packenden Thrillers. Gerade im Mittelteil verliert das Buch spürbar an Dynamik. Auch das Ermittlerduo hinterlässt keinen besonders starken Eindruck. Helga Jónsdóttir und Bjarki bleiben relativ vertraute Genrefiguren: die belastete Ermittlerin mit Unsicherheiten und der verschlossene, schwer zugängliche Mann mit Ecken und Kanten. Dabei ist der Bjarki zumindest sympathisch. Ihre Zusammenarbeit entwickelt weder besondere Reibung noch echte emotionale Tiefe. Viele Dialoge wirken funktional und dienen hauptsächlich dazu, Informationen weiterzugeben. Im Vergleich zu anderen skandinavischen Thrillerreihen fehlt beiden Figuren ein klares eigenes Profil, das sie wirklich erinnerungswürdig machen würde. Der Täter hingegen ist interessant aufgebaut Der Roman verbringt viel Zeit mit düsteren Beschreibungen der Gewalt, was nicht negativ für ein Thriller ist. Die Island-Kulisse ist atmosphärisch dargestellt. Lavafelder, Schnee, Dunkelheit und Einsamkeit erzeugen Bilder der Nordic-Noir im Kopf, wodurch der Schauplatz lebendig wirkt. Der Roman verlässt sich stark auf bekannte Genrebausteine und entwickelt wenig Eigenständiges. „Schlafende Vulkane“ ist deshalb kein schlechter Thriller, aber ein ziemlich austauschbarer. Das Buch liest sich solide, bleibt jedoch hinter seinem eigenen Anspruch zurück. Wer viele skandinavische Thriller kennt, dürfte zahlreiche Motive, Figurenkonstellationen und Spannungsmechanismen schnell wiedererkennen. Statt eines außergewöhnlichen Island-Thrillers bekommt man letztlich einen langen, stellenweise zähen Serienkillerroman, der mehr auf düstere Atmosphäre und Gewalt setzt als auf originelle Figuren oder wirklich packende Spannung.
25. Mai 2026






