Ruth

Ruth

Taschenbuch
4.33
EmanzipationPsychologischer RomanSchülerin-Lehrer-VerhältnisEnttäuschung

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Beschreibung

Ungekürzte Fassung der Erstausgabe von 1895 mit Erläuterungen, zeitgenössischen Rezensionen, Nachwort und Zeittafel. Die Erzählung »Ruth« ist die erfolgreichste Publikation von Lou Andreas-Salomé zu ihren Lebzeiten. Die Geschichte des Mädchens, das sich mit ihrem unbändigen Lerndrang einen Platz im Herzen des Lehrers erobert und am Ende doch enttäuscht wird, traf genau den Geschmack der Zeit. Gerade das Schüler-Lehrer-Verhältnis war es, was die damalige Zeit bewegte – und zum Teil auch als anstößig empfunden wurde. Das Buch erlebte zwischen 1895 und 1928 zehn Auflagen. Unter seinen begeisterten Lesern sind berühmte Namen wie Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud. »Ruth« nimmt eine Schlüsselrolle im Werk von Lou Andreas-Salomé ein – sowohl als die erste jener Erzählungen, für die sie berühmt wurde: Geschichten von jungen Mädchen und Frauen, die ihren Platz in der modernen Welt suchen, als auch als ihr Beitrag zur Literatur der Pubertät, der sie in eine Reihe stellt mit Wedekinds »Frühlingserwachen« (1891) und Musils Törless (1906). Das Thema »Pubertät« wird dem »weiblichen« Blick geöffnet.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
306
Preis
29.80 €

Autorenbeschreibung

Das Leben der Lou Andreas-Salome, die am 12. Februar 1861 in St. Petersburg geboren wurde und am 5. Februar 1937 in Göttingen verstorben ist, umfasst die Emanzipation vom zaristischen Rußland mit Hilfe eines sehr scharfen und sich keinerlei Zwängen beugenden Verstandes, die finanzielle Unabhängigkeit mit Hilfe der Schriftstellerei und die bereitwillige umfassende Akzeptanz des psychoanalytischen Prinzips in Bewunderung ihres Gründers. Die Stadien dieses Lebens könnten auch betitelt werden mit den Namen der Weggefährten jener Zeiten – Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Sigmund Freud –, man wird damit jedoch diesem selbstbestimmten Frauenleben nicht annähernd gerecht.

Beiträge

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Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 1: Russland Ich schäme mich: ich kannte die Namen Nietzsche, Rilke und Freud. Aber den Namen Andreas-Salomé nicht. Nietzsche und Rilke waren in Lou Andreas-Salomé verliebt. Freud wurde von ihr beeinflusst und übernahm Ideen von ihr in seine Psychoanalyse. Der Roman "Ruth" passt in mein Leseprojekt, weil Lou Andreas-Salomé in St. Petersburg geboren wurde, also im europäischen Teil Russlands. In ihrer Familie wurde russisch, deutsch und französisch gesprochen, so dass sie später problemlos ein Studium in Zürich beginnen konnte (das sie aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste; aber sie blieb bis zu ihrem Tod eine Schriftstellerin und Intellektuelle). Der Roman "Ruth" ist ein weiblicher Entwicklungsroman, weshalb er damals ein großer Erfolg war. Viele junge Frauen lasen ihn. Das Thema war und ist absolut wichtig: Erik, ein erwachsener Lehrer, nimmt Ruth in seiner Familie auf, um sie zu unterrichten. Von Anfang an schwingt aber sein Liebesinteresse an Ruth im Roman mit - auch wenn Ruth dies nicht genauso schnell und im selben Maße wie die Lesenden erkennt. Erik glaubt, dass auch Ruth sich für ihn interessiert. Für mich war die Lektüre anstrengend, weil so oft ein Unterton des Missbrauchs präsent war: die Schwärmereien des Lehrers für seine Schutzbefohlene und seine körperliche Annäherung an sie - bspw. ihren Kopf in seine Hände nehmen oder sie umarmen - waren schwer auszuhalten. Mit diesem Text hat Lou Andreas-Salomé eigene Erlebnisse aus ihrer Jugend verarbeitet. Ein älterer Mann, zu dem sie aufgesehen und mit dem sie über Bücher und Philosophie gesprochen hat, wollte sie als Geliebte. Ich finde diesen Text auf mehreren Ebenen bedeutsam und bin froh, ihn endlich gelesen zu haben! Hoffentlich haben ihn viele junge Frauen damals als Warnung gelesen.

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