Ruin

Ruin

Taschenbuch
4.01

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Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
318
Preis
12.89 €

Beiträge

1
Alle
4

In "Ruin" begleiten wir Lutger Fröbe, einem treuen Ehemann, gut situiert, der tagaus tagein seiner geregelten Arbeit als Produktionsleiter nachgeht, Konflikten lieber aus dem Weg geht und nach außen das klassische Familienidyll abgibt. Dann kommen die ersten unheilvollen Nachrichten aus Japan. Aber Japan ist doch so weit weg. Denkste! Wenn eine Karte aus dem Kartenhaus entfernt wird, geschieht was geschehen muss, das Kartenhaus bricht zusammen und so wird ein Land nach dem anderen "Opfer der bisherigen Finanzwirtschaft". Die Folgen für die Bevölkerung sind verheerend und doch hat unser Protagonist auch noch ganz andere Sorgen. Denn die Sorgen vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch sind auch noch danach allgegenwärtig, nur wiegen sie in unsicheren Zeiten noch schwerer. Ruin ist das zweite Buch, das ich (nach der Guangxi-Pandemie) von Volker Pfaffen, gelesen habe. Was mir an beiden Geschichten gefallen hat, ist, dass die Protagonisten aus dem normalen Alltag heraus den oft schleichenden Zusammenbruch der Welt und auch ihrer Welt erleben und hilflos, fast überfordert mit der neuen Situation, trotzdem versuchen, das Leben irgendwie weiterzuleben. Die Charaktere sind keine Helden. Sie werden keine Helden. Sie sind wir. So einfach. Die Geschichten wirken sehr realistisch. Hier werden Leute nicht plötzlich zu Samaritern der Nation und entpuppen sich als diejenigen, die die ganze Welt mit einem grandiosen Einfall retten können. Natürlich entwickeln sich unsere Figuren weiter und verändern sich, aber dies bleibt im Rahmen des Charakters. Nie wirkt es überzogen oder unrealistisch. Obwohl es keine Actionszenen gibt und mir der Protagonist im ersten Moment nicht interessant genug erschien und durch charakterliche Eigenschaften (wie Desinteresse am Weltgeschehen, Unentschlossenheit, Ziellosigkeit und Gefühlsleere gepaart mit hohen sozialen Moralvorstellungen) auch nicht so attraktiv war, wollte ich ihn bis zum Ende der Geschichte begleiten. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig und auch die wenigen wirtschaftlichen Begriffe werden erklärt, so dass jeder es verstehen kann. Die Geschichte wird immer aus Sicht Lutgers erzählt. Ich hätte auch gerne die anderen Figuren, seine Frau und seine Kinder besser kennengelernt, sprich ihre wahren Gedanken, Sorgen und Gefühle, nicht nur was Lutger meint, warum sie dies und jenes tun. Aufgrund dessen das meine Neugier geweckt, aber nicht gänzlich gestillt wurde, gibt es einen halben Punkt Abzug. Alles in allem ein tolles Buch mit einem erschreckenden und gar nicht so abwegigem Endzeit-Szenario. Und das ohne Zombie-Attacken oder Virenausbrüche, sondern aus dem existierenden System heraus. Realistischer und erschreckender als alle Zombie-Endzeitszenarien.

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