Pygmalion

Pygmalion

Taschenbuch
3.914

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Beschreibung

George Bernard Shaws Pygmalion ist eine scharfsinnige Gesellschaftskomödie über Sprache, Klasse und die Konstruktion sozialer Identität. Im Zentrum steht der Phonetiker Henry Higgins, der die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle durch Sprachtraining in eine scheinbare Dame der besseren Gesellschaft verwandeln will. Shaw verbindet funkelnden Dialog, satirische Präzision und realistische Milieubeobachtung mit einer kritischen Auseinandersetzung mit viktorianischen und edwardianischen Hierarchien. Der Mythos des Pygmalion wird hier modernisiert: Nicht Liebe, sondern Erziehung, Macht und Selbstbestimmung bestimmen die dramatische Bewegung. George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, Kritiker und überzeugter Sozialreformer, schrieb aus genauer Kenntnis der britischen Klassengesellschaft. Sein Interesse an Phonetik, Bildungspolitik und sozialer Mobilität prägt das Stück ebenso wie seine fabianischen Überzeugungen. Shaw misstraute romantischen Konventionen und nutzte die Bühne, um bürgerliche Gewissheiten bloßzustellen; Elizas Entwicklung spiegelt daher weniger ein Märchen als einen intellektuellen und moralischen Konflikt. Pygmalion empfiehlt sich Lesern, die klassische Dramatik mit anhaltender Gegenwartsrelevanz suchen. Das Stück ist geistreich, komisch und unbequem zugleich, weil es fragt, wer über Würde, Stimme und Zugehörigkeit entscheidet. Gerade seine Ambivalenzen machen es zu einem Schlüsseltext moderner Theater- und Sozialkritik.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
76
Preis
9.00 €

Beiträge

6
Alle
3

anders als das Musical

Da ich nur "My Fair Lady" gekannt habe, war ich sehr gespannt wie die Buchvorlage so ist. In den Grundzügen gleichen sie sich, doch die Nuancen machen einen großen Unterschied. Tatsächlich ist der Text sehr viel anspruchsvoller und vielschichtiger. Aber ich pack es einfach nicht wenn Frauen schlecht behandelt werden und trotzdem von ihnen erwartet wird sich in die Hauptfigur zu verlieben. Shaw macht es schon recht geschickt um das Machtgefälle zu verdeutlichen und Elizas Emanzipation daraus zu zeigen. Deswegen macht Shaws Schluss auch viel mehr Sinn als die Enden der weichgespülten Versionen. Trotzdem. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass Eliza sich in Higgins verliebt hat. Das macht mich einfach RASEND!

4.5

Wenn Worte Türen öffnen, die vielleicht lieber verschlossen geblieben wären.

Die Sprachforscher Henry Higgins und Colonel Pickering gehen eine Wette ein: Schafft Higgins es, der armen Blumenverkäuferin Eliza Doolittle ihren starken Cockney-Dialekt abzutrainieren und sie auf einer Gartenparty als feine Dame auszugeben? Und wo lässt dieses Experiment Eliza zurück, die von nichts als ihrem eigenen Blumenladen träumt? Ist Sprache so mächtig, ihr den sozialen Aufstieg zu ermöglichen? In den fünf Akten dieser Gesellschaftssatire, die bissig, ironisch, messerscharf und erstaunlich progressiv daherkommt, stellt sich Bernard Shaw diesen spannenden Fragen. Dabei kritisiert er nicht nur die Klassengesellschaft im London des frühen 20. Jahrhunderts und nimmt die Dramentheorie gekonnt auf die Schippe (schließlich braucht eine Komödie eine Hochzeit als krönenden Abschluss - ihr wollt sie, also sollt ihr sie bekommen!). Shaw stellt ganz nebenbei auch Geschlechter- und Rollenbilder auf eine Weise in Frage, wie sie für 1913 geradezu schon revolutionär scheint. Ich hätte schließlich mit vielem gerechnet, aber nicht mit den zarten Knospen von Female Rage. Und das zurecht, schließlich denkt Higgins zu keiner Sekunde darüber nach, dass seine Schülerin ein Mensch und kein Werkzeug ist. Higgins Mutter bleibt dabei meine absolute Lieblingsfigur, denn sie ist sich nicht zu schade, ihren unerträglich überheblichen Sohn mitsamt seiner patriarchalen Arroganz und der emotionalen Intelligenz eines Weißbrots in die Schranken zu weisen. Danke dafür Mrs. Higgins! ‚Pygmalion‘ ist so viel mehr als ein Stück über Sprachunterricht. Eine romantische Lesart, wie sie beispielsweise im Musical ‚My fair Lady‘ ausgelegt wird, von der sich der Autor auch klar(!) distanziert, erschließt sich mir nicht. Dieser Text hat mich absolut positiv überrascht und Shaws Gedanken zur Macht von Sprache, Identität und Klasse haben mir einmal mehr ins Gedächtnis gerufen, wie unsere Gesellschaft (leider immer noch) in Schubladen denkt.

Wenn Worte Türen öffnen, die vielleicht lieber verschlossen geblieben wären.
4.5

Eines meiner liebsten Theaterstücke. Ebenso grandios ist die Musicaladaption mit Audrey Hepburn

Der Sprachwissenschaftler Henry Higgins wettet, dass er einer einfachen Blumenverkäuferin die Sprache der „Upper Class“ beibringen und diese so als Herzogin ausgeben kann. Eilza Doolittle sieht dies als Chance auf ein besseres Leben und bietet sich als Versuchsobjekt an. Doch Henry Higgins ist ein eingefleischter Jungeselle und kann Frauen nicht ausstehen. Trotzdem verliebt sich Eliza und erteilt Henry Higgins eine Lektion fürs Leben. „Pygmalion“ von George Bernhard Shaw ist eines meiner liebsten Theaterstücke und Shaw musste sich sein erdachtes Ende hart erkämpfen, da sich viele schlichtweg „mehr“ erhofft haben. Dieser Wunsch wurde 1964 mit der Musicaladaption „My fair Lady“ erfüllt. Ich empfehle sowohl das Theaterstück als auch das Musical.

4

In dem Stück "Pygmalion" geht darum, dass zwei Männer eine Wette abschließen, ob sie ein Straßenkind namens Eliza Doolittle so verändern können, dass die Gesellschaft sie als königlich ansieht. Nachdem sie gewonnen haben, wird das Mädchen mit all ihrem neuen Charme auf die Straße geworfen, hat aber keine Ahnung, wie sie als neue Eliza für sich selbst sorgen soll, bis sie einen Mann findet, der sie heiratet und sie ihn und ihre Familie unterstützt. Wenn man einen Klassiker liest, hat man eine Menge Erwartungen, weil man so viel davon gehört hat, Filme oder Musikstücke, die darauf gemacht wurden. Ich begann auch Pygmalion mit hohen Erwartungen zu lesen, und es stellte sich heraus, dass es weit besser war als meine Erwartungen. Es war kurz & schnell, lustig & sarkastisch, leicht & edel, intellektuell & romantisch, Drama & Komödie, verträumt & real. Es war so ziemlich alles, was man sich in einem Buch, einer Komödie oder einem Film wünscht. Dieses Stück ist das erste, das ich seit längerer Zeit gelesen habe. Es ist ein sehr kurzes Stück, aber es erfüllt seine Aufgabe, die Geschichte mit einem markanten Anfang, Mitte und Ende zu erzählen. Ich mochte auch das Ende sehr, das alle stereotypen Enden viktorianischer Theaterstücke und Romane verdrehte. Tatsächlich nimmt Shaw sein Thema so ernst, aber präsentiert es auf eine so spielerische Art und Weise. Die Ironie an Pygmalions Brillanz besteht in gewisser Weise darin, dass sie so lächerlich und gutmütig erscheint, aber durch ihren Humor werden die Realität von Mann-Frau-Beziehungen, Klassenunterschieden und Sprachbarrieren ans Licht gebracht. Neben dem ersten Akt findet das Drama ordentlich Wege, wichtige Ereignisse zu überspringen und eine kurze mündliche Synopsis davon in (oft weniger wichtigen) Szenen zu zerquetschen. Das Ende wirkte etwas abrupt, und während der etwas überraschende Charakter des Happy End zum Vorteil des Stücks beiträgt, ist es auch ein wenig beunruhigend. Dass unser Blumenmädchen am Ende die wahre Liebe findet, aber dass es so plötzlich und ohne viel Erklärung passiert ist, und dass die beiden Herren, die sie anfangs nur zu Forschungszwecken und als Mittel zum Zweck (das Glücksspiel) benutzten, dann zu ihren Wohltätern werden, ist nur ein bisschen weit hergeholt. Aber das ist alles, was gegen die Geschichte insgesamt gesagt werden kann – denn ihr Zweck als Phonetikstudium ist gut gemacht, und die Geschichte selbst ist amüsant und interessant. Alles in allem ein wirklich gutes Stück und jetzt freue ich mich auf den Theaterbesuch.

3

surprisingly progressive and funny!

4

I loved it - and played it in school, but I can only give 4 stars, as the supporting characters are not as developed as I wish they would be. It makes me feel not completely satisfied.

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