Monsieur Vénus

Monsieur Vénus

Taschenbuch
3.97

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Beschreibung

Monsieur Vénus décrit l'âme d'une jeune fille très singulière. Nous l'aimons, parce qu'il analyse un des cas les plus curieux d'amour de soi qu'ait produit ce siècle malade d'orgueil.Mais voici le sommaire de ce petit chef-d'¿uvre: Mademoiselle Raoule de Vénérande est une fine jeune fille, très nerveuse, avec des lèvres minces, d'un dessin assez désagréable. Dans l'atelier de sa fleuriste, elle remarque un jeune ouvrier. Couronné des roses qu'il tortille lestement en guirlande, ce garçon d'un roux très foncé, l'enchante par son menton à fossette, sa chair unie et enfantine, et le petit pli qu'il a au cou, le pli du nouveau-né qui engraisse; et puis il regarde, comme implorent les chiens souffrants, avec une vague humidité dans les prunelles. Tout le portrait est de ce ton excellent, vraiment canaille et nature. Raoule installe dans un intérieur fort romanesque ce joli garçon si gras; elle le surprend qui, fou d'une folie de fiancée en présence de son trousseau de femme, lèche jusqu'aux roulettes des meubles à travers leurs franges multicolores. Avec un cynisme de très spirituelle allure, elle le déconcerte quand il imagine d'être aimable; elle le pousse dans un cabinet de toilette, elle le fait rougir par son audace à l'examiner et le complimenter, lui le rustre qu'elle a recueilli sous prétexte de charité. Et le pauvre mâle humilié, s'agenouille sur la traîne de la robe de Raoule, et sanglote. Car, Rachilde le dit excellemment, il était fils d'un ivrogne et d'une catin, son honneur ne savait que pleurer. Ce M. Vénus, absolument désexué de caractère par une suite de procédés ingénieux, devient la maîtresse de Raoule. Je veux dire qu'elle l'aime, l'entretient et le caresse, qu'elle s'irrite et s'attendrit auprès de lui, sans jamais céder au désir qui la ferait aussitôt l'inférieure de ce rustre, près de qui elle se plaît à frissonner, mais qu'elle méprise. Elle définit son goût d'une façon admirable: J'aimerai Jacques comme un fiancé aime sans espoir une fiancée morte.Cette nouvelle édition en larges caractères est préfacée par Maurice Barrès.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
194
Preis
14.00 €

Beiträge

2
Alle
4

Beschreibung Die wohlhabende junge Frau Raoule de Vénérande stammt aus altem Pariser Adel und verliebt sich in einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen. Raoule sieht darin kein Hinderungsgrund und fühlt sich zu dem sanften Künstler Jacques Silvert so hingezogen, dass sie ihn zu ihrem Geliebten und schlussendlich zu ihrer Frau macht. Meine Meinung Die französische Schriftstellerin Marguerite Eymery veröffentlichte unter diversen Pseudonymen Ende des 19. Jahrhunderts, ihre zur damaligen Zeit skandalösen Geschichten, in denen sie Geschlechterrollen auflöst und mit der Sexualität ihrer Protagonisten spielt. Bisher war mir ihr wohl bekanntestes Pseudonym Rachilde kein Begriff, doch im Reclam Verlag ist ihr Werk »Monsieur Vénus« nun zum ersten Mal in der deutschen Übersetzung erschienen, und dieses hat sogleich mein Interesse geweckt. Mit gerade einmal zwanzig Jahren hat Rachilde »Monsieur Vénus« geschrieben und so trägt die Geschichte eindeutig den Stempel der Fin de Siècle, jenem Dekadentismus der das Lebensgefühl in Zeiten des Umbruchs zu einem offeneren und freien Lebensstil wandelt. Im Gegensatz zu den gesellschaftlichen Konventionen und Normen dieser Epoche in der die Welt von Männern beherrscht und Frauen in Sachen Heirat und Liebe von einem engen Korsett der Etikette eingeschnürt sind, wagt die junge Autorin einen skandalverdächtigen Drahtseilakt, der ihr sogar eine Geld- und Haftstrafe in Belgien einbringt. In »Monsieur Vénus« erzählt Rachilde die Geschichte einer reichen jungen Frau, die von einem beherrschenden Wesen geprägt ist und sich in einen zarten Mann unter ihrem Stand verliebt. Die Geschlechterrollen werden in dieser Liebesbeziehung gespiegelt, in der alle Tabus jener Epoche aufgebrochen werden. Mit dieser kritischen, durchaus feministischen, Betrachtung der sozialen Gesellschaftsstrukturen war die junge Autorin ihrer Zeit weit voraus. Zwischen den Zeilen dieser toxischen Tragödie kann man den provokanten Ton heraushören, der diese Geschichte zu einem interessanten Leseerlebnis werden lässt. Besonders gut hat mir das verwirrende Spiel mit der Umkehrung der Geschlechter gefallen, welches in einem furiosen Showdown noch einmal auf die Spitze getrieben wird. Der Star der Geschichte ist Raoule de Vénérande, die sich auf der einen Seite ihrer Vermännlichung immer stärker hingibt, auf der anderen Seite als wahre Diva agiert und mit ihrer Gier nach ihrem ausgelieferten Liebhaber vor nichts mehr zurückschreckt. Außerdem erhält die Geschichte durch Nebenrollen wie Baron de Raittolbe, der eigentlich ein perfekter Heiratskandidat für die junge Adlige wäre und Jacques Schwester Marie, die unverhohlen dem lasterhaften Leben einer Prostituierten frönt, einen unvergesslich frivolen Touch. Das Buch enthält zudem noch umfangreiches Zusatzmaterial, wie Abdrucke diverser Vorworte der einzelnen Auflagen und ein Nachwort der Literaturwissenschaftlerin und Expertin für weibliches Schreiben Martine Reid. Fazit Eine tolle Klassiker-Neuentdeckung und eine gewagte Geschichte, in der mit Geschlechterrollen gespielt und die Zeit der Dekadenz Ende des 19. Jahrhunderts wachgerufen wird. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 26.10.2020

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Beschreibung Die wohlhabende junge Frau Raoule de Vénérande stammt aus altem Pariser Adel und verliebt sich in einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen. Raoule sieht darin kein Hinderungsgrund und fühlt sich zu dem sanften Künstler Jacques Silvert so hingezogen, dass sie ihn zu ihrem Geliebten und schlussendlich zu ihrer Frau macht. Meine Meinung Die französische Schriftstellerin Marguerite Eymery veröffentlichte unter diversen Pseudonymen Ende des 19. Jahrhunderts, ihre zur damaligen Zeit skandalösen Geschichten, in denen sie Geschlechterrollen auflöst und mit der Sexualität ihrer Protagonisten spielt. Bisher war mir ihr wohl bekanntestes Pseudonym Rachilde kein Begriff, doch im Reclam Verlag ist ihr Werk »Monsieur Vénus« nun zum ersten Mal in der deutschen Übersetzung erschienen, und dieses hat sogleich mein Interesse geweckt. Mit gerade einmal zwanzig Jahren hat Rachilde »Monsieur Vénus« geschrieben und so trägt die Geschichte eindeutig den Stempel der Fin de Siècle, jenem Dekadentismus der das Lebensgefühl in Zeiten des Umbruchs zu einem offeneren und freien Lebensstil wandelt. Im Gegensatz zu den gesellschaftlichen Konventionen und Normen dieser Epoche in der die Welt von Männern beherrscht und Frauen in Sachen Heirat und Liebe von einem engen Korsett der Etikette eingeschnürt sind, wagt die junge Autorin einen skandalverdächtigen Drahtseilakt, der ihr sogar eine Geld- und Haftstrafe in Belgien einbringt. In »Monsieur Vénus« erzählt Rachilde die Geschichte einer reichen jungen Frau, die von einem beherrschenden Wesen geprägt ist und sich in einen zarten Mann unter ihrem Stand verliebt. Die Geschlechterrollen werden in dieser Liebesbeziehung gespiegelt, in der alle Tabus jener Epoche aufgebrochen werden. Mit dieser kritischen, durchaus feministischen, Betrachtung der sozialen Gesellschaftsstrukturen war die junge Autorin ihrer Zeit weit voraus. Zwischen den Zeilen dieser toxischen Tragödie kann man den provokanten Ton heraushören, der diese Geschichte zu einem interessanten Leseerlebnis werden lässt. Besonders gut hat mir das verwirrende Spiel mit der Umkehrung der Geschlechter gefallen, welches in einem furiosen Showdown noch einmal auf die Spitze getrieben wird. Der Star der Geschichte ist Raoule de Vénérande, die sich auf der einen Seite ihrer Vermännlichung immer stärker hingibt, auf der anderen Seite als wahre Diva agiert und mit ihrer Gier nach ihrem ausgelieferten Liebhaber vor nichts mehr zurückschreckt. Außerdem erhält die Geschichte durch Nebenrollen wie Baron de Raittolbe, der eigentlich ein perfekter Heiratskandidat für die junge Adlige wäre und Jacques Schwester Marie, die unverhohlen dem lasterhaften Leben einer Prostituierten frönt, einen unvergesslich frivolen Touch. Das Buch enthält zudem noch umfangreiches Zusatzmaterial, wie Abdrucke diverser Vorworte der einzelnen Auflagen und ein Nachwort der Literaturwissenschaftlerin und Expertin für weibliches Schreiben Martine Reid. Fazit Eine tolle Klassiker-Neuentdeckung und eine gewagte Geschichte, in der mit Geschlechterrollen gespielt und die Zeit der Dekadenz Ende des 19. Jahrhunderts wachgerufen wird. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 26.10.2020

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