Mercy Seat

Mercy Seat

E-Book
3.823
SuizidWahre BegebenheitSelbstmordGeliebte

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Beschreibung

Louisiana, die 1940er-Jahre, ein elektrischer Stuhl wird in die kleine Stadt St. Martinsville gebracht für die geplante Hinrichtung eines jungen Schwarzen namens Will, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. In Wirklichkeit ist sie seine Geliebte gewesen, die sich aus Verzweiflung umgebracht hat und ihm nun nicht mehr helfen kann. Alle wissen, dass das Todesurteil ein Skandal ist, aber sogar Will selbst hat aus Trauer und Schuldgefühlen innerlich eingewilligt, und weiße Wutbürger drohen dem zweifelnden Staatsanwalt mit der Entführung seines Sohnes.Nach einer wahren Begebenheit, psychologisch fein und in einer an William Faulkner erinnernden multiperspektivischen Intensität erzählt Elizabeth Winthrop die tragischen Ereignisse bis zum überraschenden Ende. Ein meisterhaftes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt und das niemanden kaltlassen wird.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
E-Book
Seitenzahl
251
Preis
16.99 €

Beiträge

7
Alle
4

4,5 Sterne. Es spielt in Lousianna

5

Brillantes Plädoyer gegen Rassismus Gibt es eigentlich das „Jahr der Perle“ in irgendeinem Kalender? Zumindest scheint es besagtes Jahr im Literaturkalender zu geben. Wie sonst erklärt es sich, dass ich dieses Jahr schon so viele sprachlich und thematisch herausragende Bücher gelesen habe? Okay, „Mercy Seat“ von Elizabeth H. Winthrop wurde 2018 veröffentlicht, aber erst kürzlich kam die Idee einer gemeinsamen kleinen Leserunde auf, der ich mich recht kurzfristig, aber dafür umso nachhaltiger angeschlossen habe. (Nicht nur) im Louisiana der 1940er Jahre war Rassismus an der Tagesordnung; auch heute werden wieder (bzw. immer noch) an allen Ecken und Kanten der Welt Menschen denunziert – sei es wegen ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Gesinnung, ihrer Religion – es gibt genug (bekannte) Beispiele. Diesen tief in den Köpfen verankerten Rassismus spürt man auch in jeder Zeile von „Mercy Seat“. Zu der Schwere, der Dunkelheit, der Ausweglosigkeit hinter der Situation (ein junger Schwarzer soll auf dem elektrischen Stuhl für ein vermeintliches Verbrechen hingerichtet werden) gesellen sich aber auch immer wieder kleine Lichtblicke, die den ein oder anderen Charakter im Lauf der (wahren) Geschichte erweichen, um über die von ihm gehegten Vorurteile, über seine Trauer, über seine Verschlossenheit nachzudenken, ins Grübeln zu kommen und schließlich auch sich zu verändern, sich zu öffnen… Vieles bleibt am Ende ungesagt und trotzdem bleibt die Leserschaft nicht unbefriedigt zurück; im Gegenteil: in der Summe ergibt die Geschichte mit dem schlichten, dennoch großartigem Cover ein brillantes Plädoyer gegen Rassismus und die Todesstrafe. Für mich eines der emotional aufwühlendsten Bücher, die ich jemals gelesen habe und eine absolute Leseempfehlung!

3

Wichtige Thematik, leider aus weißer Sicht

Die Geschichte um Will sollte hier im Vordergrund stehen, tut sie aber leider nicht. Denn man fühlt eher mit dem weißen Anwalt und seiner Familie. Solche thematischen Bücher ohne die nötige Sichtweise zu schreiben, finde ich schwierig. Dennoch ist es schriftstellerisch gut.

Wichtige Thematik, leider aus weißer Sicht
2.5

Ein Buch über die Todesstrafe und Rassismus

Amerika, ein Land in dem die Todesstrafe und der Rassismus leider immernoch an der Tagesordnung stehen. Dieses Buch widmet sich beiden Themen. Was ist wenn Rassismus auf die Todesstrafe trifft. Werden Todesurteile leichter ausgesprochen, wenn es um einen Schwarze Verdächtigen geht. Will ist wegen einer ihm vorgeworfenen Vergewaltigung zu Tode verurteilt worden. Aber war er es. Die einzige Zeugin , das mutmaßliche Opfer, hat sich das Leben genommen und konnte weder für ihn noch gegen ihn aussagen. Wir begleiten verschiedene Leute, zumeist Weiße, durch die letzten Stunden vor der Hinrichtung. Mir fehlte tatsächlich ein wenig die Auseinandersetzung mit dem Thema der Todesstrafe an sich. Man hat auch mehr Mitleid mit der Familie des Staatsanwaltes, welcher das Urteil erkämpft hat, als mit Will. Dies liegt aber nicht an Will, sondern daran, dass Will hier viel zu kurz und eindimensional dargestellt wurde. Schade.. die Thematik hätte viel Potential gehabt, wenn man den Fokus aus die Frage "darf man zur Strafe für eine Tat jemanden das Leben nehmen" und auf die Frage "Führt die Hautfarbe leichter zu einem Schuldspruch" Bin leider etwas enttäuscht. Hatte mehr von dem Buch erwartet

3

Puh... schwieriger Einstieg. Heftiges, emotionales Ende. Wobei ich es mir persönlich etwas umfangreicher gewünscht hätte. Dennoch sehr lesenswert. 3,5⭐️

4

"Er sieht sein Leben mit jedem Bissen, den er isst. Er schluckt seine Erinnerungen herunter." Will wurde verurteilt, auf dem elektrischen Stuhl zu sterben. Seine Schuld ist zweifelhaft. Wir erleben die Geschichte anhand vieler Erzählperspektiven es kommen diverse Personen zu Wort, das Buch umfasst einen Zeitraum von vielleicht 12 Stunden. Wir erfahren wie der geplante Tod von Will das Leben von mehreren Menschen beeinflusst , wie diese Nacht Spuren hinterlassen wird. Die Atmosphäre ist bedrückend und ziemlich düster, es kommt wenig Hoffnung auf, auch wenn die ein oder andere Person versucht, Gutes zu tun. Doch alles wird überschattet von dem drohenden Ereignis um Mitternacht. Mich hat die Story ziemlich mitgenommen, auch wenn ich doch manchmal recht weit von den Personen entfernt war , was aber an den vielen Erzählern lag. Nicht jede Perspektive hat mir gleich gut gefallen wobei auch die Schicksale der anderen Charaktere teilweise dramatisch waren. Das Ende hat mich schockiert und überrascht. Mir fehlte es aber insgesamt etwas an Gefühl für die Personen. Dafür fand ich gut, dass die Autorin vieles nicht erklärt, oft auch keine Schuldzuweisungen verteilt, sondern den Leser selber urteilen lässt. Kein einfaches Buch, ein schwieriges bedrückende Thema, aber intensiv erzählt so dass ich es so schnell nicht vergessen werde.

3

An sich nicht schlecht und sehr fesselnd und bedrückend. Nur das sehr offene Ende hat mich etwas enttäuscht.

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