Maigret und der Samstagsklient

Maigret und der Samstagsklient

Taschenbuch
3.52
KommissarKrimiMordabsichtVerbrechen

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Beschreibung

Der Mann mit dem Spitznamen »Samstagsklient« hat es wahrlich nicht leicht. Es ist verdammt schwierig, die Situation, in der er lebt, einem Fremden wie dem Kommissar zu schildern. Das mag mit ein Grund sein, weshalb er nicht im Kommissariat Hilfe sucht, sondern bei Maigret zu Hause. Hier macht er dem Kommissar mit großer Dringlichkeit klar, dass er zwar nicht verrückt, aber dennoch drauf und dran sei, seine Frau umzubringen, und das der Ordnung halber nur schon mal ankündigen wolle. Und das ist doch genau das, was ein Polizeikommissar an einem Samstagabend hören will, oder?"

Buchinformationen

Haupt-Genre
Thriller
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
176
Preis
10.30 €

Beiträge

1
Alle
3

Maigret und der Samstagsklient überzeugt mit dichter Paris-Atmosphäre und Simenons ruhigem Erzählstil, bleibt aber spannungstechnisch blass. Wer gemächliche Krimis mag, wird sich wohlfühlen, alle anderen könnten ungeduldig werden.

Als ich gemeinsam mit Maigret durch das Buch ging, fühlte es sich an wie ein gemächlicher Spaziergang durch die regennassen Straßen von Paris. Die Atmosphäre trägt einen mit, doch das Tempo lässt einen manchmal ungeduldig werden. Ich mag die Bücher von Georges Simenon und seinem Kommissar Maigret sehr. Diese ruhig erzählten Kriminalgeschichten haben etwas Meditatives, das in der heutigen Zeit vielleicht etwas aus der Mode gekommen ist. Auch dieser Fall folgt dem vertrauten Muster. Maigret beobachtet, raucht seine Pfeife, führt Gespräche und lässt sich Zeit. Für mich funktioniert das, weil Simenon es versteht, die Atmosphäre des Pariser Alltags einzufangen, die grauen Fassaden, die kleinen Bistros, die Melancholie der Stadt. Die Stärke liegt eindeutig in der Stimmung. Simenon schafft es, mit wenigen Worten eine dichte, fast greifbare Atmosphäre zu erzeugen. Man spürt das Paris der 1960er Jahre, riecht den Kaffee in den Cafés und hört das Rauschen des Regens auf den Straßen. Maigret selbst ist wie immer eine angenehme Begleitung, bedächtig, menschlich, ohne große Gesten. Großartige Spannung kommt beim Lesen nicht auf. Die Geschichte plätschert vor sich hin, und obwohl das zum Stil gehört, hätte ich mir an manchen Stellen mehr Dynamik gewünscht. Für Leser, die actionreiche Thriller oder komplexe Plots erwarten, wird dieses Buch zu langsam sein. Auch die Auflösung wirkte auf mich etwas unspektakulär, als würde man nach einem langen Spaziergang einfach zu Hause ankommen, ohne dass etwas Besonderes passiert wäre. Am Ende fühlte sich das Buch an wie ein stiller Nebeltag in Paris, stimmungsvoll und angenehm, aber ohne wirkliche Höhepunkte. Wer Simenons ruhige Erzählweise schätzt und sich gern in die Atmosphäre vergangener Zeiten fallen lässt, wird auch hier seine Freude haben. Für alle anderen könnte es eine Geduldsprobe werden.

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