Lieutenant Gustl. Textausgabe mit Kommentar und Materialien
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Beschreibung
Nach einer Ehrverletzung irrt Lieutenant Gustl durch Wien. In Form eines inneren Monologs lässt Schnitzler an Gustls Gedanken teilhaben: Muss er Selbstmord begehen, oder gibt es einen anderen Ausweg?
Klassenlektüre und Textarbeit einfach gemacht: Die Reihe »Reclam XL – Text und Kontext« erfüllt alle Anforderungen an Schullektüre und Bedürfnisse des Deutschunterrichts:
* Reclam XL bietet den sorgfältig edierten Werktext – seiten- und zeilengleich mit der entsprechenden Ausgabe aus Reclams Universal-Bibliothek.
* Das Format ist größer (12,2 x 20 cm) als die gelben Klassiker der Universal-Bibliothek, mit ausreichend Platz für Notizen am Seitenrand.
* Schwierige Wörter werden am Fuß jeder Seite erklärt, ausführlichere Wort- und Sacherläuterungen stehen im Anhang.
* Ein Materialienteil mit Text- und Bilddokumenten erleichtert die Einordnung und Deutung des Werkes im Unterricht.
* Natürlich passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu!
Buchinformationen
Beiträge
Pionierwerk zum inneren Monolog 🧠🗣️
Wien, um die Jahrhundertwende. Die Habsburgermonarchie strahlt nach außen hin noch immer den Glanz einer Weltmacht aus, doch innerlich brodelt es. Die Gesellschaft ist verkrustet, die Rollenbilder sind eng, und unter dem Lack des Anstands verbergen sich Angst, Gier und eine gähnende innere Leere. Arthur Schnitzler, sowohl Arzt als auch Literat, legt in seinen zwei Novellen, Leutnant Gustl (1900) und Fräulein Else (1924), das Innenleben seiner Zeit mit chirurgischer Präzision frei. Leutnant Gustl ist eine Novelle, die man kaum glauben kann: Ein junger Offizier wird nach einem Konzertabend von einem Bäcker beleidigt. Was sich vorerst nach einer Kleinigkeit anhört, bringt Gustls Welt jedoch gehörig aus den Fugen. Seine Ehre, die das einzige Kapital ist, über das er wirklich verfügt, scheint unwiederbringlich verloren zu sein. Er kann den Mann nicht zum Duell fordern, da dieser ein Zivilist und somit kein standesgemäßer Gegner ist. Daher beschließt Gustl, seinem nun nutzlosen Leben ein Ende zu setzen. Fräulein Else, das ein Vierteljahrhundert später entstanden ist, zeigt eine junge, gebildete Frau in einer anderen, aber nicht weniger erdrückenden Zwangslage. Ihr Vater, ein Wiener Rechtsanwalt, hat sich verspekuliert und droht ins Gefängnis zu kommen. Ihre Mutter hat aber sogleich eine Lösung ausgehandelt: Else soll sich einem älteren Herrn anbiedern und das Geld von ihm erbitten – koste es, was es wolle. Beide Texte Schnitzlers sind Meilensteine der deutschsprachigen Moderne; nicht zuletzt, weil Schnitzler hier erstmals in der deutschen Literatur den inneren Monolog als alleiniges Erzählmittel einsetzt. Eine Technik, die er zeitgleich mit James Joyce, und dennoch völlig unabhängig von diesem entwickelte. Freud nannte Schnitzler sein literarisches Doppelgänger-Ich. Das war kein Kompliment von oben herab — das war ehrliche Anerkennung unter Gleichgesinnten. Was Schnitzler in diesen beiden Texten tut, ist im Grunde ein Akt der Entlarvung — sanft, fast beiläufig, aber unerbittlich. Er hält seinen Figuren keinen Spiegel vor, sondern steckt uns mitten in sie hinein. Was wir dort schließlich vorfinden, ist kein Heldenstück oder ein klarer moralischer Kompass, sondern ein Gewirr aus Eitelkeit, Angst, halbgaren Gedanken und gesellschaftlich eingeübten Reflexen. Bei Gustl zeigt sich das besonders schonungslos. Der Mann ist kein Bösewicht oder Ähnliches, er ist lediglich banal. Seine Gedanken kreisen in dieser Schicksalsnacht nicht um Tiefe, Sinn oder Reue, sondern um Nichtigkeiten. Beispielsweise überlegt er, ob seine Schwestern weinen werden, ärgert sich über einen Konzertzettel oder er denkt an seine früheren Liebschaften. Schnitzler verabschiedet mit dieser Figur eine ganze Weltanschauung — die des kaiserlichen Militärs, das sich auf Ehre und Standesgefühl beruft, innerlich aber so hohl ist wie eine leere Uniform. Die Novelle erschien 1900 im Wiener Feuilleton und kostete Schnitzler seinen Rang als Offizier der Reserve — ein Beweis dafür, wie treffsicher die Satire saß. Else ist das weibliche Gegenstück zu Gustl und in gewisser Weise noch bedrückender zu lesen, weil ihr Käfig nicht aus aufgeblasenem Ehrgefühl besteht, sondern aus struktureller Ohnmacht. Sie ist jung, klug, voller Bewusstsein — und genau dieses Bewusstsein macht ihr Leiden unerträglich. Sie erkennt, was mit ihr geschieht und benennt dies mit messerscharfen Worten. Dennoch kann sie ihr Schicksal letztendlich nicht verhindern (zumindest glaubt sie das). Schnitzlers Brillanz liegt darin, dass er uns nie sagt, was Else tun soll. Er urteilt nicht. Er begleitet nur und überlässt uns schlussendlich die Bewertung. Dabei ist der innere Monolog nicht nur ein erzählerischer Kniff, sondern auch eine bewusste Entscheidung. Indem Schnitzler uns keine auktoriale Stimme gibt, kein Korrektiv von außen, keine ordnende Erzählerinstanz, setzt er uns der Gedankenwelt seiner Figuren schutzlos aus. Wir können nicht auf Abstand gehen. Wir müssen Gustls Feigheit mitdenken, Elses Demütigung mitfühlen. Das ist unbequem. Es soll unbequem sein. Was die beiden Novellen über den Wiener Kontext hinaus zeitlos macht, ist ihre Diagnose: Wie Menschen unter gesellschaftlichem Druck nicht zusammenbrechen, sondern sich anpassen — und dabei unmerklich sich selbst verlieren. Gustl wird am Ende nicht sterben. Eine Zufallsnachricht erspart ihm das. Er wird weitermachen wie zuvor. Das ist das eigentlich Grauenhafte. Else wird nicht weitermachen. Auch das lässt Schnitzler nicht als Tragödie heroisieren — es ist Scheitern, stilles, erschöpftes Scheitern.

Der Schreibstil ist komplex. Da es sehr wenige Absätze gibt und diese Version des Buches zwar schon überarbeitet hat, hat man dennoch die Sprache auf einem schwierigen Level gelassen. Ein sehr interessantes und psychologisches Thema, zur Darstellung der Frau zu der Zeit, wo das Werk entstanden ist (1924). Wo wir heute für jeden (vermeintlich) Freiheit und Selbstbestimmung haben, wird hier sehr stark das Bild von damals von der Frau kritisiert. Ich hatte gehofft das Buch an einem Tag durchzubekommen, allerdings war es manchmal so komplex, dass es einen müde gemacht hat und man beim lesen mehrmals weggenickt ist.
Angenehm zu lesendes Buch mit einer tollen Protagonistin und einer recht traurigen Handlung
[Spoiler] Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil und bringt einen an der ein oder anderen Stelle auch zum Schmunzeln. Die Protagonistin ist sehr sympathisch und einfach eine tolle Frau, die definitiv etwas besseres verdient hat, als von ihrer Familie ausgenutzt und von einem alten Mann erniedrigt zu werden :( Hab die ganze Zeit mit ihr gefiebert und gehofft, dass sie es schafft einen Ausweg aus dieser schwierigen und unfairen Situation zu finden, was ihr leider nur durch den Selbstmord gelungen ist... Doch ist es ein wenig tröstlich, dass sie wenigstens über ihren Tod die Macht hatte eigenständig zu entscheiden und zu handeln, auch wenn sie lieber fern von all den Problemen ihrer Familie, die unmittelbar auf sie übertragen wurden, weiter gelebt hätte :( Kann das Buch aber nichtsdestotrotz weiterempfehlen, es ist definitiv lesenswert und in seiner message über Machtmissbrauch und Feminismus auch sehr wichtig, auch noch für die heutige Zeit🙏🏻
Große Überraschung
Dass mich ein Klassiker wirklich so vom Hocker hauen kann, hätte ich nicht gedacht. Trust me - das Buch ist WIRKLICH gut. Der Text ist von 1924(!) und der Autor (ja, ein Mann!) zeichnet hier ein komplexes Bild von Weiblichkeit im Patriarchat, welches aktueller nicht sein könnte. Stilistisch meisterhaft und enorm vielschichtig zeichnet er die Protagonistin Else als kluge, sehr lustige Frau, die die Gesellschaft (und vor allem Männer) durchschaut hat. Eine Frau, die durchaus überlegt ob sie heiraten oder Kinder will (ich wiederhole - der Text ist von 1924!), die reisen will; die sich wunderschön und sinnlich findet und die sich nichts von irgendwelchen Männers sagen lässt. Er zeichnet sie aber auch als Frau innerhalb eines patriarchalen Systems. Als Frau die sexualisiert und pathologisiert wird, die nicht zu viel Raum einnehmen darf, die höflich und sexuell verfügbar sein soll, aber auch nicht zu sehr, denn jungfräulich soll sie sein. Ein System, indem Männer ihre Machtposition ausnutzen und sich danach noch als der good guy fühlen. Im Buch gerät Else in eine missliche Lage indem all diese (und viel mehr) Aspekte miteinander in Konflikt treten und das auf 80 (!)Seiten. Literarisch eher anspruchsvoll aber absolut lohnenswert. Lesen!!
Mein zweites Mal Schnitzler und ich finde, er liest sich richtig gut. Der innere Monolog fließt schön. Besonders in Fräulein Else folgt man bildlich ihrem Wahn in Gedanken. Wäre es von einer Autorin, würde ich es feministisch lesen, so aber bleibt ein bisschen der Beigeschmack einer malegaze Sexualisierung von Else. Dennoch gut und spannend geschrieben. Auch für zwischendurch geeignet.
Ich musste das Buch für den Deutschunterricht lesen und fand den Gedanken hinter der Geschichte ziemlich gut. Besonders wie der Autor die damalige „Norm“ gegenüber Frauen kritisiert (u.a. den Körper zu „verkaufen“) und auch Sui*idgedanken thematisiert hat, fand ich gelungen. Es war außerdem das erste Reclam-Buch, das ich tatsächlich verstanden habe😂
Sehr dramatisch, aber deswegen auch lustig.
Der Hauptcharakter ist unerträglich geschrieben, was es nicht schlecht macht. Es ist etwas, das man nicht oft liest und es ist herrlich erfrischend. Außerdem ist das unsympathische Wesen Teil der finalen Message. Es ist etwas lang gehalten, im Sinne von unnötigen Abschweifungen und Textpassagen, aber wird dadurch realistisch. Es ist etwas, das man nicht oft liest und es ist auch schnell gelesen, weswegen es sich definitiv lohnt auch wenn es einen nicht von den Socken haut.
Ich musst dieses Buch für die Schule lesen und obwohl es sehr kurz war brauchte ich doch recht lange, um es zu lesen da mir das Fräulein Else so was von auf die Nerven ging. Ihr ganzes hin und her Gerede und bla bla bla mach ich dies oder das und am Ende hat sie sich eh umgebracht, was auch vorherzusehen war.
Was geht alles in Fräulein Elsses Kopf vor…
Welche Gedanken schwirren ihr durch den Kopf? Für wen oder was entscheidet sich das Fräulein? Das Thema ist immer noch aktuell, denn Geld ist Macht… älterer Mann und verzweifelte junge Frau.. Die Angst zu enttäuschen und für den Untergang schuld sein… Auf ewig mit dem Leben was passieren wird, egal wofür man sich entscheidet!
Beschreibung
Nach einer Ehrverletzung irrt Lieutenant Gustl durch Wien. In Form eines inneren Monologs lässt Schnitzler an Gustls Gedanken teilhaben: Muss er Selbstmord begehen, oder gibt es einen anderen Ausweg?
Klassenlektüre und Textarbeit einfach gemacht: Die Reihe »Reclam XL – Text und Kontext« erfüllt alle Anforderungen an Schullektüre und Bedürfnisse des Deutschunterrichts:
* Reclam XL bietet den sorgfältig edierten Werktext – seiten- und zeilengleich mit der entsprechenden Ausgabe aus Reclams Universal-Bibliothek.
* Das Format ist größer (12,2 x 20 cm) als die gelben Klassiker der Universal-Bibliothek, mit ausreichend Platz für Notizen am Seitenrand.
* Schwierige Wörter werden am Fuß jeder Seite erklärt, ausführlichere Wort- und Sacherläuterungen stehen im Anhang.
* Ein Materialienteil mit Text- und Bilddokumenten erleichtert die Einordnung und Deutung des Werkes im Unterricht.
* Natürlich passen auch weiterhin alle Lektüreschlüssel, Erläuterungsbände und Interpretationen dazu!
Buchinformationen
Beiträge
Pionierwerk zum inneren Monolog 🧠🗣️
Wien, um die Jahrhundertwende. Die Habsburgermonarchie strahlt nach außen hin noch immer den Glanz einer Weltmacht aus, doch innerlich brodelt es. Die Gesellschaft ist verkrustet, die Rollenbilder sind eng, und unter dem Lack des Anstands verbergen sich Angst, Gier und eine gähnende innere Leere. Arthur Schnitzler, sowohl Arzt als auch Literat, legt in seinen zwei Novellen, Leutnant Gustl (1900) und Fräulein Else (1924), das Innenleben seiner Zeit mit chirurgischer Präzision frei. Leutnant Gustl ist eine Novelle, die man kaum glauben kann: Ein junger Offizier wird nach einem Konzertabend von einem Bäcker beleidigt. Was sich vorerst nach einer Kleinigkeit anhört, bringt Gustls Welt jedoch gehörig aus den Fugen. Seine Ehre, die das einzige Kapital ist, über das er wirklich verfügt, scheint unwiederbringlich verloren zu sein. Er kann den Mann nicht zum Duell fordern, da dieser ein Zivilist und somit kein standesgemäßer Gegner ist. Daher beschließt Gustl, seinem nun nutzlosen Leben ein Ende zu setzen. Fräulein Else, das ein Vierteljahrhundert später entstanden ist, zeigt eine junge, gebildete Frau in einer anderen, aber nicht weniger erdrückenden Zwangslage. Ihr Vater, ein Wiener Rechtsanwalt, hat sich verspekuliert und droht ins Gefängnis zu kommen. Ihre Mutter hat aber sogleich eine Lösung ausgehandelt: Else soll sich einem älteren Herrn anbiedern und das Geld von ihm erbitten – koste es, was es wolle. Beide Texte Schnitzlers sind Meilensteine der deutschsprachigen Moderne; nicht zuletzt, weil Schnitzler hier erstmals in der deutschen Literatur den inneren Monolog als alleiniges Erzählmittel einsetzt. Eine Technik, die er zeitgleich mit James Joyce, und dennoch völlig unabhängig von diesem entwickelte. Freud nannte Schnitzler sein literarisches Doppelgänger-Ich. Das war kein Kompliment von oben herab — das war ehrliche Anerkennung unter Gleichgesinnten. Was Schnitzler in diesen beiden Texten tut, ist im Grunde ein Akt der Entlarvung — sanft, fast beiläufig, aber unerbittlich. Er hält seinen Figuren keinen Spiegel vor, sondern steckt uns mitten in sie hinein. Was wir dort schließlich vorfinden, ist kein Heldenstück oder ein klarer moralischer Kompass, sondern ein Gewirr aus Eitelkeit, Angst, halbgaren Gedanken und gesellschaftlich eingeübten Reflexen. Bei Gustl zeigt sich das besonders schonungslos. Der Mann ist kein Bösewicht oder Ähnliches, er ist lediglich banal. Seine Gedanken kreisen in dieser Schicksalsnacht nicht um Tiefe, Sinn oder Reue, sondern um Nichtigkeiten. Beispielsweise überlegt er, ob seine Schwestern weinen werden, ärgert sich über einen Konzertzettel oder er denkt an seine früheren Liebschaften. Schnitzler verabschiedet mit dieser Figur eine ganze Weltanschauung — die des kaiserlichen Militärs, das sich auf Ehre und Standesgefühl beruft, innerlich aber so hohl ist wie eine leere Uniform. Die Novelle erschien 1900 im Wiener Feuilleton und kostete Schnitzler seinen Rang als Offizier der Reserve — ein Beweis dafür, wie treffsicher die Satire saß. Else ist das weibliche Gegenstück zu Gustl und in gewisser Weise noch bedrückender zu lesen, weil ihr Käfig nicht aus aufgeblasenem Ehrgefühl besteht, sondern aus struktureller Ohnmacht. Sie ist jung, klug, voller Bewusstsein — und genau dieses Bewusstsein macht ihr Leiden unerträglich. Sie erkennt, was mit ihr geschieht und benennt dies mit messerscharfen Worten. Dennoch kann sie ihr Schicksal letztendlich nicht verhindern (zumindest glaubt sie das). Schnitzlers Brillanz liegt darin, dass er uns nie sagt, was Else tun soll. Er urteilt nicht. Er begleitet nur und überlässt uns schlussendlich die Bewertung. Dabei ist der innere Monolog nicht nur ein erzählerischer Kniff, sondern auch eine bewusste Entscheidung. Indem Schnitzler uns keine auktoriale Stimme gibt, kein Korrektiv von außen, keine ordnende Erzählerinstanz, setzt er uns der Gedankenwelt seiner Figuren schutzlos aus. Wir können nicht auf Abstand gehen. Wir müssen Gustls Feigheit mitdenken, Elses Demütigung mitfühlen. Das ist unbequem. Es soll unbequem sein. Was die beiden Novellen über den Wiener Kontext hinaus zeitlos macht, ist ihre Diagnose: Wie Menschen unter gesellschaftlichem Druck nicht zusammenbrechen, sondern sich anpassen — und dabei unmerklich sich selbst verlieren. Gustl wird am Ende nicht sterben. Eine Zufallsnachricht erspart ihm das. Er wird weitermachen wie zuvor. Das ist das eigentlich Grauenhafte. Else wird nicht weitermachen. Auch das lässt Schnitzler nicht als Tragödie heroisieren — es ist Scheitern, stilles, erschöpftes Scheitern.

Der Schreibstil ist komplex. Da es sehr wenige Absätze gibt und diese Version des Buches zwar schon überarbeitet hat, hat man dennoch die Sprache auf einem schwierigen Level gelassen. Ein sehr interessantes und psychologisches Thema, zur Darstellung der Frau zu der Zeit, wo das Werk entstanden ist (1924). Wo wir heute für jeden (vermeintlich) Freiheit und Selbstbestimmung haben, wird hier sehr stark das Bild von damals von der Frau kritisiert. Ich hatte gehofft das Buch an einem Tag durchzubekommen, allerdings war es manchmal so komplex, dass es einen müde gemacht hat und man beim lesen mehrmals weggenickt ist.
Angenehm zu lesendes Buch mit einer tollen Protagonistin und einer recht traurigen Handlung
[Spoiler] Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil und bringt einen an der ein oder anderen Stelle auch zum Schmunzeln. Die Protagonistin ist sehr sympathisch und einfach eine tolle Frau, die definitiv etwas besseres verdient hat, als von ihrer Familie ausgenutzt und von einem alten Mann erniedrigt zu werden :( Hab die ganze Zeit mit ihr gefiebert und gehofft, dass sie es schafft einen Ausweg aus dieser schwierigen und unfairen Situation zu finden, was ihr leider nur durch den Selbstmord gelungen ist... Doch ist es ein wenig tröstlich, dass sie wenigstens über ihren Tod die Macht hatte eigenständig zu entscheiden und zu handeln, auch wenn sie lieber fern von all den Problemen ihrer Familie, die unmittelbar auf sie übertragen wurden, weiter gelebt hätte :( Kann das Buch aber nichtsdestotrotz weiterempfehlen, es ist definitiv lesenswert und in seiner message über Machtmissbrauch und Feminismus auch sehr wichtig, auch noch für die heutige Zeit🙏🏻
Große Überraschung
Dass mich ein Klassiker wirklich so vom Hocker hauen kann, hätte ich nicht gedacht. Trust me - das Buch ist WIRKLICH gut. Der Text ist von 1924(!) und der Autor (ja, ein Mann!) zeichnet hier ein komplexes Bild von Weiblichkeit im Patriarchat, welches aktueller nicht sein könnte. Stilistisch meisterhaft und enorm vielschichtig zeichnet er die Protagonistin Else als kluge, sehr lustige Frau, die die Gesellschaft (und vor allem Männer) durchschaut hat. Eine Frau, die durchaus überlegt ob sie heiraten oder Kinder will (ich wiederhole - der Text ist von 1924!), die reisen will; die sich wunderschön und sinnlich findet und die sich nichts von irgendwelchen Männers sagen lässt. Er zeichnet sie aber auch als Frau innerhalb eines patriarchalen Systems. Als Frau die sexualisiert und pathologisiert wird, die nicht zu viel Raum einnehmen darf, die höflich und sexuell verfügbar sein soll, aber auch nicht zu sehr, denn jungfräulich soll sie sein. Ein System, indem Männer ihre Machtposition ausnutzen und sich danach noch als der good guy fühlen. Im Buch gerät Else in eine missliche Lage indem all diese (und viel mehr) Aspekte miteinander in Konflikt treten und das auf 80 (!)Seiten. Literarisch eher anspruchsvoll aber absolut lohnenswert. Lesen!!
Mein zweites Mal Schnitzler und ich finde, er liest sich richtig gut. Der innere Monolog fließt schön. Besonders in Fräulein Else folgt man bildlich ihrem Wahn in Gedanken. Wäre es von einer Autorin, würde ich es feministisch lesen, so aber bleibt ein bisschen der Beigeschmack einer malegaze Sexualisierung von Else. Dennoch gut und spannend geschrieben. Auch für zwischendurch geeignet.
Ich musste das Buch für den Deutschunterricht lesen und fand den Gedanken hinter der Geschichte ziemlich gut. Besonders wie der Autor die damalige „Norm“ gegenüber Frauen kritisiert (u.a. den Körper zu „verkaufen“) und auch Sui*idgedanken thematisiert hat, fand ich gelungen. Es war außerdem das erste Reclam-Buch, das ich tatsächlich verstanden habe😂
Sehr dramatisch, aber deswegen auch lustig.
Der Hauptcharakter ist unerträglich geschrieben, was es nicht schlecht macht. Es ist etwas, das man nicht oft liest und es ist herrlich erfrischend. Außerdem ist das unsympathische Wesen Teil der finalen Message. Es ist etwas lang gehalten, im Sinne von unnötigen Abschweifungen und Textpassagen, aber wird dadurch realistisch. Es ist etwas, das man nicht oft liest und es ist auch schnell gelesen, weswegen es sich definitiv lohnt auch wenn es einen nicht von den Socken haut.
Ich musst dieses Buch für die Schule lesen und obwohl es sehr kurz war brauchte ich doch recht lange, um es zu lesen da mir das Fräulein Else so was von auf die Nerven ging. Ihr ganzes hin und her Gerede und bla bla bla mach ich dies oder das und am Ende hat sie sich eh umgebracht, was auch vorherzusehen war.
Was geht alles in Fräulein Elsses Kopf vor…
Welche Gedanken schwirren ihr durch den Kopf? Für wen oder was entscheidet sich das Fräulein? Das Thema ist immer noch aktuell, denn Geld ist Macht… älterer Mann und verzweifelte junge Frau.. Die Angst zu enttäuschen und für den Untergang schuld sein… Auf ewig mit dem Leben was passieren wird, egal wofür man sich entscheidet!































