Liaisons

Liaisons

Hardcover
3.846

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Beschreibung

Lauren und Jean sind schon lange verheiratet. Sie begehren sich immer noch, doch Lauren hat sich einen Liebhaber genehmigt: ihren Kollegen Maxime. Es plagt sie nicht das geringste schlechte Gewissen. Sie nimmt sich von Maxime, was sie möchte, und sie bestimmt die Regeln. Das irritiert Maxime, der von Frauen anderes gewohnt ist. Noch mehr würde er sich wundern, wenn er wüsste, von wem seine Frau Nadia derweil träumt …

In raffiniert verwobenen Perspektiven und mit einem untrüglichen Gespür für erotische Nuancen erzählt Liaisons von der Macht der Fantasie, der Ambivalenz der Freiheit – und dem köstlichen Risiko, sich selbst zu verlieren.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
192
Preis
22.70 €

Autorenbeschreibung

Céline Robert schreibt seit ihrer Kindheit. Lange hat sie sich in ihren Texten direkt an Menschen aus ihrer Umgebung gewandt, um ihnen damit eine Freude zu machen. Mit Liaisons, ihrem ersten Roman, wendet sich Céline Robert erstmals an die Allgemeinheit. Sie hofft, dass sich die Leser in den fünf Charakteren, die den Kreis ihres Liebesreigens bilden, selbst erkennen. Sie kann es immer noch nicht ganz fassen, dass sie ihre idiotischen Ängste, geheimen Freuden und intimen Ideen tatsächlich jetzt mit uns allen teilt.

Beiträge

9
Alle
4

“Liaisons” von Céline Robert (ins Deutsche übersetzt von Alexandra Baisch) handelt von Lauren und Jean, die seit vielen Jahren verheiratet sind, Laurens Kollegen Maxime und seiner Frau Nadia und deren Babysitterin Emma. In einem Reigen sind alle amourös miteinander verbandelt und es wird erzählt von Begehren, dem Ausbrechen aus dem Alltag und der Macht erotischer Fantasie. Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben und es ist interessant, Beziehungen und Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet zu sehen. Robert schafft es mit ihrer Sprache, die Lesenden zu fesseln und in Affären hinein zu ziehen. Die Aufteilung des Romans in fünf Teile (für jede Figur einen) hat mir auch sehr gut gefallen. Interessant war für mich besonders der Ansatz, Rollen umzukehren: Lauren als treibende und dominierende Kraft in der Affäre und Maxime als der Unterlegene, Nadia in der für gewöhnlich männlichen Rolle, mit der Babysitterin anbandeln zu wollen. Ein Buch, das durch die ungewöhnliche Umsetzung im Gedächtnis bleiben wird. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

3.5

Gefühlskarussel in fünf Akten

„Liaisons“ von Roberts macht gleich zu Beginn klar: Hier geht’s nicht um eine Affäre – hier brodelt ein ganzes Netz davon. Fünf Personen erzählen jeweils aus ihrer eigenen Perspektive, und genau diese fünf Blickwinkel machen den Reiz des Romans aus: Jede Stimme bringt eine neue Wahrheit, neue Blindspots und neue Komik ins Spiel. Im Zentrum steht eine verheiratete Frau, die in eine leidenschaftliche Beziehung schlittert, während um sie herum weitere romantische Eskapaden aufflammen. Das Ganze wirbelt Beziehungen, Selbstbilder und Moralvorstellungen einmal kräftig durcheinander. Der Stil wirkt dabei stellenweise fast gestelzt, als würde der Text kurz vor der eigenen Wortakrobatik stolpern – aber gerade dieses leicht ungelenke Flimmern passt wunderbar zur emotionalen Schieflage aller Beteiligten. Besonders spannend ist, wie klar und selbstbewusst Roberts die Emanzipation der weiblichen Lust ins Zentrum rückt: unverklemmt, direkt und herrlich zeitgemäß. Und dank der verschiedenen Erzähler:innen liefert das Buch eine ganze Palette psychologischer Einblicke – mal scharf beobachtet, mal sarkastisch, mal überraschend zärtlich. Kurz gesagt: Ein moderner, witziger Beziehungswirbel, der sich nicht immer geschmeidig liest, aber genau dadurch eine sehr eigene, charmant-chaotische Note bekommt.

4

Manchmal lese ich Bücher, die sich fast unauffällig anschleichen. Keine großen Gesten, kein lautes Drama. Und genau deshalb denkt man dann länger über sie nach. „Liaisons“ war für mich so ein Roman. Kurz, leicht zu lesen, elegant erzählt. Und doch steckt in diesen wenigen Seiten erstaunlich viel über Begehren, Freiheit und die stillen Veränderungen, die das Gleichgewicht innerhalb einer Beziehung verschieben können. Im Mittelpunkt steht Lauren, die nach fünfzehn Jahren Ehe spürt, wie sehr sich ihr Leben verfestigt hat. Die Affäre mit ihrem Kollegen Maxime beginnt spielerisch, beinahe harmlos, wird aber schnell zu einem Versuch, sich selbst wieder näherzukommen. Während Lauren sich öffnet, gerät Maximes sicher geglaubtes Leben aus dem Gleichgewicht. Auch seine Ehe mit Nadia zeigt Risse, die nicht mehr zu übersehen sind. Besonders berührt hat mich Nadias Perspektive. Diese leise Erschöpfung nach Jahren der Selbstoptimierung, der Moment des Zusammenbruchs. Und plötzlich passiert etwas, das sich wie Freiheit anfühlt. Dass ausgerechnet die junge Babysitterin Emma diesen Prozess auslöst, verleiht der Geschichte eine überraschende Frische. Emma wirkt ungebunden, fast schwerelos, auch wenn ihre Entscheidungen mehr bewegen, als ihr vielleicht bewusst ist. Selbst Jean, Laurens Ehemann, bleibt von diesen Verstrickungen nicht unberührt. ❤️ Was ich an „Liaisons“ besonders mochte ist, dass Céline Robert nicht urteilt. Keine Figur wird bloßgestellt, niemand eindeutig verurteilt oder entschuldigt. Alle handeln widersprüchlich, emotional, manchmal egoistisch und genau darin liegt ihre Glaubwürdigkeit. Die moralische Ambivalenz trägt den Roman und macht ihn so spannend. Am Ende fügt sich alles still zusammen. Kein Paukenschlag, sondern ein präzise gesetzter Moment, der noch einmal alles neu sortiert. ❤️ Ein Buch für einen Abend. Und für Gedanken, die länger bleiben.

3.5

"Lauren ist 41, berufstätig, verheiratet, klug - und hat sich entschieden, ihrem geordneten Leben einen kleinen Sturm zuzumuten." (Klappentext) Doch nicht nur Lauren wagt sich in diesem Roman in den Sturm. "Liaisons" erzählt in kurzen Episoden von fünf Menschen, die sich auf Parallelstraßen ihrer Beziehungen und Leben begeben. Die Absichten sind so vielfältig wie egoistisch: Bestätigung, die Suche nach dem Abenteuer, um aus ehelichen Routinen auszubrechen, das Austesten von Grenzen ... Worauf es jedoch immer hinausläuft, ist Begierde und die Überzeugung, der andere merke nicht, wie klammheimlich ein Doppelleben entsteht. Es ist ein Schachspiel, das die Autorin aufbaut. Zug um Zug entstehen Situationen, mit denen die einen nicht rechnen, Strategien, die nicht aufgehen und Verbindungen, die ihre ganz eigene Dynamik entwickeln. Dabei geht es nicht nur um das geschickte Setzen von Zügen, sondern auch um ein ständiges Kräftemessen: Wer hat die Oberhand, wer gibt nach, wer durchschaut wen – und oft kippen diese Rollen schneller, als den Figuren lieb ist. Aus anfänglicher Kontrolle wird nicht selten Abhängigkeit, aus vermeintlicher Souveränität ein leises Ausgeliefertsein. Ein klassischer Liebesreigen, dessen Verflechtungen kleine Überraschungen parat haben. Lässt sich gut in wenigen Stunden wegsnacken, bleibt aber auch nicht allzu lange haften.

4

Liaisons dreht sich um das Beziehungsgeflecht zweier Paare und einer Studentin/ Babysitterin. Wir folgen allen für einen gewissen Zeitraum und entdecken nach und nach, wer mit wem, wie ernst oder nicht ernst und auch warum. Die Stärke des Buches ist das Spiel mit Perspektiven. Wir haben fünf Kapitel, die jeweils aus der Sicht eines der fünf Protagonisten erzählt werden. Dadurch bekommen wir ein faszinierendes Bild von jedem/jeder einzelnen, immer im Zwiespalt zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die Charaktere werden dabei und auch dadurch nuanciert und glaubhaft dargestellt. An diesem Aspekt hatte ich große Freude. Als kleine Schwäche würde ich einen Mangel an Pointe im Gesamtkonstrukt des Romans sehen. Es gibt ein eher nichtssagendes Ende, ohne dass es zu einem Höhepunkt oder gar einer Auflösung der Situationen kommt. Muss es ja auch nicht, aber irgendwie habe ich mich bei diesem Buch trotzdem um einen Knall oder so etwas zum Schluss betrogen gefühlt. Insgesamt aber durchaus sehr lesenswert für alle, die mehr an Charakteren und zwischenmenschlichen Beziehungen als an Handlungssträngen interessiert sind.

3

Angenehmer Lesefluss

Obwohl sich der Abschluss etwas ausgedünnt angefühlt hat, muss ich sagen, dass mich die 5 Hauptfiguren schon sehr in ihren Bann gezogen haben. Eine verstrickte Geschichte mit fünf verschiedenen Perspektiven, Erlebnissen und Empfindungen - diese unglaublich treffend und nachvollziehbar in Worte gefasst. Nichtsdestotrotz hat mich doch etwas gestört, dass die Polyamorie als etwas intellektuelles und gehobenes dargestellt wird. Ich finde dass die Geschichten ja eigentlich sehr deutlich zeigen, dass hier eher Probleme des Respekts und der Kommunikation vorliegen. Ohne ein ausgezeichnetes Verständnis, Respekt und ein gutes Miteinander kann Polyamorie meines Erachtens nicht funktionieren. Obwohl das Buch genau das zeigt, könnte bei dem ein oder anderen vielleicht ein falscher Eindruck erweckt werden.

Céline Roberts „Liaisons“ ist ein kurzer, aber bemerkenswert vielschichtiger Roman über Begehren, Freiheit und die brüchigen Konstruktionen moderner Beziehungen. Mit leichtem Tonfall, präziser Beobachtungsgabe und einem feinen Sinn für erotische Spannung verwebt die Autorin die Perspektiven von fünf Figuren, deren Leben enger miteinander verknüpft sind, als sie selbst ahnen. Im Zentrum steht Lauren, die nach fünfzehn Jahren Ehe den stillen Abnutzungsspuren ihres Ehealltags entkommen will und sich auf eine Affäre mit ihrem Kollegen Maxime einlässt. Was zunächst wie ein spielerischer Ausbruch wirkt, entwickelt sich zu einer Suche nach Selbstbestimmung – und zu einem Rollentausch, der Maxime, gewohnt an klare Geschlechterdynamiken, irritiert. Maxime wiederum, verheiratet mit der ambitionierten und erschöpften Nadia, entdeckt erst spät, dass sein eigenes Leben längst nicht so stabil ist, wie er glaubt. Nadias Erzählung zählt zu den stärksten Momenten des Romans: eine Frau, die nach jahrelanger Selbstoptimierung zusammenbricht und im Chaos ihrer Neuorientierung plötzlich eine Freiheit kostet, die sie nie eingeplant hatte. Dass ausgerechnet die junge Babysitterin Emma ihr diesen Impuls ermöglicht, verleiht der Geschichte einen unerwartet frischen Zug. Emma selbst ist der freieste Geist des Quintetts – und doch nicht frei von den Wechselwirkungen, die ihre unbeschwerten Entscheidungen auslösen. Auch Jean, Laurens Ehemann und Emmas Professor, wird mit seinen eigenen Grenzen und Versuchungen konfrontiert. Robert gelingt es, jede Figur ernst zu nehmen, ohne sie jemals zu verurteilen. Alle fünf handeln widersprüchlich, emotional, impulsiv – aber stets nachvollziehbar. Die moralische Ambivalenz ist kein Makel, sondern Motor des Romans. Wie ein Dominospiel, das sich langsam zu einem Kreis schließt, verbindet sich Szene an Szene, Perspektive an Perspektive, bis ein unerwarteter Plottwist am Ende alles neu sortiert. Der Moment ist knapp, elegant gesetzt – und erstaunlich wirkungsvoll. Stilistisch besticht „Liaisons“ durch Klarheit und Leichtigkeit. Roberts Humor ist leise, ihre Erotik andeutungsreich statt plakativ, und ihr Blick auf Beziehungen überraschend großzügig. Trotz der Kürze des Buches entstehen viele kluge Gedanken über Macht, Sehnsucht und das fragile Gleichgewicht aus Verlässlichkeit und Abenteuerlust. Paris dient dabei als ideale Kulisse: nicht verklärt, aber voller Selbstverständlichkeit ein Ort, an dem Menschen sich trauen, ein wenig über ihre Grenzen hinauszugehen. „Liaisons“ ist kein tiefenpsychologischer Roman – und will es auch nicht sein. Seine Stärke liegt im Atmosphärischen: im Spiel mit Fantasie, Versuchung und dem Risiko, sich für einen Moment von Zwängen zu lösen. Wer französische Erzählkunst schätzt, Lust auf verschlungene Perspektiven hat und moralische Schattierungen nicht scheut, wird diesen Roman mit Genuss lesen. Ein kluger, leichtfüßiger und sinnlicher Roman, der zeigt, wie überraschend viel in vermeintlich kleinen Entscheidungen liegen kann. Kurzweilig, elegant komponiert und voller subtiler Spannung – ein Buch, das man mühelos an einem Abend verschlingt! Aus dem Französischen von Alexandra Baisch.

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3

Der Schreibstil ist super allerdings ärgert mich eher das die Paare nicht in ihrer Beziehung reden.

3

Also irgendwie waren mir alle Charaktere echt unsympathisch. Aber der Schreibstil war gut und es war auch amüsant. Ich mochte die unterschiedlichen Perspektiven.

Also irgendwie waren mir alle Charaktere echt unsympathisch. 
Aber der Schreibstil war gut und es war auch amüsant. 
Ich mochte die unterschiedlichen Perspektiven.
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