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Self love is the biggest middle finger of all time.
(4 Sterne – wegen leichtem Endspurt-Stolperer, aber trotzdem richtig gut) Louisa ist ein kleines Chaos auf zwei Beinen – im allerbesten Sinne. Tagsüber tingelt sie von Casting zu Casting und versucht verzweifelt, endlich genug bezahlte Jobs zu bekommen, um ihre Miete zu stemmen. Nachts lebt sie zwei Leben: einmal als Wattpad-Autorin voller Herz und Leidenschaft… und einmal im Chat, wo der geheimnisvolle Nighthawk sie mit Worten auffängt, die sie mehr berühren, als sie zugeben würde. Was Louisa nicht weiß: Der Typ hinter diesen Nachrichten ist niemand, den sie freiwillig an ihrem Küchentisch sitzen lassen würde. Jedenfalls noch nicht. Nebenbei kämpft Louisa mit einem schlechten Gewissen, weil ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Johanna eigentlich längst mit ihrem Freund zusammenziehen möchte, aber der WG zuliebe bleibt. Louisa liebt diese WG, hat aber ständig das Gefühl, nur ein Klotz am Bein zu sein. Trotzdem steht Johanna felsenfest hinter ihr – besonders als sie Louisa zum Casting für die Hauptrolle im neuen Game Anima drängt. Und dann wäre da Henry. Der Mann ist die menschliche Version einer Regenwolke: grumpy, distanziert, unfreundlich – aber mit einem Herz, das er so gründlich eingemauert hat, dass man erst mit der Spitzhacke ran muss, um überhaupt eine Regung zu sehen. Er ist der Perfektionist hinter „Anima“, komplett überzeugt, dass Louisa emotional nicht genug liefern kann, um seine Vision umzusetzen. Und während er am Set der König der Kritik ist, rennt er privat vor allem eines: seinen eigenen Dämonen davon. Henry ist traumabehaftet bis unter die Haarspitzen. Er gibt sich die Schuld am Unglück seiner früheren besten Freundin, verweigert jeden Kontakt, führt ein Nomadenleben zwischen Hotelzimmern und schlecht verarbeiteten Schuldgefühlen – und ist nebenbei fest davon überzeugt, kein Glück zu verdienen. Kurz: emotional völlig unbrauchbar… aber gottverdammt faszinierend. Natürlich landet er – wie das Leben so spielt – in Louisas WG. Als neuer Mitbewohner. Und als wäre das nicht schon genug, läuft er ständig halbnackt herum. Louisa: „Ich will professionell bleiben.“ Auch Louisa: „Ich könnte auf deinem Bauch Spiegeleier braten.“ Die Mischung aus Wohnungschaos, seiner Ordnungs-Macke und einer unterschwelligen Spannung, die man mit einem Messer schneiden könnte, ist einfach köstlich. Die Dynamik zwischen den beiden ist ein einziges Hin und Her aus Nähe und Distanz, aus „ich will dich“ und „ich darf dich nicht wollen“. Im Studio ist er der gnadenlose Regie-Hardliner, der Louisa an ihre Grenzen bringt. Zuhause ist er überraschend sanft, aufmerksam und hilft ihr sogar bei Proben, Emotionen und Textarbeit – als wäre es das Natürlichste der Welt, sie besser zu machen, als sie sich selbst zutraut. Und obwohl sie sich näherkommen – heiß sogar – macht Henry panisch die Bremse rein. „Freunde“, sagt er, in einer Tonlage, bei der Freunde wirklich Freunde meint. Weil er glaubt, nicht genug zu sein. Weil er glaubt, dass Liebe weh tut. Weil er glaubt, dass er es nicht verdient. Louisa öffnet sich ihm, erzählt von ihrer toxischen Beziehung zu ihren Eltern, die sie nur anrufen, wenn sie Geld brauchen. Henry erzählt ihr von seinem Trauma, von seiner querschnittsgelähmten besten Freundin und seinen Schuldgefühlen. Sie heilen sich gegenseitig ein kleines Stück – ohne Kitsch, ohne übertriebene Dramaturgie. Nur bei einer Sache hält Henry dicht: Er ist Nighthawk. Der Typ, der Louisa nachts mit Worten auffängt, während er ihr tagsüber das Leben schwer macht. Und natürlich fliegt das irgendwann auf – spät, zu spät. Der Bruch kommt unmittelbar vor Schluss, und obwohl beide aneinander zugrunde gehen, brauchen sie die Zeit getrennt. Henry, um nicht mehr wegzurennen. Louisa, um sich selbst wichtig genug zu nehmen. Die Versöhnung ist schön – keine Frage – aber ich hätte mir ein paar Kapitel mehr gewünscht, um das „Wir finden zurück zueinander“ intensiver auszukosten. Trotzdem bleibt „Level Two“ ein warmes, intensives, herrlich nerdiges Liebesbuch mit Herz, Tiefgang, Studiochaos und einem mutigen Blick auf mentale Gesundheit. Die Charaktere sind echt, die Gefühle roh und ehrlich, und die WG samt Gaming-Atmosphäre macht einfach Spaß. Wenn Henry mal nicht grumpy ist, ist er zum Verlieben. Wenn Louisa mal nicht zweifelt, ist sie eine Naturgewalt. Von mir solide 4 Sterne. Ein wunderschönes, emotionales, charmantes Buch – mit minimalem Endspurt-Stolperer, aber ganz viel Herz.

22. Nov. 2025
Self love is the biggest middle finger of all time.
(4 Sterne – wegen leichtem Endspurt-Stolperer, aber trotzdem richtig gut) Louisa ist ein kleines Chaos auf zwei Beinen – im allerbesten Sinne. Tagsüber tingelt sie von Casting zu Casting und versucht verzweifelt, endlich genug bezahlte Jobs zu bekommen, um ihre Miete zu stemmen. Nachts lebt sie zwei Leben: einmal als Wattpad-Autorin voller Herz und Leidenschaft… und einmal im Chat, wo der geheimnisvolle Nighthawk sie mit Worten auffängt, die sie mehr berühren, als sie zugeben würde. Was Louisa nicht weiß: Der Typ hinter diesen Nachrichten ist niemand, den sie freiwillig an ihrem Küchentisch sitzen lassen würde. Jedenfalls noch nicht. Nebenbei kämpft Louisa mit einem schlechten Gewissen, weil ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Johanna eigentlich längst mit ihrem Freund zusammenziehen möchte, aber der WG zuliebe bleibt. Louisa liebt diese WG, hat aber ständig das Gefühl, nur ein Klotz am Bein zu sein. Trotzdem steht Johanna felsenfest hinter ihr – besonders als sie Louisa zum Casting für die Hauptrolle im neuen Game Anima drängt. Und dann wäre da Henry. Der Mann ist die menschliche Version einer Regenwolke: grumpy, distanziert, unfreundlich – aber mit einem Herz, das er so gründlich eingemauert hat, dass man erst mit der Spitzhacke ran muss, um überhaupt eine Regung zu sehen. Er ist der Perfektionist hinter „Anima“, komplett überzeugt, dass Louisa emotional nicht genug liefern kann, um seine Vision umzusetzen. Und während er am Set der König der Kritik ist, rennt er privat vor allem eines: seinen eigenen Dämonen davon. Henry ist traumabehaftet bis unter die Haarspitzen. Er gibt sich die Schuld am Unglück seiner früheren besten Freundin, verweigert jeden Kontakt, führt ein Nomadenleben zwischen Hotelzimmern und schlecht verarbeiteten Schuldgefühlen – und ist nebenbei fest davon überzeugt, kein Glück zu verdienen. Kurz: emotional völlig unbrauchbar… aber gottverdammt faszinierend. Natürlich landet er – wie das Leben so spielt – in Louisas WG. Als neuer Mitbewohner. Und als wäre das nicht schon genug, läuft er ständig halbnackt herum. Louisa: „Ich will professionell bleiben.“ Auch Louisa: „Ich könnte auf deinem Bauch Spiegeleier braten.“ Die Mischung aus Wohnungschaos, seiner Ordnungs-Macke und einer unterschwelligen Spannung, die man mit einem Messer schneiden könnte, ist einfach köstlich. Die Dynamik zwischen den beiden ist ein einziges Hin und Her aus Nähe und Distanz, aus „ich will dich“ und „ich darf dich nicht wollen“. Im Studio ist er der gnadenlose Regie-Hardliner, der Louisa an ihre Grenzen bringt. Zuhause ist er überraschend sanft, aufmerksam und hilft ihr sogar bei Proben, Emotionen und Textarbeit – als wäre es das Natürlichste der Welt, sie besser zu machen, als sie sich selbst zutraut. Und obwohl sie sich näherkommen – heiß sogar – macht Henry panisch die Bremse rein. „Freunde“, sagt er, in einer Tonlage, bei der Freunde wirklich Freunde meint. Weil er glaubt, nicht genug zu sein. Weil er glaubt, dass Liebe weh tut. Weil er glaubt, dass er es nicht verdient. Louisa öffnet sich ihm, erzählt von ihrer toxischen Beziehung zu ihren Eltern, die sie nur anrufen, wenn sie Geld brauchen. Henry erzählt ihr von seinem Trauma, von seiner querschnittsgelähmten besten Freundin und seinen Schuldgefühlen. Sie heilen sich gegenseitig ein kleines Stück – ohne Kitsch, ohne übertriebene Dramaturgie. Nur bei einer Sache hält Henry dicht: Er ist Nighthawk. Der Typ, der Louisa nachts mit Worten auffängt, während er ihr tagsüber das Leben schwer macht. Und natürlich fliegt das irgendwann auf – spät, zu spät. Der Bruch kommt unmittelbar vor Schluss, und obwohl beide aneinander zugrunde gehen, brauchen sie die Zeit getrennt. Henry, um nicht mehr wegzurennen. Louisa, um sich selbst wichtig genug zu nehmen. Die Versöhnung ist schön – keine Frage – aber ich hätte mir ein paar Kapitel mehr gewünscht, um das „Wir finden zurück zueinander“ intensiver auszukosten. Trotzdem bleibt „Level Two“ ein warmes, intensives, herrlich nerdiges Liebesbuch mit Herz, Tiefgang, Studiochaos und einem mutigen Blick auf mentale Gesundheit. Die Charaktere sind echt, die Gefühle roh und ehrlich, und die WG samt Gaming-Atmosphäre macht einfach Spaß. Wenn Henry mal nicht grumpy ist, ist er zum Verlieben. Wenn Louisa mal nicht zweifelt, ist sie eine Naturgewalt. Von mir solide 4 Sterne. Ein wunderschönes, emotionales, charmantes Buch – mit minimalem Endspurt-Stolperer, aber ganz viel Herz.
22. Nov. 2025






