Le Dieu du carnage

Le Dieu du carnage

Taschenbuch
3.257

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Beschreibung

Ferdinand verprügelt Bruno auf dem Schulhof. Als sich die Eltern der beiden treffen, um den Streit zu schlichten, sieht alles zunächst nach gütlicher Einigung aus. Ein bissiger Kommetar jeodoch lässt die Stimmung schnell kippen – und aus dem harmonischen Miteinander wird ein grenzenloses Chaos aus Schuldzuweisungen und unterdrückten Eheproblemen.

Das Buch enthält eine Einleitung von der Autorin Yasmina Reza (”La langue pour la patrie“), den Originaltext (Theaterstück) auf Französisch mit französischen Annotationen, einen Aufgabenapparat ( lire, écrire, chercher, oral, à savoir ) mit Lösungen im Livre du professeur (s.u.), Zusatztexte von Ionesco, La Fontaine, Jarry, Anouilh, Albee sowie ein Exklusivinterview von Yasmina Reza

Ein livre du professeur finden Sie als Download auf der Homepage des Verlags Magnard. Mehr Informationen zur Anmeldung und zum Bezug des Downloads im Informationsblatt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Jugendbücher
Sub-Genre
Bildung
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
107
Preis
9.50 €

Autorenbeschreibung

Yasmina Reza wurde am 1. Mai 1959 in Paris geboren und ist eine französische Schauspielerin und Schriftstellerin. Reza wuchs als Tochter einer Violinistin und eines Ingenieurs in behüteten Verhältnissen einer weitverzweigten jüdischen Familie auf. Sie ging in Paris zur Schule und studierte dort auch Schauspiel. Nach einigen Engagements begann sie 1987, selbst Theaterstücke zu verfassen, mit denen sie auch sofort erfolgreich war. Bereits ihr drittes Werk „Art“ erlangte Weltruhm. Sie erhielt zudem zahlreiche Auszeichnungen und erweiterte ihre Schriftstellertätigkeit auch um Prosa und Drehbücher. 2005 wurde sie mit dem Weltliteraturpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Roman Polański verfasste Reza 2011 das Drehbuch zur Verfilmung ihres Theaterstücks „Le Dieu du carnage“ (dt: „Der Gott des Gemetzels“). Dies brachte ihr unter anderem den französischen Filmpreis César ein. Zuletzt erschien 2017 ihr Roman „Babylon“. Yasmina Reza lebt noch heute in Paris und hat eine Tochter und einen Sohn.

Beiträge

6
Alle
5

Ein Kammerspiel der gepflegten Eskalation 🍷🪑🧠

Zwei elfjährige Jungs geraten aneinander, einer schlägt dem anderen mit einem Stock zwei Schneidezähne aus. Ein Vorfall, der heute auf keinen Fall einfach unter „Jungenkram“ abgehakt werden darf. Also treffen sich die beiden Elternpaare zu einem klärenden Gespräch. Man will das Ganze vernünftig lösen — schließlich sind wir ja erwachsen, gebildet, zivilisiert. Im Wohnzimmer der einen Familie sitzt man sich gegenüber, serviert Espresso und Kuchen, redet sachlich. Anfangs. Was als höfliches Sitzen im Wohnzimmer beginnt, kippt schnell. Zwischen Coffee Table Books und Geplänker werden aus diplomatischen Phrasen bissige Spitzen, aus passiv-aggressiven Lächeln offene Vorwürfe. Am Ende ist klar: Nicht die Kinder sind das Problem – sondern die Erwachsenen, die längst nicht so über den Dingen stehen, wie sie glauben. Und die eigentlichen Streithähne, die Kinder? Spielen am Ende längst wieder gemeinsam mit dem Handy. „Der Gott des Gemetzels“ ist Yasmina Reza in Höchstform. Kein Wort zu viel, kein Satz zu wenig. Die Dialoge sind messerscharf, die Eskalation choreografiert wie ein Tanz – nur dass sich hier niemand wirklich elegant bewegt. Man erkennt sich wieder (leider), lacht (oft erschrocken) und fragt sich am Ende: Wie dünn ist eigentlich die Schicht, die uns von der Barbarei trennt? Genau: Sehr. Und dann eskaliert es: Es wird sich angeschrien, beschimpft, Alkohol fließt, Egos prallen frontal aufeinander. Eine Frau übergibt sich – stilecht auf einen sündhaft teuren Kunstband. Ein Mann föhnt sich panisch seine Hose trocken. Und mit jeder Szene fällt mehr Lack von der vermeintlich zivilisierten Fassade. Die bürgerliche Wohlanständigkeit bröckelt, bis nichts mehr übrig bleibt als vier Erwachsene, die sich aufführen wie die Kinder, über die sie sich eben noch moralisch erhoben haben. Und man denkt die ganze Zeit: Irgendwie kennt man diese Leute. Vielleicht aus dem Elternbeirat. Vielleicht vom letzten Abendessen mit Bekannten. Ich liebe diesen zwischenzeiligen, sarkastischen Humor, der gnadenlos alles entlarvt, was wir uns im Alltag selbst schönreden. Diese vier Figuren sind Prototypen unserer Gesellschaft: aufgeklärt, leistungsorientiert, rhetorisch geübt – und doch jederzeit bereit, in den Rückwärtsgang zu schalten, sobald das eigene Weltbild ins Wanken gerät. Es macht einfach Spaß, dieser Eskalation in Zeitlupe beizuwohnen. Herrlich unangenehm, wunderbar treffend. Ich kannte den Film mit Christoph Waltz schon vorher – den mochte ich sehr, und das Drama steht dem in nichts nach. Es lebt von seiner Reduktion: vier Stühle, vier Menschen, null Filter. Yasmina Reza braucht keine Effekte, keine große Bühne – sie lässt einfach Menschen sprechen. Und genau das macht dieses Stück so stark. Fazit: Bissig, böse, herrlich entlarvend – ein kleiner, feiner Höllentrip im besten Sinne. Wer Dialoge liebt, Gesellschaftssatire schätzt und sich nicht davor scheut, eigene Verhaltensmuster im Theater mit einem Spiegel direkt unter die Nase gerieben zu bekommen, sollte das Stück definitiv gelesen (oder gesehen) haben. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Auch als Hörbuch fantastisch…

Yasmina Reza entlarvt mit diesem Stück die Abgründe zweier Paare, die sich gerade erst kennengelernt haben, weil ihre elf Jahre alten Söhne aneinander geraten sind. Was gesittet und zivilisiert beginnt, wird von Minute zu Minute immer schonungsloser. Wer hier welche Position hat und mit wem gerade welchen Konflikt austrägt, wird immer skurriler. Zu Beginn lacht man noch leicht mit und gegen Ende bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Absolute Empfehlung!!!

3.5

Konfliktbewältigung ohne Lösung

Das Drama "Gott des Gemetzels" wurde mir für meinen Deutschunterricht empfohlen. Ich habe es gelesen, gemocht, aber werde es dennoch nicht als Lektüre einsetzen. Die Geschichte dreht sich um zwei Ehepaare, die zusammensitzen, weil der Sohn des einen den anderen geschlagen hat. Über die eigentliche Intention eine Lösung für den Konflikt zu finden, eskaliert die Situation. Mit 56 Seiten ist das Drama kurzweilig, aber in seiner Komplexität nicht zu unterschätzen. Thematisch wird sehr viel aufgegriffen, einfache Eheprobleme, Erziehungsfragen, Work-Relationship-Balance - unter Oberstufe würde ich es nicht empfehlen, auch sprachlich ist es gehoben. Die Geschichte hatte sehr amüsante Parts, die mich an Loriot erinnerten. Ich werde mir demnächst mal den Film dazu ansehen, aber für den Unterricht bleibe ich auf der Suche nach lebensnäheren, modernen Stücken.

3

Mir fehlt es am letzten Biss

Dieses dramatische Werk ist aktuell - ja. Es behandelt eine ethisch-moralische Frage - auf jeden Fall. Doch es fehlt mir am letzten Biss ( vielleicht auf der Bühne zu erleben). Zwei Elternpaare suchen ein klärendes Gespräch - mehr oder weniger - bezüglich einer körperlichen Auseinandersetzung ihrer beiden Söhne. Ein gepflegtes Abendessen mit augenscheinlicher Höflichkeit und ähnlichen moralischen Ansichten. Doch innerhalb weniger Wechsel kehren sich innere „Abgründe“ heraus. Parteien wechseln und Sympathien sowie Antipathien hüpfen hin und her. Man muss und sollte wohl niemanden mögen oder bevorzugen - zumindest ist dies meiner Meinung nach für den nachhaltigen Umgang mit diesem Werk als Leser/in unabdingbar. Wer ist wirklich Täter? Wie definiert dies jeder? Was sind die graduellen Unterschiede? Was ist tief in unserer westlichen Kultur verankert, ohne unser Wissen oder mit unserer versteckten Akzeptanz? Dennoch hat mir am Ende der anfangs aufkommende Biss gefehlt.

3

Ich musste dieses Drama für den Deutschunterricht meiner Schule lesen. Ich war an vielen Stellen ein bisschen überfordert mit den unzähligen Konflikten.

5

Kurzweilig, lustig, BRILLANT

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