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"Der Gestank nach Rauch und Schweiß ist in einem Casino um drei Uhr morgens äußerst widerlich."
So beginnt Ian Fleming seinen ersten Spionage-/Thrillerroman über den heute weltweit bekannten Geheimagenten namens Bond – James Bond. In dieser Geschichte versucht der kriminelle Antagonist Le Chiffre das Geld, das er mit schlechten Investitionen verloren hat, wiederzubekommen, da ihm seine Gläubiger bereits dicht im Nacken sitzen. Er braucht das Geld dringend, und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen Abend zu planen, an dem an einem Tisch mit sehr hohen Einsätzen das Glücksspiel Baccarat gespielt wird. Der britische Geheimdienst schleust Bond ebenfalls in das Spiel ein, denn er soll verhindern, dass das Geld Le Chiffre in die Hände fällt. Ich wusste bis vor kurzem überhaupt nicht, dass es auch Bücher zu den weltweit beliebten James-Bond-Filmen gibt. Daher war ich sehr gespannt, ob die Romane an die Filme herankommen, die mir bisher immer sehr gut gefallen haben. Kaum hatte ich das Buch beendet, habe ich mir auch gleich den Film dazu angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Film einiges dazugedichtet wurde. Dadurch wirkt er deutlich actionreicher, was, wie ich finde, auch den heutigen Bond-Charme ausmacht. Obwohl der Roman inzwischen über 70 Jahre alt ist, konnte er mich begeistern. Man merkt fast gar nicht, dass er schon so alt ist, denn es kommen keine speziellen technischen Gadgets vor, die den Roman aus heutiger Sicht altbacken erscheinen lassen würden. Dadurch wirkt er beinahe zeitlos. Ich sage bewusst „beinahe“, denn manchmal merkt man doch, dass die Geschichte aus einer anderen Zeit stammt. So wird buchstäblich überall und ständig geraucht – sogar von Krankenhauspatienten im Krankenbett. Die Handlung ist gut durchdacht und logisch aufgebaut, was sicherlich auch daran liegt, dass Ian Fleming selbst während des 2. Weltkriegs in der Spionage tätig war. Trotzdem hat das Buch einige kleine Schwächen, insgesamt hat es mich aber positiv überrascht. Leider erfährt man in dem Roman nur sehr wenig über Bond. Ich glaube sogar, wenn ich nicht schon einige Filme gekannt hätte, wäre das Buch für mich nicht so gut aufgegangen. Beim Lesen lief nämlich ständig ein Bond-Film vor meinem inneren Auge ab – und das machte das Ganze erst richtig episch. Ohne dieses Vorwissen hätte jedoch etwas gefehlt. Die anderen Charaktere wurden hingegen viel besser beschrieben und wirkten dadurch deutlich greifbarer. Um die Geschichte gut zu verstehen, war es außerdem wichtig, die Regeln des Glücksspiels Baccarat zu begreifen. Fleming leistet hier großartige Arbeit. Ich hatte bisher keinerlei Erfahrung mit Casino-Kartenspielen und wurde dennoch sehr gut abgeholt. Ich habe nicht nur alles verstanden, sondern sogar Lust bekommen, noch mehr Romane mit einem Casino-Setting zu lesen. Das Match am Spieltisch war für mich eine absolute Highlight-Szene. Man konnte beim Schreibstil regelrecht spüren, wie Ian Fleming aufblühte, sobald er über seine Lieblingsthemen schrieb. Diese Interessen überträgt er perfekt auf Bond. Besonders aufgefallen sind mir dabei die Themen Frauen, schnelle Autos, Waffen und natürlich Alkohol. Selbstverständlich darf bei einem James-Bond-Roman auch eine Love Story nicht fehlen, und so kommt man auch hier nicht zu kurz. Ebenso hat Bond beim Alkohol seine genauen Vorstellungen, und so bestellt er: "Einen trockenen Martini«, sagte er. »In einer tiefen Champagnerschale.« »Oui, Monsieur.« »Einen Moment noch. Drei Teile Gordon’s, ein Teil Wodka, ein halber Teil Kina Lillet. Schütteln Sie es gut durch, bis es eiskalt ist, und fügen Sie dann ein großes dünnes Stück Zitronenschale hinzu. Verstanden?«" Auch wenn es um Autos geht, versteht Fleming es, sich bildhaft auszudrücken: "Auf geraden Streckenabschnitten trieb der Amherst-Villiers-Kompressor seine Sporen in die fünfundzwanzig Pferdestärken des Bentleys, und der Motor stieß einen hohen Schmerzensschrei in die Nacht hinaus." Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Es ist eine kurze Geschichte – mit nur 240 Seiten schnell gelesen und perfekt für zwischendurch. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Teile mit Agent 007 lesen. Am liebsten solche, zu denen ich die Filme noch nicht kenne, damit ich danach wie hier die Filmversion vergleichen kann. Das war nämlich eine besonders gelungene Erfahrung: Ich konnte direkt sehen, welche Details übernommen wurden und welche nicht. Im Großen und Ganzen hat der Film die Geschichte aber sehr gut erzählt. Sogar der ikonische Satz "Mein Name ist Bond – James Bond." sorgt sowohl im Buch als auch im Film für einen echten Gänsehautmoment. Empfehlen würde ich das Buch allen, die James Bond mögen und am Besten schon andere Filme kennen, die Geschichte von "Casino Royale" aber noch nicht. Und auch wer, wie ich, noch kaum etwas mit Casino-Spielen zu tun hatte, wird hier einiges dazulernen.
26. Sept. 2025
"Der Gestank nach Rauch und Schweiß ist in einem Casino um drei Uhr morgens äußerst widerlich."
So beginnt Ian Fleming seinen ersten Spionage-/Thrillerroman über den heute weltweit bekannten Geheimagenten namens Bond – James Bond. In dieser Geschichte versucht der kriminelle Antagonist Le Chiffre das Geld, das er mit schlechten Investitionen verloren hat, wiederzubekommen, da ihm seine Gläubiger bereits dicht im Nacken sitzen. Er braucht das Geld dringend, und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen Abend zu planen, an dem an einem Tisch mit sehr hohen Einsätzen das Glücksspiel Baccarat gespielt wird. Der britische Geheimdienst schleust Bond ebenfalls in das Spiel ein, denn er soll verhindern, dass das Geld Le Chiffre in die Hände fällt. Ich wusste bis vor kurzem überhaupt nicht, dass es auch Bücher zu den weltweit beliebten James-Bond-Filmen gibt. Daher war ich sehr gespannt, ob die Romane an die Filme herankommen, die mir bisher immer sehr gut gefallen haben. Kaum hatte ich das Buch beendet, habe ich mir auch gleich den Film dazu angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Film einiges dazugedichtet wurde. Dadurch wirkt er deutlich actionreicher, was, wie ich finde, auch den heutigen Bond-Charme ausmacht. Obwohl der Roman inzwischen über 70 Jahre alt ist, konnte er mich begeistern. Man merkt fast gar nicht, dass er schon so alt ist, denn es kommen keine speziellen technischen Gadgets vor, die den Roman aus heutiger Sicht altbacken erscheinen lassen würden. Dadurch wirkt er beinahe zeitlos. Ich sage bewusst „beinahe“, denn manchmal merkt man doch, dass die Geschichte aus einer anderen Zeit stammt. So wird buchstäblich überall und ständig geraucht – sogar von Krankenhauspatienten im Krankenbett. Die Handlung ist gut durchdacht und logisch aufgebaut, was sicherlich auch daran liegt, dass Ian Fleming selbst während des 2. Weltkriegs in der Spionage tätig war. Trotzdem hat das Buch einige kleine Schwächen, insgesamt hat es mich aber positiv überrascht. Leider erfährt man in dem Roman nur sehr wenig über Bond. Ich glaube sogar, wenn ich nicht schon einige Filme gekannt hätte, wäre das Buch für mich nicht so gut aufgegangen. Beim Lesen lief nämlich ständig ein Bond-Film vor meinem inneren Auge ab – und das machte das Ganze erst richtig episch. Ohne dieses Vorwissen hätte jedoch etwas gefehlt. Die anderen Charaktere wurden hingegen viel besser beschrieben und wirkten dadurch deutlich greifbarer. Um die Geschichte gut zu verstehen, war es außerdem wichtig, die Regeln des Glücksspiels Baccarat zu begreifen. Fleming leistet hier großartige Arbeit. Ich hatte bisher keinerlei Erfahrung mit Casino-Kartenspielen und wurde dennoch sehr gut abgeholt. Ich habe nicht nur alles verstanden, sondern sogar Lust bekommen, noch mehr Romane mit einem Casino-Setting zu lesen. Das Match am Spieltisch war für mich eine absolute Highlight-Szene. Man konnte beim Schreibstil regelrecht spüren, wie Ian Fleming aufblühte, sobald er über seine Lieblingsthemen schrieb. Diese Interessen überträgt er perfekt auf Bond. Besonders aufgefallen sind mir dabei die Themen Frauen, schnelle Autos, Waffen und natürlich Alkohol. Selbstverständlich darf bei einem James-Bond-Roman auch eine Love Story nicht fehlen, und so kommt man auch hier nicht zu kurz. Ebenso hat Bond beim Alkohol seine genauen Vorstellungen, und so bestellt er: "Einen trockenen Martini«, sagte er. »In einer tiefen Champagnerschale.« »Oui, Monsieur.« »Einen Moment noch. Drei Teile Gordon’s, ein Teil Wodka, ein halber Teil Kina Lillet. Schütteln Sie es gut durch, bis es eiskalt ist, und fügen Sie dann ein großes dünnes Stück Zitronenschale hinzu. Verstanden?«" Auch wenn es um Autos geht, versteht Fleming es, sich bildhaft auszudrücken: "Auf geraden Streckenabschnitten trieb der Amherst-Villiers-Kompressor seine Sporen in die fünfundzwanzig Pferdestärken des Bentleys, und der Motor stieß einen hohen Schmerzensschrei in die Nacht hinaus." Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Es ist eine kurze Geschichte – mit nur 240 Seiten schnell gelesen und perfekt für zwischendurch. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Teile mit Agent 007 lesen. Am liebsten solche, zu denen ich die Filme noch nicht kenne, damit ich danach wie hier die Filmversion vergleichen kann. Das war nämlich eine besonders gelungene Erfahrung: Ich konnte direkt sehen, welche Details übernommen wurden und welche nicht. Im Großen und Ganzen hat der Film die Geschichte aber sehr gut erzählt. Sogar der ikonische Satz "Mein Name ist Bond – James Bond." sorgt sowohl im Buch als auch im Film für einen echten Gänsehautmoment. Empfehlen würde ich das Buch allen, die James Bond mögen und am Besten schon andere Filme kennen, die Geschichte von "Casino Royale" aber noch nicht. Und auch wer, wie ich, noch kaum etwas mit Casino-Spielen zu tun hatte, wird hier einiges dazulernen.
26. Sept. 2025


