In den Wald
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Beschreibung
»Gleich mit dem ersten Satz hat uns Maddalena Vaglio Tanet gefangen – und dann entführt sie uns mit ihrer olivgrünen Sprache und erzählt mitreißend von der Tiefe der Ängste und der Weite des Herzens. Als seien Elena Ferrantes Heldinnen in das karge Norditalien gekommen, um sich zwischen zarten Sehnsüchten und herben Enttäuschungen am Ende doch selbst zu finden.« Florian Illies
Eines Morgens verschwindet die Lehrerin im Wald. Während das Klassenzimmer leer bleibt und ihre Verwandten Straßen und Bäche absuchen, scheint sie immer mehr mit der sie umgebenden Natur zu verschmelzen. Um sie herum streifen Keiler durch das Unterholz, über den Wipfeln der Birken erklingt der Gesang wilder Vögel. Immer tiefer versinkt sie in einer Decke von Moos und Erinnerungen – sie muss um alles in der Welt den tragischen Tod ihrer Lieblingsschülerin vergessen, der sie in den Wald trieb.
Hinter den geschlossenen Fensterläden und in den Straßen des piemontesischen Ortes Biella ist man unterdessen ratlos: Was ist mit Silvia geschehen? Und wer ist sie wirklich? Die gutmütige Lehrerin, für die sie alle halten, oder doch eine Außenseiterin, die etwas zu verbergen hat? Als ein Junge aus der Schule bei einem Streifzug durch den Wald auf die Lehrerin stößt, scheint die Suche ein Ende zu nehmen. Aber was macht man mit einer vermissten Frau, die nicht gefunden werden will?
In den Wald ist ein schillernder Roman über unausgesprochene Wahrheiten. Mit perfekt kalibrierter Spannung erzählt Maddalena Vaglio Tanet von dem Kampf einer Frau gegen ihre Geister – und von einem Wald, der Phantasmen heraufbeschwört und Wunden heilt.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Maddalena Vaglio Tanet, 1985 im italienischen Biella geboren, ist Literaturscout und Autorin. Sie veröffentlichte Gedichte und Kinderbücher. In den Wald ist ihr gefeierter Debütroman und war für den Premio Strega nominiert. Tanet lebt mit ihrer Familie in Maastricht.
Beiträge
Italienische Literatur über Eskapismus und menschliche Beziehungen - ebenso tröstend wie mutmachend!
Als ebenso mysteriös wie märchenhaft habe ich den Italienischen Roman „In den Wald“ von Maddalena Vaglio Tanet empfunden. Eine Lehrerin verschwindet nach dem Suizid einer Schülerin im Wald. Doch was treibt sie zu diesem Rückzug vor ihrem Dorf, ja gar der Gesellschaft?! Könnten es Schuldgefühle und traumatische Erinnerungen sein, die sie zu diesem selbsttherapeutischen Eskapismus veranlassten?! An einem echten Fall orientiert sich die Autorin und die besagte Lehrerin ist eine Verwandte Tanets, aber sie streut auch fiktionale Elemente in ihre Erzählung. Anhand von Traumbildern und Rückblenden erfahren wir immer mehr Details der Geschehnisse, die sich in den 1970er Jahren in der italienischen Kleinstadt Biella zutrugen. Die Dorfbewohner Biellas haben sich ein Bild von der Lehrerin gemacht - doch ist sie wirklich die Person, die sie zu sein scheint?! Oder was steckt wirklich hinter der vermeintlichen Außenseiterin? Was hat sie zu verbergen? Unerwartet wird sie im Wald von dem Jungen Martino entdeckt, der sie fortan mit Lebensmitteln und menschlicher Nähe versorgt. Tanet wechselt fortführend die Perspektiven, was für mich eher stilistisch und inhaltlich unpassend war, denn ich war vollkommen fixiert auf die Lehrerin Silvio und den Jungen Martino. Besonders die humorvollen und feinfühligen Dialoge und Interaktionen zwischen ihnen habe ich genossen, dafür hat Tanet definitiv ein Talent. Ebenso fand ich es sprachlich besonders gelungen, denn sie erzählt zum einen faktenbasierend, zum anderen poetisch und bildhaft, so dass ich während des Lesens direkt vom Sofa in den piemontesischen Wald abgedriftet bin und wahrhaftig in die Stimmung und Waldatmosphäre eindringen konnte, den Geruch des Waldbodens und Pinien wahrnahm und die Vögel singen hörte. Während des Lesens habe ich mehrfach an „Walden“ von Henry David Thoreau denken, dass schon seit längerem hier ungelesen rumdümpelt - ich frage mich, ob es Parallelen dazu hat, es hat mir jedenfalls den nötigen Anstoß gegeben, es auf die Leseliste für dieses Jahr zu setzen, um die beiden Werke zeitnah vergleichen zu können. „In den Wald“ habe ich als Herberge menschlicher Beziehungen wahrgenommen, ein Roman, der Trost spenden kann, wo gebraucht, aber auch animiert dazu, mutig im Leben zu sein - danke Maddalena Vaglio Tanet für diese bereichernde Leseerfahrung! Große Leseempfehlung!
Ich kann irgendwie mit so gekünstelter Sprache nicht richtig viel anfangen, war mir auch nicht sicher, wie sehr das eventuell mit der Übersetzung zusammenhängt. Wahrscheinlich sollte es einfach die Sprechweise der Zeit widerspiegeln. Auch die zahlreichen Perspektivwechsel sind mir, besonders am Anfang schwer gefallen. Wäre das ganze Buch so geschrieben gewesen wie die Anmerkungen der Autorin am Ende, hätte es mir deutlich besser gefallen. Die Tatsache, dass das Buch auf wahren Begebenheiten beruht hat die Geschichte im Nachhinein noch einmal deutlich interessanter gemacht und ich hab mich gefragt, ob es mir währenddessen vielleicht mehr Spaß gemacht hätte, wenn mir das vorher klar gewesen wäre.
Die düstere Hoffnungslosigkeit Die geschickte Verbindung der Figuren und hautnahe Schilderung der Gefühle und Umgebung machen es einem selbst schwer sich nicht in die Geschichte hineinzuziehen. Hoffnung, Trauer, Leid, Verlust und Angst sind ein paar der Regungen die dieser Roman beherbergt. Die Düsternis und ihre aufbrandende Hoffnungslosigkeit lassen einen nicht los. Ein Momentum, dass das Leben aller verändert. Was war der ausschlaggebende Faktor, den Giovanna dazu verleitet aus dem Fenster zu springen? Warum war Silvia so betroffen von diesem einen Ereignis? Weshalb möchte sie nicht gefunden werden? Dieses und den Umgang des Dorfes mit den Ereignissen lernen wir in diesem von Düsternis bepackten Roman kennen. Die außerordentliche Schilderung des Waldes sind mit einer Feinheit konzipiert und geschildert als wären wir neben Silvia. Das psychologische Panorama, die Verwirrung des Geisteszustandes nimmt im Roman eine Rolle ein, die selbst den Leser mit einer Unheimlichkeit beklommen zurücklässt. Der Lesefluss wurde kontinuierlich durch Einschübe der Umwelt gestört. Des Öfteren waren Passagen enthalten, die in eine traumhafte fast manische Richtung strebten, das einen vom eigentlichen Weg der Protagonisten abbrachte. Maddalena Vaglio Tanet spinnt uns ein Märchen, das nur von dunkler Natur stammt. Die Gefühle und Konflikte erleuchten in dem Roman als einzige Quelle den Wald. In den Wald gehen lässt uns zu uns selbst und unseren Ursprung zurückfinden. Wir finden das Glück, die Ruhe und die Erlösung darin. Der Roman ist sanft in seinen Einzelheiten jedoch auch von einer rohen Sprache und Düsternis geprägt. Ein Roman der definitiv Aufmerksamkeit auf dem deutschen Buchmarkt verdient.
Ein ganz besonderer, berührender Debütroman
Das Buch ist eine Erkundung des inneren Waldes, aus dem man nicht immer zurückkehrt. Ein Buch über Schuld, Trauer, Scham, Freundschaft und den Wunsch zu verschwinden und den Wunsch, gefunden zu werden. Ich kann es Allen, die sich für gute Literatur interessieren, sehr empfehlen.
Beschreibung
»Gleich mit dem ersten Satz hat uns Maddalena Vaglio Tanet gefangen – und dann entführt sie uns mit ihrer olivgrünen Sprache und erzählt mitreißend von der Tiefe der Ängste und der Weite des Herzens. Als seien Elena Ferrantes Heldinnen in das karge Norditalien gekommen, um sich zwischen zarten Sehnsüchten und herben Enttäuschungen am Ende doch selbst zu finden.« Florian Illies
Eines Morgens verschwindet die Lehrerin im Wald. Während das Klassenzimmer leer bleibt und ihre Verwandten Straßen und Bäche absuchen, scheint sie immer mehr mit der sie umgebenden Natur zu verschmelzen. Um sie herum streifen Keiler durch das Unterholz, über den Wipfeln der Birken erklingt der Gesang wilder Vögel. Immer tiefer versinkt sie in einer Decke von Moos und Erinnerungen – sie muss um alles in der Welt den tragischen Tod ihrer Lieblingsschülerin vergessen, der sie in den Wald trieb.
Hinter den geschlossenen Fensterläden und in den Straßen des piemontesischen Ortes Biella ist man unterdessen ratlos: Was ist mit Silvia geschehen? Und wer ist sie wirklich? Die gutmütige Lehrerin, für die sie alle halten, oder doch eine Außenseiterin, die etwas zu verbergen hat? Als ein Junge aus der Schule bei einem Streifzug durch den Wald auf die Lehrerin stößt, scheint die Suche ein Ende zu nehmen. Aber was macht man mit einer vermissten Frau, die nicht gefunden werden will?
In den Wald ist ein schillernder Roman über unausgesprochene Wahrheiten. Mit perfekt kalibrierter Spannung erzählt Maddalena Vaglio Tanet von dem Kampf einer Frau gegen ihre Geister – und von einem Wald, der Phantasmen heraufbeschwört und Wunden heilt.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Maddalena Vaglio Tanet, 1985 im italienischen Biella geboren, ist Literaturscout und Autorin. Sie veröffentlichte Gedichte und Kinderbücher. In den Wald ist ihr gefeierter Debütroman und war für den Premio Strega nominiert. Tanet lebt mit ihrer Familie in Maastricht.
Beiträge
Italienische Literatur über Eskapismus und menschliche Beziehungen - ebenso tröstend wie mutmachend!
Als ebenso mysteriös wie märchenhaft habe ich den Italienischen Roman „In den Wald“ von Maddalena Vaglio Tanet empfunden. Eine Lehrerin verschwindet nach dem Suizid einer Schülerin im Wald. Doch was treibt sie zu diesem Rückzug vor ihrem Dorf, ja gar der Gesellschaft?! Könnten es Schuldgefühle und traumatische Erinnerungen sein, die sie zu diesem selbsttherapeutischen Eskapismus veranlassten?! An einem echten Fall orientiert sich die Autorin und die besagte Lehrerin ist eine Verwandte Tanets, aber sie streut auch fiktionale Elemente in ihre Erzählung. Anhand von Traumbildern und Rückblenden erfahren wir immer mehr Details der Geschehnisse, die sich in den 1970er Jahren in der italienischen Kleinstadt Biella zutrugen. Die Dorfbewohner Biellas haben sich ein Bild von der Lehrerin gemacht - doch ist sie wirklich die Person, die sie zu sein scheint?! Oder was steckt wirklich hinter der vermeintlichen Außenseiterin? Was hat sie zu verbergen? Unerwartet wird sie im Wald von dem Jungen Martino entdeckt, der sie fortan mit Lebensmitteln und menschlicher Nähe versorgt. Tanet wechselt fortführend die Perspektiven, was für mich eher stilistisch und inhaltlich unpassend war, denn ich war vollkommen fixiert auf die Lehrerin Silvio und den Jungen Martino. Besonders die humorvollen und feinfühligen Dialoge und Interaktionen zwischen ihnen habe ich genossen, dafür hat Tanet definitiv ein Talent. Ebenso fand ich es sprachlich besonders gelungen, denn sie erzählt zum einen faktenbasierend, zum anderen poetisch und bildhaft, so dass ich während des Lesens direkt vom Sofa in den piemontesischen Wald abgedriftet bin und wahrhaftig in die Stimmung und Waldatmosphäre eindringen konnte, den Geruch des Waldbodens und Pinien wahrnahm und die Vögel singen hörte. Während des Lesens habe ich mehrfach an „Walden“ von Henry David Thoreau denken, dass schon seit längerem hier ungelesen rumdümpelt - ich frage mich, ob es Parallelen dazu hat, es hat mir jedenfalls den nötigen Anstoß gegeben, es auf die Leseliste für dieses Jahr zu setzen, um die beiden Werke zeitnah vergleichen zu können. „In den Wald“ habe ich als Herberge menschlicher Beziehungen wahrgenommen, ein Roman, der Trost spenden kann, wo gebraucht, aber auch animiert dazu, mutig im Leben zu sein - danke Maddalena Vaglio Tanet für diese bereichernde Leseerfahrung! Große Leseempfehlung!
Ich kann irgendwie mit so gekünstelter Sprache nicht richtig viel anfangen, war mir auch nicht sicher, wie sehr das eventuell mit der Übersetzung zusammenhängt. Wahrscheinlich sollte es einfach die Sprechweise der Zeit widerspiegeln. Auch die zahlreichen Perspektivwechsel sind mir, besonders am Anfang schwer gefallen. Wäre das ganze Buch so geschrieben gewesen wie die Anmerkungen der Autorin am Ende, hätte es mir deutlich besser gefallen. Die Tatsache, dass das Buch auf wahren Begebenheiten beruht hat die Geschichte im Nachhinein noch einmal deutlich interessanter gemacht und ich hab mich gefragt, ob es mir währenddessen vielleicht mehr Spaß gemacht hätte, wenn mir das vorher klar gewesen wäre.
Die düstere Hoffnungslosigkeit Die geschickte Verbindung der Figuren und hautnahe Schilderung der Gefühle und Umgebung machen es einem selbst schwer sich nicht in die Geschichte hineinzuziehen. Hoffnung, Trauer, Leid, Verlust und Angst sind ein paar der Regungen die dieser Roman beherbergt. Die Düsternis und ihre aufbrandende Hoffnungslosigkeit lassen einen nicht los. Ein Momentum, dass das Leben aller verändert. Was war der ausschlaggebende Faktor, den Giovanna dazu verleitet aus dem Fenster zu springen? Warum war Silvia so betroffen von diesem einen Ereignis? Weshalb möchte sie nicht gefunden werden? Dieses und den Umgang des Dorfes mit den Ereignissen lernen wir in diesem von Düsternis bepackten Roman kennen. Die außerordentliche Schilderung des Waldes sind mit einer Feinheit konzipiert und geschildert als wären wir neben Silvia. Das psychologische Panorama, die Verwirrung des Geisteszustandes nimmt im Roman eine Rolle ein, die selbst den Leser mit einer Unheimlichkeit beklommen zurücklässt. Der Lesefluss wurde kontinuierlich durch Einschübe der Umwelt gestört. Des Öfteren waren Passagen enthalten, die in eine traumhafte fast manische Richtung strebten, das einen vom eigentlichen Weg der Protagonisten abbrachte. Maddalena Vaglio Tanet spinnt uns ein Märchen, das nur von dunkler Natur stammt. Die Gefühle und Konflikte erleuchten in dem Roman als einzige Quelle den Wald. In den Wald gehen lässt uns zu uns selbst und unseren Ursprung zurückfinden. Wir finden das Glück, die Ruhe und die Erlösung darin. Der Roman ist sanft in seinen Einzelheiten jedoch auch von einer rohen Sprache und Düsternis geprägt. Ein Roman der definitiv Aufmerksamkeit auf dem deutschen Buchmarkt verdient.
Ein ganz besonderer, berührender Debütroman
Das Buch ist eine Erkundung des inneren Waldes, aus dem man nicht immer zurückkehrt. Ein Buch über Schuld, Trauer, Scham, Freundschaft und den Wunsch zu verschwinden und den Wunsch, gefunden zu werden. Ich kann es Allen, die sich für gute Literatur interessieren, sehr empfehlen.










