Ich war 12

Ich war 12

Hardcover
3.721
DramaSchuleKindesentführungEntführung

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Beschreibung

28. Mai 1996. Sabine Dardenne ist auf dem Weg zur Schule, als sie von einem fahrenden Wagen aus vom Fahrrad gerissen und mit Drogen betäubt wird. In einer Metallkiste transportiert man sie in einen schäbigen Keller, in dem sie 82 Tage lang gefangen gehalten wird. Ihr Entführer ist Marc Dutroux und er hat z diesem Zeitpunkt bereits vier andere Mädchen getötet, die er in seine Gewalt gebracht hatte. Er macht ihr weis, sie sei in der Gewalt einer Organisation, deren Chef von ihren Eltern 3 Millionen Francs fordere. Er erzählt Ihr, ihre Eltern hätten sich mit der Tatsache abgefunden, das Geld nicht zahlen zu können. Deshalb sei es das beste für sie, bei ihm zu bleiben, denn er könne sie beschützen und davor bewahren, daß "der Chef" sie töte. Das Mädchen glaubt ihm und vertaut dem Mann, der sie immer wieder körperlich und seelisch mißbraucht. Wenn er "auf eine Mission" get, wie er es nennt, bleibt sie tagelang allein und ernährt sich von kaltem Essen aus der Dose. Täglich macht sie Notizen und hält fest, was mit ihr geschieht. Sie schreibt Briefe an ihre Eltern, in denen sie in einer kindlichen Sprache erzählt, was sie erlebt. Es sind Hilferfe, Versprechen, Geständnisse. Sie schreibt darin, daß sie nicht immer brav war, sondern eigensinnig, faul und egoistisch. Aber war sie wirklich so schlimm, daß sie diese "Strafe" verdient hat? Sie ist krank, ihr tut alles weh, sie wird gehalten wie ein Tier. Duroux, der beauptet, mit ihren Eltern in Verbindung zu stehen, verspricht Sabine,ihre Briefe weiterzuleiten. Natürlic kommen sie nie bei ihren Eltern an. Sabine aber ahnt nicht, daß ales nur eine Lüge ist, daß er nicht ihr Schutzengel ist. Dutrox hat die Briefe aufbewahrt. Jetzt zitirt Sabine Dardenne in diesem Buch daraus. Allerdings läßt sie all jene Passagen weg, in denen sie ihrer Mutter schilderte, was er ihr antat. Sie will ihre Würde bewahren, will sich kein zweites mal so demütigen lassen und sie will vor allem den Schlüssellichguckern kein Futter geben. Es ist kein Buch für Voyeure. Es ist die erschütternde Warnung einer jungen Frau, die die Hölle erlebt hat

Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
272
Preis
18.00 €

Beiträge

6
Alle
3

Schwierig so eine Geschichte zu bewerten. Es ist traurig und grausam was ihr geschehen ist, aber diese Geschichte hatte einige Stellen an denen ich mich fragte, warum hinterfragt sie mit 12 nichts, warum glaubt sie daran das er sie beschützen will... Auch nach ihrer Entführung ist ihr Verhalten sehr gelassen. Aber jeder Mensch ist anders und verarbeitet anders.

3.5

Keine leichte Lektüre

Ihm in die Augen sehen ist ein erschütterndes, mutiges und tief persönliches Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Darum geht’s: Am 28. Mai 1996 wurde die damals zwölfjährige Sabine Dardenne entführt und 80 Tage lang gefangen gehalten. In Ihm in die Augen sehen erzählt sie ihre Geschichte – schonungslos, ehrlich und aus ihrer eigenen Perspektive. Es ist beeindruckend, dass Sabine Dardenne ihre Erlebnisse überhaupt teilt. Sie schreibt ohne Pathos, dafür mit einer direkten Klarheit, die zeigt, wie stark sie sein musste. Das Buch ist keine klassische Nacherzählung eines Verbrechens, sondern die Darstellung ihrer ganz eigenen Wahrnehmung. Genau das macht es so authentisch – und gleichzeitig schwer zu lesen. Was mich zwiegespalten zurückgelassen hat: Manche ihrer Reaktionen wirken schwer nachvollziehbar – etwa die Art, wie sie über ihren Entführer spricht oder mit dem Erlebten umgeht. Doch vielleicht ist genau das der Punkt: Jeder Mensch verarbeitet Trauma anders, und niemand kann wirklich beurteilen, wie man selbst in einer solchen Situation reagiert hätte. Fazit: Ihm in die Augen sehen ist kein Buch, das man „einfach liest“ – es ist ein Bericht, der unter die Haut geht. Es zeigt, wie viel Stärke nötig ist, um nach solch einer Erfahrung überhaupt Worte zu finden. Ein wichtiges, aber emotional sehr herausforderndes Werk.

4

Gänsehaut pur

Ich habe dieses Buch als Hörbuch geschmöckert und hatte eine Gänsehaut nach der anderen. Die Leserin hat es so toll gelesen, dass man das Gefühl hat dass Sabine vor einem sitzt und Dir Ihre Geschichte erzählt. Eine Geschichte die damals durch die Medien ging und die alleine schon bei dem Namen Marc Dutroux Gänsehaut macht. Ich ziehe den Hut, dass Sabine ihre Geschichte so schildern konnte um dieses Buch zu schreiben. Man sollte sich klar sein, auch wenn nichts detailliert dargestellt wird, auf was man sich bei diesem Buch einlässt. Da ich wie gesagt dieses Buch als Hörbuch gehört habe, weiß ich nicht ob dennoch im Buch eine Triggerwarnung enthalten ist, beim Hörbuch wurde nur darauf hingewiesen das die Briefe nicht vollständig zitiert werden. Ich glaube das sich das auch auf die Gedruckte Variante bezieht.

2

Eigentlich bin ich sehr vorsichtig damit ein Buch zu bewerten, in dem eine wahre Geschichte erzählt wurde. Ich möchte nicht über ein fremdes Leben werten, kann es letztendlich auch nicht, weil ich nicht in deren Schuhen gelaufen bin. Am 28.Mai 1996 wurde die 12-jährige Sabine Dardenne auf offener Straße von Marc Dutroux entführt und 80 Tage gefangen gehalten - in diesem Buch erzählt sie nun ihre Geschichte, die mich so fassungslos zurücklässt, dass es schwer ist, dafür Worte zu finden. Ich bin erschreckenderweise nicht fassungslos über das, was ihr angetan wurde - womit ich das Erlebte nicht verharmlosen will! -, sondern über ihr Verhalten. Auch wenn sie erst 12 Jahre alt war, kann ich nicht nachvollziehen, dass sie ihn als Retter sieht (und begründet nichtmal vor was er sie angeblich gerettet haben soll) und verabschiedet sich bei ihrer Rettung sogar mit einem Kuss von ihm. Sie nimmt niemals Hilfe in Anspruch und verweigert bis zum Prozess, der erst acht Jahre später stattfand, psychologische Hilfe. Sie schreibt in diesem Buch, dass sie während ihrer Gefangenschaft alles verarbeitet hätte und nur nach vorne schauen will. An sich löblich, aber schwer vorstellbar, dass man einfach einen Haken setzen kann. Zudem gleicht der Schreibstil in diesem Buch einer 12-jährigen, obwohl sie bereits 20 ist.

3.5

Sabine berichtet von über 70 Tagen in Gefangenschaft eines Serienmörders, dem Prozess von Dutroux und die Auswirkungen des Falls auf Belgiens Justizsystem und die Gesellschaft. Dabei ist sie selbstironisch, stark und unbeugsam. Es gibt in dem Erfahrungsbericht keine zu detaillierten Beschreibungen des Missbrauchs, was mir gefallen hat. Allerdings mochte ich den Schreibstil nicht. Er wirkte an einigen Stellen sehr hölzern, vielleicht ist die Übersetzung auch nicht gut gelungen. Trotzdem lesenswert!

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