Krimis

Honey

3,8(57)
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Über das Buch

Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die - seien wir ehrlich - schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig. Der aufregende Debütroman von Imani Thompson verbindet Campusroman mit Thriller-Elementen und Humor. Eine unterhaltsame und wunderbar ins Absurde getriebene Geschichte über feministische Wut, Ungerechtigkeit, Begierde und Rache. Und über das Schwarzsein in einer sehr, sehr weißen Welt.

Editionen (1)

ISBN9783691282146
VerlagHörbuch München von RBmedia Verlag
Erscheinungsdatum23.07.26

Rezensionen & Bewertungen

57 Bewertungen

21 Rezensionen

3,8

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  • 4,0

    Rache ist süß

    Honey von Thompson ist schräg, klug und ziemlich anders. Ysra findet heraus, dass ein Professor die Forschungsergebnisse ihrer Freundin geklaut hat und bringt ihn kurz darauf aus Versehen um. Was danach passiert, macht das Buch so spannend: Statt von Schuldgefühlen aufgefressen zu werden, fühlt sie sich zum ersten Mal wirklich lebendig. Aus diesem einen Moment entwickelt sich eine Geschichte, die immer weiter eskaliert und in der Ysra ihren ganz eigenen Sinn für Gerechtigkeit entdeckt. Ysra ist keine Figur, die man unbedingt mögen muss, aber eine, von der man den Blick nicht abwenden kann. Dazu kommt ein wunderbar trockener Humor, der selbst in den absurdesten Situationen funktioniert. Gleichzeitig setzt sich das Buch immer wieder mit Rassismus und seinen Folgen auseinander, ohne jemals belehrend zu wirken. Das passiert ganz selbstverständlich innerhalb der Geschichte und macht sie nur noch stärker. Am Anfang hatte das Buch für mich genau die richtige Balance aus Tempo, Witz und Absurdität. Aber zum Ende hin wurde es mir dann allerdings etwas zu chaotisch. Einige Handlungsstränge hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum gebraucht, damit alles wirklich rund zusammenläuft. Trotzdem ist Honey ein kluges, ungewöhnliches und sehr unterhaltsames Buch, das sich traut, konsequent seinen eigenen Weg zu gehen.

    Rache ist süß

    11 Stunden vor

  • linnylovesbooks
    linnylovesbooks

    1044 Follower

    4,0

    Alles andere als süß

    Yrsa unterrichtet in Cambridge und ist mit ihrem Leben nicht unzufrieden, so richtig happy aber eben auch nicht. Was sie vor allem ist: wütend. Auf Männer, auf das System, teilweise auch auf sich selbst. Passend dazu schreibt sie an ihrer Doktorarbeit über „Afropessimismus und den Befreiungsdiskurs Schwarzer Frauen“, denn als junge, schwarze Frau hat sie tagtäglich mit ganz unterschiedlichen Dämonen zu kämpfen. Als sie eines Tages mitbekommt, dass ein Professor die Forschungsergebnisse ihrer Freundin als seine eigenen ausgibt, schnipst sie eine Biene in seine Sanpellegrino-Flasche, woraufhin er vor ihren Augen stirbt (ungeplant). Eventuell findet Yrsa daran ein bisschen zu viel Gefallen und eventuell wird sie dieses High von da an regelmäßig brauchen und suchen. "Honey" ist ein absolut ungewöhnliches Buch in rotziger, schneller Sprache, die unglaublich erfrischend, aber auch derb ist. Und Yrsa? Definitiv keine Protagonistin, mit der man unbedingt befreundet sein will. Sie ist mit ihren Gedanken ständig überall und nirgends, interessiert sich für keine ihrer Freundinnen so wirklich. Die einzige Person, zu der sie eine wirkliche Verbindung hat, ist Blake – eine Nachbarin, die über 80 ist. Da sind viele Traumata aus Yrsas Kindheit und Jugend, die nach und nach zum Vorschein kommen und die begreiflich machen, warum sie tickt, wie sie tickt. Und trotzdem: Yrsa unterhält. Sie polarisiert. Sie ist unvorhersehbar. Und eventuell manövriert sie sich damit auch ganz schön in die Schei*e (pardon my french). Irgendwie liegt hier für mich eine Fortsetzung in der Luft, denn das Ende war für mich genauso unbefriedigend wie die vielen schlechten Bumble- und Hinge-Dates von Yrsa

    Alles andere als süß

    13 Stunden vor

  • 3,0

    Es gibt Bücher, die einen packen, und Bücher, die einen irgendwann erschöpfen, und Honey von Imani Thompson schafft es, beides gleichzeitig zu sein. Yrsa tötet fast aus Versehen einen Professor, der die Forschung ihrer Freundin gestohlen hat, und was danach passiert, ist ein wilder Ritt durch Campusroman, Rachethriller und feministische Wut. Als Leserin habe ich Passagen regelrecht verschlungen, aus Lektorinnensicht sehe ich aber, wie oft die Thriller-Spannung zugunsten von Gedankenschleifen zurücktritt, und wie viele Entwicklungen dadurch oberflächlich bleiben. Yrsas Eskalation hat für mich streckenweise fast psychopathische Züge angenommen, ohne dass das Buch genug Zwischenschritte dafür liefert. Trotzdem, ein mutiges Debüt über Rache, Begierde und Schwarzsein in einer sehr weißen Welt. Wie viel Wut darf eine Heldin für euch zeigen, bevor ihr als Leser:in aussteigt?

    3 Stunden vor

3 von 21 Rezensionen

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