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Bleibt hinter seinem Ruf zurück
Gone Girl gehört zu den Thrillern, über die man ständig stolpert. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen – leider hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten, überhaupt in die Geschichte hineinzufinden. Erzählt wird die Handlung abwechselnd aus der Perspektive von Nick und Amy und bewegt sich auf einer Zeitachse rund um Amys Verschwinden. Thematisch dreht sich vieles um Liebe, Manipulation, Machtspiele und die Dynamik einer zutiefst toxischen Beziehung. Gerade der psychologische Aspekt hat mir gut gefallen und gehört für mich eindeutig zu den größten Stärken des Buches. Mit Nick wurde ich allerdings nie warm. Er war mir von Beginn an unsympathisch, wodurch ich emotional nur schwer in die Geschichte investieren konnte. Was mich jedoch deutlich mehr gestört hat, war das Frauenbild des Romans. Immer wieder werden Frauen auf ihr Aussehen reduziert, in Kategorien wie „hübsch“ oder „nicht hübsch“ eingeteilt und häufig als oberflächlich oder ausschließlich darauf bedacht dargestellt, Männern zu gefallen. Über weite Strecken empfand ich das als ausgesprochen misogyn. Natürlich kann man argumentieren, dass dies zur Charakterzeichnung oder zur Gesellschaftskritik gehört – beim Lesen hat es mich dennoch immer wieder gestört und meinen Lesegenuss deutlich geschmälert. Die erste Hälfte des Buches konnte mich gar nicht überzeugen. Erst danach nahm die Geschichte für mich deutlich an Fahrt auf. Die zweite Hälfte war spannend, kreativ und hat das Buch noch einmal spürbar aufgewertet. Auch wenn mich die große Wendung nicht wirklich überrascht hat, fand ich ihre Umsetzung gelungen und die psychologischen Spielchen zwischen Amy und Nick wurden zunehmend interessanter. Das Finale war für mich letztlich solide, aber kein großer Höhepunkt. Ich war zufrieden damit, richtig begeistert hat es mich jedoch nicht.
1 Tage vor
Bleibt hinter seinem Ruf zurück
Gone Girl gehört zu den Thrillern, über die man ständig stolpert. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen – leider hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten, überhaupt in die Geschichte hineinzufinden. Erzählt wird die Handlung abwechselnd aus der Perspektive von Nick und Amy und bewegt sich auf einer Zeitachse rund um Amys Verschwinden. Thematisch dreht sich vieles um Liebe, Manipulation, Machtspiele und die Dynamik einer zutiefst toxischen Beziehung. Gerade der psychologische Aspekt hat mir gut gefallen und gehört für mich eindeutig zu den größten Stärken des Buches. Mit Nick wurde ich allerdings nie warm. Er war mir von Beginn an unsympathisch, wodurch ich emotional nur schwer in die Geschichte investieren konnte. Was mich jedoch deutlich mehr gestört hat, war das Frauenbild des Romans. Immer wieder werden Frauen auf ihr Aussehen reduziert, in Kategorien wie „hübsch“ oder „nicht hübsch“ eingeteilt und häufig als oberflächlich oder ausschließlich darauf bedacht dargestellt, Männern zu gefallen. Über weite Strecken empfand ich das als ausgesprochen misogyn. Natürlich kann man argumentieren, dass dies zur Charakterzeichnung oder zur Gesellschaftskritik gehört – beim Lesen hat es mich dennoch immer wieder gestört und meinen Lesegenuss deutlich geschmälert. Die erste Hälfte des Buches konnte mich gar nicht überzeugen. Erst danach nahm die Geschichte für mich deutlich an Fahrt auf. Die zweite Hälfte war spannend, kreativ und hat das Buch noch einmal spürbar aufgewertet. Auch wenn mich die große Wendung nicht wirklich überrascht hat, fand ich ihre Umsetzung gelungen und die psychologischen Spielchen zwischen Amy und Nick wurden zunehmend interessanter. Das Finale war für mich letztlich solide, aber kein großer Höhepunkt. Ich war zufrieden damit, richtig begeistert hat es mich jedoch nicht.
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