Fone Kwas oder: Der Idiot

Fone Kwas oder: Der Idiot

Paperback
4.416

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Beschreibung

Ein bedeutender Wissenschaftler wird in einer sowjet-ukrainischen Provinzstadt wegen Zugehörigkeit zu einer ihm unbekannten Organisation verhaftet. Ihm droht Folter, und er ahnt, dass er das nicht durchhalten wird. Er entwickelt die Idee, vor den NKWD-Offizieren den »Fone Kwas« (ein jiddischer Ausdruck für einen Narren oder »Trottel«) vorzutäuschen, wirre und unglaubliche »Geständnisse« zu machen – in der Hoffnung, schnell verurteilt zu werden, dann aber Berufung einzulegen und zu zeigen, dass alles, was er gestanden hat, technisch und wissenschaftlich vollkommen unhaltbar ist, sodass er schlussendlich wegen »irrtümlicher« Verhaftung entlassen werden wird. Das Vorhaben setzt er um und erzählt von sagenhaften Sabotageakten, malt wirre Diagramme. Je irrer und bizarrer seine Ausführungen, desto gebannter hört sein Ermittler zu und zeigt sich immer erfreuter. Doch am Ende kommt alles ganz anders, als der Angeklagte erwartet hatte. Die wahnsinnige Realität des stalinistischen Terrors wird die fabrizierten Phantasmen des Fone Kwas bei Weitem übertreffen.

Mit Fone Kwas verarbeitet Georgi Demidow seine eigenen Erfahrungen der sechsmonatigen Haft und der Verhöre im NKWD-Hauptquartier. In seinen Texten schreibt er auch über die vierzehn Jahre Gulag an der Kolyma, die er überlebte. Nachdem der KGB all seine Manuskripte beschlagnahmte, starb Demidow im Glauben, sein gesamtes Lebenswerk sei vernichtet.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Paperback
Seitenzahl
196
Preis
12.40 €

Autorenbeschreibung

Georgi Demidow, 1908 in Sankt Petersburg geboren, wuchs im Gebiet der heutigen Ukraine auf und arbeitete in Charkiw als sowjetischer Elitephysiker. 1938 wurde er verhaftet und ein halbes Jahr lang im dortigen NKWD-Hauptquartier verhört. Er starb 1987 in Kaluga.

Beiträge

2
Alle
5

Schonungsloser Blick auf den stalinistischen Terror

Georgi Demidow war wie sein Protagonist Belokrinitskij im stalinistischen Gefängnis, er hat es nur knapp überlebt. Der nahezu vergessene Autor hat die erschütternde Geschichte über stalinistische Gefängnisse, unwürdige Gemeinschaftszellen, grausame und blutjunge KKWD-Schergen und den stalinistischen Terror der 30er Jahre bereits 1964 geschrieben. Natürlich wurde es nie veröffentlicht, er wollte das Buch wohl nicht, wie Solschenizyn, im Westen publizieren, da es ein russisches Thema war. Ein Buch, das wieder einmal Zeugnis ablegt von stalinistischen Grausamkeiten, sehr lesenswert.

5

Spannend und sehr visuell mit einem was man nicht erwartet hat.

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