Familienlexikon

Familienlexikon

Taschenbuch
3.77
Premio StregaPorträtQuartbuchNeuanfang

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Beschreibung

Das Porträt einer denkwürdigen Familie voll couragierter Exzentriker und das in einer Zeit, in der es Courage brauchte. Das Buch handelt überwiegend von der italienischen Bürger- und Intellektuellenwelt der 30er und 40er Jahre - das sind die Jahre des Faschismus, des Krieges, der deutschen Besetzung und des politischen Neuanfangs. Natalia Ginzburg schildert ihr Turiner Elternhaus und die Freundschaften ihrer Familie - stellvertretend für ähnlich situierte Familien - und zeigt, wie Zeitumstände Individuen einfangen, gefährden und prägen. Natalia Ginzburg hält sich eng an die tatsächlichen Personen, Orte und Daten und schreibt damit schnörkellos eine Chronik jener Jahre, zurückgenommen, ohne zu psychologisieren oder zu werten. 'Die Aufzeichnungen sind keine Anklageschrift, sondern ein Dokument der Zeitgeschichte, vergleichbar etwa mit den Memoiren von Simone de Beauvoir.' Lexikon der Weltliteratur

Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
208
Preis
9.20 €

Beiträge

1
Alle
4

"Wir sind fünf Geschwister. Wir wohnen in verschiedenen Städten, einige sogar im Ausland, und wir schreiben uns nicht häufig. Wenn wir uns treffen, sind wir den anderen gegenüber manchmal vielleicht zerstreut oder gleichgültig. Doch ein Wort genügt zwischen uns. Ein Wort oder ein Satz genügt: einer jener Sätze, die uns, als wir Kinder waren, unendliche Male wiederholt wurden. Es genügt, uns zu sagen: Wir sind nicht nach Bergamo gekommen, um einen Ausflug zu machen, oder: Wonach stinkt Schwefel-wasserstoff?, um mit einem Schlag unsere alten Beziehungen, unsere Kindheit und unsere Jugend wiederzufinden, die untrennbar mit diesen Sätzen, mit diesen Worten verbunden sind. An einem dieser Worte würden wir uns im Dunkel einer Grotte unter Millionen von Menschen als Geschwister wiedererkennen. Diese Sätze sind unser Latein, das Vokabular unserer vergangenen Tage, sie sind wie die Hieroglyphen der Ägypter oder Assyrer und Babylonier, Zeugen einer Lebensgemeinschaft, die aufgehört hat zu sein, aber in Texten weiterlebt."

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