Erziehung war gestern

Erziehung war gestern

Taschenbuch
3.714

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Beschreibung

Über das größte Missverständnis beim Kinderhaben

»Kannst du nicht mal … Musst du immer … Ich habe dir doch schon zehnmal gesagt …« Was bringt uns eigentlich dazu, mit Kindern umzugehen, wie wir es mit Erwachsenen nie tun würden? Ist Elternsein ein ewiges Ziehen und Zerren, Maßregeln und Belohnen, Schimpfen und Fordern? Läuft nicht grundlegend etwas falsch in der Beziehung zwischen großen und kleinen Menschen?

Viele Debatten, die wir rund um Kinder führen, hören dort auf, wo Ruth Abraham mir ihrem Buch anfängt. Mit radikaler Ehrlichkeit hält sie uns einen Spiegel vor und deckt mit klugen Beobachtungen auf, wie inkonsequent wir darin sind, unsere eigene Rolle zu hinterfragen. Zugleich zeigt sie, wie leicht es sich Gesellschaften machen, die Elternschaft zur Privatsache erklären. Abrahams Plädoyer bricht eine Lanze für unsere Kinder, denkt das Zusammenleben mit ihnen neu und leistet damit einen wesentlichen pädagogischen Beitrag. Sie zeigt, dass wir für ein besseres Familienleben, für eine fairere Gesellschaft gar nicht anders können, als Erziehung hinter uns zu lassen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Ratgeber & Sachbücher
Sub-Genre
Familie & Gesundheit
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
128
Preis
12.40 €

Autorenbeschreibung

Ruth Abraham ist Kulturwissenschaftlerin mit einem Masterstudium in Soziologie und Ethik. Ihr Fokus auf Gender, Migration, Diskriminierung und Systemsoziologie prägt auch ihre Sicht auf Elternschaft. Sie ist eine Ikone der »Unerzogen«-Bewegung, seit vielen Jahren bringen die Kurse, Workshops und die Community ihrer Plattform »Der Kompass« Mütter und Väter einer friedvollen Elternschaft näher. Ruth Abraham hat selbst drei Kinder und lebt in Portugal.

Beiträge

3
Alle
5

Rütteln an alten Glaubenssätzen – ein Buch, das bewegt und herausfordert

Dieses Buch ist keine leichte Kost – weder sprachlich noch inhaltlich. Der Schreibstil ist provokant, radikal und direkt und er forderte mich einige Male heraus. Einige Passagen musste ich mehrfach lesen, um sie wirklich zu verstehen. Gleichzeitig ist es genau diese Direktheit, die mich gepackt hat. Das Buch rüttelt, hält den Spiegel vor, fordert heraus – besonders dort, wo es wehtut. Die Autorin spricht unbequeme Wahrheiten aus, die man nicht überlesen kann. Besonders bewegt hat mich das Kapitel zur Gewalt in der Erziehung. Dass Gewalt schon lange vor körperlicher Übergriffigkeit beginnt, war mir theoretisch bewusst, aber hier wurde es mit einer Intensität und Klarheit beschrieben, die mich beschämt und gleichzeitig gestärkt hat. Es erinnerte mich daran, wie wichtig meine Haltung als Mutter ist – und dass ich mir selbst und meiner Verantwortung immer wieder begegnen muss. Immer wieder hatte ich beim Lesen das Gefühl: Ja, genau das ist es! – und gleichzeitig: Uff, das tut weh. Besonders die Passagen zur Liebe als Handlung, Gefühl und Bedürfnis waren eindrücklich. Dass die empfangende Person entscheidet, ob sie sich geliebt fühlt – und nicht die gebende – ist ein Gedanke, der mich noch lange begleiten wird. Ebenso wie die Erkenntnis, dass Kinder alles, was wir tun, als Liebe interpretieren. Diese Schablonen prägen ihr Leben – und damit auch die nächste Generation. Die Autorin gelingt es, komplexe psychologische und gesellschaftliche Zusammenhänge in eine Sprache zu übersetzen, die tief unter die Oberfläche geht. Es geht nicht nur um Elternschaft – es geht um Menschlichkeit, Verantwortung und Beziehung. Und darum, wie wir geprägt sind und wie wir selbst prägen. Obwohl ich viele Inhalte theoretisch schon kannte, hat mich die Art, wie sie hier vermittelt werden, emotional sehr bewegt. Ich habe mich an vielen Stellen ertappt gefühlt, manchmal beschämt, aber auch ermutigt. Es ist ein Buch, das mich in meiner Haltung stärkt, mir neue Denkanstöße gibt und mir hilft, Worte für mein inneres Erleben zu finden. Kein Ratgeber im klassischen Sinn – sondern ein Buch, das zur Reflexion einlädt und auf vielen Ebenen wirkt.

5

Der wichtigste aktuelle Beitrag zu gewaltfreier Erziehung.

Der Titel steht zu meiner Jobbezeichnung als Erzieherin in hartem Kontrast. Deshalb hatte ich auch etwas damit gehadert, das Buch zu lesen. Aber es hat mich magisch angezogen und dann habe ich nicht das Buch verschlungen. Es hat mich verschluckt. Und ich will die nächsten Tage in einer kleinen Buchhandlung 10 Stück davon kaufen und sie an Menschen verschenken, die vielleicht ähnlich berührt und beeindruckt würden, wie ich. So Vieles weiß und wusste ich schon vor der Lektüre und doch ist die Zusammenführung und das auf den Punkt bringen, was diese Lektüre so besonders macht. Nägel mit Köpfen. Die Soziologin in mir sagt: das sollte im Soziologiestudium Pflicht sein. Die Erzieherin in mir sagt: das sollte in der Erzieherausbildung Pflicht sein und auch für alle, die bereits mit Kindern arbeiten. Und trotzdem dürfen wir Erzieher erstmal weiter von Erziehung sprechen, weil es uns maßlos überfordern würde, dies gleich gänzlich zu ändern.

Der wichtigste aktuelle Beitrag zu gewaltfreier Erziehung.
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