Eine Frage der Schuld
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Sofja Andrejewna Tolstaja (1844–1919) wuchs in Moskau als Tochter eines Arztes auf. Sie legte den höchsten Bildungsabschluss ab, der ihr möglich war, als den Frauen in Russland das Universitätsstudium noch nicht gestattet war - das Hauslehrerinnenexamen. Im Alter von achtzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren, bereits bekannten Schriftsteller Lew Tolstoi. Vor ihrer Hochzeit hatte sie selbst geschrieben, nun aber gab sie alle eigenen literarischen Ambitionen auf und widmete sich ganz der Kunst ihres Mannes. Unermüdlich übertrug sie die oftmals fast unentzifferbaren, mit unzähligen Korrekturen übersäten Manuskripte Tolstois in Reinschrift. Den größten Teil ihres Ehelebens verbrachten die Tolstois auf ihrem Landgut Jasnaja Poljana. Sie hatten dreizehn Kinder; fünf von ihnen starben jedoch, bevor sie das Schulalter erreichten. Sofja Tolstaja führte ihr Leben lang Tagebuch, aber erst spät begann sie wieder, literarische Texte zu verfassen. Ihren ersten Roman «Eine Frage der Schuld» schrieb sie 1893 als Antwort auf Tolstois «Kreutzersonate»; er wurde fünfundsiebzig Jahre nach ihrem Tod erstmals in Russland veröffentlicht. Ihr zweiter Roman «Lied ohne Worte», in dem sie den Tod ihres jüngsten Sohnes verarbeitet, entstand 1897-1900 und ist in Russland bis heute nicht veröffentlicht worden.
Beiträge
《Cette clef - c'est l'infini...》
Der Fürst begriff, daß sie nicht mehr war, daß er sie nicht erst mit diesem weißen Stück Marmor umgebracht hatte, sondern schon lange vorher, weil er sie nicht gekannt und nicht zu schätzen gewußt hatte... Er begriff, daß die Liebe, die er ihr gegeben hatte, sie umgebracht hatte, daß er sie nicht so hätte lieben dürfen... 》Weißt du, Natascha, manchmal, wenn ich renne, ist mir - ein bißchen nur noch, nur noch kräfig vom Erdboden abstoßen , und ich fliege los. Genauso verhalt es sich mit der Seele, ja mit ihr erst recht, sie muß stets bereit sein davonzufliegen - dorthin, in die Unendlichkeit..《 》Ja, diese Liebe war ein Fehler, trügerische Einbildung, Was will ich eigendlich, was macht mich unzufrieden? Was zerreißt mir so das Herz? Ver-langt es die Jugend nach Leben, wo es doch garkein wahres Leben gibt, oder tun mir alle leid, die unglücklich sind? Glücklich sind alle Egoisten. Wodurch wird den Menschen das Glück zuteil? Durch das Schicksal? ... Was ist denn das Schicksal überhaupt? Ein Naturgesetz, Bewegung des Universums, göttlicher Wille...《

Eine Frage der Schuld ist der Gegenroman zu Lew Tolstois "Kreutzersonate". Als ich gesehen habe, dass es ihn gibt, musste ich ihn mir gleich zulegen, weil es mich einfach interessiert hat, wie seine Frau mit diesem Thema umgeht. Kurz gesagt: simpler. Nicht von der Art der Behandlung, sondern von Schreibstil her. Tolstois Schreibstil war sehr anstrengend, verwoben usw. Ihr Schreibstil war klar und gut zu lesen. Sehr angenehm, da man weniger Pausen einlegen musste, um über den Sinn des Satzes nachzudenken. Das Thema wurde auch wesentlich fassbarer dargestellt. Durch die direkt erzählte Geschichte Annas und nicht wie bei Tolstoi so im Nachhinein zu erzählen. Naja, genug Vergleich. Ich mochte das Buch sehr. Es war mitreißend und sehr sehr tragisch, was ich immer gern lese. Schreibstil war, wie gesagt, wirklich angenehm und schön zu lesen. Die Schlichtheit hat mich sehr überzeugt. Man braucht eben doch nicht immer die hochgestochenste Sprache. 4,3 Sternis
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Sofja Andrejewna Tolstaja (1844–1919) wuchs in Moskau als Tochter eines Arztes auf. Sie legte den höchsten Bildungsabschluss ab, der ihr möglich war, als den Frauen in Russland das Universitätsstudium noch nicht gestattet war - das Hauslehrerinnenexamen. Im Alter von achtzehn Jahren heiratete sie den wesentlich älteren, bereits bekannten Schriftsteller Lew Tolstoi. Vor ihrer Hochzeit hatte sie selbst geschrieben, nun aber gab sie alle eigenen literarischen Ambitionen auf und widmete sich ganz der Kunst ihres Mannes. Unermüdlich übertrug sie die oftmals fast unentzifferbaren, mit unzähligen Korrekturen übersäten Manuskripte Tolstois in Reinschrift. Den größten Teil ihres Ehelebens verbrachten die Tolstois auf ihrem Landgut Jasnaja Poljana. Sie hatten dreizehn Kinder; fünf von ihnen starben jedoch, bevor sie das Schulalter erreichten. Sofja Tolstaja führte ihr Leben lang Tagebuch, aber erst spät begann sie wieder, literarische Texte zu verfassen. Ihren ersten Roman «Eine Frage der Schuld» schrieb sie 1893 als Antwort auf Tolstois «Kreutzersonate»; er wurde fünfundsiebzig Jahre nach ihrem Tod erstmals in Russland veröffentlicht. Ihr zweiter Roman «Lied ohne Worte», in dem sie den Tod ihres jüngsten Sohnes verarbeitet, entstand 1897-1900 und ist in Russland bis heute nicht veröffentlicht worden.
Beiträge
《Cette clef - c'est l'infini...》
Der Fürst begriff, daß sie nicht mehr war, daß er sie nicht erst mit diesem weißen Stück Marmor umgebracht hatte, sondern schon lange vorher, weil er sie nicht gekannt und nicht zu schätzen gewußt hatte... Er begriff, daß die Liebe, die er ihr gegeben hatte, sie umgebracht hatte, daß er sie nicht so hätte lieben dürfen... 》Weißt du, Natascha, manchmal, wenn ich renne, ist mir - ein bißchen nur noch, nur noch kräfig vom Erdboden abstoßen , und ich fliege los. Genauso verhalt es sich mit der Seele, ja mit ihr erst recht, sie muß stets bereit sein davonzufliegen - dorthin, in die Unendlichkeit..《 》Ja, diese Liebe war ein Fehler, trügerische Einbildung, Was will ich eigendlich, was macht mich unzufrieden? Was zerreißt mir so das Herz? Ver-langt es die Jugend nach Leben, wo es doch garkein wahres Leben gibt, oder tun mir alle leid, die unglücklich sind? Glücklich sind alle Egoisten. Wodurch wird den Menschen das Glück zuteil? Durch das Schicksal? ... Was ist denn das Schicksal überhaupt? Ein Naturgesetz, Bewegung des Universums, göttlicher Wille...《

Eine Frage der Schuld ist der Gegenroman zu Lew Tolstois "Kreutzersonate". Als ich gesehen habe, dass es ihn gibt, musste ich ihn mir gleich zulegen, weil es mich einfach interessiert hat, wie seine Frau mit diesem Thema umgeht. Kurz gesagt: simpler. Nicht von der Art der Behandlung, sondern von Schreibstil her. Tolstois Schreibstil war sehr anstrengend, verwoben usw. Ihr Schreibstil war klar und gut zu lesen. Sehr angenehm, da man weniger Pausen einlegen musste, um über den Sinn des Satzes nachzudenken. Das Thema wurde auch wesentlich fassbarer dargestellt. Durch die direkt erzählte Geschichte Annas und nicht wie bei Tolstoi so im Nachhinein zu erzählen. Naja, genug Vergleich. Ich mochte das Buch sehr. Es war mitreißend und sehr sehr tragisch, was ich immer gern lese. Schreibstil war, wie gesagt, wirklich angenehm und schön zu lesen. Die Schlichtheit hat mich sehr überzeugt. Man braucht eben doch nicht immer die hochgestochenste Sprache. 4,3 Sternis





