Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

Taschenbuch
4.019
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Beschreibung

Seine Familie glaubt an die Überlegenheit der weißen Rasse, und damit scheint für den jungen Jessup alles entschieden. Doch nach der Rückkehr seines Stiefvaters aus dem Knast und einem tragischen Unfall muss er endlich selbst Antworten finden auf die Fragen: Was glauben, wem folgen, wen lieben?

Alexi Zentner hat einen Anschlag von Neonazis auf sein Elternhaus in Literatur verwandelt. Gegen Hass und Gewalt setzt er die Kraft des Erzählens. Gegen Hetze und Fanatismus die Fähigkeit, sich einzufühlen, in einen jungen Mann auf der anderen Seite … Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist ein augenöffnendes Familienporträt, ein packender Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über Loyalität, Zugehörigkeit und die Gefühle in den dunkelsten Ecken des heutigen Amerikas.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Politik
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
376
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Alexi Zentner wuchs in Upstate New York auf. Als er achtzehn war, verübten Neonazis einen Brandanschlag auf sein Zuhause – die Eltern waren politisch aktiv. Eine Farbe zwischen Liebe und Hass gibt eine literarische Antwort auf die Ereignisse von damals. Sein Roman Die Hummerkönige war ein weltweiter Erfolg. Als Ezekiel Boone veröffentlichte er die Reihe Die Brut, die ebenso Bestsellerstatus erreichte.

Beiträge

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Alle
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In seinem Roman Eine Farbe zwischen Liebe und Hass erzählt Alexi Zentner die Geschichte des 17-jährigen Jessup, ein ganz normaler Junge aus Amerika. Er gehört zum sogenannten „white trash“ – seine Mutter hat drei Kinder von drei verschiedenen Vätern, bekam das erste schon mit 14, die Familie lebt in einem Wohnwagen, das Leben ist nicht einfach. Doch Jessup ist ein guter Ringer und ein guter Football-Spieler, ein Einser-Schüler, seine Fahrkarte raus aus Cortaca, dem Ort, an dem ihn jeder kennt. Denn da sind noch sein Bruder Ricky und sein Stiefvater David John, die im Gefängnis sitzen, weil Ricky in Notwehr zwei farbige Studenten erschlagen hat. Die Familie ist zudem noch Mitglied der Heiligen Kirche des Weißen Amerika, eine Kirche, die die Überlegenheit der Weißen Rasse propagiert und zum Heiligen Rassenkrieg aufruft. Jessup selber ist anders, er geht nicht mehr in diese Kirche, seine Freundin, die Tochter seines Coaches, ist selber eine Schwarze, doch wer in einer solchen Familie aufwächst, kann den Vorurteilen kaum entkommen. Als dann noch ein grauenvoller Unfall geschieht, der das Leben aller verändert, sieht sich Jessup mehr denn je gefangen zwischen Schwarz und Weiß, Familie und Gesellschaft, Liebe und Hass. . Sehr einfühlsam und eindrücklich beschreibt Zentner das Leben in einem Milieu, das geprägt ist von vielfältigem Rassismus, vom Gegensatz zwischen Armut und Reichtum, von Vorurteilen und Vorverurteilungen. Man kann sich wirklich gut in die seelischen Nöte des Jungen hineinversetzen, seine Hoffnung auf ein besseres Leben nachvollziehen, die Liebe zu seiner Familie und seiner Freundin und den furchtbaren Zwiespalt, in den er dadurch gerät. Die große Frage ist, kann man sich trotz seiner Herkunft in eine andere Richtung entwickeln oder ist ein Lebensweg vorgezeichnet, aufgrund der Hautfarbe oder der Erziehung? . Sehr viel Tiefe erhält das Buch durch die Beschreibung von David John: er ist ein Rassist, er glaubt an die Lehren seiner Kirche, sein Körper ist übersät mit White-Power—Tattoos und doch ist er ein guter Kerl, ein liebevoller Vater, der nichts anderes will, als seine Kinder zu anständigen Menschen erziehen. Und genau dieser Gegensatz macht es Jessup so schwer, sich aus diesem von Gewalt und Hass geprägten Milieu zu lösen. Und er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass Alexi Zentner selber miterleben musste, wie fanatische Nazis einen Brandanschlag auf das Haus seiner Eltern verübten. Die Fragen, die ihn seither beschäftigt haben, hat er in diesem Roman verarbeitet. Mich hat dieses Buch absolut gepackt, ich fand es äußerst spannend und es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ein wichtiges, aktuelles Thema, nicht nur in den USA. Absolut lesenswert.

2

Es ist kein einfaches Thema, das Alexi Zentner in seinem Buch aufgreift. Vielleicht ist es genau deshalb wichtig, dass man darüber spricht. Leider aber konnte mich die Ausführung des Autoren nicht überzeugen. Das beginnt schon mit der Sprache. Die findet man eher in einem Jugendbuch, obwohl ich auch dort schon bessere Sprachhandhabung gefunden habe. Die Schilderungen sind mir persönlich, bezogen auf das schwerwiegende Thema Rassismus und Gleichberechtigung, einfach zu simpel. Zwar gibt es ein paar gute Szenen, aber man hätte aus der ganzen Idee so viel mehr machen können. Eine richtige Diskussion lostreten. Aber so verpufft das Ganze irgendwie im Nirgendwo. Es ist einfach, die Welt in Schwarz-Weiss zu betrachten. Dieses Buch widmet sich den Grautönen. Jessup löste in mir oft tiefes Mitgefühl aus, da er sich wirklich Mühe gibt und wirklich nichts dafür kann, in welche Familie er hineingeboren wurde. Dennoch störte es mich sehr, dass er sich nicht tiefer mit dem Unfall auseinandersetzt. Auch hier wieder: man hätte so viel mehr daraus machen können. Die Ansätze sind da, werden aber nicht bedient. Es ist schade um das Buch und die Idee - von beidem hätte ich mehr erwartet. Hinweis: Ich kritisiere tatsächlich bloss die Ausführung, nicht das Thema oder den Inhalt.

4

"Es ist nur, nun, das macht es schwer. Du hast keine Wahl, weißt du? Du wirst geboren,wenn du geboren wirst, deine Eltern sind deine Eltern, und die Dinge geschehen, wie sie gescchehen. EIniges davon ist gut, einiges nicht. Ich kann dir mein ganzes Leben erzählen, aber wenn du nicht dabei warst, wenn du nicht wie ich großgezogen wurdest, ergibt es keinen Sinn für dich."S.137 Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist vor allem aufgrund seiner Perspektive ein besonderes Werk. Aus der Sicht eines weißen Teenagers, dessen Familie einer radikal- nationalistischen-rassistischen Kirche, der Kirche des Weißen Amerikas angehört, beschäftigt sich das Werk mit Problemen der amerikanischen Gesellschaft und den Schwierigkeiten eines Jungen, der versucht, aus dieser Gemeinschaft des Hasses auszubrechen und dabei doch immer wieder in Zwiespalt gerät. Meine Meinung: Das Werk von Alexi Zentner ist sehr eindrücklich geschrieben. Der Autor versucht darin nach eigenen Angaben, sich in die Rolle des Jungen auf der anderen Seite hineinzuversetzen, da er selbst ein Attentat von Neonazis auf das Haus seiner Eltern, engagierter Bürgerrechtler, erlebt hat- und dies gelingt im meisterhaft. Jessups Geschichte mag fiktiv sein, aber sie regt einen beim Lesen dennoch zum Nachdenken an. Wie kann man Aussteigern aus der Neonazi/ White Power Szene den Ausstieg erleichtern? Und gerade dieses Nachdenken, dieser geradezu bestehende Zwang, mit Jessup, der aufgrund seiner Herkunft und trotz all seiner Ziele, sich von seinem Hintergrund zu distanzieren, offen angefeindet wird, mitzufühlen und die Gesellschaft in Frage zu stellen, regt doch zum Nachdenken an. Die Erzählung ist in einem sehr ernsten, aber aufgrund der Thematik auch angemessenen Ton gehalten und gerade aufgrund der enthaltenen Kontroversen teilweise emotional schwer zu lesen. Die Charaktere und Szenen sind realistisch gezeichnet, die Kürze der einzelnen Abschnitte verstärkt noch den Eindruck, den Jessups Perspektive der Geschichte verleiht. Mir war die Handlung zwar auf einen zu kurzen Zeitraum fokussiert, aber die Aussage der Geschichte und deren Effekt ist doch rübergekommen. Fazit: Ein ernstes Buch mit zwar bekannter, ernster Thematik, das doch zum Nachdenken anstößt und gerade aufgrund seiner Perspektive besonders ist.

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