Die Verluste

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E-Book
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Beschreibung

»Florian Scheibe schreibt rasant, grandios komisch, unerbittlich genau, aber immer einfühlsam und mit viel Wärme für seine Figuren.« Sönke Wortmann

Braunschweig, Berlin, Bodensee – die Geschichte einer Familie zwischen Zusammenhalt und Lebenslügen, erzählt aus der Sicht ihrer fünf Mitglieder. Klaus Werner, ein wackliger Patriarch, liebäugelt mit der Idee, sich angesichts der Krisen der Welt einen privaten Luxus-Bunker bauen zu lassen; seine Frau Kaja plant lieber die perfekte Familienfeier zum 80. Geburtstag ihres Mannes; die drei Kinder führen ihre eigenen Kämpfe: ein blockierter Schriftsteller, ein wütender Augenarzt und eine verzweifelte Umweltaktivistin. Und über allem thront Großmutter Ruth, die zwei Geheimnisse mit ins Grab genommen hat. Schonungslos und mit entlarvendem Humor erzählt Florian Scheibe in seinem großen Familienroman von den Brüchen unserer Gegenwart.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
E-Book
Seitenzahl
512
Preis
18.99 €

Autorenbeschreibung

Florian Scheibe, geboren 1971 in München, hat Kulturwissenschaft und Geschichte in Bremen und Paris sowie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) studiert. Seine Texte erschienen in Anthologien und Literaturzeitschriften und wurden, genau wie seine Kurzfilme, mehrfach ausgezeichnet; außerdem hat er mehrere vielfach aufgeführte Theaterstücke verfasst. Sein Roman »Weiße Stunde« war für den Debütpreis im Buddenbrookhaus nominiert. Zuletzt erschien von ihm bei btb »Paraiso«. Florian Scheibe lebt mit seiner Familie in Berlin.

Beiträge

2
Alle

Fünf (sechs) Familienmitglieder, und der Patriarch will einen Bunker bauen

Was macht man, wenn man auf die Achtzig zugeht, reich ist und sein Geld sinnvoll investieren will? Richtig! Einen Bunker bauen! Klaus Werner lebt mit seiner Frau Kaja in der Schweiz am Bodensee. Die gut laufende Firma hat er verkauft, da keins seiner erwachsenen Kinder die Nachfolge im Familienunternehmen antreten wollte. Was den Patriarchen natürlich grämt. Während die Krisen überall in der Welt dem Familienoberhaupt zu schaffen machen, plant Kaja die Feier zu seinem runden Geoburtstag. Kaja, die immer blendend aussieht, alles immer perfekt weglächelt. Alle drei Kinder kämpfen mit ihren eigenen Dämonen. Der ältere Sohn, ein Augenarzt, hat ein Problem damit seine Wut unter Kontrolle zu bringen. Der jüngere Sohn hat vor Jahren einen erfolgreichen Roman geschrieben, kommt mit seinem zweiten Buch alles andere als voran. Und die Tochter, Nachzüglerin und Umweltaktivistin, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat, versteckt sich irgendwo in der Welt vor der Öffentlichkeit. Nun aber mal wieder zurück zu Klaus. Klaus erleidet einen Herzinfarkt oder, wie wir ziemlich bald erfahren, eine Panikattacke, während er auf seinem neuen Rasenmähertraktor sitzt und ein Kampfflugzeug über das Grundstück fliegt. Wie er genau auf die Idee kommt, einen Bunker auf sein Grundstück zu bauen, das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Hinter dem Rücken seiner Familie beginnt er enthusiastisch mit der Planung von eben diesem. Einfaches Basismodell oder Luxusunterkunft? Wie soll die Ausstattung sein? Reisen zur Besichtigung von Modellen, alles ist mit dabei. Erst, wenn alles unter Dach und Fach ist, soll die Familie vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Nun seine Kinder: Die haben andere Pläne. Der Augenarzt träumt schon von seinem Erbe, und wie er mit seiner Familie im Haus am Bodensee lebt. Der verhinderte Schriftsteller erhofft sich vom Geld des Vaters eine eigene Wohnung und die Umweltaktivistin meint, er solle doch machen mit seinem Geld was er will. Sie würde es allerdings gerne spenden. Und Ehefrau Kaja? Kaja bemerkt die ganzen Veränderungen bei Klaus, weiß sie aber nicht richtig einzuordnen. Warum verkriecht er sich im Haus? Warum hortet er die ganzen Dinge, die er eigentlich entsorgen sollte? Mithilfe von Marderurin möchte sie unter anderem alles „schonend“ entsorgen, um ihren Mann nicht vor den Kopf zu stoßen. An einigen Stellen ist der Roman irre komisch trotz der Ernsthaftigkeit der Themen. Und manche Details ließen mich schmunzeln. Ganz besonders die Sich von Klaus war für mich ganz unerwarteter Weise sehr gut nachvollziehbar. Aus Sicht aller fünf Familienmitglieder erfahren wir über die verschiedenen Brüche in der Familie, über Lügen und Verwirrungen, und auch darüber, was eine längst verstorbene Großmutter Ruth mit alledem zu tun hat. Ich bin mit wenig Erwartungen in den Roman eingestiegen, da mich das Thema Bunker bauen jetzt nicht so wirklich interessiert. Und ich muss gestehen, er hat mich positiv überrascht. Durch die vielen Wechsel der Perspektiven muss man sich sehr konzentrieren, die Spannung wird aber dadurch sehr gut aufrecht erhalten. An manchen Stellen vielleicht etwas zu ausführlich, aber dennoch bin ich nur so über die vielen Seiten geflogen und wollte einfach wissen, was denn nun aus Klaus und seinem Bunker wird.

4

Ein Porträt über eine scheinbar perfekte Familie aber sobald man hinter die Fassade schaut stellt man fest, wie wenig es mit der Wahrheit zu tun hat. Jeder Protagonist schleppt ein Geheimes oder eine Unwahrheit mit sich herum, die tunlichst nicht an Licht kommen soll. Hat mir sehr gut gefallen. Fand es sprachlich auch sehr lesenswert. Zwischendurch auch wirklich Momente zum schmunzeln. Der ‚normale‘ Wahnsinn einer ‚normalen‘ Familie!

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