Die Stimmen des Flusses

Die Stimmen des Flusses

Hardcover
3.617
WiderstandHistorischer RomanGenerationenromanFranco

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Beschreibung

Was geschah wirklich am 18. Oktober 1944 in dem Pyrenäenort Torena? Als Tina Bros sechs Jahrzehnte später in der alten Dorfschule ein hinter der Schiefertafel verborgenes Tagebuch entdeckt, ahnt sie nicht, daß sie an Dinge rührt, die in ihrer Verquickung aus Schuld und Scham, aus Leidenschaft und Fanatismus das ganze Drama einer schlimmen Zeit spiegeln. Noch weniger ahnt sie, daß der Schatten von damals bis in ihre eigene Gegenwart ragt. In den Händen hat sie die Lebensgeschichte des Dorfschullehrers Oriol Fontelles – einen langen Brief an seine Tochter, der diese nie erreicht hat, die Bitte, von ihr und der Nachwelt nicht verurteilt zu werden. Tina, deren eigenes Leben in Unordnung geraten ist, setzt alles daran, herauszufinden, was damals tatsächlich geschah. Sie erfährt von Oriols tragischer Liebesbeziehung zu der schönen und mächtigen Elisenda Vilabrú, deren Vater und Bruder zu Beginn des Bürgerkriegs von Anarchisten ermordet wurden, davon, wie Elisenda in ihrem Bedürfnis nach Rache alle Fäden zieht und wie ihr Geliebter Oriol Fontelles als heimlicher Widerständler ein gefährliches Doppelspiel beginnt, das in der Dorfkirche von Torena sein schicksalhaftes Ende findet. Für Tina Bros jedoch ist die Geschichte nicht beendet, denn alter Haß und alte Leidenschaften gären weiter, die Vergangenheit ist nicht vergangen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
667
Preis
11.30 €

Autorenbeschreibung

Jaume Cabré, geboren 1947 in Barcelona, ist einer der angesehensten katalanischen Autoren. Neben Romanen, Erzählungen und Essays hat er auch fürs Theater geschrieben und Drehbücher verfasst. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem spanischen Kritikerpreis und dem französischen Prix Méditerranée, und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Beiträge

3
Alle
2.5

Mäßig, ständiger Wechsen zwischen Erzählern Geschichte interessant wie das Thema

Wenn das Thema nicht so interessant gewesen wäre, hätte ich das Buch nach 100 Seiten nicht weitergegeben. Es dauerte fast 450 Seiten bis ich einordnen konnte, wer erzählt und in welcher Zeit es spielt. Die Auflösung jedoch war interessant.

4

„Die Stimmen des Flusses“ ist ein Buch über Liebe, Enttäuschung und den Hass der daraus wächst. Über fast ein Jahrhundert erzählt das Buch die Geschichte eines kleinen Ortes in Spanien und seinen Bewohnern. Hauptsächlich dreht es sich dabei um die Vor- und Kriegszeit und den politischen Kampf zwischen rechts und links. Jahrzehnte später findet die Lehrerin Tina ein altes Tagebuch. Um zu verbergen, dass sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben verliert, fixiert sie sich darauf die alten Geheimnisse aufzudecken und die wahre Geschichte ans Licht zu bringen. Das Buch springt sehr zwischen den Zeiten und Perspektiven, wechselt teilweise in einem Absatz mehrmals hin und her, sodass man aufmerksam lesen muss, um nicht zu verpassen, um wen es jetzt geht. Wenn man die Charaktere aber erstmal kennt, stellt das kein Problem dar. Ich finde es macht sogar einen großen Teil des Charmes des Buches aus. Das Ende kam dann sehr schnell und plötzlich und auch wenn ich kein Fan von Klischee-Happy-Ends bin, ich hätte mir schon gewünscht, dass der ein oder andere noch ein gerechteres Ende bekommt. Aber das Buch achtet nicht darauf, was man gerne hätte, da ist es fast brutal ehrlich und realistisch. Und hat mich damit sehr beeindruckt. Definitiv ein Klassiker, den ich nur weiter empfehlen kann. Jedoch sollte man anmerken, dass dieser ganz eigene Stil, der das Buch auszeichnet, sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

3

Am 18. Oktober 1944 geschieht in einem kleinen Bergdorf in den Pyrenäen ein grausames Verbrechen. Im Zentrum dieses Verbrechen stehen der Lehrer Oriol Fontelles und die schöne Elisenda Vilabrú. 50 Jahre später wirkt Elisenda auf den Vatikan ein, um die Seligsprechung von Oriol zu erreichen. Doch zeitgleich werden Tagebücher von Oriol gefunden, die das Geschehen 1944 in einem anderen Licht erscheinen lassen. Nach dem mir das Buch schon im Frühling 2007 empfohlen wurde und ich bis zum Herbst auf das Erscheinen der deutschen Übersetzung wartete, und es darüber hinaus auf der Buchmesse 2007 (Gastland Katalonien!) gehypt wurde, war ich dann doch sehr enttäuscht. Die verschiedenen Erzählebenen liegen brach nebeneinander und die Handlung plätschert vor sich hin. Ein geheimnisvolles Verbrechen wird angedeutet, aber alles bleibt fragmentarisch. Die Figuren wirken holzschnittartig und spröde.

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