Die Ratten

Die Ratten

Taschenbuch
2.732

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Beschreibung

Gerhart Hauptmanns Tragikomödie "Die Ratten" entfaltet im Berliner Mietskasernenmilieu eine dichte Handlung um Kinderwunsch, soziale Not und moralische Verstrickung. Im Zentrum steht Frau John, deren verzweifelte Aneignung eines fremden Kindes eine Kette tragischer Enthüllungen auslöst. Hauptmann verbindet naturalistische Milieustudie mit metatheatralen Elementen: Neben dem Elendsdrama der Hinterhöfe steht die Welt des Theaterdirektors Hassenreuter, die bürgerliche Kunstideale kritisch spiegelt. So entsteht ein Werk an der Schwelle zur Moderne, sprachlich genau, sozial scharf und dramaturgisch vielschichtig. Hauptmann, 1862 in Schlesien geboren und 1912 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, prägte das deutschsprachige naturalistische Drama wie kaum ein anderer. Seine Aufmerksamkeit galt den Übersehenen: Arbeitern, Frauen, Armen, gesellschaftlich Ausgeschlossenen. Erfahrungen mit Großstadtelend, sozialer Frage und den ästhetischen Debatten um Wahrheit auf der Bühne dürften die Entstehung von "Die Ratten" wesentlich befördert haben. Dieses Stück empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als präzises Instrument gesellschaftlicher Erkenntnis schätzen. "Die Ratten" ist nicht bloß ein historisches Sozialdrama, sondern eine beklemmend aktuelle Untersuchung von Besitz, Mutterschaft, Schuld und Selbsttäuschung. Wer Hauptmanns Kunst verstehen will, findet hier eines seiner reifsten und eindringlichsten Werke.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
88
Preis
9.20 €

Beiträge

2
Alle
4

Ein unterhaltsamer und zeitloser Klassiker, tragisch und dennoch amüsant.

Seit langem habe ich mal wieder ein Drama und etwas von Gerhart Hauptmann gelesen. Ein Fehler beides so schleifen zu lassen, obwohl ich Bahnwärter Thiel trotzdem deutlich mehr mochte. Wer mit dem Berliner Dialekt nicht vertraut ist, könnte mit diesem Buch Probleme bekommen. Ich fand aber alles gut verständlich. Das Thema ist recht zeitlos und auch heute noch lässt sich gut darüber sprechen und nachdenken, ab und zu sogar schmunzeln. Leider gibt es in Berlin aktuell keine Aufführung von die Ratten. Die hätte ich mir im Anschluss nun doch gerne angesehen. Kleiner reminder am Ende: man sollte Autoren und ihre Werke immer im Kontext ihrer Zeit betrachten. Was war gängig und typisch? Klar kann man auch einen modernen Maßstab anlegen, allerdings geht dann die historische Komponente verloren. Hauptmann schrieb dieses Drama um 1909 herum, daher sind natürlich Elemente enthalten, die zu dieser Zeit gebräuchlich und normal waren, heute aber überholt oder diskriminierend sind.

3

(Schullektüre, 12.Klasse)

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