Die Orestie

Die Orestie

Taschenbuch
3.69

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Beschreibung

Die Orestie, die einzige vollständig erhaltene Tragödientrilogie der attischen Klassik, entfaltet in Agamemnon, Die Choephoren und Die Eumeniden den blutigen Weg des Atridenhauses von ererbter Schuld zu öffentlicher Rechtsprechung. Aischylos verbindet archaischen Mythos, dichte Chorlieder und eine feierliche, bildmächtige Sprache zu einem Drama über Rache, göttliche Ordnung und politische Institution. Im literarischen Kontext des 5. Jahrhunderts v. Chr. markiert das Werk einen entscheidenden Schritt von der kultischen Aufführung zur reflektierten Tragödie. Aischylos, um 525 v. Chr. in Eleusis geboren, war nicht nur Dichter, sondern auch Bürger einer Polis, die Perserkriege, demokratische Neuordnung und religiöse Tradition unmittelbar erlebte. Seine Teilnahme an den Kämpfen von Marathon und wohl Salamis prägte sein Denken über Gemeinschaft, Gesetz und göttliche Fügung. Die Orestie lässt sich daher als poetische Antwort auf die Frage lesen, wie Gewalt gebändigt und Schuld in eine tragfähige Ordnung überführt werden kann. Dieses Werk empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die den Ursprung europäischer Dramatik und politischer Ethik verstehen wollen. Die Orestie ist kein fernes Museumsstück, sondern eine bis heute erschütternde Untersuchung von Familie, Staat und Gerechtigkeit.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
48
Preis
7.80 €

Beiträge

2
Alle
4

Heute möchte ich euch die einzige vollständig erhaltene Trilogie der griechischen Tragödien vorstellen: Die 'Orestie' (orig. Ὀρέστεια) von Aischylos, die im Jahr 458 v. Chr. erstmals aufgeführt wurde. Sie gilt als eines der bedeutendsten Werke des antiken Theaters. Die deutsche Übersetzung stammt von Johann Gustav Droysen. Die 'Orestie' erzählt in drei Teilen die blutige Geschichte des Hauses Atreus. Nach dem Trojanischen Krieg kehrt Agamemnon heim und wird von seiner Frau Klytaimnestra ermordet, die sich für die Opferung ihrer Tochter Iphigenie rächen will. Später tötet ihr Sohn Orest seine Mutter, um den Vater zu rächen, wird daraufhin jedoch von den Erinnyen verfolgt. Erst ein Gerichtsverfahren unter dem Vorsitz der Göttin Athene beendet die Kette aus Rache und Gewalt und ersetzt die Blutrache durch Rechtsprechung. Die 'Orestie' hat mir sehr gefallen und eindrucksvoll gezeigt, warum sie bis heute als ein Grundpfeiler der Literatur gilt. Der Schreibstil wirkt kraftvoll, feierlich und stellenweise bildgewaltig. Besonders die Chöre, die Symbolik und die eindringliche Sprache schaffen eine dichte und beeindruckende Wirkung. Auch die Figuren sind spannend gezeichnet. Sie bewegen sich zwischen Schuld, Rache, Pflicht und innerem Konflikt, wodurch selbst extreme Entscheidungen nachvollziehbar erscheinen. Die Handlung entfaltet sich als dramatische Kette aus Mord, Vergeltung und dem Versuch, einen Ausweg aus dem Kreislauf der Gewalt zu finden. Dabei behandelt das Werk große Themen wie Gerechtigkeit, Familienfluch, Macht und den Übergang von persönlicher Rache zu gesellschaftlichem Recht. Die Atmosphäre ist düster, bedrohlich und tragisch, besitzt zugleich aber eine enorme Wucht und zeitlose Bedeutung. Ich empfehle das Werk besonders Lesenden, die gerne Klassiker und griechische Literatur lesen oder sich für die Ursprünge des Theaters interessieren. Meine Bewertung: 4 von 5 Sterne ✨️ Fun Fact: Der Name des Übersetzers kam mir sofort bekannt vor. Dann fiel mir ein, dass ich durch mein Hobby als Ahnenforscherin bereits auf ihn gestoßen bin, weil ich ein Ortsfamilienbuch der Stadt Greifenhagen (heute: Gryfino) begonnen habe und sein Vater dort Diakon war. ⛪️

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4

Toll

Viele sinnvolle Kommentare und ein tolles Nachwort! Die Orestie an sich ist eine Trilogie bestehend aus „Agamemnon“, „Choephoren“ und den Eumeniden. Zentrales Motiv dieses Stücks ist Rache: Sphn rächt seinen Vater (Aigisthos), Mutter rächt ihre Tochter, Sohn rächt seinen Vater (Orest), Erinyen rächen Mutter. Es entsteht also eine Spirale der Gewalt, die in einer demokratischen Lösung durch Athene gelöst wird. Trotz des Alters ist das Werk aktuell: Die prädramatischen Elemente gehen in heutigen postdramatischen Elementen auf und Drama-Kenner werden sicherlich ihre Freude mit dem Werk haben. Die Sprache jedoch kann an einigen Stellen langatmig sein.

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