Die kriminelle Psychose (Psichopatia criminalis)

Die kriminelle Psychose (Psichopatia criminalis)

Taschenbuch

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Beschreibung

In Die kriminelle Psychose (Psichopatia criminalis) entwirft Oskar Panizza eine beißende Satire auf die Verschränkung von Psychiatrie, Justiz und staatlicher Disziplinierung. In der Form einer pseudo-wissenschaftlichen Abhandlung imitiert und übersteigert der Text den diagnostischen Jargon seiner Zeit, um dessen autoritäre Voraussetzungen bloßzulegen. Zwischen medizinischer Fallstudie, juristischer Parodie und literarischer Groteske steht das Werk im Kontext der fin-de-siècle-Debatten über Degeneration, Zurechnungsfähigkeit und soziale Abweichung. Panizza war selbst Arzt, Psychiater und zugleich einer der radikalsten Außenseiter der deutschen Literatur um 1900. Seine Erfahrungen in medizinischen Institutionen, seine Konflikte mit Kirche und Staat sowie die Verurteilung wegen seines Dramas Das Liebeskonzil prägten sein Misstrauen gegenüber jeder Instanz, die Wahrheit im Namen von Moral oder Wissenschaft verwaltet. Die kriminelle Psychose ist daher auch als Selbstverteidigung eines verfolgten Intellektuellen lesbar. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die literarische Provokation nicht als bloßen Skandal, sondern als Erkenntnisform verstehen. Panizzas Text eröffnet einen scharfen Blick auf die Macht der Diagnose und bleibt für Diskussionen über Normalität, Abweichung und institutionelle Gewalt bemerkenswert aktuell.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
36
Preis
7.90 €
Die kriminelle Psychose (Psichopatia criminalis)