Dialektik der Ordnung

Dialektik der Ordnung

Taschenbuch
3.51
ModerneKulturNationalssozialismusHolocaust

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Beschreibung

Die Soziologie beschäftigt sich mit der modernen Gesellschaft - dennoch ist es ihr nicht gelungen, zur Erkenntnis eines der spezifischen und zugleich erschreckendsten Aspekte der Moderne etwas beizutragen: dem Holocaust. Zygmunt Baumann zeigt in seinem Hauptwerk, wie die Soziologie mit diesem Phänomen methodisch umgehen könnte, merh nich: was der Holocaust für die Soziologie bedeutet. Keine der traditionellen Lehrmeinungen der Soziologie kann in Zymunt Baumanns Analyse bestehen. Weder diejenige, die den Holocaust als ein Ereignis der jüdischen Geschichte interpretiert, noch diejenige, die den Holocaust als Produkt "barbarischer" Verhaltensweisen betrachtet, die vom zivilisatorischen Fortschritt langsam überwunden werden. Im Gegenteil, der Holocaust selbst muss als Ausdruck der Moderne verstanden werden: in diesem Sinne ein "normaler Vorgang" - immer und überall wiederholbar.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
253
Preis
22.90 €

Beiträge

1
Alle
3.5

Zygmunt Baumans "Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust", welches bei Erscheinen insbesondere unter Deutschlands Soziolog:innen für Aufsehen sorgte, regt auch 30 Jahre später zum Nachdenken über die Moderne an.

In einem Lektürekurs habe ich in den letzten Monaten Zygmunt Baumans wahrscheinlich (in Deutschland) bekanntestes Werk "Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust " gelesen und darüber diskutiert. Zentrale These des Buchs ist, dass der Holocaust kein schrecklicher Einzelfall der Moderne ist, sondern eine konkrete Folge aus technischem Fortschritt und immer komplexeren bürokratischen Strukturen bei gleichzeitiger Mediatisierung des sozialen Handelns. Bauman sah in seinem Fachbereich - der Soziologie - die Behandlung des Holocaust als potentiell wiederholbares Phänomen nicht berücksichtigt. Daher legt er in 8 Kapiteln durchaus schlüssig da, inwiefern Menschen im 20. Jahrhundert dazu in der Lage waren, im Namen des (gesellschaftlichen) Fortschritts in Apparaten zu agieren, die die Tötung von Millionen Menschen vorsah. Dabei bezieht er sich insbesondere auf Arbeiten von Raul Hilberg, Hannah Arendt und zieht u.a. das Milgram-Experiment zur Argumentation heran. Im Rückblick fällt auf, dass Bauman den Errungenschaften der Moderne arg skeptisch gegenüber steht, ein Eindruck, der sich in seinen späteren Publikationen zur (flüchtigen) Postmoderne noch verstärkt zeigt. Auch wenn ich dahingehend weniger schwarz sehe als er, so finde ich doch seine auf Emmanuel Levinas beruhende Meinung zur moralischen Verantwortung im Antlitz des Anderen sehr spannend und einleuchtend.

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