„Deutschland, deine Kolonien“
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Beschreibung
Deutschland – eine Kolonialmacht? Die Legende von der zaghaften kleinen Möchtegern-Kolonialmacht, die sich zivilisierter betragen hat als andere, kommt allmählich ins Wanken. Und das zu Recht, denn das deutsche Kaiserreich beutete kolonisierte Länder in Afrika, in China oder der Südsee nicht weniger gierig und gewalttätig aus als andere Kolonialmächte.
Dieses Buch zeichnet den deutschen Kolonialismus von den Anfängen nach und bietet anhand eindrücklicher Zeitzeugenberichte und Abbildungen Einblicke in den Alltag in den kolonisierten Ländern. Vor allem aber zeigt es, wie andauernd die Folgen des deutschen Kolonialismus zu spüren sind und warum eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Epoche überfällig ist.
Buchinformationen
Beiträge
Zur Zeit bin ich wohl in der 3* Phase. Bei diesem Buch hab ich genau genommen zwei geteilte Meinungen. 1) Ich finde es gut und richtig, dass über die deutsche Kolonialzeit ein Buch veröffentlicht wurde. Auch, dass Beiträge zu verschiedenen Gebieten ,aus verschiedenen Perspektiven etc im Buch enthalten sind, finde ich gut. Für ein Referat in der Schule sicher super-informativ. Weil man im Unterricht allerhöchstens von der Berliner Konferenz und (bei einem ambitionierten Geschichtslehrer) vielleicht noch die "Hunnenrede" behandelt, das war's zur Kolonialgeschichte. Zwar weiß man, dass mit Versailler Vertrag die Gebiete abgegeben werden mussten, aber kein Wort zum deutschen Verhalten in seinen Kolonien oder den Folgen der deutschen Kolonialbesetzung. Da bekommt dieses Buch also die 3* her. Was ich schade fand, dass man bei manchen Beiträgen deutlich den "Deutschen Blick" bemerkt hat. Die Wortwahl war manchmal etwas schwierig. Die Sätze in den Interviews der Zeitzeugen aus Namibia wurden deutlich gekürzt und vereinfacht dargestellt, was der Sichtweise gegen die Einheimischen wiederum in die Karten spielt. Manche Begriffe waren in ".." wiedergegeben (richtig!), manche, wie "Hinterland" (welcher auch ein rassistisch gefärbter Begriff ist) allerdings nie. Da hätte man also nochmal deutlich Luft nach oben gehabt. In manchen Beiträgen wurden außerdem die "falschen" Personen hervorgehoben oder wirkten verharmlost in ihrem Handeln. Schade. Auch hinten im Kompendium zu den Kolonien fanden sich unter "wichtige Persönlichkeiten" kaum Menschen *aus* den Kolonien, stattdessen wurden auch hier hauptsächlich deutsche Generäle genannt. Auch hier also, ausbaufähig. Schade fand ich auch, dass trotz des Titels kein oder kaum Inhalt zur Gegenwart, also den Folgen der deutschen Besatzung, im Buch vorhanden war. Die Info, dass man in Namibia bis heute Weihnachtsstollen kaufen kann, hätte ich hier jetzt nicht zwingend gebraucht, sondern eher mehr von den Interviews der Zeitzeugen oder mehr zu der Forschung, die zu den Interviews führte. 2) Ja, es ist wichtig und richtig über den Nationalsozialismus und über Hitler und Konsorten zu sprechen. Aber ob es wirklich in einem Buch über den deutschen Kolonialismus gehört? Diese Diskussion kann ich durchaus nachvollziehen. Den Holocaust mit dem Genozid an den Herero und Nama gleichzusetzen finde ich ziemlich fragwürdig. Zwar wurde versucht, diese Gleichsetzung in ein paar Sätzen zu relativieren, jedoch scheiterte das in meinen Augen. Auch finde ich (eigene Meinung!), dass der Kolonialismus Deutschlands in überseeischen Gebieten und Hitlers Kampf im Osten kaum Parallelen aufweist. Und diese Parallelen muss man mMn auch erst suchen. Alles in allem, wie gesagt, für ein Referat über die deutschen Kolonien, nicht schlecht. Für richtig ausführliche Informationen jedoch nicht wirklich aussagekräftig.
Beschreibung
Deutschland – eine Kolonialmacht? Die Legende von der zaghaften kleinen Möchtegern-Kolonialmacht, die sich zivilisierter betragen hat als andere, kommt allmählich ins Wanken. Und das zu Recht, denn das deutsche Kaiserreich beutete kolonisierte Länder in Afrika, in China oder der Südsee nicht weniger gierig und gewalttätig aus als andere Kolonialmächte.
Dieses Buch zeichnet den deutschen Kolonialismus von den Anfängen nach und bietet anhand eindrücklicher Zeitzeugenberichte und Abbildungen Einblicke in den Alltag in den kolonisierten Ländern. Vor allem aber zeigt es, wie andauernd die Folgen des deutschen Kolonialismus zu spüren sind und warum eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Epoche überfällig ist.
Buchinformationen
Beiträge
Zur Zeit bin ich wohl in der 3* Phase. Bei diesem Buch hab ich genau genommen zwei geteilte Meinungen. 1) Ich finde es gut und richtig, dass über die deutsche Kolonialzeit ein Buch veröffentlicht wurde. Auch, dass Beiträge zu verschiedenen Gebieten ,aus verschiedenen Perspektiven etc im Buch enthalten sind, finde ich gut. Für ein Referat in der Schule sicher super-informativ. Weil man im Unterricht allerhöchstens von der Berliner Konferenz und (bei einem ambitionierten Geschichtslehrer) vielleicht noch die "Hunnenrede" behandelt, das war's zur Kolonialgeschichte. Zwar weiß man, dass mit Versailler Vertrag die Gebiete abgegeben werden mussten, aber kein Wort zum deutschen Verhalten in seinen Kolonien oder den Folgen der deutschen Kolonialbesetzung. Da bekommt dieses Buch also die 3* her. Was ich schade fand, dass man bei manchen Beiträgen deutlich den "Deutschen Blick" bemerkt hat. Die Wortwahl war manchmal etwas schwierig. Die Sätze in den Interviews der Zeitzeugen aus Namibia wurden deutlich gekürzt und vereinfacht dargestellt, was der Sichtweise gegen die Einheimischen wiederum in die Karten spielt. Manche Begriffe waren in ".." wiedergegeben (richtig!), manche, wie "Hinterland" (welcher auch ein rassistisch gefärbter Begriff ist) allerdings nie. Da hätte man also nochmal deutlich Luft nach oben gehabt. In manchen Beiträgen wurden außerdem die "falschen" Personen hervorgehoben oder wirkten verharmlost in ihrem Handeln. Schade. Auch hinten im Kompendium zu den Kolonien fanden sich unter "wichtige Persönlichkeiten" kaum Menschen *aus* den Kolonien, stattdessen wurden auch hier hauptsächlich deutsche Generäle genannt. Auch hier also, ausbaufähig. Schade fand ich auch, dass trotz des Titels kein oder kaum Inhalt zur Gegenwart, also den Folgen der deutschen Besatzung, im Buch vorhanden war. Die Info, dass man in Namibia bis heute Weihnachtsstollen kaufen kann, hätte ich hier jetzt nicht zwingend gebraucht, sondern eher mehr von den Interviews der Zeitzeugen oder mehr zu der Forschung, die zu den Interviews führte. 2) Ja, es ist wichtig und richtig über den Nationalsozialismus und über Hitler und Konsorten zu sprechen. Aber ob es wirklich in einem Buch über den deutschen Kolonialismus gehört? Diese Diskussion kann ich durchaus nachvollziehen. Den Holocaust mit dem Genozid an den Herero und Nama gleichzusetzen finde ich ziemlich fragwürdig. Zwar wurde versucht, diese Gleichsetzung in ein paar Sätzen zu relativieren, jedoch scheiterte das in meinen Augen. Auch finde ich (eigene Meinung!), dass der Kolonialismus Deutschlands in überseeischen Gebieten und Hitlers Kampf im Osten kaum Parallelen aufweist. Und diese Parallelen muss man mMn auch erst suchen. Alles in allem, wie gesagt, für ein Referat über die deutschen Kolonien, nicht schlecht. Für richtig ausführliche Informationen jedoch nicht wirklich aussagekräftig.





