Blick ins Buch

Der schlimm-heilige Vitalis.

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Über das Buch

ISBNB00D5D7WUK
VerlagBasel : Birkhäuser,
Erscheinungsdatum01.01.53
Seitenzahl49

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  • 2,5

    Heute möchte ich euch die Erzählung „Der schlimm heilige Vitalis“ von Gottfried Keller vorstellen, die 1872 im Novellenzyklus „Sieben Legenden“ erschienen ist. Darin wird die Geschichte des Mönchs Vitalis erzählt, der Bordelle besucht, um die dortigen Frauen allein durch Gebet zu bekehren – stets keusch, aber doch im Verdacht stehend, selbst sündhaft zu handeln. Die tugendhafte Kaufmannstochter Jole verliebt sich in ihn, tarnt sich als Hure und überrascht ihn mit ihrer Liebeserklärung. Nach anfänglichem innerem Ringen entscheidet sich Vitalis schließlich, das Klosterleben hinter sich zu lassen, um Jole zu heiraten und ein vorbildlicher Ehemann zu werden. Kellers Schreibstil ist humorvoll, volkstümlich und von einer leichten Ironie geprägt. Der Ton erinnert an mündliche Überlieferungen, die Sprache ist bildhaft und anschaulich, mit sprichwörtlichen Wendungen und lebendigen Dialogen, die den Figuren Authentizität verleihen. Allerdings verläuft die Handlung eher schlicht und vorhersehbar, manche humorvollen Passagen wirken aus heutiger Sicht etwas überholt und langatmig, und die Nebenfiguren bleiben blass, da der Fokus stark auf Vitalis liegt. Trotzdem spiegelt die Geschichte auf interessante Weise Kellers skeptisch-ironische Sicht auf Frömmigkeit wider: Sie darf unvollkommen sein und dennoch echt wirken. Mir persönlich hat die Novelle allerdings nicht so gut gefallen – aufgrund ihrer Kürze vergebe ich daher 2,5 von 5 Sternen. ✨️

    28. Aug. 2025

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