Romane
Der Rangierbahnhof
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Über das Buch
Helene Böhlaus Der Rangierbahnhof ist ein Gesellschaftsroman der Übergangszeit, in dem der titelgebende Ort zur präzisen Metapher moderner Lebensläufe wird: Menschen werden verschoben, getrennt, neu gekoppelt, ohne ihre Richtung stets selbst bestimmen zu können. Mit realistischer Beobachtungsgabe, psychologischer Feinzeichnung und einem leisen, doch unüberhörbaren sozialkritischen Ton untersucht Böhlau bürgerliche Konventionen, weibliche Handlungsspielräume und die nervöse Dynamik einer technisierten Moderne. Der Text steht im Umfeld von Realismus, Naturalismus und früher Frauenliteratur. Helene Böhlau, 1856 in Weimar geboren und mit den kulturellen Traditionen der Goethe-Stadt vertraut, gehörte zu den markanten deutschsprachigen Autorinnen um 1900. Ihre Erfahrungen zwischen provinzieller Bildungswelt, großstädtischer Moderne und den Debatten der Frauenbewegung prägen ihr Werk. Wiederholt interessierte sie sich für Frauen, die an Ehe, Familie, Moral und ökonomischer Abhängigkeit gemessen werden und dennoch nach geistiger Selbstständigkeit verlangen. Empfohlen sei Der Rangierbahnhof Leserinnen und Lesern, die Literatur als Seismograph gesellschaftlicher Umbrüche schätzen. Böhlau verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit analytischer Schärfe und macht sichtbar, wie sehr private Entscheidungen von sozialen Gleisanlagen bestimmt werden. Das Buch verdient neue Aufmerksamkeit als kluger Beitrag zur literarischen Moderne und zur Geschichte weiblicher Autorschaft.
Editionen (7)
ISBN9788027368921
Verlage-artnow
Erscheinungsdatum19.02.23
Seitenzahl100
Haupt-GenreRomane
Sub-GenreKlassiker
FormatTaschenbuch
SpracheDeutsch
Preis10.10 €
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