Der Kramladen des Glücks

Der Kramladen des Glücks

Taschenbuch
4.02

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Beschreibung

Aus dem Buch: "Einmal sah er die Martha auf ihrem Balkon sitzen. Sie bemerkte ihn nicht. Ihre Augen und Hände waren mit einer Stickerei beschäftigt. Er konnte heimlich aus der Ferne verehren. Und sie bewegte den Arm und hob den Blick und sah ihn nicht. Wollte sie den Knoten ihrer blonden Flechten lösen wie die heilige Genoveva im Walde, wie die träumend wachsame Magelone, damit die seidnen Strähnen niederfielen wie ein Gewand auf Schultern und Schoß? Und manche weiterglitten bis zu den steinernen Schnörkeln des Balkons? Und manche wehten in die blaue Luft hinaus? Und in Ehrfurcht zog er seine Schulmütze vor diesem reichen Haar. Und immer, wenn ihm Martha in den Sinn kam, dachte er zugleich alles Gute und Schöne. Und wenn er in die Melancholie des Halbwüchsigen versank, die dem Sechzehnjährigen aus einer Sehnsucht allmählich zu einer Gewohnheit wurde, so meinte er, es wäre die Fernliebe zu Martha." Franz Hessel (1880-1941) war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Lektor. Über Karl Wolfskehl erhielt er Anschluss an den Kreis um Stefan George und lernte Fanny Gräfin zu Reventlow kennen. Mit der "Königin von Schwabing" und ihrem Gefährten, Baron Bohdan von Suchocki, lebte er von 1903 bis 1906 in der Wohngemeinschaft im "Eckhaus", Kaulbachstraße 63. Diese Zeit ist Grundlage der Romane Kramladen des Glücks von Franz Hessel und Herrn Dames Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem seltsamen Stadtteil von Fanny zu Reventlow. Gemeinsam mit ihr schrieb er an mehreren Ausgaben des Schwabinger Beobachter, der vor allem den Kreis um Stefan George parodierte.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
122
Preis
12.20 €

Beiträge

1
Alle
3

Hatte zu hohe Erwartungen, weil Cover und Titel des Romans so schön sind. Wurde enttäuscht: Die Kindheitserinnerungen aus Szczecin (was seltsam leer bleibt, es könnte auch jeder andere Ort sein) sind durchdrungen von einem vermeintlich kindlichen, eklig-anrührenden Ton. Die Jugendjahre gefallen mir vom Ton besser und sicher gibt es einige Szenen, an die ich mich zurückerinnern werde, wie die Konfrontation mit der eigenen Abwendung vom Glauben, als der Protagonist quasi zufällig auf einem Zionistenkongress landet. Aber an sich dreht sich hier alles um das unerfüllte Begehren, anfangs auch von Männern (das geht aber irgendwo in der unendlichen Reihe von Frauen, die die Liebe des Protagonisten nicht erwidern, unter), und nichts anderes. Das ist langweilig. Der Protagonist steht dabei gleichermaßen außerhalb der Gesellschaft wie er ständig neue Frauen kennenlernt, was nicht sonderlich überzeugt.

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