Der grüne Heinrich: Erste Fassung. Zwei Bände
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Buchinformationen
Beiträge
„Der grüne Heinrich“ hat mich zwiegespalten zurückgelassen.
Gottfried Keller schreibt wunderschön. Seine Sprache ist kraftvoll, bildreich und sorgfältig gebaut. Die langen Sätze wirken nie leer, sondern durchdacht. Besonders die Naturbeschreibungen haben eine ruhige Intensität. Man merkt, wie viel Beobachtung und Gefühl in jedem Abschnitt steckt. Allein wegen der Sprache lohnt sich die Lektüre. Mit Heinrich selbst hatte ich jedoch große Probleme. Ich fand ihn oft arrogant, selbstbezogen und blind für die Folgen seines Handelns. Sein Umgang mit seiner Mutter hat mich besonders getroffen. Sie wirkt stark, loyal und aufrichtig – und gerade deshalb tut es weh zu sehen, wie wenig Wertschätzung sie von ihm erhält. Mehr als einmal habe ich mich beim Lesen über ihn geärgert. Auch die Frauenfiguren bleiben insgesamt blass. Sie stehen meist im Hintergrund und dienen vor allem dazu, Heinrichs Entwicklung zu begleiten. Aus heutiger Sicht wirkt das einseitig. Als Bildungsroman zeigt das Buch weniger einen Aufstieg als ein langes Ringen mit eigenen Schwächen. Heinrich ist kein sympathischer Held, sondern ein junger Mensch, der viel falsch macht. Vielleicht liegt genau darin die Ehrlichkeit des Romans. Ich bewundere Kellers Sprache sehr. Mit seiner Hauptfigur konnte ich mich nicht anfreunden. Diese Spannung macht das Buch anspruchsvoll – und für mich gleichzeitig bewundernswert und anstrengend.
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„Der grüne Heinrich“ hat mich zwiegespalten zurückgelassen.
Gottfried Keller schreibt wunderschön. Seine Sprache ist kraftvoll, bildreich und sorgfältig gebaut. Die langen Sätze wirken nie leer, sondern durchdacht. Besonders die Naturbeschreibungen haben eine ruhige Intensität. Man merkt, wie viel Beobachtung und Gefühl in jedem Abschnitt steckt. Allein wegen der Sprache lohnt sich die Lektüre. Mit Heinrich selbst hatte ich jedoch große Probleme. Ich fand ihn oft arrogant, selbstbezogen und blind für die Folgen seines Handelns. Sein Umgang mit seiner Mutter hat mich besonders getroffen. Sie wirkt stark, loyal und aufrichtig – und gerade deshalb tut es weh zu sehen, wie wenig Wertschätzung sie von ihm erhält. Mehr als einmal habe ich mich beim Lesen über ihn geärgert. Auch die Frauenfiguren bleiben insgesamt blass. Sie stehen meist im Hintergrund und dienen vor allem dazu, Heinrichs Entwicklung zu begleiten. Aus heutiger Sicht wirkt das einseitig. Als Bildungsroman zeigt das Buch weniger einen Aufstieg als ein langes Ringen mit eigenen Schwächen. Heinrich ist kein sympathischer Held, sondern ein junger Mensch, der viel falsch macht. Vielleicht liegt genau darin die Ehrlichkeit des Romans. Ich bewundere Kellers Sprache sehr. Mit seiner Hauptfigur konnte ich mich nicht anfreunden. Diese Spannung macht das Buch anspruchsvoll – und für mich gleichzeitig bewundernswert und anstrengend.




