Der blinde Fleck
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Beschreibung
Die Schoah und das Ende des Zweiten Weltkriegs liegen weit zurück, es leben nur noch wenige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Ihre Vergangenheit jedoch hinterlässt bis heute Spuren in den Familien. Geprägt durch eine Katastrophe, die sie nicht selbst erlebt haben, haben viele Nachkommen der Täter, Komplizen, Handlanger, Mitläufer und Opportunisten seelische Wunden, deren Ursachen sie oft nur vage kennen: zwischenmenschliche Kälte, Schuldgefühle, Ängste, Einsamkeit, ein Gefühl der Entwurzelung. In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig – ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat. Der Trauma- und Stressexperte Louis Lewitan und der preisgekrönte Journalist Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller denn je ist.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Stephan Lebert, Jahrgang 1961, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1985 arbeitete er bei der „Süddeutschen Zeitung“, danach folgte ein Jahr beim „Spiegel“, und von 1999 bis 2004 war Stephan Lebert leitender Redakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin. Heute arbeitet er als Redakteur für besondere Aufgaben bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.Im Jahr 2000 veröffentlichte Stephan Lebert das Sachbuch „Denn Du trägst meinen Namen“ über das Erbe prominenter Nazi-Kinder mit Porträts von seinem Vater, dem SZ-Journalisten Norbert Lebert. 2002 gab er gemeinsam mit seiner Mutter Ursula Lebert, einer langjährigen „Brigitte“-Autorin, die Reportagen-Sammlung „Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht“ heraus.
Beiträge
Selbst ein Stern ist noch zu viel
Ich schließe gar nicht aus, dass die Recherchen und Gespräche zu diesem Buch ergreifend waren. Beim Lesen kommt das emotionale Innenleben der Hinterbliebenen überhaupt nicht rüber. Man merkt eher, dass die Autoren emotional sehr involviert haben. Angefangen dabei, dass es sehr intensiv über die Begrifflichtkeit „Schoah“ geschrieben wird, da er von der Bedeutung her besser dir Gräueltaten des 2. WK beschreibt als „Holocaust“. Nach Meinung der Autoren ist der Begriff Holocaust eine Verharmlosung. Dabei wird vollständig außer Acht gelassen, dass die allgemeine Bevölkerung zum Wort Schoah keinerlei emotionalen Bezug hat und mit dem Begriff Holocaust sicher auch Taten assoziiert, die nicht im ursprünglichen Sinn des Wortes steht. Die einzelnen Lebens- bzw. Familiengeschichten werden für meinen Geschmack zu oberflächlich beschrieben, sodass von den tiefen Wunden, die ja vorhanden sind, nicht wirklich etwas zu spüren ist. Zu Beginn geht es den Autoren darum, dass sich zu wenige mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen. Dann geben einige Leute an, dass sie einfach nicht gern darüber reden, sich aber sehr wohl mit der eigenen Familiengeschichte auseinandergesetzt haben. Offenbar reicht den Autoren eine reine Auseinandersetzung mit der Thematik nicht aus, sondern sie muss öffentlich diskutiert oder zumindest geteilt werden. Die Autoren setzen stellenweise eine staatliche Würdigung der Geschehnisse (zb Erklärung des 8. mai zum Feiertag) mit der Präsenz der Thematik in der Bevölkerung gleich. Das ist meiner Meinung nach ziemlich naiv, da die christlichen Feiertage Bestand haben und die Bevölkerung dennoch nicht weiß, was wir an diesen Tagen wirklich feiern. Abschließend geht es den Autoren dann darum, dass wir gleichzeitig eine kultur des Vergessens haben und doch das Interesse an der Herkunft so groß ist wie nie zuvor. Alles in allem wird keine klare Meinung ersichtlich. Die Thematik „Innenleben der Hinterbliebenen“ die ich mir von dem Buch erhofft habe findet gar keine angemessene Bühne. Für mich absolut überflüssiges Werk zu einem maßlos überteuerten Preis :(
Beschreibung
Die Schoah und das Ende des Zweiten Weltkriegs liegen weit zurück, es leben nur noch wenige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Ihre Vergangenheit jedoch hinterlässt bis heute Spuren in den Familien. Geprägt durch eine Katastrophe, die sie nicht selbst erlebt haben, haben viele Nachkommen der Täter, Komplizen, Handlanger, Mitläufer und Opportunisten seelische Wunden, deren Ursachen sie oft nur vage kennen: zwischenmenschliche Kälte, Schuldgefühle, Ängste, Einsamkeit, ein Gefühl der Entwurzelung. In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig – ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat. Der Trauma- und Stressexperte Louis Lewitan und der preisgekrönte Journalist Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller denn je ist.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Stephan Lebert, Jahrgang 1961, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1985 arbeitete er bei der „Süddeutschen Zeitung“, danach folgte ein Jahr beim „Spiegel“, und von 1999 bis 2004 war Stephan Lebert leitender Redakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin. Heute arbeitet er als Redakteur für besondere Aufgaben bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.Im Jahr 2000 veröffentlichte Stephan Lebert das Sachbuch „Denn Du trägst meinen Namen“ über das Erbe prominenter Nazi-Kinder mit Porträts von seinem Vater, dem SZ-Journalisten Norbert Lebert. 2002 gab er gemeinsam mit seiner Mutter Ursula Lebert, einer langjährigen „Brigitte“-Autorin, die Reportagen-Sammlung „Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht“ heraus.
Beiträge
Selbst ein Stern ist noch zu viel
Ich schließe gar nicht aus, dass die Recherchen und Gespräche zu diesem Buch ergreifend waren. Beim Lesen kommt das emotionale Innenleben der Hinterbliebenen überhaupt nicht rüber. Man merkt eher, dass die Autoren emotional sehr involviert haben. Angefangen dabei, dass es sehr intensiv über die Begrifflichtkeit „Schoah“ geschrieben wird, da er von der Bedeutung her besser dir Gräueltaten des 2. WK beschreibt als „Holocaust“. Nach Meinung der Autoren ist der Begriff Holocaust eine Verharmlosung. Dabei wird vollständig außer Acht gelassen, dass die allgemeine Bevölkerung zum Wort Schoah keinerlei emotionalen Bezug hat und mit dem Begriff Holocaust sicher auch Taten assoziiert, die nicht im ursprünglichen Sinn des Wortes steht. Die einzelnen Lebens- bzw. Familiengeschichten werden für meinen Geschmack zu oberflächlich beschrieben, sodass von den tiefen Wunden, die ja vorhanden sind, nicht wirklich etwas zu spüren ist. Zu Beginn geht es den Autoren darum, dass sich zu wenige mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen. Dann geben einige Leute an, dass sie einfach nicht gern darüber reden, sich aber sehr wohl mit der eigenen Familiengeschichte auseinandergesetzt haben. Offenbar reicht den Autoren eine reine Auseinandersetzung mit der Thematik nicht aus, sondern sie muss öffentlich diskutiert oder zumindest geteilt werden. Die Autoren setzen stellenweise eine staatliche Würdigung der Geschehnisse (zb Erklärung des 8. mai zum Feiertag) mit der Präsenz der Thematik in der Bevölkerung gleich. Das ist meiner Meinung nach ziemlich naiv, da die christlichen Feiertage Bestand haben und die Bevölkerung dennoch nicht weiß, was wir an diesen Tagen wirklich feiern. Abschließend geht es den Autoren dann darum, dass wir gleichzeitig eine kultur des Vergessens haben und doch das Interesse an der Herkunft so groß ist wie nie zuvor. Alles in allem wird keine klare Meinung ersichtlich. Die Thematik „Innenleben der Hinterbliebenen“ die ich mir von dem Buch erhofft habe findet gar keine angemessene Bühne. Für mich absolut überflüssiges Werk zu einem maßlos überteuerten Preis :(






