Romane

Das hündische Herz

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Über das Buch

„Sie ist eine ätzende Attacke auf unsere gegenwärtigen Verhältnisse und kommt auf keinen Fall für eine Veröffentlichung in Betracht“, sagte das Parteimitglied Lew Kamenew über „Das hündische Herz“. Michail Bulgakow schrieb die Erzählung 1925, veröffentlicht wurde sie jedoch erst 1968 – in Deutschland. Manche Literatur hat eben zuviel politische Sprengkraft. Doch in der Geschichte steckt viel mehr: Alexander Nitzbergs Neuübersetzung in Kombination mit den detaillierten und durch starke Ornamentik geprägten Collagen von Christian Gralingen macht neue Ebenen sichtbar. Entstanden ist ein eindrucksvolles Sprach- und Bildkunstwerk. Der geniale Chirurg Filipp Filippowitsch lockt den Straßenköter Lumpi mit einer „Krakauer spezial“ zu sich nach Hause. Er pflanzt ihm die Hirnanhangsdrüse und die Hoden eines schmierigen Kleinkriminellen ein und kreiert aus ihm den „neuen Menschen". Doch der zum kommunistischen Genossen mutierte Tiermensch erweist sich bald nicht nur als echter Halunke. Er bleibt Tier, freilich in Menschengestalt, und erst die gewaltsame Umkehrung der Operation kann die Gesellschaft retten. „Das hündische Herz“ vereint faustische Motive mit „Frankensteins Monster“, parodiert die Neumensch-Ideen und persifliert den Fortschrittsglauben.

Editionen (3)

ISBN9783864060625
VerlagEdition Büchergilde
Erscheinungsdatum15.03.16
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

25 Bewertungen

2 Rezensionen

4,0

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  • luthienne.art
    luthienne.art

    323 Follower

    4,0

    Professor Filipp Filippovich rettet den streunenden Hund Sharik vor dem Tod, um an ihm ein Experiment über die Funktion der Hirnanhangdrüse durchzuführen. Entgegen den Erwartungen stellt sich heraus, dass die Hypophyse nicht die von den Wissenschaftlern erwartete Verjüngung bewirkt, sondern eine völlige Vermenschlichung, die ins Chaos führt. In "Das hündische Herz" zeigt Bulgakow zwei Seiten in den Figuren: den sterbenden Typus gegenüber der gebildeten Elite und das Proletariat, das sich gegen sie erhebt. Das Werk ist voll tiefer Ironie und Satire auf die neuen Tendenzen in Russland des frühen 20. Es ist schwer zu lesen, wenn man Tiere mag... Aber es zeigt perfekt die menschliche Natur, die hinterhältig und herzlos ist und die Hunde und ihre Liebe nicht verdient haben.

    25. Dez. 2023

  • l_sauerwald
    l_sauerwald

    3 Follower

    5,0

    Ein herrlich absurdes Buch mit einer interessanten Entstehungsgeschichte, die auch mit den vielen Anspielungen auf die historische Sowjetunion zu tun hat, die man aus heutiger Sicht nicht ohne weiteres nachvollziehen kann.

    15. Dez. 2025

Autorin / Autor

Über Michail Bulgakow

Michail Bulgakow (1891–1940), russischer Romancier, sehnte sich nach Ruhe und führte ein atemloses Leben: Er studierte Medizin, schlug sich als Übersetzer und Theaterregisseur durch, war dreimal verheiratet und morphiumsüchtig. Seine Werke wurden zensiert und er widersetzte sich Stalin, der ihm die Ausreise verwehrte. Als er mit 49 Jahren starb, hatte er die letzten zwölf Jahre an seinem Lebenswerk „Meister und Margarita“ geschrieben. Die Veröffentlichung dieses Werkes und von „Das hündische Herz“ sollte er nicht mehr erleben.

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