Boy Erased
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Beschreibung
“Every sentence of the story will stir your soul” —O Magazine
The New York Times bestselling memoir about a young man’s traumatizing experiences in gay conversion therapy, and his journey to overcome shame and embrace his queer identity in the midst of deep-rooted bigotry. The inspiration for the film starring Nicole Kidman, Russell Crowe, and Lucas Hedges, directed by Joel Edgerton.
The son of a Baptist pastor and deeply embedded in church life in small town Arkansas, as a young man Garrard Conley was terrified and conflicted about his sexuality. When Garrard was a nineteen-year-old college student, he was outed to his parents, and was forced to make a life-changing decision: either agree to attend a church-supported conversion therapy program that promised to "cure" him of homosexuality; or risk losing family, friends, and the God he had prayed to every day of his life. Through an institutionalized Twelve-Step Program heavy on Bible study, he was supposed to emerge heterosexual, ex-gay, cleansed of impure urges and stronger in his faith in God for his brush with sin. Instead, even when faced with a harrowing and brutal journey, Garrard found the strength and understanding to break out in search of his true self and forgiveness.
By confronting his buried past and the burden of a life lived in shadow, Garrard traces the complex relationships among family, faith, and community. At times heart-breaking, at times triumphant, Boy Erased is a testament to love that survives despite all odds.
Buchinformationen
Beiträge
Sprachlos
Die Handlung an sich zu bewerten ergibt meines Erachtens keinen Sinn, da es sich um eine Geschichte basierend auf wahren Begebenheiten handelt. Ja, es gibt Momente in denen ich dachte: storytechnisch ergibt das aber keinen Sinn. Was die Beweggründe der Mutter angeht tappe ich auch noch im Dunkeln. Allerdings gibt der Autor zu Beginn zu, dass die Rekonstruktion dieser Ereignisse ein schwerer Prozess war. Ihm sei daher vergeben, dass manche Dinge nicht ganz auserzählt und daher unlogisch wirken. Was man kritisieren kann ist sein Schreibstil. Und an manchen Stellen verliert er mich. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Bibelkenntnis habe, aber manche seiner Metaphern und Bilder kann ich nicht nachvollziehen. Dass das Buch keinen chronologischen Handlungsstrang hat, finde ich positiv. Es ist, als ob man in seinen Kopf schaut und dabei zusieht, wie sich seine Erinnerungen einen Weg nach oben bahnen. Eine Erinnerung löst eine andere andere aus, die jedoch noch weiter zurück in der Vergangenheit liegt. Und so hangelt man sich von Erinnerung zu Erinnerung. Eigentlich müsste man beim Lesen einen Zeitstrahl erstellen. Grundsätzlich schafft Conley es ein Bild von sich selbst, von Religion und von der USA zu zeichnen, dass einem erstmal sprachlos zurücklasst. Die Verfilmung steht auf meiner Watchlist. Dieses Buch regt einen dazu an, über leider immer noch aktuelle Themen nachzudenken!
Boy Erased von Garrard Conley ist eine autobiografische Erzählung. Sie spielt 2003 / 2004 in den Südstaaten von Amerika und wurde auch verfilmt, ab dem 21.2.2019 wird der Film auch in deutschen Kinos zu sehen sein. Erased zu deutsch ausgelöscht, hinterlässt besonders nach dem Lesen einen bitten Beigeschmack. "Ich wünschte mir, nichts von alledem wäre je geschehen. Manchmal danke ich Gott dafür, dass es geschah" Seite 8 Die Erzählung ist nicht geradlinig, sondern springt in der Zeit. So begleitet man zum einen Garrard an seinen Tagen bei der LIA ( Love in Action) blickt aber auch zurück, wie es in seinen Augen erst dazu kam, dass er dort gelandet ist. Garrard ist sehr religiös erzogen worden (missionarische Baptisten Gemeinde), sein glaube an Gott ist fest in ihm verwurzelt, aber auch die Angst davor, was passieren wird, wenn seine Familie und die Gemeinde erfahren, dass er auf Männer steht. So hat er eine Alibi Freundin und stürzt sich in Form von Videospielen in eine fiktive Welt. Als er dann auf das nahe College kommt, spürt er eine neue Freiheit, doch wirft ihn ein traumatisches Erlebnis zurück in die Scham und das Gefühl von Sünde und führt letztendlich dazu, dass er vor seinen Eltern geoutet wird. Diese stellen ihrem Sohn ein Ultimatum, entweder du lässt dich heilen, oder du bist kein Teil dieser Familie mehr und das Studium musst du dir selbst finanzieren. Und so kommt es, dass Garrard sich einer Konversionstherapie unterzieht, um ein erfolgreicher Ex-Gay zu werden. Auf eine oft nüchterne Art erzählt Garrard hier seine Geschichte. Ich glaube, diese nüchterne und auch distanzierte Art ist / war nötig, um es zu schreiben und auch zu lesen. Als nicht religiöser Mensch viel es mir schwer die Tragweite der Gemeinde, des Glaubens zu begreifen. Und doch vermittelt der Autor ein gutes Gefühl dafür, wie wichtig und bedeutenden ihm sein Glaube war. Und auch die Beziehung zu seinen Eltern war gut dargestellt, vielleicht mag man in ihnen Monster sehen, die ihren Sohn nicht lieben, wollen, dass er einen Teil von sich verleugnet, auslöscht, und doch fällt es, zumindest mir schwer, da sie so gut gezeichnet wurden und trotz allem merkt man als Leser, dass sie ihren Sohn lieben. Auf ihre Art. Boy Ereased ist wirklich keine leichte Lektüre und ich musste das Buch öfters weglegen, um über das gelesene nachzudenken. Emotional konnte es mich, wohl aufgrund des nüchternen Stils nicht so bewegen wie anfänglich vermutet und doch gab es ein paar bewegende Szenen, besonders der Epilog hat mich bewegt. Dazu wie falsch es ist, zu denken Homosexualität könnte und müsste geheilt werden muss man eigentlich nichts mehr sagen, oder doch? Wenn man bedenkt, dass es immer noch solche Einrichtungen gibt. "Wenn ich über alles nachdenke, was mir passiert ist, frage ich mich manchmal, ob irgendwas davon echt war. Ich frage mich manchmal, ob es die Anstalt am Ende vielleicht geschafft hat, mich verrückt zu machen..." Seite 320 Fazit: Die autobiografische Erzählung über einen Jungen, der fast ausgelöscht wurde, wird wohl noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. Man denkt, nein so was passiert doch nicht mehr, und doch, tut es. Auf eine nüchterne Art erzählt der Autor hier seine Geschichte, über sich, seinen glauben, seine Familie. Wie er zwanghaft versucht geheilt zu werden, um die Erwartungen zu erfüllen. Und wie er versucht mit der Schuld und der Scham zu leben.
Erschreckend und unfassbar traurig: Garrard Conley berichtet von der Konversionstherapie in den Südstaaten. Um Garrard Conleys autobiographische Erzählung „Boy Erased“ bin ich länger herumgeschlichen und war mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Thematik zutraue. Vor einer Weile habe ich mich dann getraut und jetzt, einige Zeit nach der Lektüre, habe ich endlich Worte für diese unfassbaren Dinge, die Garrard Conley durchmachen musste. Als Sohn eines Predigers, der streng gläubig erzogen wurde, fällt es Garrard zunehmend schwer, seine homosexuellen Neigungen zu verstecken und sich vor seiner Familie (und vor Gott) zu verstellen. Tag für Tag durchlebt er Angst und Schuldgefühle, denn Gott war ihm bisher doch immer gnädig, wieso lässt er jetzt zu, dass Garrard »unrein« ist, dass seine Gedanken sich mehr und mehr auf Männer anstatt auf Frauen konzentrieren? Während er zu Schulzeiten im behüteten Elternhaus gewissen Situationen ausweichen kann, geht er bald aufs College und lernt dort natürlich einige Männer kennen. Nachdem Garrard Opfer einer Vergewaltigung wird, outet ihn sein Peiniger per Telefon bei seinen Eltern; Garrard wird sofort abgeholt, traut sich nicht, von dem Verbrechen zu sprechen, sieht nur die Schande, die er seiner Familie bringt. Er fühlt sich unrein und ist im Glauben, seine Eltern würden denken, er hätte seinen Vergewaltiger zur Tat angestiftet oder ihn sogar verführt. Doch das alleinige Wissen über seine Homosexualität bricht die Familie fast auseinander, bis der Vater Theapiesitzungen (um Garrards Testosteronwert zu überprüfen) und die Teilnahme bei Love in Action (LIA), einer Konversionstherapie für Homosexuelle, fordert. In „Boy Erased“ schreibt sich der Autor seine Erlebnisse während dieser Therapie von der Seele und arbeitet seine Vergangenheit auf. "Es war unsere Angst vor der Scham, gefolgt von unserer Angst vor der Hölle, die uns wirklich vom Selbstmord abhielt." Während der Lektüre konnte ich es beinahe nicht fassen, dass derartige Praktiken zur „Umkehrung“ der „falschen“ Sexualität heutzutage noch existieren. Aber Garrard lebte damals im Bible Belt Amerikas, da kann einen nichts mehr überraschen. In einem relativ nüchternen Ton beschreibt er, wie er mit der Religion an seiner Seite aufgezogen wurde, wie Gott ihn stets begleitete – bis er ihn scheinbar verließ. Garrards Leben nimmt nach der Vergewaltigung eine 180°-Wendung und durch die Teilnahme am LIA-Programm ist nichts mehr wie vorher. Zu Beginn der Therapie muss er beispielsweise ein Genogramm seiner Familie erstellen, in dem er „sündiges Verhalten“, Süchte und Abweichungen von der Norm festhält. Anhand diesem Stammbaum soll dann abgelesen werden können, woher seine Neigung stammt. Jeden Tag wird die absurde Therapie fortgesetzt, Homosexualität als „Sucht“ identifiziert, und Garrard ist damals wirklich noch der Überzeugung, dass das, was er fühlt, vielleicht falsch sein kann, dass seine Homosexualität um der Familie willen aus ihm herausgeschnitten werden muss. Doch nach und nach merkt er, dass er sich selbst, seine Persönlichkeit, mehr und mehr zu verlieren scheint, dass er sich auflöst, wenn er bleibt. Ist es das wert, sein Innerstes auszulöschen, damit sein Äußeres zu seinem Glauben, zu seiner Familie passt? Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/garrard-conley-boy-erased
Erschreckend und unfassbar traurig: Garrard Conley berichtet von der Konversionstherapie in den Südstaaten. Um Garrard Conleys autobiographische Erzählung „Boy Erased“ bin ich länger herumgeschlichen und war mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Thematik zutraue. Vor einer Weile habe ich mich dann getraut und jetzt, einige Zeit nach der Lektüre, habe ich endlich Worte für diese unfassbaren Dinge, die Garrard Conley durchmachen musste. Als Sohn eines Predigers, der streng gläubig erzogen wurde, fällt es Garrard zunehmend schwer, seine homosexuellen Neigungen zu verstecken und sich vor seiner Familie (und vor Gott) zu verstellen. Tag für Tag durchlebt er Angst und Schuldgefühle, denn Gott war ihm bisher doch immer gnädig, wieso lässt er jetzt zu, dass Garrard »unrein« ist, dass seine Gedanken sich mehr und mehr auf Männer anstatt auf Frauen konzentrieren? Während er zu Schulzeiten im behüteten Elternhaus gewissen Situationen ausweichen kann, geht er bald aufs College und lernt dort natürlich einige Männer kennen. Nachdem Garrard Opfer einer Vergewaltigung wird, outet ihn sein Peiniger per Telefon bei seinen Eltern; Garrard wird sofort abgeholt, traut sich nicht, von dem Verbrechen zu sprechen, sieht nur die Schande, die er seiner Familie bringt. Er fühlt sich unrein und ist im Glauben, seine Eltern würden denken, er hätte seinen Vergewaltiger zur Tat angestiftet oder ihn sogar verführt. Doch das alleinige Wissen über seine Homosexualität bricht die Familie fast auseinander, bis der Vater Theapiesitzungen (um Garrards Testosteronwert zu überprüfen) und die Teilnahme bei Love in Action (LIA), einer Konversionstherapie für Homosexuelle, fordert. In „Boy Erased“ schreibt sich der Autor seine Erlebnisse während dieser Therapie von der Seele und arbeitet seine Vergangenheit auf. "Es war unsere Angst vor der Scham, gefolgt von unserer Angst vor der Hölle, die uns wirklich vom Selbstmord abhielt." Während der Lektüre konnte ich es beinahe nicht fassen, dass derartige Praktiken zur „Umkehrung“ der „falschen“ Sexualität heutzutage noch existieren. Aber Garrard lebte damals im Bible Belt Amerikas, da kann einen nichts mehr überraschen. In einem relativ nüchternen Ton beschreibt er, wie er mit der Religion an seiner Seite aufgezogen wurde, wie Gott ihn stets begleitete – bis er ihn scheinbar verließ. Garrards Leben nimmt nach der Vergewaltigung eine 180°-Wendung und durch die Teilnahme am LIA-Programm ist nichts mehr wie vorher. Zu Beginn der Therapie muss er beispielsweise ein Genogramm seiner Familie erstellen, in dem er „sündiges Verhalten“, Süchte und Abweichungen von der Norm festhält. Anhand diesem Stammbaum soll dann abgelesen werden können, woher seine Neigung stammt. Jeden Tag wird die absurde Therapie fortgesetzt, Homosexualität als „Sucht“ identifiziert, und Garrard ist damals wirklich noch der Überzeugung, dass das, was er fühlt, vielleicht falsch sein kann, dass seine Homosexualität um der Familie willen aus ihm herausgeschnitten werden muss. Doch nach und nach merkt er, dass er sich selbst, seine Persönlichkeit, mehr und mehr zu verlieren scheint, dass er sich auflöst, wenn er bleibt. Ist es das wert, sein Innerstes auszulöschen, damit sein Äußeres zu seinem Glauben, zu seiner Familie passt? Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/garrard-conley-boy-erased
Zwei Wochen im Ex-Gay Programm. Eine Familie zerbricht im Kampf zwischen Homosexualität und chr. Fundamentamentalismus.
Eine Welt bricht zusammen, wenn Garrards sexuelle Neigung Widerspruch zum Glauben der Familie steht. Über Monate spitzt sich die Situation für den Protagonisten zu, Selbstzweifel, Geißelung, Entfremdung und Angst. In der Hoffnung zurück zu Gott zu finden und fern von den Sünden zu bleiben, zerbricht eine Familie, die bis heute nicht wieder richtig zueinander gefunden hat. Auch Garrard verliert seinen Glauben. Hier geht es vor allem um den persönlichen Konflikt der Hauptfigur und weniger um die Machenschaften der Organisation.
4.5/5 Stars I will always feel weird and indifferent judging personal accounts of real people. There is someone who went through all of this - and this books shows, they are not alone. It is a compelling, raw and beautifully written memoir about sexuality, internal fear of being wrong and external pressure on getting it right. Conley has a beautiful way of writing - lyrical and poetry-like sometimes. I was caught off-guard often when Conley wrote so nonchalantly, raw and true about horrible topics such as homophobia (internal and external) and worse things that are happening. If you are sensitive to such topics as homophobia and rape, this book is not for you. Otherwise I would recommend the memoir - it shows what some part of society still does to people who are part of the LGBTQ community, and how wrong such a mindset is.
Beschreibung
“Every sentence of the story will stir your soul” —O Magazine
The New York Times bestselling memoir about a young man’s traumatizing experiences in gay conversion therapy, and his journey to overcome shame and embrace his queer identity in the midst of deep-rooted bigotry. The inspiration for the film starring Nicole Kidman, Russell Crowe, and Lucas Hedges, directed by Joel Edgerton.
The son of a Baptist pastor and deeply embedded in church life in small town Arkansas, as a young man Garrard Conley was terrified and conflicted about his sexuality. When Garrard was a nineteen-year-old college student, he was outed to his parents, and was forced to make a life-changing decision: either agree to attend a church-supported conversion therapy program that promised to "cure" him of homosexuality; or risk losing family, friends, and the God he had prayed to every day of his life. Through an institutionalized Twelve-Step Program heavy on Bible study, he was supposed to emerge heterosexual, ex-gay, cleansed of impure urges and stronger in his faith in God for his brush with sin. Instead, even when faced with a harrowing and brutal journey, Garrard found the strength and understanding to break out in search of his true self and forgiveness.
By confronting his buried past and the burden of a life lived in shadow, Garrard traces the complex relationships among family, faith, and community. At times heart-breaking, at times triumphant, Boy Erased is a testament to love that survives despite all odds.
Buchinformationen
Beiträge
Sprachlos
Die Handlung an sich zu bewerten ergibt meines Erachtens keinen Sinn, da es sich um eine Geschichte basierend auf wahren Begebenheiten handelt. Ja, es gibt Momente in denen ich dachte: storytechnisch ergibt das aber keinen Sinn. Was die Beweggründe der Mutter angeht tappe ich auch noch im Dunkeln. Allerdings gibt der Autor zu Beginn zu, dass die Rekonstruktion dieser Ereignisse ein schwerer Prozess war. Ihm sei daher vergeben, dass manche Dinge nicht ganz auserzählt und daher unlogisch wirken. Was man kritisieren kann ist sein Schreibstil. Und an manchen Stellen verliert er mich. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Bibelkenntnis habe, aber manche seiner Metaphern und Bilder kann ich nicht nachvollziehen. Dass das Buch keinen chronologischen Handlungsstrang hat, finde ich positiv. Es ist, als ob man in seinen Kopf schaut und dabei zusieht, wie sich seine Erinnerungen einen Weg nach oben bahnen. Eine Erinnerung löst eine andere andere aus, die jedoch noch weiter zurück in der Vergangenheit liegt. Und so hangelt man sich von Erinnerung zu Erinnerung. Eigentlich müsste man beim Lesen einen Zeitstrahl erstellen. Grundsätzlich schafft Conley es ein Bild von sich selbst, von Religion und von der USA zu zeichnen, dass einem erstmal sprachlos zurücklasst. Die Verfilmung steht auf meiner Watchlist. Dieses Buch regt einen dazu an, über leider immer noch aktuelle Themen nachzudenken!
Boy Erased von Garrard Conley ist eine autobiografische Erzählung. Sie spielt 2003 / 2004 in den Südstaaten von Amerika und wurde auch verfilmt, ab dem 21.2.2019 wird der Film auch in deutschen Kinos zu sehen sein. Erased zu deutsch ausgelöscht, hinterlässt besonders nach dem Lesen einen bitten Beigeschmack. "Ich wünschte mir, nichts von alledem wäre je geschehen. Manchmal danke ich Gott dafür, dass es geschah" Seite 8 Die Erzählung ist nicht geradlinig, sondern springt in der Zeit. So begleitet man zum einen Garrard an seinen Tagen bei der LIA ( Love in Action) blickt aber auch zurück, wie es in seinen Augen erst dazu kam, dass er dort gelandet ist. Garrard ist sehr religiös erzogen worden (missionarische Baptisten Gemeinde), sein glaube an Gott ist fest in ihm verwurzelt, aber auch die Angst davor, was passieren wird, wenn seine Familie und die Gemeinde erfahren, dass er auf Männer steht. So hat er eine Alibi Freundin und stürzt sich in Form von Videospielen in eine fiktive Welt. Als er dann auf das nahe College kommt, spürt er eine neue Freiheit, doch wirft ihn ein traumatisches Erlebnis zurück in die Scham und das Gefühl von Sünde und führt letztendlich dazu, dass er vor seinen Eltern geoutet wird. Diese stellen ihrem Sohn ein Ultimatum, entweder du lässt dich heilen, oder du bist kein Teil dieser Familie mehr und das Studium musst du dir selbst finanzieren. Und so kommt es, dass Garrard sich einer Konversionstherapie unterzieht, um ein erfolgreicher Ex-Gay zu werden. Auf eine oft nüchterne Art erzählt Garrard hier seine Geschichte. Ich glaube, diese nüchterne und auch distanzierte Art ist / war nötig, um es zu schreiben und auch zu lesen. Als nicht religiöser Mensch viel es mir schwer die Tragweite der Gemeinde, des Glaubens zu begreifen. Und doch vermittelt der Autor ein gutes Gefühl dafür, wie wichtig und bedeutenden ihm sein Glaube war. Und auch die Beziehung zu seinen Eltern war gut dargestellt, vielleicht mag man in ihnen Monster sehen, die ihren Sohn nicht lieben, wollen, dass er einen Teil von sich verleugnet, auslöscht, und doch fällt es, zumindest mir schwer, da sie so gut gezeichnet wurden und trotz allem merkt man als Leser, dass sie ihren Sohn lieben. Auf ihre Art. Boy Ereased ist wirklich keine leichte Lektüre und ich musste das Buch öfters weglegen, um über das gelesene nachzudenken. Emotional konnte es mich, wohl aufgrund des nüchternen Stils nicht so bewegen wie anfänglich vermutet und doch gab es ein paar bewegende Szenen, besonders der Epilog hat mich bewegt. Dazu wie falsch es ist, zu denken Homosexualität könnte und müsste geheilt werden muss man eigentlich nichts mehr sagen, oder doch? Wenn man bedenkt, dass es immer noch solche Einrichtungen gibt. "Wenn ich über alles nachdenke, was mir passiert ist, frage ich mich manchmal, ob irgendwas davon echt war. Ich frage mich manchmal, ob es die Anstalt am Ende vielleicht geschafft hat, mich verrückt zu machen..." Seite 320 Fazit: Die autobiografische Erzählung über einen Jungen, der fast ausgelöscht wurde, wird wohl noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. Man denkt, nein so was passiert doch nicht mehr, und doch, tut es. Auf eine nüchterne Art erzählt der Autor hier seine Geschichte, über sich, seinen glauben, seine Familie. Wie er zwanghaft versucht geheilt zu werden, um die Erwartungen zu erfüllen. Und wie er versucht mit der Schuld und der Scham zu leben.
Erschreckend und unfassbar traurig: Garrard Conley berichtet von der Konversionstherapie in den Südstaaten. Um Garrard Conleys autobiographische Erzählung „Boy Erased“ bin ich länger herumgeschlichen und war mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Thematik zutraue. Vor einer Weile habe ich mich dann getraut und jetzt, einige Zeit nach der Lektüre, habe ich endlich Worte für diese unfassbaren Dinge, die Garrard Conley durchmachen musste. Als Sohn eines Predigers, der streng gläubig erzogen wurde, fällt es Garrard zunehmend schwer, seine homosexuellen Neigungen zu verstecken und sich vor seiner Familie (und vor Gott) zu verstellen. Tag für Tag durchlebt er Angst und Schuldgefühle, denn Gott war ihm bisher doch immer gnädig, wieso lässt er jetzt zu, dass Garrard »unrein« ist, dass seine Gedanken sich mehr und mehr auf Männer anstatt auf Frauen konzentrieren? Während er zu Schulzeiten im behüteten Elternhaus gewissen Situationen ausweichen kann, geht er bald aufs College und lernt dort natürlich einige Männer kennen. Nachdem Garrard Opfer einer Vergewaltigung wird, outet ihn sein Peiniger per Telefon bei seinen Eltern; Garrard wird sofort abgeholt, traut sich nicht, von dem Verbrechen zu sprechen, sieht nur die Schande, die er seiner Familie bringt. Er fühlt sich unrein und ist im Glauben, seine Eltern würden denken, er hätte seinen Vergewaltiger zur Tat angestiftet oder ihn sogar verführt. Doch das alleinige Wissen über seine Homosexualität bricht die Familie fast auseinander, bis der Vater Theapiesitzungen (um Garrards Testosteronwert zu überprüfen) und die Teilnahme bei Love in Action (LIA), einer Konversionstherapie für Homosexuelle, fordert. In „Boy Erased“ schreibt sich der Autor seine Erlebnisse während dieser Therapie von der Seele und arbeitet seine Vergangenheit auf. "Es war unsere Angst vor der Scham, gefolgt von unserer Angst vor der Hölle, die uns wirklich vom Selbstmord abhielt." Während der Lektüre konnte ich es beinahe nicht fassen, dass derartige Praktiken zur „Umkehrung“ der „falschen“ Sexualität heutzutage noch existieren. Aber Garrard lebte damals im Bible Belt Amerikas, da kann einen nichts mehr überraschen. In einem relativ nüchternen Ton beschreibt er, wie er mit der Religion an seiner Seite aufgezogen wurde, wie Gott ihn stets begleitete – bis er ihn scheinbar verließ. Garrards Leben nimmt nach der Vergewaltigung eine 180°-Wendung und durch die Teilnahme am LIA-Programm ist nichts mehr wie vorher. Zu Beginn der Therapie muss er beispielsweise ein Genogramm seiner Familie erstellen, in dem er „sündiges Verhalten“, Süchte und Abweichungen von der Norm festhält. Anhand diesem Stammbaum soll dann abgelesen werden können, woher seine Neigung stammt. Jeden Tag wird die absurde Therapie fortgesetzt, Homosexualität als „Sucht“ identifiziert, und Garrard ist damals wirklich noch der Überzeugung, dass das, was er fühlt, vielleicht falsch sein kann, dass seine Homosexualität um der Familie willen aus ihm herausgeschnitten werden muss. Doch nach und nach merkt er, dass er sich selbst, seine Persönlichkeit, mehr und mehr zu verlieren scheint, dass er sich auflöst, wenn er bleibt. Ist es das wert, sein Innerstes auszulöschen, damit sein Äußeres zu seinem Glauben, zu seiner Familie passt? Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/garrard-conley-boy-erased
Erschreckend und unfassbar traurig: Garrard Conley berichtet von der Konversionstherapie in den Südstaaten. Um Garrard Conleys autobiographische Erzählung „Boy Erased“ bin ich länger herumgeschlichen und war mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Thematik zutraue. Vor einer Weile habe ich mich dann getraut und jetzt, einige Zeit nach der Lektüre, habe ich endlich Worte für diese unfassbaren Dinge, die Garrard Conley durchmachen musste. Als Sohn eines Predigers, der streng gläubig erzogen wurde, fällt es Garrard zunehmend schwer, seine homosexuellen Neigungen zu verstecken und sich vor seiner Familie (und vor Gott) zu verstellen. Tag für Tag durchlebt er Angst und Schuldgefühle, denn Gott war ihm bisher doch immer gnädig, wieso lässt er jetzt zu, dass Garrard »unrein« ist, dass seine Gedanken sich mehr und mehr auf Männer anstatt auf Frauen konzentrieren? Während er zu Schulzeiten im behüteten Elternhaus gewissen Situationen ausweichen kann, geht er bald aufs College und lernt dort natürlich einige Männer kennen. Nachdem Garrard Opfer einer Vergewaltigung wird, outet ihn sein Peiniger per Telefon bei seinen Eltern; Garrard wird sofort abgeholt, traut sich nicht, von dem Verbrechen zu sprechen, sieht nur die Schande, die er seiner Familie bringt. Er fühlt sich unrein und ist im Glauben, seine Eltern würden denken, er hätte seinen Vergewaltiger zur Tat angestiftet oder ihn sogar verführt. Doch das alleinige Wissen über seine Homosexualität bricht die Familie fast auseinander, bis der Vater Theapiesitzungen (um Garrards Testosteronwert zu überprüfen) und die Teilnahme bei Love in Action (LIA), einer Konversionstherapie für Homosexuelle, fordert. In „Boy Erased“ schreibt sich der Autor seine Erlebnisse während dieser Therapie von der Seele und arbeitet seine Vergangenheit auf. "Es war unsere Angst vor der Scham, gefolgt von unserer Angst vor der Hölle, die uns wirklich vom Selbstmord abhielt." Während der Lektüre konnte ich es beinahe nicht fassen, dass derartige Praktiken zur „Umkehrung“ der „falschen“ Sexualität heutzutage noch existieren. Aber Garrard lebte damals im Bible Belt Amerikas, da kann einen nichts mehr überraschen. In einem relativ nüchternen Ton beschreibt er, wie er mit der Religion an seiner Seite aufgezogen wurde, wie Gott ihn stets begleitete – bis er ihn scheinbar verließ. Garrards Leben nimmt nach der Vergewaltigung eine 180°-Wendung und durch die Teilnahme am LIA-Programm ist nichts mehr wie vorher. Zu Beginn der Therapie muss er beispielsweise ein Genogramm seiner Familie erstellen, in dem er „sündiges Verhalten“, Süchte und Abweichungen von der Norm festhält. Anhand diesem Stammbaum soll dann abgelesen werden können, woher seine Neigung stammt. Jeden Tag wird die absurde Therapie fortgesetzt, Homosexualität als „Sucht“ identifiziert, und Garrard ist damals wirklich noch der Überzeugung, dass das, was er fühlt, vielleicht falsch sein kann, dass seine Homosexualität um der Familie willen aus ihm herausgeschnitten werden muss. Doch nach und nach merkt er, dass er sich selbst, seine Persönlichkeit, mehr und mehr zu verlieren scheint, dass er sich auflöst, wenn er bleibt. Ist es das wert, sein Innerstes auszulöschen, damit sein Äußeres zu seinem Glauben, zu seiner Familie passt? Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/garrard-conley-boy-erased
Zwei Wochen im Ex-Gay Programm. Eine Familie zerbricht im Kampf zwischen Homosexualität und chr. Fundamentamentalismus.
Eine Welt bricht zusammen, wenn Garrards sexuelle Neigung Widerspruch zum Glauben der Familie steht. Über Monate spitzt sich die Situation für den Protagonisten zu, Selbstzweifel, Geißelung, Entfremdung und Angst. In der Hoffnung zurück zu Gott zu finden und fern von den Sünden zu bleiben, zerbricht eine Familie, die bis heute nicht wieder richtig zueinander gefunden hat. Auch Garrard verliert seinen Glauben. Hier geht es vor allem um den persönlichen Konflikt der Hauptfigur und weniger um die Machenschaften der Organisation.
4.5/5 Stars I will always feel weird and indifferent judging personal accounts of real people. There is someone who went through all of this - and this books shows, they are not alone. It is a compelling, raw and beautifully written memoir about sexuality, internal fear of being wrong and external pressure on getting it right. Conley has a beautiful way of writing - lyrical and poetry-like sometimes. I was caught off-guard often when Conley wrote so nonchalantly, raw and true about horrible topics such as homophobia (internal and external) and worse things that are happening. If you are sensitive to such topics as homophobia and rape, this book is not for you. Otherwise I would recommend the memoir - it shows what some part of society still does to people who are part of the LGBTQ community, and how wrong such a mindset is.










