bleib bei mir
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Beschreibung
Mit bleib bei mir schreibt Hanne Ørstavik ihre Erzählwelt in ihrer einzigartigen Art fort.
Eine aufrichtige Betrachtung des eigenen Empfindens mit besonderer literarischer Kraft.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Hanne Ørstavik, geboren 1969 in Tana (Norwegen), ist eine der profiliertesten norwegischen Gegenwartsautorinnen. Sie hat eine große Leserschaft und wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Ørstaviks Bücher wurden bereits in über 30 Sprachen übersetzt.
Beiträge
Ein Buch, in dem sich Grenzen auflösen
Ist man fähig zu lieben, wenn man nie Liebe erfahren hat? Wenn man verzweifelt sucht, aber nicht findet, wenn man sich betäubt mit Drogen und Alkohol? Die Ich Erzählerin die mit der Stimme der Autorin spricht, ist in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem Liebe nicht gezeigt wurde. Sie wurde als Kind Zeugin, wie der Vater der Mutter gegenüber regelmäßig gewalttätig wurde. Nach dem Tod von L. Ihrem Partner, der ihr half Ängste zu überwinden, beginnt sie als 53-jährige eine Beziehung zu einem 17 Jahre jüngeren Handwerker. Die Gefühle, die beide für einander haben, sind ambivalent. Liebe zu zeigen, scheint nur in kurzen Moment möglich zu sein, die schnell zu leidenschaftlichen Emotionen übergehen. M.’s Augen zeigen mehr Wut als Zuneigung. Demütigung und Kritik am Alkoholkonsum der Erzählerin sollen verletzen und seine Wut kompensieren. Gewalt scheint immer unmittelbar möglich. Seine Gefühle analysierend, rotiert sie um sich selbst, scheint in einer Schleife gefangen und versucht in Text und Form in einer Erzählung ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen . Sie erschafft Judith, die in Minneapolis mit Verlust und neuen Beziehungen kämpft, und möchte dieser ihr eigenes Ich erkunden Die Grenzen zwischen Realität und geschriebenem Wort lösen sich auf. Abrupt wählt die Autorin einen Wechsel der Schauplätze. In welcher Realität wir uns gerade befinden, lässt sich manchmal erst nach ein paar Sätzen zuordnen. Der Text ist pure Selbstreflektion, die sich oft in einem zerstörerische Verhalten gegen die eigene Person äußert. Der Konsum von MDMA oder anderen Substanzen, die das Bewusstsein erweitern sollen, scheinen eine Flucht vor der Vergangenheit mit dem Vater und der Zukunft mit M. zu sein. Sie wissen, dass sie sich nicht gut tun. Beide suchen sich immer wieder. Die Tatsache, dass auch M in seiner Jugend Gewalt erlebt hat - genauso wie der Vater der Erzählerin- löst bei ihr mehr Mitgefühl für das subtil- aggressive Verhalten aus als mir lieb ist. Sie selbst scheint in einer Blase zu schweben, die analysiert, reflektiert und popkulturelle Bezüge herstellt, sich selbst, aber nicht spürt und die wie durch eine Membran die Außenwelt wahrnimmt, aber die Emotionen nicht fließen lassen kann. Nur die Angst scheint allgegenwärtig und lässt sie nervös und unstet wirken. Mit sprachlicher Virtuosität springt Ørstavik zwischen existentialistischer Erzählkunst und introspektivem Literaturstil. Sie kann in ihrer Art mit Annie Ernaux und Jenny Erpenbeck verglichen werden. Sie schreibt reduziert und trotzdem entstehen beim Lesen Bilder, die bleiben, z.B. wenn sie Bella und Edward aus Twilight heranzieht und eine Verbindung zu den Protagonisten herstellt. „Sie erwecken einander zu intensivstem Leben, und sind zugleich lebensgefährlich.“ (S. 112) Kein leichter Stoff, sondern eine Lektüre, die schon allein wegen der unterschiedlichen Erzählperspektiven höchste Konzentration erfordert. Für mich eine literarische Herausforderung, die mir einen großen Mehrwert gebracht hat da Ørstavik Barrieren auflöst und mit minimalistischen Mitteln sowohl Intimität als auch Komplexität herstellt
Beschreibung
Mit bleib bei mir schreibt Hanne Ørstavik ihre Erzählwelt in ihrer einzigartigen Art fort.
Eine aufrichtige Betrachtung des eigenen Empfindens mit besonderer literarischer Kraft.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Hanne Ørstavik, geboren 1969 in Tana (Norwegen), ist eine der profiliertesten norwegischen Gegenwartsautorinnen. Sie hat eine große Leserschaft und wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Ørstaviks Bücher wurden bereits in über 30 Sprachen übersetzt.
Beiträge
Ein Buch, in dem sich Grenzen auflösen
Ist man fähig zu lieben, wenn man nie Liebe erfahren hat? Wenn man verzweifelt sucht, aber nicht findet, wenn man sich betäubt mit Drogen und Alkohol? Die Ich Erzählerin die mit der Stimme der Autorin spricht, ist in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem Liebe nicht gezeigt wurde. Sie wurde als Kind Zeugin, wie der Vater der Mutter gegenüber regelmäßig gewalttätig wurde. Nach dem Tod von L. Ihrem Partner, der ihr half Ängste zu überwinden, beginnt sie als 53-jährige eine Beziehung zu einem 17 Jahre jüngeren Handwerker. Die Gefühle, die beide für einander haben, sind ambivalent. Liebe zu zeigen, scheint nur in kurzen Moment möglich zu sein, die schnell zu leidenschaftlichen Emotionen übergehen. M.’s Augen zeigen mehr Wut als Zuneigung. Demütigung und Kritik am Alkoholkonsum der Erzählerin sollen verletzen und seine Wut kompensieren. Gewalt scheint immer unmittelbar möglich. Seine Gefühle analysierend, rotiert sie um sich selbst, scheint in einer Schleife gefangen und versucht in Text und Form in einer Erzählung ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen . Sie erschafft Judith, die in Minneapolis mit Verlust und neuen Beziehungen kämpft, und möchte dieser ihr eigenes Ich erkunden Die Grenzen zwischen Realität und geschriebenem Wort lösen sich auf. Abrupt wählt die Autorin einen Wechsel der Schauplätze. In welcher Realität wir uns gerade befinden, lässt sich manchmal erst nach ein paar Sätzen zuordnen. Der Text ist pure Selbstreflektion, die sich oft in einem zerstörerische Verhalten gegen die eigene Person äußert. Der Konsum von MDMA oder anderen Substanzen, die das Bewusstsein erweitern sollen, scheinen eine Flucht vor der Vergangenheit mit dem Vater und der Zukunft mit M. zu sein. Sie wissen, dass sie sich nicht gut tun. Beide suchen sich immer wieder. Die Tatsache, dass auch M in seiner Jugend Gewalt erlebt hat - genauso wie der Vater der Erzählerin- löst bei ihr mehr Mitgefühl für das subtil- aggressive Verhalten aus als mir lieb ist. Sie selbst scheint in einer Blase zu schweben, die analysiert, reflektiert und popkulturelle Bezüge herstellt, sich selbst, aber nicht spürt und die wie durch eine Membran die Außenwelt wahrnimmt, aber die Emotionen nicht fließen lassen kann. Nur die Angst scheint allgegenwärtig und lässt sie nervös und unstet wirken. Mit sprachlicher Virtuosität springt Ørstavik zwischen existentialistischer Erzählkunst und introspektivem Literaturstil. Sie kann in ihrer Art mit Annie Ernaux und Jenny Erpenbeck verglichen werden. Sie schreibt reduziert und trotzdem entstehen beim Lesen Bilder, die bleiben, z.B. wenn sie Bella und Edward aus Twilight heranzieht und eine Verbindung zu den Protagonisten herstellt. „Sie erwecken einander zu intensivstem Leben, und sind zugleich lebensgefährlich.“ (S. 112) Kein leichter Stoff, sondern eine Lektüre, die schon allein wegen der unterschiedlichen Erzählperspektiven höchste Konzentration erfordert. Für mich eine literarische Herausforderung, die mir einen großen Mehrwert gebracht hat da Ørstavik Barrieren auflöst und mit minimalistischen Mitteln sowohl Intimität als auch Komplexität herstellt





