Bekenntnisse eines Italieners - Band 1 und 2
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Beschreibung
Buchinformationen
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Beiträge
Wunderbarer Schreibstil, stellenweise aber auch etwas langatmig.
Ippolito Nievo hat mit seiner Milieustudie "Bekenntnisse eines Italieners" in erster Linie ein Nationalepos Italiens geschrieben. Im Kern geht es in diesem über 1000 Seiten starke Werk um die sehr schwierige und spät erkämpfte Einigung Italiens und der Satz zu Beginn des Buches zeigt auch, dass das der Wunsch vieler Menschen war: "Ich wurde am 18. Oktober 1775, dem Tag des Evangelisten Lukas, als Venezianer geboren; und ich werde, so Gott will, als Italiener sterben, wenn es der Vorsehung, die geheimnisvoll in der Welt waltet, gefällt." Als Leser finden wir hier eine Vielzahl an Stimmen aus allen sozialen Schichten, die sich in diesem Buch vereinen. Nievo befasst sich mit dem ethischen wie auch dem politischen Gewissen, mit der Kluft zwischen der rückständigen Landbevölkerung und dem aufgeklärten Bürgertum, alles gewürzt mit einer Prise Humor, damit die Lektüre lebendig und zugänglich bleibt. Ohne viel Nationalpathos legt uns der Autor diese Welt in wunderschönen Bildern zu Füßen. Diese umfassend kommentierte Neuausgabe, die von Barbara Kleiner neu übersetzt wurde, ist sprachlich wirklich ein absoluter Traum. Poetische Formulierungen wie: "... die heiteren Gefilde von Frieden und Hoffnung ..." oder auch "Meine zeitliche Existenz neigt sich nun dem Ende zu ..." geben dem Ganzen eine Erhabenheit die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Zudem zaubern viele Beschreibungen dermaßen aussagekräftige Bilder, dass es wirklich eine Freude war sie zu lesen. So gibt es schon ziemlich zu Beginn des Romans eine Beschreibung aus der Küche des Schlosses Fratta, die ich mir direkt rausschreiben musste, weil ich sie so fantastisch fand: "Die Küche von Schloss Fratta war ein enormer Raum mit zahllosen Wänden in jeder Höhe und Breite, der wie eine Kuppel zum Himmel aufstrebte und tiefer als ein Abgrund in die Erde hinabreichte. Dunkel, nein schwarz, von jahrhundertealtem Ruß, und darin funkelten wie viele diabolische Äuglein die Böden der Töpfe, Schmorpfannen und Kupferkannen [...] Aber in ihrem hintersten, finstersten Winkel tat ein Schlund der Unterwelt seinen Rachen auf, eine noch düstere und schrecklicher Höhle, wo das Dunkel von der knisternden Glut der Scheite und zwei grünlichen, hinter Doppelgittern eingesperrten Fensterchen erhellt war." Insgesamt liest sich dieser bildgewaltige Roman wie eine großangelegte Oper: Er ist episch, dramatisch und erhaben. Doch trotz der Poesie und Sprachgewalt hat dieser Roman auch seine Längen, und auch der Humor konnte die stellenweise aufkommende Langeweile, die durch die parzielle Langatmigkeit auftrat, nicht gänzlich vertreiben. Wer sich für die geschichtlichen Zusammenhänge der Staatswerdung Italiens interessiert und poetische Sprache liebt, dem kann ich das Buch durchaus empfehlen. Wer jedoch einen historischen Unterhaltungsroman sucht, wird mit diesem Buch nicht ganz so glücklich werden.

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Wunderbarer Schreibstil, stellenweise aber auch etwas langatmig.
Ippolito Nievo hat mit seiner Milieustudie "Bekenntnisse eines Italieners" in erster Linie ein Nationalepos Italiens geschrieben. Im Kern geht es in diesem über 1000 Seiten starke Werk um die sehr schwierige und spät erkämpfte Einigung Italiens und der Satz zu Beginn des Buches zeigt auch, dass das der Wunsch vieler Menschen war: "Ich wurde am 18. Oktober 1775, dem Tag des Evangelisten Lukas, als Venezianer geboren; und ich werde, so Gott will, als Italiener sterben, wenn es der Vorsehung, die geheimnisvoll in der Welt waltet, gefällt." Als Leser finden wir hier eine Vielzahl an Stimmen aus allen sozialen Schichten, die sich in diesem Buch vereinen. Nievo befasst sich mit dem ethischen wie auch dem politischen Gewissen, mit der Kluft zwischen der rückständigen Landbevölkerung und dem aufgeklärten Bürgertum, alles gewürzt mit einer Prise Humor, damit die Lektüre lebendig und zugänglich bleibt. Ohne viel Nationalpathos legt uns der Autor diese Welt in wunderschönen Bildern zu Füßen. Diese umfassend kommentierte Neuausgabe, die von Barbara Kleiner neu übersetzt wurde, ist sprachlich wirklich ein absoluter Traum. Poetische Formulierungen wie: "... die heiteren Gefilde von Frieden und Hoffnung ..." oder auch "Meine zeitliche Existenz neigt sich nun dem Ende zu ..." geben dem Ganzen eine Erhabenheit die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Zudem zaubern viele Beschreibungen dermaßen aussagekräftige Bilder, dass es wirklich eine Freude war sie zu lesen. So gibt es schon ziemlich zu Beginn des Romans eine Beschreibung aus der Küche des Schlosses Fratta, die ich mir direkt rausschreiben musste, weil ich sie so fantastisch fand: "Die Küche von Schloss Fratta war ein enormer Raum mit zahllosen Wänden in jeder Höhe und Breite, der wie eine Kuppel zum Himmel aufstrebte und tiefer als ein Abgrund in die Erde hinabreichte. Dunkel, nein schwarz, von jahrhundertealtem Ruß, und darin funkelten wie viele diabolische Äuglein die Böden der Töpfe, Schmorpfannen und Kupferkannen [...] Aber in ihrem hintersten, finstersten Winkel tat ein Schlund der Unterwelt seinen Rachen auf, eine noch düstere und schrecklicher Höhle, wo das Dunkel von der knisternden Glut der Scheite und zwei grünlichen, hinter Doppelgittern eingesperrten Fensterchen erhellt war." Insgesamt liest sich dieser bildgewaltige Roman wie eine großangelegte Oper: Er ist episch, dramatisch und erhaben. Doch trotz der Poesie und Sprachgewalt hat dieser Roman auch seine Längen, und auch der Humor konnte die stellenweise aufkommende Langeweile, die durch die parzielle Langatmigkeit auftrat, nicht gänzlich vertreiben. Wer sich für die geschichtlichen Zusammenhänge der Staatswerdung Italiens interessiert und poetische Sprache liebt, dem kann ich das Buch durchaus empfehlen. Wer jedoch einen historischen Unterhaltungsroman sucht, wird mit diesem Buch nicht ganz so glücklich werden.





