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»Aber er war froh, sie zu sehen. Was für ein obszönes, überflüssiges Gefühl, aber dennoch da. Er war glücklich. Wie absolut abscheulich.« - der Schurke
Das Buch lag solange auf meinem Kindle, dass ich vergessen hatte, dass ich es hatte und deshalb habe ich es mir noch einmal als Hörbuch gekauft. Was dem ganzen aber überhaupt keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Sprecherin Yesim Weisheit macht ihrer angenehmen Stimme einen wirklich guten Job. Ich liebe es, wie sie bestimmte Dinge betont und die Geschichte für mit noch lebendiger gemacht hat. Ich mochte den Prolog als Einstieg wirklich gern, denn dieser beginnt damit, dass Evie erfolglos auf der Suche nach Arbeit ist. Das hat sie sofort sympathisch und menschlich für mich gemacht, denn das ist etwas, was wir alle schon erlebt haben und kennen. Im Zuge dessen lernt sie auch den Schurken kennen, wenn auch mehr oder weniger freiwillig. Das hat sich so sehr an Disney Rapunzel erinnert und ich liebe diesen Film, deshalb war ich auch gleich von den beiden als Paar angetan und wollte wissen, wie sich ihre Dynamik entwickelt. In den folgenden Kapiteln ging sehr um den Alltag im „Albtraumschloss“ und ich habe es einfach nur geliebt. Der morbide Schreibstil hat mich nicht nur einmal zum lachen gebracht. Das Setting eine Mischung aus verrücktem Großraumbüro, Wednesday Addams’ Kinderzimmer und Hamburger Dungeon, was mir extrem gut gefallen hat. Ich bin ehrlich, ich würde auch gern an einem solchen Arbeitsplatz arbeiten wollen. Evie wirkt auf den ersten Blick wie die typische naive Protagonistin: ein bisschen verloren, charmant überfordert – aber das täuscht. Denn unter ihrer fröhlichen Art steckt eine Frau, die täglich Verantwortung schultert, die eigentlich zu schwer für sie ist. Sie ist die Hauptverdienerin ihrer Familie, kümmert sich um ihren kranken Vater, versorgt ihre kleine Schwester – und organisiert ganz nebenbei noch den grotesken Büroalltag im Schurkenreich. Ihre Fähigkeit, im Chaos den Überblick zu behalten, hat mich beeindruckt. Was ich besonders mochte: Trotz aller romantischen Funken mit ihrem Chef bleibt sie reflektiert. Ich war anfangs skeptisch – Büroaffären im Büchern tendieren oft zu zweifelhafter Schreibtischgymnastik und Machtgefälle. Aber Evie weiß, wo sie steht. Sie ist sich der Hierarchie bewusst und übernimmt auch in dieser Beziehung Verantwortung, wie sie es auch im Rest ihres Lebens tut. Sie denkt – wie erfrischend – nicht nur mit ihrer Libido. Ich konnte ihre Schwärmerei und Faszination für den Schurken nachvollziehen, denn immerhin hat er ihr das gegeben, was sie sich lange gewünscht: einen Ort, wo sie einfach sie sein kann und nicht das Gefühl vermittelt bekommt, sie sei falsch. So eine Erfahrung kann lebensverändert und heilsam sein. Ich wüsche mir, dass jeder von uns einen solchen Ort findet. Der Schurke wirkt auf den ersten Moment besonders schurkisch, mit einem Hang zum Boshaften aber schon zu beginn, war mir klar, dass da noch mehr dahinter stecken musste. Denn sein boshaftes Wesen, welches er der Welt präsentiert, ist nur ein Schutzmechanismus, wie ich in seinen Kapiteln immer wieder herausgehört habe und ich habe mich, wie Evie Stück für Stück in in verliebt. Die Beziehung der beiden entwickelt sich von der unliebsamen Assistentin zu einer unersetzlichen, um schlussendlich zu gleichwertigen Partnern zu enden. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil die Entwicklung so gesund war - sie war war von gegenseitigen Respekt geprägt, woraus Liebe füreinander wurde. Bei einem Streit haben sie darüber gesprochen und sich entschuldigt. Danke dafür. Die Auflösung der Verschwörung gegen den Schurken habe ich zwar geahnt, war dann etwas schockiert, als sie sich bewahrheitete. Das Ende kam regelrecht dramatisch daher, hat mich aber so neugierig gemacht, dass ich mir den zweiten Teil anschließend als Hörbuch gekauft habe. Fazit: „Assistant to the Villain“ hat mich überrascht, berührt und zum Lachen gebracht. Ich habe mich nicht nur in die Figuren, sondern auch in das Setting und den feinen Humor verliebt. Wer genug hat von toxischen Liebesgeschichten und stattdessen eine Beziehung auf Augenhöhe lesen möchte – mit einem Hauch schwarzem Humor und einem Herz für Chaos – dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
4. Aug. 2025
»Aber er war froh, sie zu sehen. Was für ein obszönes, überflüssiges Gefühl, aber dennoch da. Er war glücklich. Wie absolut abscheulich.« - der Schurke
Das Buch lag solange auf meinem Kindle, dass ich vergessen hatte, dass ich es hatte und deshalb habe ich es mir noch einmal als Hörbuch gekauft. Was dem ganzen aber überhaupt keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Sprecherin Yesim Weisheit macht ihrer angenehmen Stimme einen wirklich guten Job. Ich liebe es, wie sie bestimmte Dinge betont und die Geschichte für mit noch lebendiger gemacht hat. Ich mochte den Prolog als Einstieg wirklich gern, denn dieser beginnt damit, dass Evie erfolglos auf der Suche nach Arbeit ist. Das hat sie sofort sympathisch und menschlich für mich gemacht, denn das ist etwas, was wir alle schon erlebt haben und kennen. Im Zuge dessen lernt sie auch den Schurken kennen, wenn auch mehr oder weniger freiwillig. Das hat sich so sehr an Disney Rapunzel erinnert und ich liebe diesen Film, deshalb war ich auch gleich von den beiden als Paar angetan und wollte wissen, wie sich ihre Dynamik entwickelt. In den folgenden Kapiteln ging sehr um den Alltag im „Albtraumschloss“ und ich habe es einfach nur geliebt. Der morbide Schreibstil hat mich nicht nur einmal zum lachen gebracht. Das Setting eine Mischung aus verrücktem Großraumbüro, Wednesday Addams’ Kinderzimmer und Hamburger Dungeon, was mir extrem gut gefallen hat. Ich bin ehrlich, ich würde auch gern an einem solchen Arbeitsplatz arbeiten wollen. Evie wirkt auf den ersten Blick wie die typische naive Protagonistin: ein bisschen verloren, charmant überfordert – aber das täuscht. Denn unter ihrer fröhlichen Art steckt eine Frau, die täglich Verantwortung schultert, die eigentlich zu schwer für sie ist. Sie ist die Hauptverdienerin ihrer Familie, kümmert sich um ihren kranken Vater, versorgt ihre kleine Schwester – und organisiert ganz nebenbei noch den grotesken Büroalltag im Schurkenreich. Ihre Fähigkeit, im Chaos den Überblick zu behalten, hat mich beeindruckt. Was ich besonders mochte: Trotz aller romantischen Funken mit ihrem Chef bleibt sie reflektiert. Ich war anfangs skeptisch – Büroaffären im Büchern tendieren oft zu zweifelhafter Schreibtischgymnastik und Machtgefälle. Aber Evie weiß, wo sie steht. Sie ist sich der Hierarchie bewusst und übernimmt auch in dieser Beziehung Verantwortung, wie sie es auch im Rest ihres Lebens tut. Sie denkt – wie erfrischend – nicht nur mit ihrer Libido. Ich konnte ihre Schwärmerei und Faszination für den Schurken nachvollziehen, denn immerhin hat er ihr das gegeben, was sie sich lange gewünscht: einen Ort, wo sie einfach sie sein kann und nicht das Gefühl vermittelt bekommt, sie sei falsch. So eine Erfahrung kann lebensverändert und heilsam sein. Ich wüsche mir, dass jeder von uns einen solchen Ort findet. Der Schurke wirkt auf den ersten Moment besonders schurkisch, mit einem Hang zum Boshaften aber schon zu beginn, war mir klar, dass da noch mehr dahinter stecken musste. Denn sein boshaftes Wesen, welches er der Welt präsentiert, ist nur ein Schutzmechanismus, wie ich in seinen Kapiteln immer wieder herausgehört habe und ich habe mich, wie Evie Stück für Stück in in verliebt. Die Beziehung der beiden entwickelt sich von der unliebsamen Assistentin zu einer unersetzlichen, um schlussendlich zu gleichwertigen Partnern zu enden. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil die Entwicklung so gesund war - sie war war von gegenseitigen Respekt geprägt, woraus Liebe füreinander wurde. Bei einem Streit haben sie darüber gesprochen und sich entschuldigt. Danke dafür. Die Auflösung der Verschwörung gegen den Schurken habe ich zwar geahnt, war dann etwas schockiert, als sie sich bewahrheitete. Das Ende kam regelrecht dramatisch daher, hat mich aber so neugierig gemacht, dass ich mir den zweiten Teil anschließend als Hörbuch gekauft habe. Fazit: „Assistant to the Villain“ hat mich überrascht, berührt und zum Lachen gebracht. Ich habe mich nicht nur in die Figuren, sondern auch in das Setting und den feinen Humor verliebt. Wer genug hat von toxischen Liebesgeschichten und stattdessen eine Beziehung auf Augenhöhe lesen möchte – mit einem Hauch schwarzem Humor und einem Herz für Chaos – dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
4. Aug. 2025






