Appius und Virginia
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Beschreibung
Exklusive Manesse-Entdeckung einer britischen Klassikerin der Moderne
Virginia Hutton, eine studierte Soziologin, lässt sich auf ein spektakuläres Experiment ein: Sie zieht einen Orang-Utan-Säugling als Menschenkind auf. Sie wickelt ihn, füttert ihn mit der Flasche, singt ihn in den Schlaf. Virginia ist für ihren Schützling abwechselnd fürsorgliche Mutter, fordernde Lehrerin, kühl berechnende Wissenschaftlerin. Und Appius erweist sich zu ihrem und unserem Erstaunen als beeindruckend gelehriger Schüler, lernt sprechen, lesen, aufrecht stehen und gehen, schließlich seine Mahlzeiten mit Messer und Gabel einzunehmen.
Virginia bringt Appius bei, menschlich zu sein. Doch je klüger er wird, desto mehr nähert er sich jener Entdeckung, die Virginia ihm am liebsten ersparen möchte: wer er wirklich ist.
Alle Welt kennt die Geschichte, in der ein Mensch als Käfer aufwacht und versucht, mit seiner tierischen Gestalt zurechtzukommen. Wenige Jahre nach Kafka schuf G.E. Trevelyan eine umgekehrte, nicht minder beklemmende Versuchsanordnung: Ein Affe findet sich als Mensch wieder. Der Roman stellt tiefgründige Fragen nach der Conditio humana: Wer oder was ist der Mensch? Was unterscheidet ihn von seinen Artverwandten aus dem Tierreich? Und – wie weit darf die Wissenschaft bei der Vermenschlichung nicht-menschlicher Kreaturen gehen?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
G. E. [Gertrude Eileen] Trevelyan (1903–1941), geboren in Bath, Somerset, besuchte das Princess Helena College und die Lady Margaret Hall in Oxford. Als Freigeist lebte sie in einer Frauenresidenz in Bermondsey, später in Kensington, und konnte sich dank eines kleinen Erbes aufs Schreiben konzentrieren. Als erste Frau wurde sie mit dem Newdigate-Preis ausgezeichnet. 1932 erschien mit «Appius and Virginia» ihr Debüt, sieben weitere Prosawerke folgten. Im Oktober 1940 erlitt sie während der deutschen Bombardements in ihrem Appartement in Notting Hill lebensgefährliche Verletzungen, denen sie wenige Monate später in einem Pflegeheim in Bath erlag.
Beiträge
Unerwartet und so gut
1932 das erste Mal erschienen. Die Sprache ist zeitgetreu und dennoch gut verständlich. Die Soziologin Virgina Hutton kauft sich ein abgelegenes, kleines Cottage in England und versteckt sich dort vor der Gesellschaft und Ihrem alten Leben. Sie hat sich einen Orang-Utan Säugling angeschafft und versucht hier das Unmögliche möglich zu machen. Sie möchte diesen Affen zum Menschen erziehen. Ein Experiment, das schnell aus dem Ruder gerät und bald Virginia seltsame Mutter-Kind Gefühle entwickelt, die Sie selber immer mehr ins soziale Aus verfrachtet. Der Zeit der Geschichte sei geschuldet, dass die Erziehungsmaßnahmen heute kaum vorstellbar wären. Virginia ist grob, streng, herrisch und brutal. Beim Lesen steigt die innere Spannung und gleichzeitig diese Neugier, was aus dem Affen wird. Appius kennt nur Virginia und Sie sagt ihm, dass er kein Affe ist, sondern ein Mensch. Wir erleben, wie er angezogen wird wie ein Kind und essen, trinken, schlafen, lesen und sprechen soll. Dieses Buch ist intensiv. Ich habe lange nichts gelesen, dass mich so in den Bann gezogen hat und gleichzeitig mich mit Scham über uns Menschen erfüllt hat. Wir sind so arrogant, dass wir uns über alle Lebewesen stellen und vergessen oft, dass wir nicht perfekt sind. Eine Geschichte mit tragischem Ende. Das Nachwort von Ann Cotton stellt nochmal den gesellschaftskritischen Aspekt in den Vordergrund. Dieses Jahr mein erst zweites Highlight.
Beschreibung
Exklusive Manesse-Entdeckung einer britischen Klassikerin der Moderne
Virginia Hutton, eine studierte Soziologin, lässt sich auf ein spektakuläres Experiment ein: Sie zieht einen Orang-Utan-Säugling als Menschenkind auf. Sie wickelt ihn, füttert ihn mit der Flasche, singt ihn in den Schlaf. Virginia ist für ihren Schützling abwechselnd fürsorgliche Mutter, fordernde Lehrerin, kühl berechnende Wissenschaftlerin. Und Appius erweist sich zu ihrem und unserem Erstaunen als beeindruckend gelehriger Schüler, lernt sprechen, lesen, aufrecht stehen und gehen, schließlich seine Mahlzeiten mit Messer und Gabel einzunehmen.
Virginia bringt Appius bei, menschlich zu sein. Doch je klüger er wird, desto mehr nähert er sich jener Entdeckung, die Virginia ihm am liebsten ersparen möchte: wer er wirklich ist.
Alle Welt kennt die Geschichte, in der ein Mensch als Käfer aufwacht und versucht, mit seiner tierischen Gestalt zurechtzukommen. Wenige Jahre nach Kafka schuf G.E. Trevelyan eine umgekehrte, nicht minder beklemmende Versuchsanordnung: Ein Affe findet sich als Mensch wieder. Der Roman stellt tiefgründige Fragen nach der Conditio humana: Wer oder was ist der Mensch? Was unterscheidet ihn von seinen Artverwandten aus dem Tierreich? Und – wie weit darf die Wissenschaft bei der Vermenschlichung nicht-menschlicher Kreaturen gehen?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
G. E. [Gertrude Eileen] Trevelyan (1903–1941), geboren in Bath, Somerset, besuchte das Princess Helena College und die Lady Margaret Hall in Oxford. Als Freigeist lebte sie in einer Frauenresidenz in Bermondsey, später in Kensington, und konnte sich dank eines kleinen Erbes aufs Schreiben konzentrieren. Als erste Frau wurde sie mit dem Newdigate-Preis ausgezeichnet. 1932 erschien mit «Appius and Virginia» ihr Debüt, sieben weitere Prosawerke folgten. Im Oktober 1940 erlitt sie während der deutschen Bombardements in ihrem Appartement in Notting Hill lebensgefährliche Verletzungen, denen sie wenige Monate später in einem Pflegeheim in Bath erlag.
Beiträge
Unerwartet und so gut
1932 das erste Mal erschienen. Die Sprache ist zeitgetreu und dennoch gut verständlich. Die Soziologin Virgina Hutton kauft sich ein abgelegenes, kleines Cottage in England und versteckt sich dort vor der Gesellschaft und Ihrem alten Leben. Sie hat sich einen Orang-Utan Säugling angeschafft und versucht hier das Unmögliche möglich zu machen. Sie möchte diesen Affen zum Menschen erziehen. Ein Experiment, das schnell aus dem Ruder gerät und bald Virginia seltsame Mutter-Kind Gefühle entwickelt, die Sie selber immer mehr ins soziale Aus verfrachtet. Der Zeit der Geschichte sei geschuldet, dass die Erziehungsmaßnahmen heute kaum vorstellbar wären. Virginia ist grob, streng, herrisch und brutal. Beim Lesen steigt die innere Spannung und gleichzeitig diese Neugier, was aus dem Affen wird. Appius kennt nur Virginia und Sie sagt ihm, dass er kein Affe ist, sondern ein Mensch. Wir erleben, wie er angezogen wird wie ein Kind und essen, trinken, schlafen, lesen und sprechen soll. Dieses Buch ist intensiv. Ich habe lange nichts gelesen, dass mich so in den Bann gezogen hat und gleichzeitig mich mit Scham über uns Menschen erfüllt hat. Wir sind so arrogant, dass wir uns über alle Lebewesen stellen und vergessen oft, dass wir nicht perfekt sind. Eine Geschichte mit tragischem Ende. Das Nachwort von Ann Cotton stellt nochmal den gesellschaftskritischen Aspekt in den Vordergrund. Dieses Jahr mein erst zweites Highlight.




