Blick ins Buch

Romane

Als die Liebe endlich war

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Über das Buch

Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in der Fremde - das sind die Erfahrungen des jungen Juden Carl Schwarz, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die wie er aus Bayern stammt. Sie hat Deutschland nach dem Krieg verlassen, und wie er will auch sie ein neues Leben beginnen. Carl findet bei Emmi die Heimat, die er elfjährig verlassen musste, und lebenslange Liebe und Geborgenheit. Über die Vergangenheit reden beide nicht - zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Jahrzehnte später wird Carl von einer Freundin gebeten, den schriftlichen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes durchzusehen, eines Holocaust-Überlebenden. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit - und stößt in den Briefen und Unterlagen aus dem KZ Dachau auf Hinweise aus Emmis Vergangenheit. Das Fundament aus Verschweigen und Halbwahrheiten, auf dem ihr gemeinsames Leben basierte, beginnt zu zerbrechen ...

Editionen (5)

ISBN9783455403824
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum10.03.16
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

4 Rezensionen

3,7

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  • ebooks_n_coffee
    ebooks_n_coffee

    171 Follower

    2,0

    Ich lese historische Romane und auch Kriegsgeschichten wirklich gerne, weshalb das Buch auch auf Grund des spannend klingenden Klappentextes einziehen durfte. Leider war der dann auch genau das Problem da ich auf Grund dessen etwas ganz anderes erwartet habe, als man letztlich bekommt. Wir lernen Carl und Emmi kennen, die zwei sind seit 60 Jahren verheiratet und nach dem 2. Weltkrieg in die USA immigriert wo sie sich kennen und lieben lernen. Über ihre Erlebnisse während der Kriegsjahre schweigen beide. Als eine Nachbarin Carl bittet Briefe ihres verstorbenen Mannes, einem Holocaust-Überlebenden zu übersetzen, findet Carl Hinweise auf die Vergangenheit seiner Frau und er muss sich fragen ob er überhaupt weiß wer sie ist. Erzählt wird die Geschichte auf drei Ebenen. Zum einen Carl's Vergangenheit, wie er mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Shanghai flüchten und sich dort ein neues Leben aufbauen muss,weil sein Vater jüdischer Abstammung ist. Dieser bleibt aber in Deutschland zurück, weil er seine Heimat nicht verlassen will. Desweiteren Emmis Kriegsjahre, Sie wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach Berlin geschickt um sie von ihrem Freund fernzuhalten. Ihre Tante arbeitet als Hellseherin und Engelmacherin und führt Emmi nach und nach in ihr Handwerk ein. Da im Laufe der Kriegsjahre kaum Nachfrage danach besteht verdient sie sich noch als Assistentin eines Arztes etwas dazu. Als drittes haben wir noch die Ereignisse der Gegenwart, die eigentlich der Grund waren warum mich der Klappentext so angesprochen hat, nur leider wird das was dieser anteasert eigentliche gar nicht wirklich erzählt. Grade dieser Konflikt, was man tut,wenn man nach so langer Zeit rausfindet das der Partner in der Vergangenheit vielleicht für die Nazis gearbeitet hat und nicht wie behauptet eine polnisch jüdischen Hintergrund hat, hätte spannend sein können. Leider wird dieser Part aber gefühlt auf die letzten 20 Seiten gequetscht und am Ende gar nicht wirklich aufgeklärt, geschweige denn dass das Ehepaar diesen Konflikt ausfechtet. In dem Moment wo dies kommen müsste, endet das Buch dann nämlich. Die Parts in der Vergangenheit sind soweit ganz nett erzählt, fühlen sich aber auch nicht wirklich richtig auserzählt an und vieles bleibt offen odee wird nur angedeutet.Zudem kommen eigentlich alle fast zu gut durch diese Zeit. Für mich war das Buch leider ingesamt eher eine Enttäuschung da mich keiner der drei Erzählstränge so richtig fesseln konnte und einer eigentlich ja auch nicht wirklich stattfindet. In diesem Bereich hab ich wirklich schon deutlich besseres gelesen, weshalb ich hier keine Empfehlung aussprechen kann.

    17. Juni 2026

  • jennsn
    jennsn

    5 Follower

    4,0

    Gutes Buch, ich finde es nur Schade das man von so vielen Protagonisten nicht erfährt was aus Ihnen geworden ist.

    3. Aug. 2023

  • mariessalondulivre
    mariessalondulivre

    485 Follower

    5,0

    Regensburg 1938: Grete Schwarz packt die Gelegenheit am Schopf. 4 Passagen von Genua nach Schanghai sollen der Familie das Überleben sichern. Ihr Mann Erwin ist Jude und somit bereits ins Visier der Nazi geraten. Genauso wie ihre Kinder, Carl und Ida und sie selbst natürlich auch. Schon auf dem Schiff entscheidet sich Erwin, umzukehren und in Deutschland zu bleiben. Noch hat er die Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben nicht aufgegeben. Grete bleibt alleine mit ihren Kindern an Bord und begibt sich auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Das riesige Boot wird vorübergehend zur Heimat für viele Staatenlose. Etwa zur gleichen Zeit wird Erna zu ihrer Tante nach München geschickt. Magda ist bekannt für ihre Séancen und als Lebensberaterin. Sie hilft jenen, die unbedingt Kinder haben möchten und führt auch im Geheimen Abtreibungen durch. Larchmond 2010: hier leben Carl und Emmi gemeinsam seit fast 60 Jahren. Beide haben Deutschland und ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Sie begannen ein neues Leben in den USA. Sie kennen einander in- und auswendig, so dachte Carl zumindest, bis er einen Hinweis findet, der alles verändert. Wie hat es mir gefallen? Vielen Dank an das Bloggerportal, welches mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat. Die Kombination aus Cover und Klappentext haben mich sehr neugierig auf diese Geschichte gemacht. Das Bild am Cover deutet eigentlich auf eine ganz gewöhnliche Auswandererstory hin, aber es verbirgt sich hinter Carl und Emma so viel mehr. Abwechselnd wird von Carls Familie und Erna erzählt. Als Beobachter erfährt der Leser, was passiert. Anfangs fiel es mir nicht so leicht, mich auf die distanzierte Erzählweise einzulassen. Aber genau dieser Abstand hat mich schließlich gefesselt und mir die Möglichkeit gegeben, nicht zu emotional auf gewisse Beschreibungen zu reagieren. Neben den Hauptfiguren erschafft die Autorin auch sehr sympathische Nebenfiguren, die die Handlung sehr bereichern und abrunden. Einen großen Teil der Geschichte nimmt natürlich die Familie Schwarz ein. Ihr Schicksal hat mich auch interessiert. Denn bisher las ich hauptsächlich von Überlebenden und ihren furchtbaren Erfahrungen in den Ghettos und KZ. In diesem Buch entscheiden sich die Juden Deutschland bzw. Österreich zu verlassen und in einem ihnen unbekannten Land, neu anzufangen. Die Kultur Schanghais unterscheidet sich komplett von der europäischen, noch dazu wird diese Großstadt von den Japanern besetzt und damit waren die Flüchtlinge dem Nazi-Einfluss nicht völlig entronnen. Je länger der Krieg dauerte, desto prekärer wurde die Lage. Neuigkeiten konnten kaum mehr überbracht werden. Somit lebten die Menschen abgeschnitten von der Welt, ihren Familien und Freunden in einer Blase, die erst nach Kriegsende in Asien zerplatze. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Erna und ihr Leben in München bei ihrer Tante Magda. Als Engelmacherin drohen ihr, falls sie erwischt werden sollte, natürlich hohe Strafen. Zwar empfing Magda auch politisch wichtige Menschen, Erna jedoch half ihrer Tante und kümmerte sich nicht um Politik. Als Leser konnte man fast vergessen, welche dunkle Zeit angebrochen war. Erst mit Fortgang des Krieges verschärfte sich auch in München die Versorgungslage. Die zwei Frauen mussten sich einschränken und neue Wege finden, um zu Geld zu kommen. Der 3. Schauplatz befindet sich beinahe in der Gegenwart und in den USA. Genau hier veränderte sich die Schreibweise ein wenig. Die Distanz verblasst. Fast schon liebevoll wird das Ehepaar tanzend im Haus beschrieben. Die offensichtliche Zuneigung der beiden für einander ist in jedem Wort zu spüren, wenn sich die zwei auch mal kräftig streiten. Als Leser erfahren wir, wie sie sich kennen gelernt haben, doch nicht sehr viel über ihr gemeinsames Leben. Die Vergangenheit, die eigentlich keine Rolle spielte, erhebt sich und holt sie ein. Zwei Menschen, die sich eigentlich niemals hätten treffen können, denn Carls Schicksal wurde besiegelt, als er als Sohn eines Juden geboren wurde. Ein etwas anderes Buch über den Zweiten Weltkrieg, das auf Grund des Flüchtlingsthemas wieder sehr aktuell ist. Damals wie heute machen sich die Menschen auf den Weg, um zu überleben oder sich ein besseres Leben zu erarbeiten. Das Nachwort der Autorin möchte ich euch sehr ans Herz legen. Dort berichtet sie über ihre Beweggründe, ihre Erfahrungen mit Überlebenden, Flüchtlingen dieser Zeit. www.mariessalondulivre.at

    10. Okt. 2022

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Andrea Maria Schenkel

Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in Regensburg. 2006 erschien ihr Debüt Tannöd, mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine, 2008 mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Für ihr zweites Buch Kalteis (2007) erhielt sie zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimi Preis. Zuletzt erschienen Finsterau (2012) und Täuscher (2013).

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