Jena-Paradies: Die letzte Reise des Matthias Domaschk

Jena-Paradies: Die letzte Reise des Matthias Domaschk

E-Book
4.512

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Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
E-Book
Seitenzahl
357
Preis
18.99 €

Beiträge

2
Alle
5

Ein wichtiger Querschnitt der paranoiden SED-Diktatur

SPIEGEL-Journalist Wensierski schildert minutiös, quellennah und in kurzweiligem Schreibstil die letzten zwei Tage des 23-jährigen Matthias Domaschk, der auf der Reise von seiner Heimatstadt Jena nach Berlin verhaftet wird. Domaschk möchte auf eine Geburtstagsfeier, das MfS befürchtet allerdings, der unangepasste Jugendliche reise zum SED-Parteitag, um zu demonstrieren. Zwei Tage später ist Domaschk tot - erhängt im Stasi-Gefängnis in Gera, kurz vor seiner Freilassung. Anhand der Untersuchungshaft und mithilfe einer Vielzahl an Rückblenden demonstriert Wensierski den Drang einer neu heranwachsenden Generation nach Freiheit, Individualität und Selbstverwirklichung sowie den paranoiden staatlichen Versuch, all jene Werte im Verblendungswahn sozialistischer Gleichheit mit aller Härte zu unterdrücken. Der junge Mann entzieht sich in dem Moment seinem Leben, in dem der Staat diesem Leben die letzte Freiheit nimmt und Domaschk aus der Untersuchungshaft zurück in die Unfreiheit entlässt. Natürlich ist der Unrechtstaat theoretisch bekannt, doch hier wird die Dimension des menschenverachtenden Unrechts an Domaschks Beispiel erlebbar. Eine klare Leseempfehlung; insbesondere den Personen, die der DDR nachtrauern oder auch heute noch Menschen rücksichtslos in vorgegebene und feste Rollen zu zwängen versuchen.

5

Habe das Buch angefangen, ohne den Background zu kennen. Irgendwann war ich gefangen. Weiß nicht, ob es Schock, Empörung, Wut oder Hilflosigkeit war, aber es hat mich nicht mehr losgelassen.

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