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Erebus und Terror: Drift: Hard Science Fiction

3,5(2)
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Über das Buch

Editionen (1)

ISBN9798630455994
VerlagIndependently published
Erscheinungsdatum25.03.20
Seitenzahl399

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1 Rezensionen

3,5

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  • karina213
    karina213

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    3,0

    Das Buch Drift über die Franklin-Expedition mit den Schiffen HMS Erebus und HMS Terror bewegt sich im Spannungsfeld zwischen historischer Rekonstruktion und erzählerischer Verdichtung. Es greift ein ohnehin faszinierendes Kapitel der Polargeschichte auf und versucht, die letzten Jahre der gescheiterten Expedition atmosphärisch greifbar zu machen. Stärken liegen klar in der dichten, oft beklemmenden Atmosphäre. Die Darstellung der arktischen Umwelt wirkt überzeugend: Kälte, Isolation und die langsame Erosion von Ordnung und Hoffnung werden nachvollziehbar vermittelt. Besonders gelungen ist die Art, wie das Buch den psychischen Verfall der Besatzung andeutet, ohne ihn permanent auszuerklären. Dadurch entsteht stellenweise eine intensive, fast klaustrophobische Wirkung. Gleichzeitig bleibt die Figurenzeichnung etwas uneinheitlich. Einzelne Charaktere gewinnen zwar an Kontur, viele andere bleiben jedoch funktional und austauschbar. Das schwächt die emotionale Bindung, die für ein solches Stoffgebiet eigentlich zentral wäre. Gerade bei einem historischen Drama, das stark von Extremsituationen lebt, hätte eine konsequentere Individualisierung der Figuren dem Text mehr Tiefe gegeben. Auch das Tempo ist nicht durchgehend ausgewogen. Während einige Passagen sehr eindringlich und präzise erzählt sind, ziehen sich andere Abschnitte spürbar oder verlieren sich in Wiederholungen ähnlicher Stimmungen. Das führt dazu, dass die narrative Spannung nicht konstant gehalten wird, obwohl der Stoff dafür eigentlich ideale Voraussetzungen bietet. Insgesamt ist Drift ein solides bis gutes Werk, das vor allem durch seine Atmosphäre und den historischen Hintergrund überzeugt. Es erreicht jedoch nicht durchgehend die erzählerische Dichte und Figurenstärke, die notwendig wären, um sich deutlich von anderen Darstellungen der Franklin-Expedition abzuheben. Für Leser mit Interesse an Polargeschichte und existenziellen Grenzerfahrungen bleibt es dennoch empfehlenswert, auch wenn es nicht in allen Bereichen vollständig ausschöpft, was thematisch möglich gewesen wäre.

    1. Mai 2026

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