Un paese non lontano da Londra, case circondate dal bosco e immerse nel costante mormorio della natura. Qui risiedono molte famiglie che si sono trasferite dalla metropoli; e qui vive Lanny, un bambino soave e incantevole, vivace e radioso, che sembra avere con l'ambiente attorno a sé una connessione misteriosa, profonda e felice. Lanny si aggira nel bosco cantando melodie inafferrabili, parla con tutto quello che lo circonda, crea dal nulla linguaggi e visioni, reinventando il mondo ogni giorno. Il padre e la madre lo guardano come un folletto uscito da una fiaba, rapiti dai suoi guizzi continui, il cuore colmo del desiderio di averlo sempre vicino. «Lanny odora di pino e di altre cose belle. Ti prego non crescere tanto da non potermi più dare questi abbracci, mio piccolo mostro geotermico» ripete la madre a se stessa. Un giorno Lanny sparisce nel nulla. Il paese, la polizia, la televisione, la stampa, si uniscono nella ricerca. Il sospetto e l'ansia lacerano la famiglia, si teme sia successo qualcosa di tremendo. Nell'aria e nella terra, tra foglie e radici, si muove una creatura antica: è l'essenza stessa della natura, e guarda le cose e gli uomini nell'eterno flusso del tempo, il tempo che distrugge e rigenera ogni forma di vita, e osserva attratta e incuriosita Lanny, il bambino incantato. Max Porter è uno scrittore di straordinaria libertà creativa, capace di rinnovare storie e linguaggi. "Lanny" è un romanzo breve e memorabile, ricercatissimo nelle soluzioni linguistiche, unico per la commistione di generi, tra fiaba, poesia, racconto di suspense, elegiaco nel dolore e struggente nella tenerezza. Nelle sue pagine si affronta una sfida: fondere nella magia del linguaggio e della narrazione l'enigma del nostro presente, sospeso tra il passato più remoto e un futuro inaccessibile. In fondo è la condizione dell'infanzia, di ogni bambino come Lanny, in bilico sul baratro della vita che verrà. Das Urheberrecht an bibliographischen und produktbeschreibenden Daten und an den bereitgestellten Bildern liegt bei Informazioni Editoriali, I.E. S.r.l., oder beim Herausgeber oder demjenigen, der die Genehmigung erteilt hat. Alle Rechte vorbehalten.
Ich war einfach so, so, so begeistert von Max Porters Debüt "Trauer ist das Ding mit Federn" und darum gespannt auf sein zweites Buch. Ich war sehr froh, seine eigenwillige, poetische Art zu schreiben auch in Lanny wiederzufinden. Man taucht ein und schwimmt durch diese Welt, stößt sich von Stein zu Stein und manchmal ritzt man sich auch das Knie auf, aber vor allem genießt man. Zumindest, wenn man mit dem Stil etwas anfangen kann. Ich kann.
28. März 2026
5,0
Ich war einfach so, so, so begeistert von Max Porters Debüt "Trauer ist das Ding mit Federn" und darum gespannt auf sein zweites Buch. Ich war sehr froh, seine eigenwillige, poetische Art zu schreiben auch in Lanny wiederzufinden. Man taucht ein und schwimmt durch diese Welt, stößt sich von Stein zu Stein und manchmal ritzt man sich auch das Knie auf, aber vor allem genießt man. Zumindest, wenn man mit dem Stil etwas anfangen kann. Ich kann.
Genial, sprachgewaltig und ein echtes Must-Read – der zweite Streich des Wortmagiers ist da!
2018 machte Max Porter mit seinem Debütroman “Trauer ist das Ding mit Federn” ganz schön Furore in meiner Bubble – einigen war der Stil jedoch zu derb, zu zerhackstückelt, für wieder andere (mich eingeschlossen) war Porters dünner Roman ein Feuerwerk, ein frischer Wind in der festgefahrenen Belletristik, die ich um diese Zeit herum gelesen habe. Porters Debüt handelte von den ältesten Themen der Zeit: Liebe und Tod. Nun ist letzten Monat Max Porters neuer Roman “Lanny” erschienen, der erneut ein fulminantes Erzähltempo vorlegt und als wahres Fest zwischen den ganzen Neuerscheinungen heraussticht. Und ebenso wie sein Vorgänger die grundlegenden Themen der Menschheit anspricht. Doch von vorne: Es geht um den titelgebenden Lanny, ein schrulliger, sprachbegabter Junge, der sich ständig im Singsang mit sich selbst und der Natur befindet und furchtlos die höchsten Bäume erklimmt. Lannys Mum, die Krimiautorin ist, kommt die wunderbare Idee, dass Lanny doch bei dem 80-jährigen Pete, dem eigenbrötlerischen Künstler des Dorfs, doch ein paar Stunden Kunstunterricht nehmen könnte. Aus dieser zunächst merkwürdig anmutenden Idee – kam Pete doch in das Dorf, um sich zurückzuziehen – entsteht eine unerwartete Freundschaft zwischen ihm und Lanny. Die beiden sind gut füreinander und Lanny lernt nicht nur das grundlegende Kunsthandwerk, sondern auch einiges über das Leben – Pete hat schließlich bereits einige Jährchen hinter sich. Doch spätestens, als Lanny plötzlich verschwindet, wird gemunkelt, diese Freundschaft wäre unnatürlich; ein vermeintlich Schuldiger ist schnell gefunden.
"Ich denke an mein schlafendes Baby nebenan. Oder vielleicht schläft Lanny gar nicht. Vielleicht tanzt er im Garten mit Elben oder Kobolden. Wir nehmen an, dass er wie jedes normale Kind schläft, aber er ist kein normales Kind, er ist Lanny Greentree, unser kleines Enigma."
Obwohl “Lanny” sich von Max Porters erstem Roman von der Geschichte her unterscheidet, greift der Autor hier wieder zu bereits bekannten Themen und setzt sie mit seiner bewährten, wunderbaren Schreibtechnik um. Leser werden sich an die Trennung der verschiedenen Perspektiven bzw. Bewusstseinsströme von “Trauer ist das Ding mit Federn” erinnern, an die Erzählstimme eines Kindes und die oftmals explizite Sprache, die abstoßende Dinge beschreibt (»[…] dann schrumpft er, schlitzt sich mit einer rostigen Dosenlasche einen Mund, saugt eine nasse Haut aus saurem Mulch und saftigen Würmern an«). Die elterliche Liebe, der Wunsch, zu beschützen, all das findet sich in “Lanny” wieder. Sogar die Rolle der Krähe, die in Porters Debüt über die Familie wacht, bekommt ihren Auftritt in “Lanny”: als Altvater Schuppenwurz, dem nicht so freundlichen Wald- und Dorfgeist, der unter/über/in “seinem” Dorf alles hört, sieht und schmeckt, was sich dort so abspielt. Altvater Schuppenwurz lässt den Leser all die Gesprächsfetzen des Dorfes hören, das nach außen ganz friedlich wirkt, im Inneren jedoch den üblichen Tratsch und die Hetzereien liefert. Der Bewusstseinsstrom von Schuppenwurz wird im Buch auf eine besondere Art und Weise dargestellt, die beim Durchblättern sofort ins Auge fällt: Die Gedanken- und Sprachfetzen ordnen sich keinem geradlinigen Satz- und Layoutzwang unter, sondern wabern durch den Raum. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir außerdem, dass Altvater Schuppenwurz, der auch als Totpapa Schuppenwurz bezeichnet wird, überall ist und dass es grausige Geschichten gibt von Leuten, die ihn gesehen haben wollen.
"Folge nur brav und bete recht fromm, dass dich Totpapa Schuppenwurz nicht holen kommt."
Weiterlesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/max-porter-lanny
1. Okt. 2024
5,0
Genial, sprachgewaltig und ein echtes Must-Read – der zweite Streich des Wortmagiers ist da!
2018 machte Max Porter mit seinem Debütroman “Trauer ist das Ding mit Federn” ganz schön Furore in meiner Bubble – einigen war der Stil jedoch zu derb, zu zerhackstückelt, für wieder andere (mich eingeschlossen) war Porters dünner Roman ein Feuerwerk, ein frischer Wind in der festgefahrenen Belletristik, die ich um diese Zeit herum gelesen habe. Porters Debüt handelte von den ältesten Themen der Zeit: Liebe und Tod. Nun ist letzten Monat Max Porters neuer Roman “Lanny” erschienen, der erneut ein fulminantes Erzähltempo vorlegt und als wahres Fest zwischen den ganzen Neuerscheinungen heraussticht. Und ebenso wie sein Vorgänger die grundlegenden Themen der Menschheit anspricht. Doch von vorne: Es geht um den titelgebenden Lanny, ein schrulliger, sprachbegabter Junge, der sich ständig im Singsang mit sich selbst und der Natur befindet und furchtlos die höchsten Bäume erklimmt. Lannys Mum, die Krimiautorin ist, kommt die wunderbare Idee, dass Lanny doch bei dem 80-jährigen Pete, dem eigenbrötlerischen Künstler des Dorfs, doch ein paar Stunden Kunstunterricht nehmen könnte. Aus dieser zunächst merkwürdig anmutenden Idee – kam Pete doch in das Dorf, um sich zurückzuziehen – entsteht eine unerwartete Freundschaft zwischen ihm und Lanny. Die beiden sind gut füreinander und Lanny lernt nicht nur das grundlegende Kunsthandwerk, sondern auch einiges über das Leben – Pete hat schließlich bereits einige Jährchen hinter sich. Doch spätestens, als Lanny plötzlich verschwindet, wird gemunkelt, diese Freundschaft wäre unnatürlich; ein vermeintlich Schuldiger ist schnell gefunden.
"Ich denke an mein schlafendes Baby nebenan. Oder vielleicht schläft Lanny gar nicht. Vielleicht tanzt er im Garten mit Elben oder Kobolden. Wir nehmen an, dass er wie jedes normale Kind schläft, aber er ist kein normales Kind, er ist Lanny Greentree, unser kleines Enigma."
Obwohl “Lanny” sich von Max Porters erstem Roman von der Geschichte her unterscheidet, greift der Autor hier wieder zu bereits bekannten Themen und setzt sie mit seiner bewährten, wunderbaren Schreibtechnik um. Leser werden sich an die Trennung der verschiedenen Perspektiven bzw. Bewusstseinsströme von “Trauer ist das Ding mit Federn” erinnern, an die Erzählstimme eines Kindes und die oftmals explizite Sprache, die abstoßende Dinge beschreibt (»[…] dann schrumpft er, schlitzt sich mit einer rostigen Dosenlasche einen Mund, saugt eine nasse Haut aus saurem Mulch und saftigen Würmern an«). Die elterliche Liebe, der Wunsch, zu beschützen, all das findet sich in “Lanny” wieder. Sogar die Rolle der Krähe, die in Porters Debüt über die Familie wacht, bekommt ihren Auftritt in “Lanny”: als Altvater Schuppenwurz, dem nicht so freundlichen Wald- und Dorfgeist, der unter/über/in “seinem” Dorf alles hört, sieht und schmeckt, was sich dort so abspielt. Altvater Schuppenwurz lässt den Leser all die Gesprächsfetzen des Dorfes hören, das nach außen ganz friedlich wirkt, im Inneren jedoch den üblichen Tratsch und die Hetzereien liefert. Der Bewusstseinsstrom von Schuppenwurz wird im Buch auf eine besondere Art und Weise dargestellt, die beim Durchblättern sofort ins Auge fällt: Die Gedanken- und Sprachfetzen ordnen sich keinem geradlinigen Satz- und Layoutzwang unter, sondern wabern durch den Raum. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir außerdem, dass Altvater Schuppenwurz, der auch als Totpapa Schuppenwurz bezeichnet wird, überall ist und dass es grausige Geschichten gibt von Leuten, die ihn gesehen haben wollen.
"Folge nur brav und bete recht fromm, dass dich Totpapa Schuppenwurz nicht holen kommt."
Weiterlesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/max-porter-lanny